Tamashii no Utsuri

Ein RPG in der Welt der Shinobi
 
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 Po-chans Studierzimmer

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Tamashii no Utsuri
Die Seele des Tamashii
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BeitragThema: Po-chans Studierzimmer   Mi Sep 26, 2012 9:46 pm

Spoiler:
 


Die Eingeweide der Stadt Kurairoji bestanden aus Stein und Erde. Katakomben, mal mit geziegelten Mauern ausgekleidet, dann wieder ohne jede Verschalung. Sie untertunnelten das Erdreich, dem das Gewicht der Zivilisation auf den Schultern lag. Wie alt sie wirklich waren und wer sie angelegt hatte, das wußte niemand. Selbst die ältesten Chroniken Kurairojis führten bereits Kapitel über den Untergrund auf; wer auch immer sich hier in den Dreck gewühlt hatte, hinterließ keine Tagebücher dabei. Und während sich Kurairoji vom Dorf zur Stadt entwickelte, überdeckte es die Tunnel einfach und machte sie zu einem Teil seiner selbst.
Manche Höhlen und Zisternen wirkten nicht einmal wie von Menschenhand geschaffen.
Epona Yamanaka hatte die Unterwelt betreten, wie es ein stilvoller Dieb tun sollte: Durch eine Geheimtür in einer öffentlichen Toilette. Ihr Weg führte sie minutenlang durch die Dunkelheit. Vorn zerriss der Lichtkegel ihrer Taschenlampe die Schatten, in ihrem Rücken ballten sie sich erneut zusammen. Früher hatte sie dies erschreckt, hatte die Enge sie bedrückt. Das tonnenschwere Gewicht der Erde über ihr, das Atmen fiel ihr schwer. All dies war so beängstigend in der Kindheit gewesen, doch diese Kindheit lag weit zurück. Nun fand Epona ihren Weg mit festem Schritt, und sie scherte sich nicht um die Tintenschwärze. Sie zählte die Abzweigungen, nahm einige von ihnen, zählte erneut. Und gelangte ins Allerheiligste.
Karasumaru Yamanakas größter Schatz war ein Hort voller Bücher. Ordentlich in Folie eingeschlagen, harrten sie der Feuchtigkeit des Gewölbes. Hier entzündete Epona dicke Wachskerzen und schaltete die Taschenlampe aus. Im weicheren Licht der kleinen Flämmchen betrachtete sie das Erbe ihres Meisters.
Wie sie ihn zurückgelassen hatte, lag der schwere Wälzer auf dem Sofa, welches neben den Regalen voller Schmöker die einzige Einrichtung stellte.
Der Gegenstand der letzten Recherche hatte nicht viel Interessantes beinhaltet. Explosiv, destruktiv, auffällig. Zahlreiche Künste drehten sich in mannigfaltiger Weise um den Zweck, einen größeren Rumms mit weniger Aufwand zu erzeugen. Nichts davon war es wert, dafür in die Katakomben hinunter zu steigen, sofern man Epona fragte. Für den großen Rumms hielt sie sich eine Leibwächterin an ihrer Seite. Ihre eigene Arbeitsweise war, gänzlich im Gegenteil, heimlich und filigran. Ein ganz eigenes Spiel. Und es machte ihr Spaß. Es durchflutete sie Hochgefühl, andere Shinobi im Kampf zu betrachten und zu wissen: Ein einziger Volltreffer dieser Kampfmaschinen, und ihr Leben wäre vorbei. Ihre ganze Existenz ausgelöscht, so einfach, und auf so vielfältige Weise. Verbrannt. Vom Blitz getroffen. Von Erdspeeren aufgespießt. Zersäbelt durch schneidenden Wind. Oder eine Wasserpeitsche zog sie in eisige Tiefen ohne Sauerstoff. Von all den Schwertkämpfern und ihren Wunderspielzeugen ganz zu schweigen, chakraleitend oder chakrafressend oder alles durchschneidend. Soviele Wege, und nur ein Ziel: Tod des Gegners.
Wie simpel. Soviele Ideen manifestierten sich in den Tricks und Kniffen dieser Shinobi, um jemand anders ins Gras beißen zu lassen.
Darin saß der Thrill, der Nervenkitzel. Auf andere Weise zu siegen. Dafür lebte Epona, dafür ließ sie sich in der schummrigen Dunkelheit ihres Hortes nieder. Und nun durchblätterte sie die nächsten Seiten des Buches, überflog die Seiten und ging zugleich ihre letzten Aktionen durch.
Das Museum fiel ihr direkt ein. Der Hinterhalt. Vorkehrungen hätte sie treffen können. Die Tenshin-Techniken ihres Meisters hätten das Ausspähen leicht möglich gemacht. Warum hatte sie darauf verzichtet? Zuviel Aufwand. Chakra. Diese rätselhafte Energiequelle. Maya Kurayami, in ihrem Körper fühlte sich das Schmieden des blauen Feuers viel mächtiger an. Ihr Chakrapool ist größer, sagt sie. Eine Phrase wie diese hatte Epona schon mehrfach gehört. Und natürlich auch in den Körpern anderer gespürt. Hatten diese Leute irgendwas gemeinsam? Nicht wirklich. Die Frauen vielleicht. Die riesigen Titten.
Epona ließ den Blick kurz nach unten wandern. Ist meine Oberweite zu klein für einen riesigen Chakrapool? Fand sie eigentlich nicht. Aber interessante These. Sie würde darüber recherchieren. Bei Gelegenheit. Wo war ich? Ach ja. Chakrapool. Steigern? Wäre eine Möglichkeit, das Shintenshin freier und öfter einsetzen zu können. Doch wie? Denken wir in einfacheren Bahnen...
Und so stieß Epona auf die Yurei no jutsu. Zunächst hatte sie diese Künste überblättert; was sie bezweckten, war keine große Neuerung für sie. Eine Hand, ein Auge aus dem Nichts heraus? Wenn sie es wollte, könnte sie auch direkt aus ihrem Körper fahren und in ätherischer Gestalt durch die Gegend laufen und Dinge ausspähen. Auch Dinge bewegen, über die Tenshin-Tricks kein großes Problem.
Doch diese Werkzeuge waren nützlicher. Der Teufel steckte im Detail. Offenbar weniger Aufwand. In der zugegebenermaßen recht dürftigen Anleitung klang es wesentlich einfacher, als die Tenshin ihres Meisters.
Ein guter Zentimeter ihrer Kerze war inzwischen herunter gebrannt. Epona haderte noch ein wenig, dann aber entschied sie, dass man ein paar zusätzliche Werkzeuge wohl gut gebrauchen konnte. Sie scheinen nicht schwer. Und es kostet nichts. Gekauft. Epona ahnte nicht, dass sie an diesem "Frustkauf" schon bald ihre helle Freude haben sollte.

