Tamashii no Utsuri

Ein RPG in der Welt der Shinobi
 
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 Auf felsigen Pfaden

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BeitragThema: Auf felsigen Pfaden   Auf felsigen Pfaden Icon_minitimeMi März 26, 2014 10:32 pm

Den Geruch von frischem Laub in den Nasen und einer angenehmen Brise im Nacken flogen drei Shinobi nur so durch die sattgrünen Baumkronen, hochkonzentriert und die Nerven bis zum zerreißen gespannt. Nun gut, Letzteres traf eher auf die beiden Begleiter zu, denn der junge Jônin um den sich diese Geschichte unter anderem dreht, sah sich wie immer eher gelassen um und ließ sich nicht vom kleinsten, verdächtigen Geräusch beunruhigen. Warum auch? Seit er die Anbu-Einheit vor knapp zwei Jahren verlassen und die dortige Ausbildung in den Wind geschmissen hatte, war sein Arbeitsleben doch wieder etwas ruhiger geworden. Nunmehr lautete die Mission nicht: "Holt euch den Kopf eines S-Rang Nuke-Nin!", sondern: "Findet einen blauhaarigen, entstellten und geisteskranken Freak, der sich gerne für die Beraterposten hoher Tiere bewirbt und macht ihn handlungsunfähig." Einfach ausgedrückt sollten sie einfach einen recht schleimigen Betrüger ausmerzen, bevor er noch mehr Schaden anrichtete. Was nicht gerade nach einer unlösbaren Aufgabe klang, denn immerhin hatte ihm ein alter Kollege aus der Attentätergilde, der ihn mit seinem Trupp in diesem Wald letztlich aufgespürt hatte, verraten, dass dieser Blaumann ja regelrecht triefende Schleimspuren hinter sich herzog und somit nicht unschwer aufzufinden sei.
Mit dem typischen und süffisanten Schmunzeln auf den Lippen, dass eher unhandlich lange Schwert über eine Schulter gelegt, spähte der tätowierte Lulatsch mit seinem verwehten Haar und dem Kinnbärtchen umher und amüsierte sich innerlich, dass seine beiden Begleiter diese Aufgabe so ernst nahmen. In einem konnte er es ja ansatzweise verstehen, immerhin waren beide noch Chûnin und etwas jünger als er. Im anderen war dieser Job selbst für einen Chûnin ein Leichtes. Wobei er hier nun viel zu sehr von sich ausgehen könnte, in Gedanken daran, wie sehr er sich auf diesem Rang gelangweilt hatte. Aber schön, ohne Auffälligkeiten erhaschen zu können, verschlug es die lustige Gurkentruppe aus dem Blätterdorf tiefer ins Waldesinnere und je dunkler es wurde, umso ungeduldiger schienen die beiden Hormonbomber hinter ihm zu werden. "Taichô, ich will ja nicht unhöflich sein...Aber wie lang glauben Sie sollen wir hier noch tatenlos herumirren?! Was ist, wenn dieser Typ gar nicht mehr hier ist?!", echauffierte sich Chûnin Nummer 1, ein gerade Siebzehnjähriger namens Akio. Ohne sich auch nur umzuwenden oder das Tempo zu verringern, sprang Katsuro ungerührt von Ast zu Ast und wunderte sich dennoch, warum dieser sonst so geladene Bengel nicht schon längst seinen Unmut preis gegeben hatte. Hatte er sich vielleicht doch einmal zusammen gerissen? Und nun kalte Füße bekommen, weil es um sie immer düsterer und unheimlicher wurde? Angesichts dessen konnte sich der etwas ältere Iryônin ein Grinsen schwer verkneifen, ebenso wenig wie einen amüsiert bissigen Kommentar. "Wir irren hier solange herum, wie ich es für richtig halte. Und warum sollte er nicht hier sein? Solch mutierte Wurzelmänner wie er verstecken sich doch gerne im dunkelsten Gesträuch und warten dort nur darauf, ungeduldige Hitzköpfe wie dich hinab ins Erdreich zu ziehen.~" Das Aki diese Antwort nicht wirklich billigte, vernahm der Sonderling eines wütenden Schnaubens wegen und fügte daher noch süffisant hinzu: "Falls genau diese Vorstellung dir Angst bereiten sollte, darfst du gern umkehren und dich irgendwo verstecken.~" "Das könnte Ihnen so passen!", fauchte Mister Puberty zurück, stockte aber im Nachhinein, da sich vor ihnen nun doch etwas Verdächtiges aufgetan hatte. Mit einem nunmehr unüberhörbarem Rascheln stolperte eine blauhaarige Gestalt durchs Gestrüpp auf eine Lichtung zu, wenn man das hier in dieser Düsternis noch so nennen durfte. Zielobjekt erfasst! "Na, da haben wir ja unseren kleinen, gestörten Betrüger. Ich nähere mich ihm offensiv. Ihr beiden teilt euch auf und übernehmt die Seiten. Wartet auf den richtigen Moment." Mit einem nun etwas ernsterem Tonfall hatte der Anführer dies befohlen und wenn auch gezeichnet mit Unmut, taten die beiden anderen wie ihnen geheißen und ließen ihn erst einmal alleine.
