Ringo Sarutobi tat einen weiten Sprung von einem Haus zum andern, als ein tüchtiger Windzug eine der zahlreichen, aus dem Boden kommenden Rauchfontänen dazu brachte, sich direkt in ihren Sprung hinein zu lehnen. Die Kunoichi hielt die Luft an, hob reflexiv sogar die Arme vors Gesicht, während sie durch den Schwaden flog und klappernd auf der anderen Seite landete. Diese Landung geriet etwas unsauber; einige lockere Ziegel fielen in die Straßenschlucht und zersplitterten am Boden. Ringo wartete einen Augenblick lang und schnupperte, verzog das Gesicht. Dieser Ort war ihr an der Oberfläche fremd. Sie hatte nicht in Erinnerung, dass es so derb nach Rauch und Schwefel roch. Die Stadt war eine Wüstung aus verwitterten Gebäuden, löchrigen Dächern und im Winde schwankenden Türmen aus stinkendem Nebel. Manchmal, so wie jetzt, zog dieser Rauch sogar ganze Trennwände und schwere Vorhänge zu. Als wolle er die Stadt in Räume aufteilen wollen. Ich frage mich, ob der Rauch giftig ist, sagte Ringo zu Mayura, als die Iryo-Nin zu ihr aufschloss. Er ist mir neu. Ich war damals schnell ganz tief nach unten gelangt, wo er definitiv nicht rumschwirrte. Sie wandte sich um. Das Krankenhaus war lediglich einen weiteren Sprung entfernt. Die zugenagelten Fenster wirkten alles andere als einladend. Putz bröckelte ab, in breiten Plättchen. Zeit für eine kleine Spürtechnik, findest du nicht? fragte Ringo routiniert und schloss sogleich Fingerzeichen. Sie sammelte eine hohe Menge Chakra in ihrem Körper und sendete es am Ende mit einem letzten Fingerzeichen in die Welt hinaus. Wer Spürsinn besaß, würde das Katon-Chakra fühlen können; wer ein entsprechendes Doujutsu besaß, konnte es natürlich sehen. Es schwirrte davon, in jede erdenkliche Richtung. Nun würde Ringo natürlich warten müssen, bis es wiederkehrte.
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Spoiler:
Name: Katon: Seiza gaku no jutsu Rang: B Reichweite: Fern Chakraverbrauch: Mittel bis hoch Beschreibung: Eine Sondierungstechnik, welche in der Regel zusammen mit "Doton: Sakinbori no nakayoshi" verwendet wird (dieses Jutsu erstellt ein kleines 3D-Modell aus Schlamm von allem, was sich im Umkreis von ein bzw. zwei Kilometern befindet und aus Erde oder Metall besteht). Katon: Seiza gaku no jutsu hat dieselben Vorbereitungen: Der Anwender stößt Chakra in einer Welle aus, welche einen Kilometer weit reicht (bei hohen Chakrakosten auch zwei Kilometer). Anschließend kehrt das Chakra zurück und visualisiert die gesammelten Informationen. In diesem Falle fußen sie auf Wärmequellen. Unterschiedlich helle Funken ordnen sich so an, dass erkennbar wird, wo sich Wärmequellen befinden und wie heiß diese ungefähr sind. Der Maßstab des Modells ist deckungsgleich mit der Doton-Version: beides zugleich eingesetzt, ergäbe eine sehr hübsche Übersicht über das Gebiet. Das Modell aktualisiert sich nicht. Es zeigt nur eine Momentaufnahme des Gebietes. Will man es aktualisieren, muss man das Jutsu erneut verwenden.