Zunächst wagte sie sich an die Hand. Sie erschien ihr einfacher für den Anfang, als etwas wie ein Auge zu schaffen. Etwas arg komplex. Lieber tief stapeln, als sich bereits am Anfang zu frustrieren. Dazu nahm sie einen Gummi-Handschuh zuhilfe, füllte ihn mit Erde und legte ihre Hand darauf. Und jetzt. Feuer frei. Sie schmiedete das Chakra, leitete es durch ihren Arm in die Hand und von dort aus in den Handschuh. Und jetzt... hoch... Epona ließ ihre Hand in die Höhe wandern. Ihr Chakra flimmerte als sanftes Leuchten um den gefüllten Handschuh herum, jedoch eindeutig noch zu ungleichmäßig. Als Epona die nötigen Fingerzeichen schloss und der Hand befahl, sich zu heben, kringelten sich die wurstig wirkenden Fingerspitzen in die Höhe, während der abgemagert aussehende Rest einfach am Handschuh kleben blieb. Die Chakraflämmchen zerfaserten rasch, nachdem sich die Quelle ihrer Energie zu weit entfernt hatte.
Die ersten Gehversuche, eine Kette von Fehlschlägen. Epona probte weiterhin am Handschuh, goss ihr Chakra hinein und hoffte, anhand dieses "Rohlings" vielleicht ein Gefühl dafür zu entwickeln, der Hand mit nur wenig Energie die richtige Form zu geben. Funktionierte nicht. Das Chakra floß zuverlässig wie immer, die Kontrolle fiel ihr leicht, doch es in die Form des Handschuhs hinein zu gießen, erwies sich als schwer. Es ging nicht wie beim Kuchenbacken! Da füllte sich nichts gleichmäßig auf, verteilte sich nicht wie zähflüssiger Teig. Stattdessen gerieten einzelne Segmente übermäßig dick, anderswo war die Konstruktion zu filigran.
Epona seufzte in sanft aufflackernder Frustration. Betrachtete ihre Hand. Und leitete in einem Impuls eine große Menge von Chakra direkt hinein, sodass blaues Feuer über ihre Haut strich. Sie bewgte die Hand rasendschnell zur Seite; ein flüchtiger Abdruck ihrer Hand, in blau züngelnder Schrift, hing in der Luft.
Im nächsten Moment leerte Epona, voller Enthusiasmus, den Handschuh wieder aus, kippte die Erde einfach auf den Boden und zog den Handschuh stattdessen über. Leitete Chakra hinein, in verhältnismäßig großer Menge, und schaute zu, wie es aus der Gummihaut hervor leckte. Und nun...... Halten... Halten... Ihre Hand bewegte sich. Aus dem Handschuh heraus. Ganz langsam. Halten... Halten... Ein wenig mehr... Als sie halb heraus war, erlosch das blaue Feuer an den Fingerspitzen des Handschuhs. Impulsiv jagte Epona mehr Chakra nach vorn, sodass es nicht zur Neige ging. Bleib, wo du bist...
War es exzentrisch von ihr, sich selbst laut Mut zuzusprechen? Ja. Doch wen interessierte es?
Als mache sie eine Zug bei einem Geschicklichkeitsspiel, zog sie ihre Hand aus dem Gummi heraus. Hielt die Verbindung zum Chakra aufrecht. Leitete konstant mehr hinein, je weiter sie sich entfernte. Und diesmal brannte das Chakra gleichmäßig, denn sie hatte es in ihrer eigenen Hand in Form gegossen, wo es besser im Gleichgewicht nicht sein konnte und absolut gleichmäßig aus ihren Poren trat.
Angespannt formte Epona ihre Fingerzeichen. Die Hand aus blauem Leuchten erhob sich sanft in die Höhe, so wie sie es sich wünschte. Strahlend vor Freude klatschte sie in die Hände. Ja!
Die Hand wischte herum, als wolle sie die klatschende Bewegung nachahmen, verflog jedoch in der ruckartigen Bewegung einfach im Nichts.
Das Formen der Hand, es fiel leichter. Stück für Stück, Übung für Übung. Epona stieß das Chakra hervor, trat zurück und schaute zu, wie sich ihr blaues Geisterhändchen hielt. Es schwebte bereits, langsam und bedächtig, wohin sie es gern hätte. Der Versuch, etwa die Tischkante zu greifen, schlug jedoch gründlich fehl; die Finger glitten einfach widerstandslos durchs Holz. Hm. Epona schlug im Buch nach, versicherte sich noch einmal. Die Hand sollte auch greifen können. Was fehlt? Mehr körperliche Energie?
Fehlschlag. Ihre Chakrakontrolle war bereits perfektioniert, ihr Verhältnis von geistiger und körperlicher Energie bereits genügend kalibriert. Die Hand bewegte sich deutlich langsamer und schwerfälliger, wenn geistiges Chakra gedrosselt wurde; es fühlte sich nicht so an, als könne man damit irgendwann "Karten spielen", wie es die Anleitung vollmundig versprach.
Epona geriet an die Lösung, als sie versuchte, etwas Leichteres zu heben. Die Erde, die sie aus dem Handschuh geschüttet hatte! Als die Hand durch den Haufen von Staub griff, glaubte sie erst, es habe überhaupt keinen Effekt gehabt. Doch gröbere Körnchen verfingen sich im Geflecht des Chakra. Anstatt einfach wie durch leere Luft hindurch zu fallen, sammelten sie sich sogar im Inneren der Hand an.
Epona badete kurzerhand das ganze Chakrageflecht im Erdhaufen, sodass sie sich regelrecht mit Staub vollsog, sich auffüllte... und Substanz gewann. Schwungvoll schlug sie gegen die Tischkante; das ganze Ding zerstob in einer kleinen, dreckigen Explosion. Immerhin, besser als völlig nutzloses Durchgreifen.