Seine Geschwindigkeit etwas beschleunigend holte er diesen seltsamen Troll auf der Lichtung ein, stieß sich vom letzten Ast ab und landete mit einer grazilen Drehung in der Luft vor dem Zielobjekt, um ihm den Weg zu versperren.
"Game over, würde ich sagen.~", raunte er dem ertappten und zornigen Widerling belustigt entgegen, bevor er ihm auch schon lässig aus dem Handgelenk einige Skalpelle entgegen schleuderte, um ihn möglichst gemütlich an den nächsten Baum zu pinnen. Dann mussten die beiden anderen nicht mal aktiv werden, die Mission wäre ratzbatz erledigt und sie konnten den Heimweg antreten, der sowieso wieder einige Tage beanspruchen würde. Allerdings ahnte der Gute ja nicht, dass er sich mit noch mehr konfrontieren musste als nur dieser Witzfigur hier.
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BeitragThema: Re: Auf felsigen Pfaden   Auf felsigen Pfaden Icon_minitimeMi März 26, 2014 10:58 pm

Die Schatten verbargen das ernste Gesicht unter der dunkelgrünen Kapuze, während das weite Himmelszelt über ihm teilweise nur spärlich durch die Baumkronen hindurch scheinen konnte. Ab und an zeigte sich ein helles Fleckchen in dem ovalen Gebilde, in welchem sich ein Kopf befand. Die Konturen der Wange oder der Nase zeichneten sich ab. Für manch einen hätte es wie eine Schreckgestalt gewirkt - mal ganz abgesehen davon, dass ein gewisser Auftraggeber schon einen Schrei auf dem Gesicht gehabt hatte, als er ihm das Fahndungsfoto übergeben hatte. Ein blauhaariger Mann, der sich für einen Prinzen hielt, mit Schleim arbeitete. Shinobitechnisch nicht sehr gefährlich, dennoch gerissen und von einem breiten Netzwerk an Informanten begleitet. Informanten, die ihn stets auf dem aktuellsten Stand hielten.
Eijis Fuß kam auf einem der breiten Äste auf und stieß den Körper wieder nach vorn ab. Aus der Erfahrung heraus wusste er, dass diese Leute oftmals zu Selbstüberschätzung neigten, da sie kein Gespür für Gegner hatten. Ein übersichtliches Feld war das gewohnte Terrain. Letzteres schien immer gewährleistet zu sein, doch dafür war es auch die größte Schwachstelle. Der Clou bestand einfach darin, sich in dieses Netzwerk einzuschleichen. Die Mauer zu untergraben, ohne dass es bemerkt wurde. Auch das hatte Eiji aus jahrelanger Erfahrung gelernt, schon des Öfteren Aufträge bestritten und sie letzten Endes vollkommen abgegeben. Erledigt. Vollendet. So, wie es sich für jemanden, seines Ranges gebührte - das würde der ein oder andere mit Sicherheit sagen. Doch auch darauf verließ sich Eiji nicht. Viel zu schmerzlichen waren bereits gemachte Erfahrungen. Auf alles konnte man sich nicht vorbereiten. Man musste sich lediglich mit allem abfinden und Entscheidungen treffen - auch, wenn sie einem die Menschlichkeit raubten und ihn zu der Maschine machten, die das Hi-no Kuni ANBU und das Mizu-no Kuni Oinin nannte. So einfach war das.
