Tamashii no Utsuri

Ein RPG in der Welt der Shinobi
 
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 Eponas Trainingspost

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Tamashii no Utsuri
Die Seele des Tamashii
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BeitragThema: Eponas Trainingspost   Mi Apr 02, 2014 2:53 pm



Eine faszinierende Architektur: Obgleich Epona die Heimstatt Teritenshi Gomamuras nicht zum ersten Mal besuchte, war sie doch jedes Mal wieder beeindruckt von den glatten, fast schon fließenden Formen. Ein Dojo, gezimmert in den Fels eines hoch aufragenden Kliffs. Hinter den glaslosen Panorama-Fenstern erstreckte sich das blendende Gelb und Weiß der Wüste.
Der Eremit aus dem Dünenmeer war ein Mönch: Ein riesenhafter Mann mit Muskeln wie Melonen. Hölle, an seinen Armen schleppte er mehr mit sich herum als Maya in ihrem Oberteil. Seine Haut war dunkel, doch ob von der Sonne oder aufgrund seiner Herkunft, ließ sich nicht ermessen. Ebenso wenig konnte Epona anhand seines silbrigen Haares ermessen, ob es vom Alter gebleicht worden war oder nicht. Teritenshi war ein Bollwerk gegen den Zahn der Zeit, massiv wie der Fels, der sie umgab. Hockte im Schneidersitz auf nacktem Boden wie ein Buddha, ein bodybuildender Buddha. Seine Augen, dunkel wie die Onyx-Kugeln um seinen Hals, verharrten auf ihr.
Epona lächelte schief und senkte ihren musternden Blick auf die Teetasse, die sie in ihrem Schoß barg. Er war immerhin so gütig gewesen, ihr eine Bambusmatte anzubieten. Ich hätte anders einsteigen sollen, bitte verzeih... als ich darum bat "aus deinem Kelch der Weisheit zu trinken", meinte ich wirklich nichts... zweideutiges. Sie bemühte sich um zerknischte Verlegenheit, wenngleich ihr selbst auch nicht ganz klar war, wie man diesen Satz so schief interpretieren konnte. Welche Gedanken muss man dafür haben. Ich lege es doch nichtmals drauf an. Eponas Reisemontur zeigte so wenig Haut wie selten; in der Wüste wollte sie sich schließlich sowenig Sonnenbrand wie möglich einfangen und auch nicht von dem fliegenden Sand wundgescheuert werden. Ich meinte es natürlich auch nicht buchstäblich, doch... du verstehst.
Verzichte dennoch bitte auf derlei Wortspiele. Eine Stimme, dunkel wie der stärkste Kaffee. Respektiere mein Asketen-Leben.
Natürlich. Verzeih. Bitte. Vielmals. Epona buckelte wie eine Katze, die um die Beine ihres Herrchens strich. Darf ich nochmals beginnen?
Du darfst sogar fortfahren. Meine Weisheit. Was begehrst du zu wissen?
Macht. Quellen von Macht. Darüber möchte ich sprechen.
Wünschst du, die relative Macht des Feudalsystems zu debattieren? Die deine Macht, durch monetäre Mittel und eine Armee aus Handlangern und gedungenen Klingen die offiziellen Mächtigen zu beherrschen? Die Stärke eines Sturms, Wälder zu fällen und Berge zu schleifen? Die geduldige Kraft des Flusses, die Erde selbst zu schleifen?
Nichts von alledem. Epona trank einen Schluck des dampfenden Tees. Zitrone. Woher bekam dieser Mönch mitten in der Leere der Wüste Zitronen? Unstet, ungewohnt unsicher wanderte ihr Blick zum Fenster. Macht der Menschen. Macht des Einzelnen. Hachimon tonko.
Hachimon. Teritenshis Mienenspiel zeigte keinerlei Regung. Das Wort tropfte von seinen Lippen. Wo hast du ihn gesehen, den Tanz mit den Toren?
Ein Mann führte sie mir vor. Vor Eponas innerem Auge zerriss Kôji die Chakrafesseln, immer und immer wieder. Umtost von Chakra und Dampf. Ihre Einbildungskraft fügte tanzende Schattendrachen und wabernde Nebeltiger hinzu. Ich weiß nicht, wohin er gehört. Oder wo er nun sein mag. Der Becher fühlte sich seltsam klamm zwischen den Fingern an. Spielt es eine Rolle?
Keine für dich. Lächeln. Angedeutet. Hachimon tonko ist Kraft auf Kredit. Ein Tanz mit dem Tod. Potenzial, aus dem Körper der Gegenwart und der Zukunft gleichermaßen geschöpft. Mit Leib und Seele geht ein Hachimonka darin auf. Epona kroch die dunkle Vorwarnung das Rückgrat hinauf. Fett und Muskeln. Schweiß und Blut. Hachimon tonko zerrt und frisst. Es zerlegt, wer es aufstößt. Teritenshi stellte den Tee ab, balancierte den Becher auf seinem Knie und verschränkte die Arme. Jahr für Jahr für Jahr trainierst du deinen Körper, um ihn zu opfern, Stück für Stück für Stück. Das ist Hachimon tonko. Am Ende steht nur Staub, lang vor der Zeit.
Kälte trotz Wüste. Du sagst mir nicht, dass ich umkäme, wenn ich Hachimon tonko anwende?
Nein. Hoffnungsflackern. Du kämst nicht einmal über das Erste Tor hinaus. Du hast nichts zu opfern.
Eponas Schultern sackten zusammen wie ehemals im Konoha-Gefängnis, als Kôji seine Kraft demonstrierte. Ich habe keine Muskelmassen. Ist es das? Ich habe mich in der Geschicklichkeit trainiert, in den Fingerzeichen, in der Chakrakontrolle... ich habe nur keine Gewichte gestemmt, und das ist es, was mir nun ins Gesicht schlägt? Führt mein Weg denn wirklich in so eine Sackgasse? Eponas Augen schossen blaue Blitze. Die Leiter zum Himmel kann nicht nur in Liegestützen liegen!
Hm. Teritenshi brummte mit sanfter Missgunst. Immerhin gehörte er selbst zu den Taijutsuka, welche gerade von Epona geschmäht wurden. Du verstehst Taijutsu nicht. Das ist alles. Die Schulung des Körpers ist eine Reise, die über schlichte Muskelbildung hinausgeht. Dein Denken allein verschließt dir diesen Weg, und so wird Hachimon tonko sich erst recht verriegeln. Mahnend hob er die Hand. Und. Entsinne dich, in wessen Doju du sitzt.
Epona brauchte mehrere Momente, sich zusammen zu reißen. Verzeih sprach sie gerade noch rechtzeitig. Ich komme mir vor wie überschüttet von Scherben, das ist alles. Sackgasse. Überall Sackgasse. Tief und rasselnd wie von unterdrückten Tränen geschüttelt holte sie Atem. Ich komme mir vor, als renne ich im Kreis. Du... und Hachimon tonko sind nicht meine ersten Brotkrumen auf dieser Suche.
So. Der Mönch war leicht zu kränken, doch auch schnell zu besänftigen. Nun. Tut mir leid. Doch erlaube mir zu bitten: Lass deine Reise nicht umsonst gewesen sein. Erzähle mir doch bei einem weiteren Tee von dieser Suche. Teritenshi langte nach einer von drei Kannen. Noch einmal Zitrone? Orange? Kirsch-Banane?
Woher holt er all das? Letzteres.
Zucker? Honig? Milch? Haselnuss-Sirup?
... Egal. Pur bitte. Danke. Nun gut... beginnen wir am Anfang.
Maya, ein Geschoss im Eishagel, finstere Mächte anrufend im Wasserbecken. Tarotachi, Predigen brüllend und im Willen des Feuers erstrahlend, gleichsam der Obermönch im Feuertempel. Shouta und Itsuki, kraft ihres Blutes Kristall und Holz formend. Mai, blutend und triefend vor Wasser und Blut. Erneut Kôji, Ketten sprengend. Ringo, schreiend und brennend Tränen aus Schuppen weinend.
Ich habe... göttliche Kräfte gesehen. Kekkei genkai. Menschen, die für ihre Motivationen über alle Grenzen hinausgehen. Und noch mehr. Ich bin ihnen nachgespürt, auf den Grund gegangen... so wie jetzt. Habe horrende Geldmittel aufgebracht, Leute angeheuert...
Hoh. Auch du scheinst motiviert. Teritenshi lehnte sich leicht zurück, als säße er in einem gemütlichen Ohrensessel. Erzähle mir doch davon. So sehr ich blanke Fakten liebe, umso mehr genieße ich doch den Blick in die Herzen.
Blick ins Herz, ah ja? Ich muss mir Zweideutigkeiten verkneifen?
Mein Haus, meine Regeln, mein Asketentum.
Verstehe. Nun schön. In meinem Herzen brennt Feuer, Teri-san. Heiß und blutigrot. Eponas Gesichtszüge verfinsterten sich, verloren ihre Weichheit, wurden kantig und hart wie die Klippen.
All die Dörfer will ich schleifen
jedes Dach aus Stroh soll brennen.
Will die Brunnen euch vergiften
und treib das Vieh auf eur´ Felder...