Epona kehrte in der nächsten Zeit dem mit Büchern gefüllten Gewölbe den Rücken. Stattdessen verlegte sie ihren Trainingsplatz auf die Hinterhöfe. Sie rief das Chakra in ihrer Hand hervor, hielt es in der vagen Form fest und steuerte es durch den nächsten Haufen von Staub und Dreck. Sie badete die Daisan no te regelrecht darin, gab ihr eine andere Möglichkeit von fester Form, und war entzückt, als es ihr endlich gelang, wirklich zuzugreifen. Nach diesem ersten, wirklichen Erfolg ging sie mit gesteigertem Elan an ihre Arbeit. Ruhe. Konzentration. Die Hand trudelte mehrere Minuten lang durch die Luft, ohne sich aufzulösen. Fokussierung. Schmiede das Chakra und halte es. Die Hand schlug nach Fliegen, ohne zu zerfallen. Es gehört ganz dir, nutz es. Ruhe, Konzentration. Fokussierung! Fliegen starben. Schmiede das Chakra und halte es. Es gehört ganz dir. Tu mit ihm also, was du willst! Anstelle von Staub und Dreck verwendete Epona tote Blätter. Anstelle von Laub füllte sie das Chakragitter mit frischem Gras. Und was mit totgeschlagenen Fliegen begann, endete schließlich in der wohlgezielten Ohrfeige an einem unschuldigen Passanten. Während der arme Mann von dannen rannte und in der nächsten Kneipe von Geistern in den Gassen berichtete, jubelte Epona und wagte sich an den nächsten Schritt.