Der eigentlich Blonde kam erneut auf einem Stamm auf, blieb dieses Mal jedoch auf dem Fleck. Die Farbe des Capes tarnte ihn auch im Mondlicht gut, denn das Grün unterschied sich nicht viel von schattiger Rinde. Dennoch bewegte er sich dem Schatten entgegen, um darin unterzutauchen, während das Aufblitzen schon längst wieder vorüber war. Richtig. Er hatte seine Zielperson wie erwartet aufgespürt. Doch offenbar war er nicht der einzige, der hinter ihr her war. Offenbar handelte es sich um ein breites Feld an Interessen. Wenn man diesen schleimigen Molch die Eigenschaft des Einschleimes zu Gute kommen lassen wollte, wäre es vermutlich zu rechtfertigen. Aber solche Scherze erlaubte sich Eiji nicht. Wie immer war er nüchtern, ernst und beherrscht. Der kühle Blick der eindringlichen blauen Iriden musterte die Szene vor sich, an welche der Körper sich eilig schneller heranschlich. Eilig und dennoch unentdeckt, als sich die Gestalten wohl daran machte, den Gefangenen bald zurückzuführen oder Befragungen zu erledigen. Im Grunde genommen bestand sein Auftrag daraus, dem Mann Informationen zu entledigen, welche er gestohlen hatte. Im Grunde genommen noch mehrere solcher anderweitigen Informationen zu entlocken - ergo nichts, was mit einer direkten Festnahme kollidieren würde. Es sei denn, man führte ihn vorher ab und das würde seinen Auftrag scheitern lassen. Folglich hatte er also zwei Möglichkeiten: Hier einschreiten oder auf dem Rückweg. Letzteres wäre vermutlich weniger gut, denn hier war der Wald noch düster. Außerdem kannte er das Gebiet weitesgehend, während diese Shinobi - relativ jung, wie er bemerkte - bereits einen weiten Weg hinter sich hatten. Im Notfall musste er sich diese Information eben erkämpfen.
Mit einer gelassenen und nahezu gleichgültigen Bewegung erhob er sich daher aus seinem schützenden Versteck. Ohne große Umschweife ging er schließlich auf die Gruppe zu, eine Hand am Griff seines mit Fuin besetzten Katana und demonstrierte damit wohl gleichzeitig, dass er sich nicht zu verstecken brauchte. Nur ahnte er nicht damit, was seine Stimme bei der Person, die ihm soeben noch den Rücken zuwandte, anrichten könnte. "Ich störe das Rendezvous wirklich ungerne, aber mir scheint, als gäbe es mehrere Interessenten - die Frage ist, wie wir damit umgehen." Die Kapuze verdeckte immer noch gut sein Gesicht. Hätte er nicht so ruhig geklungen... vielleicht hätte man ihm gar ein wenig Humor zugesprochen? Stattdessen klang die Stimme nicht nach einem Lächeln auf den Lippen, vielmehr geschäftlich, aber zugleich mit einem leicht sympathischen Unterton. Im Endeffekt war sie für Eiji vermutlich ganz normal und noch dachte er auch nicht daran, den Vorhang zu lichten - oder daran, welches Gesicht sich hinter dieser Fassade vor ihm verbarg. Obwohl Größe und Statur ihm zugegebenermaßen ein wenig bekannt vorkamen.
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BeitragThema: Re: Auf felsigen Pfaden   Auf felsigen Pfaden Icon_minitimeDo März 27, 2014 8:39 pm

Da konnte Meikel Schrecksen sich noch so winden oder überquillen vor Lobhudeleien - Er steckte an diesem moosigen Baumstamm fest und sein bisher einzig sichtbarer Jäger war nicht gewillt, ihn mir nichts, dir nichts ziehen zu lassen. Dazu hatte er diesem Abbild aus der Rocky Horror Picture Show die Flucht einfach schon viel zu raffiniert erschwert. Die geworfenen Skalpelle - die Markenzeichen des jungen und sonderbaren Jônin - hatten nicht nur den Stoff seines kitschigen Fummels durchtrieben um ihm am Holz festzunageln, sondern auch seine hexenhaften Händchen. Und wenn der Gute das Weichei war, für das ihn Katsuro hielt, dann würde er keinesfalls den Mut besitzen, seine Hände mit einem schmerzhaften Ruck zu befreien. Nicht umsonst zählten gerade diese Gliedmaßen zu den empfindlichsten des ganzen Körpers. Dazu kam, dass er so vorerst keine Jutsu verwenden konnte, sollte er denn welche beherrschen. Mit kurzen Seitenblicken versuchte er seine Untergebenen im nahe gelegenem Blattwerk zu erspähen, nur um ihnen stumm anzudeuten, dass sie vorerst noch keinen Zugriff tätigen sollten. Das Gejammer und Flehen dieser blauhaarigen Berghutze ignorierte er dabei geflissentlich, immerhin würde er innerhalb der nächsten Sekunden sowieso keine Stimme mehr haben, wenn Katsuro mit ihm fertig war.