Hokusai Tenzou ± Grimmiger Bär ±
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Thema: Re: [Dorf] Sairento Memorial Hospital Sa Nov 08, 2014 8:06 pm
Die Dämpfe in der Umgebung waren an manchen Tagen nicht sichtbar, aber dennoch nicht unbedingt Gesundheitsfördernd. Menschen die hier längere Zeit lebten, würden mit großer Wahrscheinlichkeit irgendwann einen Lungenschaden bekommen. Dementsprechend ließ sich auch davon ableiten, dass eine Technik die hauptsächlich Wärme sehen konnte mit größter Wahrscheinlichkeit hier kaum Wirkung zeigte – oder besser gesagt die Umgebung schien Lichterloh zu glühen. Überall gab es Wärmequellen, die vom Boden – den Rissen der Straße – aufstiegen und empor stiegen. Selbst die Häuser waren warm von inneren. Vermutlich brannten sie deswegen immer wieder Mal. Der Nachteil dieser extremen Hitze war wohl, dass sich bewegende Wärmesignaturen kaum zu sehen waren. So konnte Ringo vermutlich nicht die zwei Brüder erkennen. Hitsuji und Kitsuja. Hitsuji war ein wirklich guter Puppenspieler, während sein Bruder allerhand Genjutsu parat hielt. Sie waren ein Haus weiter, lehnten auf dem Bauch und beobachteten noch die zwei Eindringlinge. Ob sie den Meister informieren sollten? Keiner wollte es tun. Er war so verdammt nervig, wenn es darum ging ihn in seiner Arbeit zu unterbrechen. Ein Klopfen auf die Schulter von Hitsuji signalisierte ihm, dass sie sich zunächst zurückzogen und versuchten eine andere Position zu beziehen. In das Krankenhaus sollten die zwei Damen zumindest nicht einfach so kommen. Da würde im Eingangsbereich bereits eine Puppe auf sie warten. Skelett ähnlich hing sie von der Decke, wie ein toter Mensch den man dort im dunklen ausgehangen hatte.
Gast Gast
Thema: Re: [Dorf] Sairento Memorial Hospital Fr Feb 20, 2015 8:24 pm
Frustrierender Bullenkack. Ringo bekam ihr Echo auf die Spürtechik und grämte sich des verschwendeten Chakras wegen, denn das Ergebnis war nicht viel mehr als ein schwammiges Rot und Orange - selbst mit ihrer groben Ortskenntnis konnte sie mit dieser Karte nichts anfangen. Die Umgebung war warm, bullerig. Da zeichnete sich nichts ab - maximal erblickte Ringo einige unterirdische Gänge, doch um sich diese näher anzusehen, musste man wirklich genau draufstarren. Und das tat weh. Voll ätzend, murmelte Ringo und blickte Mayura missmutig an. Und jetzt? Eine Frage, die sie der Hokusai besser nicht stellte. Mayura wirkte nach wie vor nervös ob des Schicksal Tenzous. Es würde herzlich wenig nützen, sie jetzt wieder in die Führungsschiene zu schubsen. Ringo fasste sich ein Herz und einen Plan dazu. Wenn es per Jutsu nicht geht, müssen wirs auf althergebrachte Weise machen, beschloss sie und tickte Mayura aufmunternd gegen den Arm. Halt mal bitte Überblick, derweil ich Späh-Arbeit mache. Sie sprang vom Dach. Nur rasch schauen, ob die Luft rein ist.
Einige Momente später knarzten und knackten die Bretter, die vor die Fenster im Erdgeschoss des Krankenhauses genagelt waren. Scharfe Strahlen Sonnenlicht fielen ins Schwarz. Ringo löste einige Sparren, sodass ein Loch entstand. Zunächst lugte sie von draußen hinein, dann zwängte sie sich in das staubige Dunkel. Ene mene min, ich bin drin. Ringo trug ihre Spezial-Brille: Die Schutzbrille mit den zahlreichen Werkzeugen dran. Ihre Hand ging an eins dieser Werkzeuge, die Taschenlampe. Ehe sie das Lämpchen anknipste, schaltete sie noch eine rote Linse davor, sodass das kurz darauf hervorbrechende Licht rot aufflammte. Rot war ganz allgemein eine gute Lichtfarbe, denn es fiel weit weniger auf, insbesondere auf Entfernung. Zudem blendete Rotlicht nicht, und auch die Augen brauchten nicht gar so lang, um sich wieder an Dunkelheit zu gewöhnen, wenn man das Licht löschte. Zuletzt holte Ringo noch ihre Schleuder hervor und lud die Tülle mit einem kleinen Porzellan-Ei: Darin war eine tüchtige Ladung Drachenchillischotenpfeffer mit Schwarzpulver vermischt. Eine üble Tinktur, welche von Ringo nur mit Schutzmaske angerührt wurde. Derartig bewaffnet, schlich Ringo an der Wand entlang durch den Eingangsbereich, aufs kleinste Geräusch lauschend und die Schleuder gespannt.