Daisan no me. Epona stellte fest, dass es nach der Hand, die sie mittlerweile auch ohne aufwändiges Formgießen herstellen konnte, kaum noch schwer war, einen Augapfel herzustellen. Die kleine Kugel aus fragilem Chakra in der Hand, bestreute sie es mit Sand und verlieh ihm festere Form. So. Und jetzt? Achselzuckend warf sie das Ding gegen die Wand, wo es wie ein Flummi absprang und gegen einige Bücher flog, die polternd aus dem Regal fielen. Hm. Nein, das war nicht Sinn und Zweck...
Mit Chakra Formen zu bilden, war nur eine Grundlage. Die Kür wurde besiegelt mit dem Tastsinn der Hand wie auch dem Sehsinn des Augapfels. Da die Hand sie mittlerweile schon ein wenig langweilte, ließ sich Epona auf das Auge ein. Zunächst versuchte sie es einfach mit purer Willenskraft! Was nicht wirklich fruchtete. Sich schlicht auf das dritte Auge auf ihrer Hand zu konzentrieren, also verkrampft darauf zu starren und darauf zu warten, dass es zurückstarrte, brachte nicht besonders viel. Stattdessen sammelte sie Chakra, zwang es in ihr rechtes Auge und holte es von dort aus ab, indem sie es mit dem Finger aufnahm und in das Auge integrierte.
Was sich anschließend wie ein dicker Flatschen Fliegeninnereien auf ihr Blickfeld setzte, war einfach nur eine Fleckensammlung aus Hell und Dunkel.
Was folgte, war eine erneute, anstrengende Phase des Kalkulierens, Kalibrierens und Chakraschmiedens. Eine klassische Trainings-Collage, nur die Power-Ballade ersparen wir uns wegen der übermäßigen Klischee-Gefahr.
Epona bezog auch die Hand wieder ein. Abwechselnd versuchte sie, Tastsinn und Sehsinn in ihre Daisan-Körperteile zu integrieren. Einmal versuchte sie auch, der Hand den Sehsinn aufzuzwingen und dem Auge das Tasten beizubringen, was glorreich fehlging. Ihre meisterhafte Chakrakontrolle half ihr jedoch enorm; Es gelang ihr, sich mit kleinen Schritten buchstäblich an die Sinne heranzutasten, während das Ziel in Sicht kam. Von der Helldunkelsicht einer Qualle steigerte Epona die Schärfe des Blickes, beseitigte den Fliegenflatschen in ihrem Sichtfeld, indem sie ihre wirklichen Augen einfach schloss. Mit der Hand klatschte sie nun nicht mehr allein durch die Gegend, sondern implantierte die richtige Mischung Chakra aus ihrer eigenen Hand, um sogar leichten Schmerz zu spüren, wenn sich ihre Daisan no te direkt auf eine Kerzenflamme legte.
Immerhin, es ging voran.