Drei Sekunden hielt sie diesen Blick. Dann brach sie in Gelächter aus. Gelächter, gefärbt von Traurigkeit, aber auch gelöst. Die letzte Zeile ist leicht krumm, verzeih... ich konnte es mir nicht verkneifen. Nein, ich will die Welt nicht brennen sehen. Sie gefällt mir, wie sie ist. Doch habe ich mich... in all der Zeit einfach zu sehr auf Yokuchi konzentriert. Zu sehr auf Kurairoji. Erst seit Kurzem hab ich den Tellerrand überklettert. Und was soll ich sagen? Die Welt ist reichlich bösartig... Mit zurück erlangter Sanftheit trank Epona ihren Tee. All diese Tricks da draußen. Ausgehend von den Shinobi-Dörfern. Wahrlich, Halbgötter halten diese Welt zusammen. Ich hörte Geschichten, doch es selbst zu sehen, ist etwas ganz anderes. Du kennst das ja.
Ja. Die Shinobi-Dörfer sind ein Wunder.
Und diese "Missing-Nin", wie sie genannt werden... sind mächtig. Es gibt ein paar in Yokuchi, weißt du? In Guradiyosai hockt einer, glaube ich...
Der Arena-Stadt.
Ja. Ein grimmiger Kerl. Abwinken. Nun gut, es ist, wie es ist... in jedem Falle strebe ich keine gewaltige Zerstörungsorgie oder Anarchie an. Ich will nur... mithalten. Das Wort klang gut. Dafür brauche ich einfach... Energie-Quellen. Mein Meister hinterließ mir Pläne, doch er ließ unterschlagen, woher all die Kraft für solch große Projekte kommen sollte...
Hmmm. Dein Meister. Ein Nuke-Nin... aber er verstand zu leben und andere leben zu lassen. Ich hatte großen Respekt vor ihm.
Epona musterte Teritenshi. Er war also deutlich älter. Ja. Er war ein Guter. Und sagte immer: Wer ohne Ziel ist, strebt nach Weltherrschaft. Epona betrachtete andächtig den Tee, als könne sie etwas Spannendes darin entdecken oder als habe sie diese Worte gerade dort herausgelesen. Diese Worte will ich mir zu eigen machen. Nie ziellos sein. Und nie versuchen, mir die Welt untertan zu machen. Sondern einfach in ihr zu leben. So gut es geht aber wenigstens.
Hmmm. Brummend wiegte sich Teritenshi vor und zurück, offenbar über etwas Größeres nachsinnend. Nun. Es gibt da vielleicht noch etwas.
Zusammenzucken. Du hast noch etwas im Ärmel?
Einen gefährlichen Weg, ja. Weniger steinig als Hachimon. Steil aber nichtdestotrotz. Und wer stürzt, endet. Keine leichte Sache. Ein Moment des Schweigens. Eremiten-Modus.
Eponas Miene wurde traurig. Eine Altherren-Kunst?
Die Macht, Kraft aus der Ebene zwischen Himmel und Erde zu ziehen. Die Natur selbst um Hilfe zu bitten.
... Huh. Das... Oh. Ach ja. Die Kunoichi verzog das Gesicht. Moment. Diese Quelle habe ich bereits abgegrast. Naturenergie wurde mir bereits angeboten... Was für eine brutale Energie, bedaure es so zu sagen...
Hm?
Epona dachte an Ringo und ihr Juin, wobei ihr Teritenshis Mienenspiel entging. Ich habe bereits einem dieser aufstrebenden Möchtegern-Genies, wie man sie überall findet, ein ganzes Labor finanziert, damit er für mich etwas findet... er kam mit der Naturenergie um die Ecke. Zu Testzwecken prägte er dann ein Siegel auf eine meiner Untergebenen, aber was dabei heraus kam... ein wahrlich erschreckendes Gehirnwäsche-Ding, aber er nannte es nicht Eremiten-Modus, sondern -
Juin! Teritenshi war so schnell über ihr, es geschah innerhalb eines Wimpernschlags. Epona fühlte die Hand an ihrer Kehle, da lag sie schon, ihrer beider Becher rollten über den Steinboden. Der dunkelhäutige Mönch ragte über ihr auf wie ein ganzes Gebirge. Du hast ein Juin geschaffen? Bist du noch bei Sinnen?!
Blut rauschte in Eponas Ohren, welche klingelten aufgrund dieser Ansprache. Sie fasste sich, begehrte nur kurz auf, dann aber belehrte die massive Hand auf ihrem Brustbein sie eines Besseren. Ich habe kein Juin bestellt, ich habe einem jungen Mann Geld gegeben. Was er daraus machte, ist seine Sache!
Rede dich nicht damit heraus. Aus Naivität oder Sorglosigkeit, du hast die Kraft der Weisen perversiert. Mindestens hast du die Mittel geschaffen. Augen, schwarz wie Gewitterwolken. Lebt das Mädchen noch?
Ja. Ja, sie lebt noch. Angekettet in einer Kammer, aber ja, sie lebt.
Und der Wissenschaftler?
Auch.
Nenne Namen.
Du willst die Namen? Und dann?
Den Frevel von der Welt tilgen.
Epona schwieg einen Moment. Atmen fiel schwer. Doch Verhandeln ging immer. Lehre mich den Eremiten-Modus.
Sollte ich dich nicht lieber an einen Stein binden und auf dem Felsplateau aussetzen?
Nicht, wenn du die Namen willst. ... Du wolltest mir den Eremiten-Modus gerade sogar selbst anbieten.
Mein Vertrauen in dich wurde erschüttert, kaum vorstellbar...
Höre. Töte mich, und du erfährst nie irgendwelche Namen. Wir wissen beide, dass ich dein einziger Kontakt in Kurairoji bin, und ohne Hilfe meines Netzwerks wirst du Jahre brauchen, zu finden, was du suchst. Und solang wird unser beider Freund weitermachen und armen Kindern Juin aufdrücken. Ohne meine Zustimmung, denn ich habe ihm längst den Geldhahn zugedreht. Doch offenbar hat er neue Geldquellen aufgetan. Also. Dein Wort bei der Ehre eines Eremiten, und du erhältst die Namen.
Teritenshi dachte lang nach. Nickte. Erhob sich. Half ihr sogar auf.
Gut. Gib mir Pergament und Schreibzeug. Hast du Botenvögel hier?
Und so wurde Ringo Sarutobi an Konohagakure verraten, gleichsam der Wissenschaftler, welcher ihr das Juin zwischen die Schulterblätter geprägt hatte.


