Tamashii no Utsuri

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 [Eri & Epona] Verhör-Spaziergang

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Yamanaka Epona
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BeitragThema: [Eri & Epona] Verhör-Spaziergang   Di Jan 17, 2017 9:59 pm

~ Der Park Konohagakures ~

In diese Lage hatte sie sich eigenhändig manövriert. Sehenden Auges noch dazu. Das unleidliche Magengrimmen hatte niemand anders zu verschulden als sie selbst.
Yamanaka Epona hatte Konohagakure endlich erreicht. Genauer gesagt, war sie schon am Vortag angereist. Man hatte ihr ein Quartier zugewiesen und fürs Erste eine Anhörung im Yamanaka-Clan verwehrt; vor diese Ehre und die Erfüllung ihres Antrages setzte Konoha ein klärendes Gespräch, von dem Epona nichts anderes erwartete als ein knochentrockenes Verhör.
Auch wenn es ein reichlich ungewöhnlicher Ort dafür ist. Sie blickte sich auf dem Gelände des weitläufigen Parks um; es war Anfang Winter, doch Hi no kuni hatte ein glückliches Verhältnis mit dem Klima. Der Tag war klar, kühl und wolkenlos.
Hier sollte sie auf ihren Gesprächspartner warten. Jemanden, der sich mit ihr befassen sowie ihre Motive und Hintergründe etwas näher ausloten durfte.
Meine Schuld. Diesen Zug habe ich provoziert.
Weil sie den Namen hatte haben wollen. Den Nachnamen Yamanaka. Nachdem der Jashin-Priester sie markiert und für die Shugonin Juunishi "rekrutiert" hatte, hatte sie sich vom Trotz übermannen lassen und sich gesagt: Wenn schon alle Karten aufdecken, dann richtig! Hatte irgendwie auch Spaß gemacht. Mein Alter, meine Fähigkeiten, mein Name! Ein wahres Freudenfeuer hatte sie in ihrem Innersten abgebrannt, wenn man so wollte, und Nährmaterial dieses Freudenfeuers waren ihre Geheimnisse gewesen. Ab dafür. Welche Wellen es schlug, sich urplötzlich derartig aufzudecken, war ihr herzlich egal gewesen. Jemand anders hatte nun die Verantwortung für sie, oder besser gesagt, die Macht, sie jederzeit umzubringen, wenn sie nicht seinem Willen entsprechend handelte. Er wollte ihr Können und ihre Fertigkeiten einsetzen... folglich konnte er sich auch mit ihren Nachteilen befassen.
Hätte ich mir die Sache mit dem Nachnamen verkniffen, hätte ich es mir allerdings auch nicht direkt mit Konohagakure "verscherzt". Der Name war eine Frage des Stolzes gewesen. "Ihr" Jashinist hatte ihren Willen dann auch durchgedrückt; die zuständigen Stellen des Kaiserhofes hatte es relativ wenig gekümmert, wie ein einzelner Shinobi-Clan zu dieser Sache stand - gerade in der politisch angespannten Lage -, und die Geschichte war gewissermaßen unbeachtet über die Bühne gegangen. Als Epona noch in Hakkin geweilt hatte, da hatte Konohagakure wichtigeres zu tun gehabt. Nun aber, wo sie schon auf der Türmatte stand und eine Bitte stellte, konnte man sich ihrem Fall auch widmen.
Habe damals nur nicht bedacht, dass meine Scheißegal-Stimmung sich wieder legen würde. Zumindest genau hier und mit dem Willen, die Kompetenzen des Yamanaka-Clans für Nachforschungen auszuleihen, schätzte sie ihre Namensforderung doch ein wenig arg... waghalsig ein. Garantiert würde man sie hier durch den Wolf drehen, ob sie nun einer Spezialeinheit des Kaiserhofes angehörte oder nicht.
Mit Sicherheit schicken sie ihren schärfsten Hund.
Sie musste schauen, was passierte. Epona hatte nicht vor, erneut alle Karten einfach aufzudecken. Natürlich musste sie etwas preisgeben, ihren Hintergrund erklären. Doch mehr als nötig erzählen muss ich auch nicht. Es muss nur genug sein, um Neugierde zu befriedigen und mich halbwegs auf guten Fuß zu stellen. Dann das Gleiche nochmal beim Clan selbst, und ich kann mich in einer Bibliothek vergraben. Wenn alles funktionierte, würde es so laufen. Wenn nicht... konnte sie nur hoffen, "ihr" Jashinist würde sie wieder raushauen.