Mit der Zeit wurde sie zusehends besser darin, ihre Sinne stärker in die Jutsu einzubinden. Sie wagte es sogar, beides zugleich auch außerhalb ihres Studierzimmers einzusetzen, etwa in der Spielhalle: Beim Kartenspiel ließ Epona das Auge über die Schultern der Mitspieler linsen, wobei sie wegen der teils schummrigen Lichtverhältnisse einige Niederlagen hinnehmen musste. 9 oder 5? 8 oder 6? Zur Hölle, irgendein zuviel Stoff tragender Fatzke. Bube? Dame? König? Die 10 und das Ass, damit zumindst gab es keine so großen Probleme... und wann immer sie verlor, machte sie die Hand unterm Tisch und schlug demjenigen, der gerade den Pott einstrich, zwischen die Beine.

Zehn Kunai im Boden, vier Ziele auf 3, 6, 9 und 12 Uhr. Epona schloss zwei ihrer Augen und öffnete ihr Drittes, anschließend schloss sie die Fingerzeichen und erschuf ihre dritte Hand, deren Finger tastend über die Ösen der Wurfmesser fuhren.
Ruhe, Konzentration, Fokussierung...
Die Hand fasste zu, kräftig. Zog das Kunai in die Höhe, schlüpfte mit dem Zeigefinger in den Ring.
Halten, halten, halten... und!
Das Kunai schwirrte, sirrte, drehte sich akkurat, sauste aufwärts. Die Hand schoss weiter, das schwebende Auge taktete einen Strich nach links, folgte der Bewegung. Epona erfasste, wie das nächste Kunai ergriffen, gezogen, geworfen wurde. Treffer in der Luft, das süße Klingeln von Klingen, Hand und Auge zuckten weiter. Zwei Kunai zugleich schossen aufwärts, geworfen durch gespreizten Daumen und kleinen Finger, und weiter! Eine herrliche Melodie spielte auf, und die Messer blitzten links und rechts an Epona vorbei. Fliegender Stich in reiner Form, ein Spiel aus Klängen und blitzendem Metall.
Epona öffnete die Augen, ließ ihre künstlichen Körperteile zerfallen. Schaute sich um, zählte die Kunai. Jeweils zwei in jedem Ziel. Die zwei Letzten schwebten am Höhepunkt ihrer Flugkurve, und die Kunoichi streckte ihre Hände aus, fing die fallenden Klingen aus der Luft. Und weil es ihr Spaß machte, so dramatisch zu gestikulieren, schlug sie beide mit einem Funkensprug über dem Kopf zusammen und stieß einen Triumphschrei aus. YES!


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Spoiler:
 

Feuerspeier, Blitzeschleuderer, Sturmbeschwörer. Epona Yamanaka verachtete nichts mehr als Missing-Nin auf Rampage. Insbesondere Missing, die dazu neigten, mit Ninjutsu um sich zu werfen. Feuerbälle, Stromschläge, selbst spontane Sturzfluten gingen auf ihr Konto, und die Gründe führ ihren Amoklauf waren selten mehr als ein schiefer Blick. Wahrlich, diese Typen gehörten zu nichts anderem als dem legendären, berühmt-berüchtigten "Clan von Wolf und Tiger", was nichts anderes bedeutete, alsdass sie keine Menschen waren, sondern Bestien mit scharfen Zähnen und stumpfem Verstand.
Auf diese Weise hielt sich Epona aufrecht, während sie dem Feuerball aus dem Weg sprang. Scheiße! Flammendes Brüllen und das Flirren von Hitze folgten ihr, schnappten nach ihrer Kleidung und sengten den Stoff an. Damit bestätigte der Tag: Er war mies. Besser gesagt, er ging mies weiter. Angefangen hatte er immerhin schon damit, dass ein greller Blitz im Armenviertel Kurairojis niedergegangen war und ein Feuer ausgelöst hatte. Urheber war allerdings kein Gewitter gewesen, sondern ein durchdrehender Shinobi. Ein Unbekannter, welcher offenbar gekommen war, um nach dem kleinsten Anranzer buchstäblich in die Luft zu gehen.
Wie gesagt, Epona verachtete solche Typen, die sich mit ihren Element-Amokläufen zu profilieren versuchten. Erzittert vor dem Gott der Schlacht, Watanabe! brüllte der Bastard und schickte eine Feuerwalze durch ein armseliges Holzhäuschen, dessen Strohdach lichterloh zu brennen begann.
Zittern wird er, wenn wir ihn in einen Eisklotz sperren! rief Epona ihrerseits, Geht ihn an, von allen Seiten! Die Männer, die zusammen mit ihr über die Dächer sprangen, lösten sich aus ihrem Windschatten und splitterten auf, huschten im Kreis um die Stätte des Chaos herum.
Epona selbst landete am Boden, richtete sich auf und ließ die Fingerglieder knacken. Es ist Zeit für mein neuestes Kunststückchen...