Die heilige Quelle göttlichen Wassers sprach Teritenshi und wies würdevoll auf den munter vor sich hin sprudelnden Brunnen.
Welch glanzvoller Name. Ein wenig überkandidelt, doch naja... Epona schaute sich um: Hier standen sie also, praktisch im Hinterhofe des eremitischen Heims. Durch einen kleinen Tunnel waren sie hinausgeschritten in einen Talkessel, dessen Felswände weit hinaufragten. Selbst jetzt, am späten Vormittag, lag die Quelle im Schatten.
Niemand fragt dich. Aus gutem Grunde. Teritenshi war noch immer missgelaunt.
Oh, habe ich denn plötzlich jegliche Bonuspunkte bei dir verspielt? Epona lächelte übertrieben lieblich. Ich weiß, ich bin ein dummes Mädchen. Hätte ich doch bloß früher von diesem... Eremiten-Modus. ... Eremiten-Modus gehört, dann wären meine Ressourcen niemals an irgendwelche kruden Wissenschaften geflossen. Siehe, Teri-sama, in meiner Absicht liegt keine Bösartigkeit. Mir war doch nichtmals bekannt, was das Juin überhaupt ist, also nimm es mir doch bitte nicht so übel.
Hmmm. Er schien nicht überzeugt, war aber wohl immerhin zu dem Schluss gekommen, dass es weiser war, nicht länger darauf herum zu reiten. Epona hatte die Namen preis gegeben, die er hatte hören wollen. Zum Modus.
Epona klatschte in die Hände. Wunderbar, gern! Also, was ist mit diesem göttlichen Wasser? Muss ichs trinken?
Himmel bewahre, nein! Die Reaktion des Eremiten erschrak die Kunoichi so sehr, dass sie glatt drei Meter zur Seite sprang.
Schrei mir doch nicht ins Ohr!
Keine Fragen! Stelle keine Fragen mehr, ehe ich es dir nicht erlaube! Er holte tief Luft, bauschte sich einmal hoch auf und ließ die Schultern dann gaaanz langsam zusammensacken. Anschließend trat er an den Brunnen und ließ sich auf dessen breitem Marmor-Rand nieder. Ich bin ganz ruhig, ich bin ganz ruhig... setze dich zu mir. Komm.
Epona tat wie geheißen. Nach einem längeren Moment des Zögerns allerdings. Ihr war dieser Kerl nicht geheuer, wenn er dermaßen laut wurde. Das war nicht seine Art. Dir geht das sehr stark im Kopf herum. Verzeih. Hätte ichs gewusst, ich hätte die Finger von alledem gelassen.
Passt. Egal. Abwinken. Nochmaliges Durchatmen. Der Eremiten-Modus ist eine unglaublich reine Form der Verbundenheit zwischen Mensch und Natur. Es liegt Kraft im Kosmos, Macht in der Umgebung selbst. Die Welt pulsiert vor Energie, und wer in der Lage ist, diese Kraft zu fühlen, in diesem Strom zu schwimmen, erlangt einen Zustand, der fast ans Wundersame grenzt. Körper, Geist, Sinne. Alles fühlt sich wie erweckt, und die Natur-Energie durchfließt nicht allein deine Glieder, sondern auch deine Künste. Ninjutsu werden kraftvoller, steigen auf ein völlig neues Level. Taijutsu wird ein völlig Anderes sein, und die Welt öffnet sich dir als Freund und Verbündeter. Wer Eremiten-Modus beherrscht, lässt sein Selbst von dem Sein der Natur durchdringen. Teritenshi nahm eine Haltung der Meditation ein. Mach es mir nach.
Epona musterte den Eremiten von der Seite. Neugierig, wenn auch noch immer mehr als skeptisch. Als er sie dazu aufforderte, gleichfalls in den Lotus-Sitz zu gehen, kickte sie jedoch sofort ihre Schuhe von den Füßen und unterschlug die Beine, legte die Hände mit Handrücken nach unten auf die Knie und straffte den Rücken. Dies klingt alles äußerst spirituell... Du weißt, dies war noch nie mein wirkliches Metier.
Um die Kraft der Natur zu erfahren, braucht es keinen starken Glauben erwiderte Teritenshi bedächtig. Lege die Ärmelstulpen ab. Ich eröffne dir einen Einblick in die Welt dessen, was ein Eremit verehrt. Er wandte sich halb herum, schöpfte Wasser mit der hohlen Hand und wartete, bis Epona ihre Unterarme entblößt hatte. Dann besprenkelte er ihre Haut mit der Flüssigkeit. Und nun... siehe.
Epona sah. Erwartungsvoll richteten sich ihre blauen Augen auf die Wassertropfen, die über ihre Haut perlten. Zunächst war da nur... Kühle. Die typische Kühle von Wasser auf der Haut eben. Es lag nichts Ungewöhnliches daran, wie die Tröpfchen Rinnsale auf ihren Unterarm malten, und Eponas Mimik zeigte leichte Entäuschung. Sie schaute aufwärts in Teritenshis Gesicht. Und... nun?
Nichts weiter lautete die nüchterne Antwort. Nun... hältst du einfach mal den Mund.
Sie lachte. Oder wollte. Konnte nicht. Denn mit einem Male stürzte ein Gewicht auf ihren Arm herab, unsichtbar und unspürbar, gar nicht präsent und doch so mächtig, dass sie ihren Arm keinen Handbreit heben konnte. Nicht nur nicht heben. Auch senken ging nicht! Als käme das Gewicht als massiver Block, von oben und unten gleichermaßen, und von den Seiten und von überall!
Eponas Arm steckte fest im Gefüge einer Welt, die schon immer da gewesen war und die nie jemand beachtet hatte. Und je tiefer sich diese Erkenntnis einfraß, umso stärker erfasste sie die Aura dieser Welt: Ein wahrer Ozean aus Kraft prügelte einen solchen Schwindel in ihren Kopf, dass Übelkeit sie ergriff.
Das ist Kraft. Teritenshis Stimme klang klar und deutlich zu ihr. Dennoch fühlte sie sich wie unter Wasser. Am Grunde des Meeres, Tonnen und Tonnen und hunderte Tonnen von Wasser über ihr. Nicht wahr?
Sie wollte "Ja" sagen. Stattdessen kam nichtmals ein Röcheln. Denn für ein Röcheln musste man atmen. Mit Schrecken wurde es ihr klar: Selbst ihre Atmung stellte den Dienst ein, ihre Lungenflügel erstarrten im Angesichte einer Umgebung, die anstelle von Sauerstoff pure Energie besaß.
Das ist ein Genjutsu. Das muss ein Genjutsu sein. Mit diesem Gedanken wollte sie sich lösen von der Täuschung, doch das Losreißen gelang nicht. Kein Muskel zuckte. Stattdessen presste diese Walze, dieser Schraubstock schierer Macht jeden einzelnen Muskel noch ein Quäntchen fester zusammen.
Flügelschlagen, ein leichtes Flattern an ihrer linken Körperseite. Zart streichelte etwas Weiches über ihren Nacken, glitt an ihrer Kehle entlang.
Ehe sie zu Stein wird chilpte ein hohes Stimmchen. Dann fuhr ein Stromstoß durch Eponas Körper, und der schwere Vorhang hob sich zurück ins Nichts, aus dem er hervorgebrochen war.
Sie klappte zusammen wie eine Marionette, deren Fäden abgeschnitten wurden; ihre Brust hob und senkte sich in schweren Atemzügen. Sie sog Luft ein wie ein Ertrinkender Frischwasser. Oh Hölle keuchte sie, Oh Hölle. Wo war ich?
Ganz im Hier und Jetzt entgegnete Teritenshi von außerhalb ihres Sichtfeldes. Habe ich dir eine Binde von den Augen gerissen?
Epona wagte es wieder, sich zu rühren. Sie erhob sich, schaute zur linken Seite hin und betrachtete eingehend den Neuankömmling. Ja... ja, so kann man das stehen lassen. Kopfschütteln, Blinzeln. Ich sehe... einen Vogel.
Ein kluges Mädchen.
Ich darf dir Manami vorstellen, bekannt als Die schönste Stimme überm Sande.
Er...freut. Etwas unschlüssig deutete Epona eine Verbeugung an. Was vor ihr auf der Ummauerung des Brunnens hockte, war eine Nachtigall. Unscheinbar bis auf eine wirklich außerordentlich lange Schwanzfeder, gefärbt in allen Farben des Regenbogens.
Sie ist die wahre Wächterin dieser Quelle. Sie wird dich den Modus lehren.

Gesang ist die Quelle, im Liede liegt Kraft, in der Melodie die wahre Reinheit der Seele... so singeeeeeee...
Ich soll singen? Teritenshi sprach hier von Meditation und Stillsitzen!
Das kommt, das kommt, das kommt direkt damit zwitscherte die Nachtigall, hüpfte über den steinernen Rand des Brunnens und schwang sich mit einigen hektischen Flügelschlägen auf die Schulter Eponas. Singe. Oder besser, summe. Worte machen lenkt ab. Was ich hören will, ist ein Ton. Manamis Schwanzfeder legte sich wie eine Krause um Eponas Hals. Das Gefieder kitzelte unangenehm an ihrer Kehle, und Epona hatte das Gefühl, der Vogel provozierte diese Kitzelei auch noch. Sie behielt Recht. Komm. Machs nach. Die Nachtigall zwitscherte eine Tonfolge.
Epona seufzte - was die Nachtigall als missglückten Versuch auffasste. Nochmal.
Fein... War der Schlüssel zur Kraft wirklich ein Ton? Epona fügte sich ihrer ungewöhnlichen Lehrmeisterin und summte einen aufsteigenden Ton. So?
Nicht schön, aber selten. Man sollte meinen, in einer hübschen Frau stecke eine schönere Melodie. Egal. Manamis Schwanzfeder löste sich, pendelte abwärts und streifte die Oberfläche des Wasserspiegels. Mach dich bereit. Ich nehme nun Wasser auf. Berührt es deine Haut, wird es wie vorhin: Die Natur-Energie offenbart sich. Sie kommt nicht, sie ist schon da. Sie zeigt sich nur. Dafür musst du bereit sein. Halte still, ganz still. Unkonzentriertheit ist nicht, was der Naturenergie gefällt. Wenn sie kommt, will sie deine Aufmerksamkeit, ungeteilt. Fang deinen Ton, nimm ihn, halte ihn, und dann wollen wir die Kraft des Senjutsu begrüßen.
Schlucken. Epona war niemand, der frei von Furcht war. Doch sie war auch niemand, der sich großartig einschüchtern ließ. Angst war eine gute Sache, sie machte einen nicht zu unvorsichtig. Doch gerade fühlte Epona eine andere Art von Angst. Beklemmung machte sich breit. Sie hörte das Rascheln der Schwanzfeder, die sich wieder in die Höhe hob, um sich erneut um ihren Hals zu schlingen. Mit nassen Federn. Im letzten Moment begann sie das Summen und versteifte, zuckte heftig zusammen, als die Federn sie berührten.
Naturenergie war nicht wie ein See, der durch eine Staumauer bretterte. Sie war schon da, überall. Himmelhoch über einem, sie war ein Ozean! Epona fühlte sich erneut eingepresst unter dem titanischen Gewicht dieses Meeres, in das sie getaucht war. Es gab keinen Auftrieb, es gab keine Luft, es gab bloß Druck.
Epona wollte sich rühren. Ging nicht. Nichtmals ein Muskelzittern. Zu summen hatte sie sowieso völlig vergessen. Und nun kam auch die Kälte heran, schwappte aus jeder erdenklichen Richtung über jeden Zoll ihrer Haut und kroch tiefer. Dabei konnte sie sich doch gar nicht rühren... oder?
Manamis Raitonschock traf unvermittelt ein, wie ein glühend heißer Keil raste er durch die Naturenergie und schlug Epona aus dem Bann dieser Kraft heraus.
Du hast zu summen vergessen! So wirst du es unter mir nicht lernen, also lass deine Stimme hören!
Epona holte rasselnd Atem, schüttelte sich. Das ist... nicht so einfach, wenn man gerade zerdrückt wird!
Zerdrückt? piepste die Nachtigall, Du wirst zerdrückt? Von was? Von dem, was ohnehin schon da ist? Nur wer Angst hat, wird zerdrückt. Sieh mich an. Bin ich zerquetscht? Nein, bin ich nicht, und ich bin viel filigraner als du. Es ist eben so in der Natur. Du willst die Aufmerksamkeit des Seins, das dich umgibt? Du willst dessen Energie? Seie würdig und offen. Die Nachtigall legte das Köpfchen schief, betrachtete Epona aus perlenschwarzen Äuglein. Ich warte jetzt. Fünf Minuten. Und in dieser Zeit singst du. Oder summst du. Und machst dich bereit. Ohne Angst, denn nichts wird passieren, wenn du es nicht vermasselst. Konzentriere dich.
Ob es auf diese Art wirklich besser werden würde? Eine Art Rammstoß-Therapie mit Anlauf? Epona fühlte sich weniger wohl dabei.