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BeitragThema: Re: [Eri & Epona] Verhör-Spaziergang   Mi Jan 25, 2017 7:18 pm

Eri zog die Schultern leicht in die Höhe und schob die Hände fester in die Taschen ihrer Hose. Der beginnende Winter ließ die Luft der Tage kühler werden, noch kühler als sies es im Herbst ohnehin schon waren. Trotzdem war das Land hier im Vergleich zu anderen Regionen, die sie früher kennen gelernt hatte, noch recht gütig. Die Temperaturen fielen nur langsam und nicht so sehr, dass man draußen kaum noch gehen konnte, ohne zu zittern und zu bibbern.
Unabhängig davon, dass sie durchaus frieren würde, wenn sie weniger lange Kleidung tragen würde, stand sie nun im Park des Dorfes, das sie vor einiger Zeit aufgenommen hatte.
Ihre tiefroten Augen schweiften in Gedanken über das Gelände und den Treffpunkt, den sie ausgewählt hatte, um ihrer heutigen Aufgabe nachzukommen. Genau wie sie vor einiger Zeit, war die Dame gestern im Dorf angekommen. Nun, nicht ganz genauso, denn die Frau befand sich nicht auf der Flucht, sondern auf einer Reise. Sie gehörte zu der Spezialeinheit des Kaisers und hatte ein Anliegen, was das Dorf und einen seiner Clans betraf.
Dass sie selbst Verbindungen zu diesem Clan hatte, bewegte sie nicht zwangsläufig. Ihr eigener Clan war seit jeher ein Heer aus Vagabunden, die umherzogen und keine richtige Heimat besaß. Sie gehörten irgendwie zusammen, aber mit den Konzepten der Dörfer hatte Eri schon immer weniger anfangen können.
Die Blonde kam zur rechten Zeit und tummelte sich am Treffpunkt, sah sich offenbar um. Nur relativ kurz beobachtete die Taira sie tatsächlich. Sie machte keine all zu nervösen Anzeichen, gänzlich abgebrüht schien sie aber auch nicht zu sein. Die Rothaarige war sich unschlüssig, was sie davon halten sollte. Ob die Andere keine Angst vor einem Urteil hatte? Vielleicht war ihr egal, was das Dorf wusste und wer hierher kam, um mit ihr zu reden. Womöglich fühlte sie sich durch die Verbindungen zum Kaiser auch einfach nur sehr sicher.
Eri bemühte sich, unvoreingenommen zu bleiben.
Ihr hatte der Kaiser nie etwas getan und sie hatte bisher keine großen Probleme verspürt.
Demnach ging sie nach einigen Augenblicken der Begutachtung auf Epona zu und wie immer erschien ein sanftes Lächeln in ihrem Gesicht, als sie auf die Person zuging. "Yamanaka Epona, richtig?", sprach Eri sie mit dem gewünschten Namen an. Soweit man wusste, war sie alles, aber kein gebürtiges Mitglied des Clans. Sicher gab es Mitglieder außerhalb des Dorfes, aber diese hatten in der Regel noch irgendeine Bindung hierher, so wie ihre Mutter.
"Freut mich, euch kennen zu lernen, mein Name ist Taira Eri", stellte die junge Frau sich letztendlich rasch vor. Ihre Augen musterten die andere nur kurz, ein zartes Lächeln blieb auf ihren Lippen und ihr Ton hatte nichts unfreundliches. Sie wirkte eher wie in einem unverfänglichen Gespräch.
"Ich soll mich im Auftrag des Dorfes ein wenig mit Euch unterhalten und ich dachte, ihr fühlt euch vielleicht wohl, wenn wir uns an der frischen Luft bewegen. Ihr kommt schließlich nicht von hier, oder? Der Park ist ein hübsches Fleckchen Erde und er hat keine ungewollten Ohren." Mit einer leichten Geste ihrer Hand deutete Eri auf den Weg und machte Anstalten, mit Epone einige Schritte durch das Gelände zu gehen. Es war nicht all zu viel los und es würde sie mit Sicherheit niemand einfach so belauschen können. Das war sicher für beide Frauen mehr oder minder ein angenehmer Umstand.
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BeitragThema: Re: [Eri & Epona] Verhör-Spaziergang   So Jan 29, 2017 4:29 pm