In der Stille der Katakomben hatte sich Epona auf exakt diesen Moment vorbereitet. Ninjutsu wie flächendeckende Feuerstürme hatten ihr oft genug Probleme bereitet. Und die Power der Ninjutsuka machte sie zusehends nervös; wenn sie wirklich vorhatte, ins große Geschäft mit den Shinobi einzusteigen, würde sie sich gegen Techniken wie diese wappnen müssen.
Wer hätte auch gedacht, dass die Welt ein derartiges Tollhaus ist murrte sie. Karasu-sans Techniken waren immer so schön leise... stilvoll... nicht so rumpelig. Als eine Maus über die Bücher huschte, die hier fein säuberlich in den Regalen standen, durch Folien vor der Feuchtigkeit geschützt, zielte sie aus Lust und Laune mit dem Shinranshin, und die Maus erstarrte auf der Stelle. Vollführte einen artistischen Sprung und landete mit einem Korkenzieher in einem Sesselpolster.
Nach begangener Missetat löste Epona ihr Fingerzeichen wieder auf, griente und widmete sich mit erheblich besserer Laune wieder der Lektüre. Doch zu ihrer größten Überraschung nahm die Maus die Sache deutlich weniger leicht! Aus dem Augenwinkel erhaschte sie die Bewegung, einen spektakulären Sprung und ein weit aufgerissenes Maul voller winziger, perlweißer Zähne. Hoppla! Scheißvieh! Zahlreiche Dinge geschahen zugleich: Das Buch flog, die Finger ebenfalls, die Maus nach wie vor. Geistige Energie schlug ihr entgegen, das Nagetier krümmte sich zu einem flauschigen Ball zusammen, der Epona schmerzhaft gegen die Stirn flog. Au. Immerhin. Angriff abgewehrt.
Und so kam der erste Funke einer Idee.


Klatschend landete sie im Matsch der Straße. Am anderen Ende stand der Knabe, einen Feuerball in eine der heruntergekommenen Hütten feuernd. Hey hey, Großer! rief Epona, Ziel auf mich! Versuchs mit mir!

Ziel bitte auf mich.
Okay.
Brandwunden taten höllisch weh.
Epona musste rasch feststellen, dass ein einfaches Shinranshin nicht ausreichte, sich einem Feuerball entgegen zu stellen. Sie war sich nichtmals sicher, ob das Geschoss überhaupt gezuckt hatte. Offenkundig bedurfte es einer deutlich anderen Chakramischung, um ein Ninjutsu abzufangen, als einen Menschen zu manipulieren. Nun gut... entfach das Feuer bitte hier... ja, leg es da auf den Boden... nicht aufs Kissen.
Vor einem chakrabefeuerten Flämmchen sitzend, schloss Epona erneut die Fingerzeichen. Ein stetiger, kleiner Strom geistiger Energie floss in das Feuer hinein. Die Blonde erhöhte stückweise die Dosis, bis sich etwas wie ein Zucken tat. Ah... jetzt... Es fühlte sich eindeutig nicht an wie das übliche Shinranshin. Es gab keine simplen Rückmeldungen, keine deutlich sichtbaren Auswirkungen. Zudem konnte man das Shinranshin nicht einfach nur im Hirn des Gegners konzentrieren und von dort aus alles tun, was einem gefiel, sondern musste das Jutsu viel mehr im Ganzen und gleichmäßig beeinflussen. Es besaß keine starre Form, und vor allem keinen denkenden Fokus. Nichts, worin man sich spontan verankern konnte, um sein gräßliches Tagewerk der Manipulation zu verrichten.
Fingerspitzengefühl war ganz simpel zuviel des Guten.
Epona peilte die Katon-Flamme erneut an. Betrachtete das Farbenspiel darin, das Zucken des Feuers. Und schoss ihre geistige Energie ganz einfach hinein, mit dem simpelsten Befehl: Runter! Ohne großes Anvisieren des geistigen Zentrums, welches es ja eh nicht gab. Ohne die genauen Anweisungen an die Muskeln, ohne Feinheiten, ohne die sonst übliche Perfektion, die sie so gern betonte. Wenn du schon so formlos und unentschlossen bist, dann brauchst du das auch nicht.
Und die Flamme duckte sich. Wurde für einen kurzen Augenblick flach wie eine Flunder.