In den nächsten Tagen wurde Epona gequält. Zwischen dem stetig neu auftauchenden Gefühl des Zerdrücktwerdens und erlösenden Stromstößen kamen Gezwitscher und Belehrungen, welche allesamt anders waren als alles, was die Kunoichi je gelernt hatte. Meditation war eine Sache für alte Männer, die mit ihrer Weisheit prahlen wollten. Und Stillsitzen und Summen? Ein Spiel für Leute, die unterbeschäftigt waren. Epona hingegen war nicht unterbeschäftigt. Sie hatte Dinge zu erledigen, viele Dinge! Geschäfte dort draußen, die ihre Aufmerksamkeit erforderten. Letztlich war sie nicht gekommen, sich mit einer göttlichen Wunderkraft, geboren aus Erde und Blumen oder was auch immer zu messen. Sie war gekommen, sich von einem wahren Meister Unterweisung in der Kunst der hachimon tonko zu fischen. Stattdessen ließ sie sich von einem Vögelchen erzählen, wie man richtig summte und stillsaß.
Am vierten Tage erwachte sie mit dem Vorsatz, am Abend zu gehen. Wut schwelte in ihrem Inneren, Gram auf die Ungerechtigkeit, die ihr aller Ressourcen beraubte, auf die Muskelprotze wie Kôji zurückgreifen konnten, während sie selbst wohl von alldem ausgeschlossen war. Unfair, einfach unfair. Die Welt war ein großer Haufen Mist... und irgendwie trat die Welt selbst ihr gerade in den Arsch, wenn mans so betrachtete.
Teritenshi erwartete sie am Frühstückstisch. Rührei?
Gern. Sie aßen schweigend. Epona stocherte allerdings mehr in ihrem Essen herum. Und brach die Stille schließlich. Mir geht die Zeit aus, Teritenshi. Ich verschwinde heute abend.
Hmhm. Du klingst nicht.. befriedigt von deinem Besuch hier. Tut mir leid.
Kein Problem... du kannst dafür nichts. Es war wohl mein eigener Fehler, nicht früh genug mit Sit-Ups und Kniebeugen begonnen zu haben. Sie schnaubte undamenhaft. Bleiben eben weiterhin Geld und Kontakte meine Stärken... was solls.
Darf ich dir Tee nachschenken?
Darfst du. Plätschern. Kaktus-Tee. Epona lehnte sich zurück, die Tasse mit der dampfenden Flüssigkeit in der Hand, und blickte hinein. Ich versuche es heute nochmals. Und dann seis, wies sei.
Hm. Teritenshi gab ein Brummen von sich. Du hast es schwer. Schwerer als ich, weißt du? Was dir neben Muskelkraft fehlt, ist eine große Menge an eigenem Chakra. Ein großer Chakrapool widersteht dem Senton besser, wenn du dich dem Senton aktiv aussetzt, weißt du?
Ah ja? Wunderbar. Eponas Stimme klang ätzend. Wer schon Kraft hat, erhält also noch mehr Kraft. So läuft das also...

Du bist aber leicht zu brechen.
Tut mir leid, Vögelchen. Du machst deinen Job sicherlich nicht schlecht, doch das hier ist nichts für mich. Epona ließ sich auf dem breiten Rand des Brunnens nieder, hockte sich im Schneidersitz hin und verschränkte die Hände im Schoß. Heute will ich es noch versuchen.
Das klingt wie verschwendete Zeit, wenn du es einfach nur versuchen willst. Man solls nicht versuchen, sondern machen tschilpte die Nachtigall, hüpfte aber dennoch auf Eponas Schulter. Aber gut. Ich bin weder schwer beschäftigt noch beleidigt. Ich begleite dich gern, auch wenn es wenig bringen wird.
Plätschernd tauchte die überlange Schwanzfeder ins Wasser ein, schwang aufwärts und umschloss wieder einmal Eponas Hals. Unmittelbar zuvor hatte die Kunoichi ganz ohne nötige Anweisung begonnen, einen Ton im Unterbauch zu erzeugen und die Stimmbänder zum Vibrieren zu bringen. Nach dem heutigen Tage würde sie also wieder heimkehren... zu Maya, deren Kraft sie alles zu verdanken hatte, was nicht mit süßen Worten erreichbar war. Würde sie eben weiterhin im Schatten stehen.
Die Macht des Universums erhob sich wie ein solcher Schatten, wie der eines Riesen. Epona verspürte mittlerweile keine Ehrfurcht mehr vor der schieren Wucht, die sie niederdrückte und gleichzeitig aufrecht hielt, sie förmlich in lebenden Stein verwandelte. Etwas, was durchaus möglich war, wie Manami ihr erzählt hatte... Wer sich zu sehr darin verlor, die Kontrolle fahren ließ so wie es ihr stets passierte, der wurde zu Stein. Einzig Manamis Stromstöße retteten die Kunoichi stetig wieder aufs Neue.
Das Senton erfuhr von Eponas Anwesenheit und materialisierte sich mit tonnenschwerem Gewicht. Diesmal aber... traf es ein Chakra, das härter war als vorher. Angenährt durch Wut. Epona erfasste diese Veränderung gleichfalls: Es spülte sie nicht direkt hinfort, sondern schien förmlich zu zögern. Als wäre das Senton... überrascht von ihrem Ärger. Brodelnd und kochend verharrte die Woge eine Sekunde lang, so schiens ihr, ehe sie sich in sie fraß.
Diesmal verlor sich Epona nicht in der Angst und Ohnmacht. Diesmal machte sie einen Versuch und rührte sich. Nicht durch ihren Körper, sondern ihr Chakra. Sie ließ ihre Kräfte durch ihren Körper gleiten, ohne großes Ziel, aber doch bestimmt. Ihr Chakra begegnete dem Senton, wie es durch ihren Körper mäanderte. Epona ließ ihre Energie diesen Naturstrom kreuzen, wo sie sich trafen, trennte sie dann wieder. Ließ sich beide Rinnsale erneut berühren, betasten, beschnuppern. Und dann...
Halten! Der Stromstoß durchzwiebelte Eponas Hals und ließ sie schlimmer hochfahren als je zuvor.
Hölle! Was?!
Du hattest es! Du hattest das Gefühl! Merk dir das!
Du schockst mich ohne Not?!?
Mit gutem Grund! Ein falsches Zucken, und du hättest es vielleicht wieder kippen lassen! Das geht nicht, so eine Chance lass ich doch nicht verstreichen!
Das... war das Gefühl, ja? So war es richtig?
Es war jedenfalls besser, als der Welt zu begegnen wie ein Kaninchen vor der Schlange. Du hast dich diesmal nicht direkt fressen lassen, das ist gut. Hättest dich aber jeden Moment doch verschlucken lassen können, das geht schnell. Versuchs nochmal!
... Ja.
In den nächsten drei Stunden summte und suchte Epona nach dem richtigen Gefühl. Der richtigen Dosierung von Gleichgültigkeit und Wut. Sie ließ ihr Chakra fließen, umherwedeln. Das Senton umwirbeln, diesen viel dickeren Strom, der sich überall in sie drängte. Und sie begann mit ihren Fingern. Durch ihren linken Zeigefinger florierte ihr Chakra in einer Spirale, wobei es den Senton-Strang umkreiste, der sich dort breit machte. Epona ließ diesen Strang umschließen wie einen Käfig, verlagerte ihre Konzentration sodann auf andere Schauplätze ihres Körpers und wiederholte dies.
Wo ihr Chakra das Senton umtanzte, da herrschte eine gewisse Leichtigkeit. Ihr war, als könne sie den Zeigefinger heben, wenn sie wollte. Wo das Senton hereinströmte und ihre Energien umfing wie eine Amöbe Bakterien, da war das Gewicht wie Blei. Doch wo sie selbst das Senton umfing, hielt sie sich fest an sich selbst.
Ihre Augen. Epona schickte Chakra dorthin, leitete es in die Lider. Dafür musste sie ihren Fokus verlagern. Nach kurzem Zögern ließ sie ihren Zeigefinger zurück, verlor das Gefühl für ihn, gewann dafür Boden in ihrem Kopf. Ihr Chakra wirbelte aufwärts wie ein Wind, umtanzte das Senton hier und streifte es mehrfach, ohne es völlig durchdringen zu wollen. Durchdringen war falsch... dann ließ es sich nur umfassen von der Naturenergie. Ihr Chakra musste sich selbst darum spinnen. Eponas ließ ihre außergewöhnliche Chakrakontrolle spielen. Umsponn das Senton und gewann in ihren Lidern soviel Hoheit zurück, dass sie es wagte, die Augen zu öffnen.
Und die Welt war die Gleiche.
Kein Ozean tobte. Knochentrocken war die Felswand. Die Welt ist noch die Gleiche. Und ein Stromschlag platzte in ihre Gedanken.
Au!
Halten. Sehr schön. Du findest gerade so etwas wie deinen Rhythmus?
Es... scheint wohl so. Epona lächelte verhalten. Ich habe das Gefühl, mich bewegen zu können, wenn ich es will. Finger für Finger... Augenlid für Augenlid. Ist das richtig so?
Es klingt nicht falsch. Wenn auch recht mühselig zwitscherte die Nachtigall. Ich weiß ja nicht genau, was du tust... was es auch ist, es scheint dem Senton zu gefallen, sodass es dich nicht erstarren lässt, solang du es tust.
Epona griente. Es gefällt ihm, ja? Nun, dann werde ich das auch weiterhin machen. Eine Übung, die ich allein durch Chakrakontrolle schaffe? Ideal! Gib mir das Wasser, wir machens nochmal!