Konohagakure gingen die harten Männer aus. Die großen, breitschultrigen Knurrgesichter mit den Glatzen voller Narben und den schwarzen Lederhandschuhen voller hässlich verheilter... Hände. So etwas würde Epona zumindest jeden Moment durch den Kopf gehen. Hier stand sie und erwartete einen Folterknecht, der seinen Opfern noch eigenhändig die Haut von den Fingern streifte oder auch mal eine Wirbelsäule über dem eigenen Knie brach. Stattdessen trat ein junges Mädchen an sie heran.
Im gemächlichen Umschauen hatte Epona sie schon bemerkt, aber nicht weiter beachtet. Eine Spaziergängerin, so hatte sie geschätzt, und weiter nach dem scharfen Hund Ausschau gehalten. Entsprechend machte sich leichte Verwirrung bemerkbar, als das Mädchen zielstrebig auf sie zukam und sie ansprach.
Den eigenen Namen aus dem Munde eines Fremden zu hören, verursachte inzwischen immerhin keine Schreckensschauer mehr, oder blitzlichtartige Gedanken, die Problem! Verrat! Alarm! in ihrem Kopf schrien. Richtig, entgegnete Epona dennoch knapp. Die Verwunderung ob ihrer Gesprächspartnerin war noch dabei, sich zu legen.
Taira Eri, wie sich die junge Kunoichi nun vorstellte, war in Form gegossene Harmlosigkeit. Ein angenehmes Äußeres und freundliches Inneres, so Eponas erster Eindruck. In keinster Weise strahlte sie irgendwelche Aggressivität aus; im Grunde bewundernswert, wenn man bedachte, wofür die Farbe Rot stand. Rote Haare für einen wilden Hitzkopf, und rote Augen... wer dachte da nicht direkt an unheimlich glühende Lichter, die einen aus der Dunkelheit heraus anstarrten. Bei Eri aber kamen einem diese Vorurteile nicht einmal in den Sinn - sie schien Wärme auszustrahlen, ohne in der Lage sein, jemanden zu verbrennen.
Emi plante offenbar, das Ganze mit einer kleinen Besichtigung des Parks zu verbinden. Eponas Erstaunen erreichte die Schwelle, ab welcher sich ihre Erfahrung im Täuschen und Inszenieren bemerkbar machte und sie vermutete, den Plan zu wittern.
Auf harmlos machen und in Sicherheit wiegen, dachte sie bei sich, Und dann kommt irgendwann doch die Daumenschraube. Ja, so war es sicherlich. Die Puzzleteilchen fügten sich zusammen wie geschmiert, je länger Epona darüber sinnierte. Und wie dumm wäre sie, darauf hereinzufallen. Immerhin gebrauchte ihre Gesprächspartnerin die gleiche Taktik wie sie selbst mit hübschem Anblick und freundlicher Art. So fühlt man sich also am anderen Ende des Spieltisches. Hatte ich ganz vergessen.
"Ihr kommt schließlich nicht von hier, oder? Der Park ist ein hübsches Fleckchen Erde und er hat keine ungewollten Ohren." Eri hatte ihre Worte mit kleiner, harmloser Geste unterstrichen. Epona kam diesem Vorschlag nach, indem sie nickte und ebenfalls ein sanftes Lächeln auspackte. Gern. Gemächlich setzte sie sich in Bewegung. Ja, wirklich ein schöner Ort. Im Geiste ging sie durch, wo sie schon einmal den Namen Taira gehört hatte. Sie hatte einen Großteil des Clan-Panoramas von Konohagakure studiert, darunter jedoch keine Taira-Familie bemerkt. Gleichwohl schien der Name ihr nicht gänzlich unbekannt. Sie erwog, einfach zu fragen, entschied sich dann aber dagegen. Stattdessen schwenkte sie auf das vermeintliche Harmlosigkeits-Spiel ein.
Ich will direkt offen sein, vielleicht hört Ihr dies auch öfter: Ihr überrascht mich, gestand sie freundlich. Ich hatte mit jemandem gerechnet, der etwas... bedrohlicher und einschüchternder wäre.

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