Der kleine Freund des Feuers wandte sich ihr prompt zu, zuckte mit den Achseln und tat ihr den Gefallen: Nach wenigen In bahnte sich ein Gokakyuu seinen Weg durch die Straße, verdampfte Pfützen auf seinem Weg und dörrte den Boden im Drüberwegfliegen einfach aus. Pure Kraft, Naturgewalt. Epona schloss ihre eigenen In, feuerte geistige Energie direkt voraus.

Epona feuerte geistige Energie direkt voraus, in die kopfgroße Feuerkugel, welche auf sie zuhielt. Ohne die übliche Finesse; keine komplizierten Angaben, welche ein effektiv denkensfähiges Gehirn brauchten oder irgendeinen Fokus. Einfach nur: Runter!
Der Feuerball senkte sich abrupt, segelte plötzlich auf Kniehöhe weiter; Epona tat einen Hüpfer und ließ das Geschoss unter ihr hindurchrasen. Und noch im Sprunge riss sie die Arme hoch, stieß einen Triumphschrei aus - und anschließend einen Quietscher des Schmerzes, weil das katon ihr die Fußsohlen anbrannte. Von diesem Moment an beschloss Epona, ihre Trainingseinheiten anderswo auszutoben.

Tief unten in den Katakomben Kurairojis gab es nicht nur Gänge, Staub, Ratten und Schleichwege. Träge flossen die Wasser eines unterirdischen Flusses dahin, hatten im Laufe der Zeit Zisternen gefüllt und in einigen besonders tief reichenden Gegenden des Untergrundes eine wahre Seenlandschaft hervorgezaubert. Epona stieg hinab in die Tiefe, einige treue Anhänger der Diebesgilde bei sich. Laternenlicht flackerte über die Wände, welche hier nicht aus steinernen Mauern, sondern ausgehöhlter Erde mit hier und dort stützender Holzverschalung bestanden.
Hier scheint es gut, befand Epona. Nehmen wir Aufstellung. Los jetzt. Wir wollen uns nicht zu lang hier aufhalten, nicht wahr? Die Diebeskameraden nickten, mit besorgten Blicken auf das schwarze, kalte Wasser. Feuer spiegelte sich darauf. Und es gab genug Gerüchte darüber, was sich in einigen dieser Zisternen herumtreiben mochte - Epona Yamanaka hatte hier schließlich ihren Kuchiyose-Partner Ruun-Ruun gefunden. Und jeder, der Ruun-Ruun kannte, wußte, dass er niemals etwas wie Ruun-Ruun treffen mochte.
Epona Yamanaka wählte die Zisterne, fernab neugieriger Blicke, um sich mit dem Abwehren von Wasser vertraut zu machen. Katon mochte ja eine größere Gefahr sein und weitaus würdiger, abgefälscht zu werden, doch Suiton war als Testobjekt viel bequemer. Einen Schwall eiskalten Wassers nahm Epona gern auf sich.
Wobei, warum hielten sie das Ganze eigentlich nicht in etwas wie dem Warmwasserbereich der hiesigen Therme ab, spät nachts vielleicht? Dies ging Epona durch den Kopf, als einer der Diebe das erste, kleine Wasserstrählchen aus dem See sprudeln und gegen ihre Brust klatschen ließ. Ihr spitzer Schrei ging durch Mark und Bein und warf zahllose Echos. Die kleine Gruppe erstarrte förmlich; alles lauschte. Doch glücklicherweise kam keine Antwort.
Tut mir leid...
Und dann ein Grollen, dumpf und nah. Zwanzig Meter weiter stiegen kleine Luftbläschen auf.
Von diesem Tage an zog sich die kleine Trainingsgruppe aus dieser speziellen Zisterne zurück, und Epona sollte erst in geraumer Zeit wieder hierhin zurückkehren, um das Wesen zu konfrontieren, welches sich hier unten aufhalten mochte. Sie suchten wirklich des nachts die Bäderlandschaft auf, wo sich die Diebes-Kumpel die Zeit damit vertrieben, ihre inoffizielle Chefin mit Wassergeschossen zu überschütten, sie unter Wellen zu begraben und mit Blasenteppichen einzudecken.
In dieser Zeit des Trainings lernte Epona weiter, ihren pedantischen Verstand, ihren Wunsch nach Perfektion, abzuschalten. Zumindest in den kurzen Momenten der Technik. Sie lernte, schnörkellos zu denken. Befehle kurz und so einfach zu formulieren, dass selbst geistlose Ninjutsu wie das von Chakra durchpulste Wasser sie verstanden und sofort umsetzten. Anfangs waren es Streifschüsse. Dann immer wieder wirkliche Fehlschüsse, die sich aus direkten Konfrontationskursen ergaben. Doch Epona lernte auch: Wasser hatte Eigengewicht. Besonders zu Anfang brauchte es die härtere Keule, um die Suiton abzuwehren oder überhaupt zu einer Reaktion zu zwingen. Ganz anders war da Katon gewesen, ob Kerzenflamme oder kleines Endan. "Substanzlos" war offenbar leichter zu bewegen als Wasser oder Erde, welche durch Chakra animiert wurden, sich zu bewegen.
Zahlreiche kleine Feldversuche wurden betrieben, durch alle Naturen hindurch: Doton und Suiton blieben buchstäblich Schwergewichte. Hart zu bewegen, besonders schwer abzulenken. Fuuton, Katon und Raiton aber zeigten sich deutlich lenkbarer – diese Elemente waren es sogar, welche die Kunoichi nicht nur ablenken, sondern komplett herumreißen konnte!