Epona blieb noch zwei weitere Tage.
Umfließen, umfliegen, umspinnen. Epona ließ ihr Chakra fröhlich wirbeln und zog Schleifen um die dicken Senton-Stränge, die sich wie stets von überall in ihren Körper ergossen. Sie wollte ihre Finger rühren? Sie schickte ihr Chakra, um das Senton zu umtanzen. Flirrende Linien ziehen um den Strom aus Naturenergie, und schon verlor sich das enorme Gewicht, und sie hob den Finger wirklich. Mit dem Zeh wackeln? Epona entsendete ihre eigene Energie, das Senton zu umstreicheln, und schon gewann sie die Herrschaft über ihren großen Zeh wieder und wackelte damit.
Es war wie ein Spiel. Ihr Körper war das Spielfeld, die Kontrolle darüber der Gewinn.
Und dann kam der Tag des Etappensieges. Epona gelang es an diesem Tage, ihre Hände zu heben, die Augen zu öffnen, die Beine auszustrecken. Langsam, gemächlich und sich jeder Bewegung unglaublich bewusst, zwang Epona sich zum Aufstehen. Sogar für das Lächeln musste sie um die Kontrolle ihrer Muskeln kämpfen. Und ihr Atem ging flach, sie fühlte sich gehemmt und unglaublich schwer. Doch immerhin konnte sie sich bewegen. Kämpfen, kaum. Sie fühlte sich ja auch eher schwächer, langsamer und wie unter Bleigewichten als schneller oder stärker. Von ihrer Geschicklichkeit ganz zu schweigen.

Die zweite Etappe war eine Leichtere. Manami hörte auf, ihren Schweif in Wasser zu tauchen. Und nun wollen wir die Kraft ohne Katalysator zu und rufen.
Und wie?
Wir setzen uns hin... halten ganz still... ziehen dein Chakranetz hoch... und singen natürlich.
Und es war... ungewöhnlich. Anfangs geschah gar nichts, Epona erwartete vergebens das Hereinbrechen des Ozeans. Doch die Erfolge gaben Kraft, und sie versuchte es wieder und wieder. Senton schlängelte sich herbei, wie zaghaft, und Epona streckte ihre geistige Energie sogar nach außen, um die Kraft gleich dort zu ertasten... und es wirkte. Senton folgte ihrem Chakra wie einem Köder, zeigte sich ihrem Geiste und ließ sich umwickeln.
Hab dich.

Und so vollbrachte Epona ihren ersten Schritt auf dem Pfade des Eremiten-Modus. Was ihr noch fehlte, war die große Praxis. Und diese würde sie sich nicht hier in der Abgeschiedenheit von Kaze no kuni holen...

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5210 Worte


Zuletzt von Yamanaka Epona am Mi Nov 02, 2016 4:15 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Tamashii no Utsuri
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BeitragThema: Re: Eponas Trainingspost   Do Jan 29, 2015 11:26 am

Spoiler:
 

Sie wußte, welche Kraft zwischen Himmel und Erde waberte.
Doch es reicht nicht, nur zu wissen, was da ist.
In den stillen Momenten spürte sie herzschlaglang die leichte Brise des Lebens, welche sich an ihrer Seele verfing wie ein Endchen roten Bindfadens im hohen Gras. Da war die Kraft, spielerisch und unschuldig. Wer nicht wußte, dass diese Kraft existierte, nahm sie nicht wahr. Sah den Bindfaden nicht. Behielt die Augen geschlossen für den Mahlstrom an Macht, der über das Weltenrund kreiste, ein Wind ohne Blätterrauschen, Regen ohne Niederschlag, Sonnenstrahlen ohne Hitze und Licht.
Doch es reicht nicht, nur zu wissen, was da ist.
Meditation war der erste Grenzstein. Völlige Bewegungslosigkeit des Körpers und innere Versenkung markierten die unterste Sproße auf der Himmelsleiter. Stille. Leere. Ruhe. Fokus aufs Innen, Abkehr vom Außen. Mit vom Öl sensibiliserten Fühlern ertastete Epona das Gespinst von Urkraft. Ein Spinnennetz aus roten Bindfäden. In den Momenten der Meditation streckte sie ihr Chakra aus wie Finger und befühlte dieses Netz, hauchzart, ohne es zu durchstoßen. Denn wenn es zerriss, stürzte der Wasserfall wieder über ihr zusammen.
Übung, Übung, Übung. Epona hatte seit ihrer Abreise aus Kaze no kuni die Kunst praktiziert, sich in den Mahlstrom zu stürzen. Zu Anfang mit einem Gefühl, welches sie widerwillig als Angst bezeichnen musste, denn das Abtauchen war geradezu schmerzhaft für sie: Die Naturkraft kam über sie mit dem Druck der Tiefsee, wann immer sie die Fühler danach ausstreckte. Oder besser, wie ein riesiger, zottiger, schwarzer Hund - das war das imaginäre Bild, welches sie dem Senton mittlerweile am liebsten gab. Ein schweres Biest, welches sie für gewöhnlich völlig ignorierte, solang sie es auch tat, beim kleinsten Fingerschnippen in seine Richtung aber sogleich schwanzwedelnd herbei rauschte und sie unter sich begrub.
Nicht zähmbar. Nicht trainierbar. Nicht nutzbar. Zumindest jetzt noch nicht.
Seit kurzem gab es auch das Spinnennetz in Eponas Gedanken. Das Gespinst. Die seidige Trennwand, welche sie schützend umgab. Ein seichtes Bächlein, ehe die Stromschnellen kamen. Die Taucherglocke, zart wie eine Seifenblase. Fiel der Vorhang, war dann wieder der Ur-Ozean da, mit tausend Tonnen Tiefseedruck.
In ihren letzten Sitzungen hatte Epona das Gespinst zu schätzen gelernt und vertiefte sich am liebsten darin, diese Zwielichtzone zwischen den Welten zu erforschen. Hier konnte sie mit Kieseln üben, ohne den großen Mühlstein wuchten zu müssen. Das engmaschige Netz ließ nur kleinste Kräuselchen des Senton hindurch. Genügt mir völlig. In ihren Meditationen schnappte Eponas Chakra vorerst nur ins Zwielicht, in die Wohlfühlzone, und spielte mit den winzigen roten Fädchen, die irgendwie ins Innere geraten waren. In ihrem Geiste verknotete sie die Fädchen, wickelte sie um ihre Finger, verdrehte und verflechtete sie. Ab und an stießen ihre Fingerspitzen auch gegen das Netz selbst. Das war, wie sie festgestellt hatte, kriselig. Besonders in den anfänglichen Zeiten des Gespinstes war es unter ihren Chakra-Tast-Versuchen zerbrochen, und die Folge war nur wieder die alte Erfahrung gewesen: Mahlstrom, zottiger Hund, reißendes Wildwasser.
Nicht alle Anfänger nahmen es so wahr, wie Teritenshi es ihr nach den Schilderungen dieser Eindrücke erklärt hatte. Offenbar verhalf ein großer Chakrapool, ein entsprechend schweres Energie-Volumen, zu Vorteilen im Umgang mit Senton. Deprimierend. Ich gehe diesen Weg gerade um des Volumens willen: Ich brauche mehr Energie. Nicht einfach nur noch mehr Energie, sondern mehr Energie überhaupt!
Ihr Chakra-Gewicht war also zu gering. Darum die Eindrücke, überwältigt zu werden. Dem konnte sie nur mit ihrem eigenen Ass entgegenarbeiten: Chakrakontrolle. Was an Stärke und Masse fehlte, musste sie durch Geschick und Können ausgleichen. Einige Male war dies schon gelungen; das Senton war in sie eingedrungen, und ihr Chakra hatte es umspült, umspielt, umwabert und umklammert. Das größere, trägere Chakra förmlich gezwickt und gekitzelt, bis es sich rührte, wie sie selbst es wollte. Doch noch funktionierte es sicher nicht, wie es sollte: Ein Abriss von Aufmerksamkeit, und schon ging sie wieder unter, fühlte Eiseskälte zugreifen und den Zug von Bleigewichten auf sie wirken. Das war einfach alles noch nicht, wie es sollte. Selbst mit gebändigtem Senton ging noch nichts gut: Erwachte Epona mit einem erfolgreich entrissenen Stück von Kraft aus ihrer Meditation, fühlte sich dieses rote Fädchen an wie ein Armband aus Felsbrocken.
Es gab noch viel zu lernen.