Gokakyuu flog, groß wie ein Heuwagen. Für einen Moment wurde die Welt rot und gelb und orange, ehe geistige Energie vorwärts zuckte wie ein Stromschlag – einem Peitschenhieb gleich spaltete der Befehl den Feuerball, ließ ihn links und rechts an der blonden Kunoichi vorbei rasen und fraß sich ein paar Meter über die Wände der Häuser. Epona lächelte, ließ die Fingerknöchel knacken. Nun war sie bereit.

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Training des Goldgräber-Stils

Spoiler:
 

Murmeltiere!
Ihre derzeitige Lokalität plärrte es ja geradezu hinaus, immerhin befanden sie sich im Murmeltier-Pass: Es musste hier ganze Kolonien der kleinen Shitter geben! Und Epona Yamanaka war fest entschlossen, sie in dieser hellen Vollmondnacht aufzuspüren und... so weit dachte sie gegenwärtig nicht. Immerhin steckte ihre Seele, für gewöhnlich beim Gedanken an weiches Fell nur in Wallung geratend, wenn es um Preisnachlässe in Pelzfachhandeln ging, im Körper einer Zwölfjährigen. Und verspürte den unnachgiebigen Drang, irgendwas zu knuddeln. Murmeltiere wirkten in ihren kindlichen Augen da äußerst passend. Später mochte sie über ihr Tun nur den Kopf schütteln; doch heute nacht tollte sie über die Almen des Murmeltierpasses und jagte wie ein junges Füchschen oder irgendein anderes vierfüßiges Tier, das sich in seiner Neugierde möglichst übermütig anstellte.
Mal abgesehen davon. In ihrem gegenwärtigen Zustande mochte Maya sowieso nicht viel mit ihr anfangen. Das schwarzhaarige Busenwunder mochte ja philosophische Gespräche, doch dafür war ihre zu beschützende Klientin eben zurzeit nicht geschaffen.
Da raste es, das flauschige Kreatürchen, und Po-chan folgte hoppelnd bis zum Bau, worin das Flüchtende verschwand und das Verfolgende nur halb eintauchte, ehe es stecken blieb. Uffza. Hoppla? Zappelnde Beine im Freien. Ein Glück, sahs niemand. Dunkel wars innen, andernfalls hätte Po-chan das Murmelgetier auch weiterhin noch im Blick. So aber... konnte sie es plötzlich hören! Direkt vor sich! Es keckerte, was sich ein wenig wie Kichern anhörte. Ey, lach nicht protestierte Po-chan, zwängte die Hände frei und schloß Fingerzeichen. Wer zuletzt lacht, Mütze!
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