Im Gespinst prüfte Epona einmal mehr das Gewebe um sich herum. Nur ganz sanft pochte sie gegen das Innere ihrer Seifenblase. Seitdem die Ruhezone erschienen war, verspürte sie zusehends weniger Lust, sich in die Urkraft zu stürzen. Schließlich gab es hier doch auch Kraft, oder nicht? Seifenblase war das falsche Bildnis, oder zumindest nicht ganz richtig; Spinnennetz war besser, denn die Engmaschigkeit ließ wie gesagt ab und an auch mal rote Bindfädchen von Kraft durch. Vielleicht sollte sie sich ja damit begnügen, was sie hier haben konnte. Der Meeresboden des Senton war vielleicht wirklich für diejenigen mit enormem Chakra-Volumen reserviert. Sie selbst würde sich eben am Rande herumdrücken.
Wie ichs bisher ja auch immer getan habe. Dies sagte sie sich sowohl in Gedanken als auch laut.
Zappelte da der Funke des Stolzes in ihr? Ja, sicherlich. Doch Epona nahm ihn zwischen die Finger und drückte ihn aus. Halt die Klappe, Eitelkeit. Es ist, wies ist. Und es merkt doch sowieso niemand einen Unterschied. Epona vertröstete ihr Ego auf ein anderes Mal - Zweckmäßigkeit hatte nun Vorrang. Vorerst galt es, das Gespinst zu erobern.
Drücken. Mit imaginären Fingerspitzen. Nochmals. Und diesmal schwappte mit einem Aufleuchten auch endlich wieder eins der roten Fädchen ein. Rasch ergriff sie es, zog es zu sich und ließ es auf sie zuschweben. Komm her. Komm zu mir. Lass uns spielen.
Sie warf ihr eigenes Chakra aus wie ein cyanblaues Netz, ergriff das rot pulsierende Fädchen und zog es herein.

Und erwachte.
Epona schlug die Augen abrupt auf, nun wieder im Hier und Jetzt. Hab es. Die blonde Kunoichi befand sich an Bord eines Luftschiffs, in ihrer Kabine, und blickte auf einen mannshohen Spiegel, der ihr gegenüber stand. Zurück starrte sie selbst mit unnatürlich weit aufgerissenen Augen. Und jetzt! Komm! Aufstehen! Das wollte sie laut sagen. Hatte sie vorhin nicht auch schon etwas laut gesagt? Warum ging es nun nicht? Los! Sie wackelte mit den Zehen. Winkte erst mit dem rechten Fuß, dann mit dem Linken. Bewegung wie durch zähen Brei, als stände sie hüfttief in Erdbeermarmelade. Schlimm genug, dass ich so einen Vergleich überhaupt ernsthaft ziehen kann. Wobei, hüfttief? Ihrem Oberkörper gings nicht besser. Den Spiegel hatte sie extra aufgestellt, um sich selbst beim Aufstehen zu sehen, und es war wirklich so schlimm wie befürchtet: Das Rühren geschah unendlich langsam, wie unter schweren Schmerzen. Dabei spürte sie eigentlich nur Gegenwind, von überall her.
Das rote Fädchen Senton hatte sich in ihrem Körper breit gemacht, war aufgefastert und trieb nun in ihrem Chakrasystem sein Unwesen. Mit ein wenig Mühe konnte Epona die Fragmente lokalisieren, spüren, finden. Sie erschuf rasch einen eigenen Strang aus Chakra, schickte ihn auf die Senton-Fragmente in ihrem rechten Bein. Ihr Chakra fing das Senton und umklammerte es.
Nun ruckte das Bein über die Bettkante - fast schon zu schnell. Rasch warf Epona weitere Chakraschnüre aus, um die Senton-Stäubchen im anderen Bein und ihren Füßen und Gelenken zu umfassen. Aus dem unkontrollierten Austreten wurde die wirklich gewollte Bewegung, und einen Moment später hockte Epona auf der Bettkante, beide Füße fest auf dem Boden.
Jetzt! Aufstehen! Epona aktivierte ihren Chakrapool in großem Stil; jede Gliedmaße musste eingenommen und zurückerobert werden! Rote Senton-Fädchen trieben ihr Unwesen und wurden nun selbst überschwemmt. Wo das cyanblaue Chakra siegte, gewann Epona die Kontrolle, erhob sich steifbeinig und stakste einige Schritte durchs Zimmer. Scheiße, das ist, als wäre ich in einer Ganz-Körper-Rüstung oder so! Was vorher leichtfüßig vonstatten gegangen war, verlief nun so ungeschickt, dass Epona es fast bereute, den Spiegel aufgestellt zu haben. Hackelig stapfte sie durchs Zimmer wie ein Storch über das Kohlfeld, mehr puppenhaft als wirklich lebendig. Jede Bewegung brauchte eine eigene Aufmerksamkeit.
Das ist so erniedrigend.
Herumzustaksen wie in Klamotten aus Blei. Zu Anfang hatte sie kaum einen Finger rühren können; da war sie nun schon besser dran. Dennoch sah echte Freude anders aus. Missmutig warf Epona einen Blick auf ihr Trainingsgerät, welches in der Kabinenecke lag. Kunai. Sie gab ihrer Gesichtsmuskulatur und ihrem Kehlkopf einen erhöhten Schuss Chakra, um das Senton darin zur Kapitulation zu zwingen.
Ist... wohl wied... er... Zeit... für Bas... is. Ihre Stimme kam gepresst und dünn hervor.

Warum war sie überhaupt auf diesem Luftschiff? Weil sie eine Theorie verfolgte. Je, höher, umso besser. Der Ozean aus Urkraft war nicht unendlich. In der Weite vielleicht. Nicht in seiner Höhe. Auf der Reise mit Shizuka gen Mizu no kuni hatte sie das Luftschiff erstmals wieder seit ihrem ersten Kontakt mit dem Eremiten-Modus genommen, und natürlich hatte sie auch hier trainiert. Verblüfft hatte sie festgestellt: Der Druck war merklich weniger überwältigend. Noch immer vorhanden, sicherlich, doch nicht mehr gar so zermalmend. Und diese Erkenntnis verlieh ihr Mut. So sehr wie die Entdeckung des Gespinstes, der Wohlfühlzone.
Gelegenheiten. Zufälle. Ungeklärte Theorien. Ich muss sie alle ergreifen, um die nachteile auf diesem Schlachtfeld auszugleichen.
So trainierte sie, derweil sie Kreuzfahrten über den Kontinent mitmachte. Blieb häufiger unter Deck als jeder andere Passagier und ging nirgendwo von Bord; statt sich wie eine Touristin unter die Reisegruppen zu mischen, blieb sie in ihrer Kabine und vollzog die Grundlagen ihrer Stich-Stile. Nie hatte sie sich derartig eingerostet gefühlt. Allein das Aufheben des Kunai geschah langsam, und ihre Stichbewegung in Richtung des Zieles - einer mannsgroßen Stoffpuppe - geriet eckig und ungenau. So vieles musste sie neu lernen. Laufen, Rennen, Kämpfen, Fingerzeichen formen.

Frustiert warf sie das Kunai fort. Dreck! Das Blei in ihren Adern verschwand bereits wieder; trotzdem geriet ihr wütender Wurf zur Farce und verfehlte die Puppe weit. Stattdessen schlug das Messer dumpf gegen die rückwärtige Zimmerwand. Kein einziger, vernünftiger Stich. Bah! Epona wollte spucken, Gift und Galle. Wütend ließ sie einen besonders heftigen Chakrastoß durch ihren Körper rasseln, der sämtliches Senton völlig austrieb. Diese Aktion ließ sie zwar körperlich leichter, aber dafür umso erschöpfter zurück. Enttäuscht fiel sie der Länge nach aufs Bett. Scheiße. Scheiße, scheiße, scheiße... was mach ich? Sie fuhr mit dem Handrücken über die Stirn; die Haut glänzte schweißig. Lautete die Frage nun "Was soll ich machen, um das Problem zu beheben?", oder "Was zum Geier mach ich hier eigentlich?"? Sie hatte keine Ahnung. Dauerte es denn wirklich so lang, bis der Eremiten-Modus fruchtete? Alles nur wegen der Masse an Chakra. Alles nur wegen des Volumens an Energie. Ich brauche mehr, und dafür mache ich dies hier... aber weil ich so wenig habe, fällt mir das hier umso schwerer. Teufelkreis, Teufelskreis. Dabei tue ich schon alles Menschenmögliche, was mir diesen Mist erleichtern soll! Langsames Rantasten, die räumliche Höhe... meine Chakrakontrolle. Was soll ich noch tun? Mich dopen?!?
An ihrem inneren Auge vorbei rollte eine winzige, braune Kugel.
Hyorogan. Chakrapillen. Oh, große Güte.
Epona kam hoch, sprang aus dem Bett und auf ihren Rucksack los. Wühlte darin herum und fand die kleinen Pillen, die ihr gerade bildlich gesprochen im Kopf herumtrudelten. Diese Dinger hab ich noch nie sonderlich gemocht... verbreiten immer so aggressive Stimmung. Killt die innere Ruhe, bewirkt mittelmäßig viel, und wenn man sie zu oft nimmt, gibts tagelang Durchfall. Wie Leute davon abhängig werden können, verstehe ich nicht. Genau jetzt aber... könnten sie nützlich werden. Epona holte ein winziges Messer aus ihrer Tasche hervor. Eines, welches sie gern zum Apfelschälen verwendete. Nun halbierte sie damit eine der Pillen, schob sich den einen Teil in den Mund und warf den anderen aufs Bett zurück. Eine halbe Ladung reicht vorerst.

Die halbe Pille zwischen Backenzahn und Wange eingeklemmt, ließ sich Epona erneut in ihre Seifenblase fallen. In die Trance hinein, ins Gespinst. Sie drückte gegen die Trennwand und war fast schon zu enthusiastisch damit; um ein Haar hätte sie den Vorhang durchstoßen und damit den ersten Versuch direkt zum Scheitern verurteilt. Gerade so konnte sie sich zurückhalten. Dabei hab ich noch nichtmals richtig geschluckt! Es kam hinein das rote Bindfädchen, welches bildhaft für Senton stand. Rasch ergriff Epona es und katapultierte sich wieder zurück ins Hier und Jetzt. Los. Kräftig biss sie auf die halbe Hyorogan.

Doping war die billigste und unehrenhafteste Methode, um stärker zu werden. Doch jetzt musste es sein. Die Kräuterarznei regte den Chakrakreislauf an, erhöhte die Temperatur des inneren Motors. Mehr Macht, mehr Kraft, mehr Energie. Mehr zum Durchschwemmen der Chakrabahnen, mehr Soldaten für den Feind in Form des roten Senton-Fadens.
Epona öffnete die Augen, Kribbeln und Kratzen im Hals wie üblich, selbst bei halber Dosis. Doch diese Art von Chakra, die ihr nun förmlich zu den Ohren herausquoll - so erschien es ihr zumindest - hatte sie immerhin im Griff! Diese Art von Macht war ihr seit Jahrzehnten vertraut, und so brauchte es nur einen gedanklichen Pfiff, und die Schäfchen standen in Reih und Glied.
Und los! Fangt die roten Schäfchen und zwängt sie endlich ein!
Seltsame Gedankenbilder, die sich ihr da aufdrängten. Wenn sie jemals wem von dieser Sache erzählen wollte, könnte sie die Kreuzfahrten als Kreativreisen tarnen. Spinnennetze und Seifenblasen, zottige Hunde und Stromschnellen und Schafe, weiße und rote.
Diesmal kam sie besser hoch. Ihre Füße zuckten nicht wie an den Fäden eines Amateur-Puppenspielers, sondern bewegten sich endlich wieder wie echte, lebende Bestandteile ihres Körpers. Wenn auch langsam, mit dem tauben Gefühl des Eingeschlafenseins.
Die ersten drei Schritte waren schlurfend. Die nächsten drei Schritte über hob sie die Füße wieder zu hoch, als wäre sie erneut der Storch im Kohlkopffeld. Dann aber... gelang ihr das Ergreifen des Triumphgefühls. Ein Schritt. Ein einziger Schritt, der noch immer aussah, als wäre sie nicht barfüßig, sondern trüge bleiverstärkte Kampfstiefel. Doch immerhin waren die Fußsohlen nun nicht mehr wie magnetisch am Boden festgezurrt! Noch ein Schritt, noch einer, noch einer. Jeeetzt... geht es... Die Kunoichi grinste, lachte lautlos mit offenem Munde wie ein Kind, das die erste Schlittenfahrt erlebte. Ihr Chakra pulsierte, spülte in Wellen über die Sentonkräfte in ihrem Körper. Alles zuvor war nur ein Tropfen auf dem heißen Stein - nun endlich konnte Epona das Senton niederhalten und in ihren Willen zwingen, wo auch immer es herumspukte. Ihre eigenen Kräfte fingen die Geister, die sie umtrieben. Die Schäfchen umschwärmten ihre rotwolligen Kollegen und drängten sie in die Richtung, in die es nach Weisung der Schäferin endlich gehen sollte!

An diesem Abend war die Trainingspuppe dran. Kunaistiche hämmerten auf die vitalen Punkte ein, drangen durch das Leinen. Epona fühlte sich immerhin wieder auf dem früheren Niveau - fast schon peinlich, so zu denken. Sie hatte den Modus zu studieren begonnen, um Zugang zu mehr Macht zu erhalten, doch stattdessen fühlte es sich bereits wie ein Sieg an, wenn sie auf die alte Stufe zurückkam. Als hätte der Eremiten-Modus sie die Treppe herunter geworfen.
Jetzt der Dunkle Stich. Epona ließ das Kunai fallen, leitete Chakra - ihre eigene Kraft spülte die letzten Fetzen von Senton mit sich - in die blanke Fußsohle und fing das Messer damit auf, trat zu.
Und das Kunai schwirrte durch. Zerrupfte den Leinensack mit unerwarteter Geschwindigkeit und fiel auf der anderen Seite mit dumpfem Klonk gegen die Wand. Epona schrak zusammen, fiel aus der Konzentration - bleiernde Schwere schnappte sie noch im letzten Zug des Manövers und ließ sie hinschlagen. Hoppla-au! Hinfallen schmerzte. Strohfüllung rieselte nieder wie Schnee. Das war interessanter. Epona schüttelte die letzten Fitzelchen von Senton ab und erhob sich, nunmehr wieder federleicht. Hm, was haben wir hier? Sie war leicht außer Atem, aber für einen Stich hatte sie noch Puste. Wiederholte das Manöver und begutachtete das Ergebnis. Kein Durchschlagen der Trainingspuppe - das Kunai verfing sich im Inneren, die Öse schaute sogar noch vorn hervor. Sie zog es wieder heraus und betrachtete es prüfend. Hm. Dieses Messer hier ist vielleicht stumpfer. Oder... die Stelle gerade war dichter. Viele Möglichkeiten gab es für die unterschiedlichen Ergebnisse des Stichtritts. Aaaber... vielleicht lags ja auch...?
Darüber musste sie nachdenken.

Ausgeruht versuchte sie es erneut am nächsten Morgen, stehend diesmal. Erstarrte in der Bewegung, presste die Arme an den Oberkörper und senkte den Kopf, stemmte die Hacken zusammen. Hielt den Atem an. Schuf die imaginäre Luftblase aus Spinnenweben, lockte mit ihrem Chakra und fischte die roten Bindfäden des Senton herbei.
Diesmal brauche ich nicht viel. Mit der Kraft kehrte das Bleigewicht in ihren Gliedern zurück, doch mittlerweile war sie dies ja mehr als gewohnt. Inzwischen gelang es ihr zumindest bei wohldosierten Dosen des Senton, auch mit dem kleinen Wasserschwall ihres eigenen Chakrahaushaltes zu arbeiten und die Naturenergie effektiv zu überschwemmen.
Übung. Alles nichts anderes als Übung. Darin war sie immerhin gut.
Tritt mit Dunklem Stich - Sentonchakra im Einklang fließend wie ein treibender Zweig im Bach. Das Kunai löste sich vom Fuß und durchschlug tatsächlich erneut die Trainingspuppe, sodass es die Wand traf! Und diesmal erschrak Epona nicht, sondern vollzog die Bewegung ohne Taumeln bis zum Ende. Griente erfreut über diesen ersten Erfolg. Erhaschte ihr Spiegelbild aus dem Augenwinkel. Blinzelte überrascht und schaute näher hin. Ungeschminkt trug sie Lidschatten? Orangerot noch dazu...? Nur Herzschläge später verschwand diese Verfärbung jedoch, und Epona schüttelte den Kopf. Einbildung oder nicht? Später stellte sich heraus, das es wirklich etwas Wirkliches war. Voller Skepsis betrachtete Epona die sichtbaren Male des Eremiten-Modus im Spiegel. Begeistert bin ich nicht, murmelte sie missmutig, wischte darüber hinweg, als wäre es wirklich nur Farbe. Doch es war wohl eher eine Art Hämathom. Ein Blauer Fleck, der sich immer zeigte, wenn sie ernsthaft begann, mit dem Senton zu arbeiten.
Das verrät einen ja... zu ärgerlich. Als hätte sie nicht schon genug Probleme mit dem Modus. Musste nun auch noch ein doppeltes Mal in Signalfarbe dazukommen? Nun gut... muss man mit leben.

Sie lebte damit und turnte noch einige weitere Tage lang auf dem Zimmer umher, ehe sie sich entschloss, das Spiel auf eine weitere Ebene zu heben. Zunächst aber... musste sie dazu nach unten. Auf den Grund des Ur-Ozeans des Senton. Also runter vom Schiff.
In dieser Nacht zahlte Epona, indem sie Geld und Zimmerschlüssel auf dem Tresen liegen ließ. Sie schaffte ihren Rucksack in einem unbeobachteten Moment zur Reling, blickte nach unten auf die Einsamkeit der Wälder von Hi no kuni. Sofern sie sich nicht vertippte, gab es hier lediglich einige einsam lebende Köhler. Kaum brauchbare Zeugen, also konnte sie sich wohl austoben. So warf sie ihren Rucksack über Bord - ein großes Laken diente als Fallschirm - und blickte einen langen Moment lang dem Gepäck nach, in Stille verharrend und Senton sammelnd. Eine halbe Hyorogan schob sie in ihre Wange. Dann hüpfte sie hinterdrein.
Schwere, Schwere... bleiernde Schwere... Federleicht und bleischwer zugleich... Mittlerweile machte es fast schon Spaß, den Körper derartigen Gegensätzen auszusetzen. Allerdings durfte sie es auch nicht übertreiben - ein Beinahe-Unfall vor zwei Nächten hatte sie an die Gefahr der Versteinerung erinnert, die sie seit ihren ersten Anfängerschritten fast vergessen hätte. Nun passierte das besser nicht. Der Gedanke, sich in freiem Fall in eine Statue zu verwandeln und am Boden zu zerschellen, um dann von einem daherspazierenden Wanderer für ein formvollendetes Kunstwerk-Puzzle gehalten zu werden, hatte zwar was Zynisch-Witziges an sich. Aber Epona wollte sich diesen bizarren Tod doch eher ersparen. So stürzte sie sich abwärts und behielt die Konzentration bei, trotz des rauschartigen Gefühls vom freien Fall und der einmaligen Aussicht vom Wald, der sich tief unter ihr in der mondhellen Nacht ausbreitete bis zum Horizont.
Imaginäre Spinnenweben umflatterten ihren Geist, formten die Taucherglocke um ihre Seele,und so ging es abwärts, in zweifacher Hinsicht. Sie zerbiss die Hyorogan, um den Chakrapegel anzuheben. Um mehr Wucht und Einfluss auf das nun stärkere Senton ausüben zu können. Unmittelbar über ihren Augen sammelte sich das kribbelnde Gefühl der Eremiten-Hämathome, der Blauen Flecken, die orangerot waren und den Eintritt in den Modus offenbarten. Zuvor hatte sie das Hervortreten der Verfärbungen nicht bemerkt - lag es am Höhenunterschied? Höchst wahrscheinlich.
Sie schloss Fingerzeichen. Fuuton. Furoto no jutsu. Ein Schub von Wind entfesselte sich an ihren Füßen und drückte zur Seite und gleichzeitig hoch - trudelnd wirbelte sie in Richtung ihres deutlich langsamer fallenden Gepäcks. Dies wählte sie als Orientierungspunkt. Ziel: Gleichzeitig am Boden ankommen!
Zunächst genoss sie die körperlichen Kräfte, die der Eremiten-Modus ihr verlieh: Mittlerweile verstand sie, dass die erhöhte Körperkraft zwar nichts war, was sonderlich bemerkenswert war, doch es entstammte ohne Zweifel dem Modus. Ihr waren keine Muskelmassen gewachsen. Doch immerhin genügte die allgemeine Steigerung ihrer körperlichen Fähigkeiten, um in Momenten wie diesen präzise zu handeln.
Mit leichten Stößen von Furoto no jutsu hielt sie sich in der Nähe ihres Gepäcks, doch das fortlaufende Hochdrücken machte wenig Spaß. Immerhin hatte sie damit gerechnet und eine Alternative ersonnen. Voller Vorfreude mobilisierte sie ihre neu gewonnenen Kräfte und schuf ein erstes Jutsu rein für ihren ganz eigenen Modus. Zuerst das Doton... dann das Fuuton... Dem Doton gab sie die Gestalt von Staub. Dem Fuuton befahl sie, zu Windströmungen zu werden. Den Staub zu umfliegen, zu umschwirren. Dann formte sie den Staub zu einer festen Platte. Jetzt! Sie setzte den Fuß auf - die Trittfläche bröckelte an den Rändern mächtig auseinander und rauschte abwärts! Mehr Kraft auf die Fuuton-Winde erzeugte mehr Druck auf die Platte, und der Fall verlangsamte sich. Epona fokussierte auch ihren Befehl an das Doton, und der fortgewehte Staub kehrte wieder, um sich an seinen angestammten Platz zurück zu begeben.
Trittstein mitten im Himmel, Meilenstein auf ihrem Wege. Das eingelagerte Senton erzeugte sogar einen frischen Frühlingsduft!
Ja!, rief Epona aus, sprang hoch und rief nochmals: Ja! Jetzt wirds was! Unter ihr zerfiel die Erdplatte zu Staub, der Epona wieder nach oben folgte. Auf einen gedanklichen Befehl hin verfestigte er sich zu ihren Füßen erneut, und auch die Winde unterstützten ihn, sodass der Fall fast zum Stillstand kam.
Mittlerweile waren die Baumwipfel ohnehin fast erreicht. Epona ging in die Hocke, zwang ihre Doton-Platte zum völligen Schweben. Streifte lächelnd mit ausgestreckter Hand eine Tannenspitze und beobachtete, wie ihr Gepäck gemächlich zu Boden segelte.
Glücklich löste sie sowohl Jutsu als auch Eremiten-Modus, ließ sich den letzten Meter auf einen Ast fallen, turnte abwärts. Ergriff ihr Gepäck, schnitt das Laken los, schwang den Tornister auf ihren Rücken und machte sich summend auf den Weg. Heimwärts gings.
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BeitragThema: Re: Eponas Trainingspost   Mi Okt 07, 2015 5:49 pm

Trainingsposts für: Doton: Shichi ho de [Erdelement: Sieben Arten des Gehens], nachzulesen hier.

Der Anblick der Tonkrieger, aus Doton geschaffen, regten Eponas Interesse an. Doton war ganz allgemein ein interessanter Stoff, da er abgesehen von Senjus  Mokuton oder Kaminishis Shouton wohl das Langlebigste darstellte, was Chakra produzieren konnte. Speziell diese beiden Elemente und die dazugehörigen Wirker hatte die Kunoichi inzwischen des Öfteren im Einsatz gesehen, und nun baute ein Kaminishi-Söldner in ihrem Keller an Doton-Gestalten. Eine faszinierende Schaffenskraft steckte darin.
Man sieht, du bist ein Bildhauer, Tsuchisui.
Bildhauer? Das hier ist kein Bildhauen. Tsuchisui formte Fingerzeichen und zog einen weiteren Erd-Soldaten aus dem glänzenden Lehmboden. Bildhauen ist noch immer etwas völlig anderes. Dies hier mag das gleiche Ergebnis erzeugen, doch Bildhauen ist nicht nur Ergebnis, sondern auch Schaffenskraft.
Awww...
Hm?
So edel. Ich mag das.
Mir war, ich hörte Ironie.
Niemals.
Es beschäftigte sie sehr. Bislang waren ihre eigenen Erzeugnisse, was Doton anging, eher schlicht gewesen. Sollte sie sich auch daran versuchen, Krieger zu gestalten? Nein, dafür bezahlte sie immerhin den Söldner, außerdem lohnte der Aufwand nicht. Wollte sie Leibwächter, bekam sie Echte. Wollte sie nicht kämpfen und hatte keine Leibwächter zur Hand, verschwand sie. Das war ihr Stil. Folglich, was mochte die Mühe des Experimentierens wert sein...?
Greifen wir in die Klischee-Kiste.
Sie tats.
Ich baue keinen Mann, ich baue mir Klamotten!
Grandiose Idee. Zwar gab es Henge, doch Henge war verräterisch und kurzlebig. Und baust du Klamotten aus Doton, kommt ein Raitonblitzchen daher und... flasht dich... Haha, haha, haha...
Das wars wert.
Epona begann damit, Doton als Staub auszuspeien, es über ihren Arm zu legen und eine feste Fläche zu bilden. Einen Klumpen zu basteln, war nicht allzu schwer. Gleichmäßig und im besten Falle glatt musste es jedoch sein, also experimentierte sie mit Fingerzeichen, fand eines, welches den Befehl zum Verdichten am besten umsetzte, und flocht es in die Kette ein. Später würde sie es noch mehrere Male zuhilfe nehmen.
Die ersten Erzeugnisse waren schwer wie Ziegel, brüchig und klobig. Oftmals auch rauh und schroff. Nicht gerade das, worunter man ein geeignetes Material für Kimonos verstand. Epona begann, den Staub auf eine Tischplatte zu speien und auf die Materialmenge zu achten. Sie fand Fingerzeichen, um den Staub breiter zu verteilen, ihn auszurollen wie Teig. Mittels Verdichtens brachte sie die Erde dazu, zu einer Einheit zu werden. Es brauchte allerdings einen ganzen Nachmittag, bis sich die Doton-Platte wirklich hochheben ließ.
Hart wie ein Holzbrett. Aber immerhin glatt und haltbar.
Nun brauchte sie das Gegenteil von Härtung: Geschmeidigkeit. Sie wählte das Gegenstück des entsprechenden Fingerzeichens und band das In ebenfalls in die Kette ein. Die Platte wurde weicher, und auch wenn sie noch zäh war, konnte man sie immerhin schon rollen. Zu einer dicken, pappigen... Wasauchimmer.
Wow... ich kann nun also den Fußboden mit Linoleum auslegen. Von Seide war sie noch ziemlich weit entfernt.
Es brauchte einige Tage der Übung und Wiederholung. Epona variierte den Chakra-Ausstoß beim Verdichten und Geschmeidigmachen, brachte die Platte daz, sich selbst aufzurollen, verringerte das Gewicht weiter und weiter. Benutzte letztlich sogar eine Waage, um das Material auf die gleiche Schwere zu trimmen, wie es bei echtem Stoff war. Das gelang nicht wirklich, doch annähernd reichte auch schon aus.
Üben, üben, üben. Lesen. Ging ihr das Chakra zum Üben aus, blätterte Epona in Fachbüchern zur Schneiderei und betrachtete Schnittmuster. So sammelte sie Formen, in die sie ihren "Stoff" gießen konnte. Für grundlegende Formen erfand sie Fingerzeichenketten, welche die ganze Prozedur aus Verdichten und Geschmeidigmachen bündelten. Eine Hose bedurfte anderer Behandlung als ein Oberteil oder Mantel. Oder ein Büstenhalter. Damit werde ich Maya jagen...
Langsam wurde wirklich ein Schuh draus. Und eine Hose. Und ein Kimono! Und ein... Mit diesem Jutsu würde sie Spaß haben.


Out: Über 600 Worte *verbeug*
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