Gerade hatte er einen Schritt nach vorne getan, um sich um die Eliminierung des Scheusals kümmern zu können, da hielt er, die Ohren spitzend in der Bewegung inne. Einige Meter hinter ihm hatte nämlich nicht nur das Laub geraschelt, sondern auch das Gras. Und wenn er sich so auf die Fähigkeiten berief, die man ihn während seiner Ausbildung eingebläut hatte, verspürte er eine Chakra-Nuance, die weder zu dem Troll, noch zu seinen beiden Chûnin Akio und Ritsu passten. Angesichts der Gegenwart eines Unbekannten, konnte der Schwarzhaarige gar nicht anders, als mit den Augen zu rollen und diesen Witz von einer Mission zu verfluchen. Gerade ihn schickte man natürlich auf die Jagd nach einem wohl überall unbeliebten Schwindler, der logischerweise gerade deshalb jede Menge Verfolger hatte. Jaja, Katsuro kann's ja richten. Katsuro war ja mal in der Einheit. Zwar nur Lehrling, aber wenn er noch ein paar Monate geblieben wäre, hätte er die Ausbildung vollständig in der Tasche gehabt. Da kann er sich ja ruhig mit verstimmten Shinobi und Söldnern aus aller Welt abgeben. Als wäre diese Tatsache nicht bereits entnervend genug, verstummten die Schritte hinter ihm plötzlich und eine Stimme wurde laut. Eine recht ruhige Stimme, gezeichnet mit einem ernsten und sympathischen Unterton zugleich. Und hätte sich der Besitzer dieser Stimme nicht gerade ein absolutes No-Go erlaubt, wäre sie dem wahrscheinlich längsten Iryônin der Welt sogar sofort bekannt vorgekommen.
Tatsächlich aber verschärfte sich sein Blick gefährlich. Seine Züge glichen dem eines Adlers, welcher im Begriff war, sich auf seine Beute zu stürzen. Besonders bei den Worten "Ich störe das Rendezvous wirklich ungerne, aber mir scheint, als gäbe es mehrere Interessenten - die Frage ist, wie wir damit umgehen." verfinsterte sich das charismatische Antlitz noch mehr und nicht nur dieser schönheitsabweisende Hodenkobold am Baum zuckte ängstlich zusammen, sondern auch die Chûnin in den Büschen. Ihnen war nicht wirklich bewusst, ob sie sich eine gewisse Melodie nicht nur einbildeten, aber sie klingelte doch penetrant und respekteinflößend in ihren Ohren. Dahingehend hielten die Jüngeren es zunächst für Klüger, vorerst in ihren Verstecken zu verweilen. Immerhin kannten sie die unangenehmen Sanktionen des berüchtigten Shi no mesu (Skalpell des Todes; Katsuros Rufname) mittlerweile und wollten lieber vermeiden die Kontrolle über ihre Körper zu verlieren.
Ihr Anführer hingegen ließ verstimmt einige seiner langen Finger an der Scheide seines Schwertes zucken, welches er noch immer auf seiner Schulter liegen hatte. Kami, er hasste es, gestört zu werden. Besonders wenn er einer seiner Tätigkeiten nachging. Nun musste er auch noch einen weiteren Interessenten aus dem Weg schaffen, nur damit er die Mission erfolgreich abschließen konnte. Vor allem so einen, welcher sich mit einer solchen Ansage vorstellte, auf die ja nur entsprechende Kommentare hageln konnten.
"Excusez-moi, aber die Frage lautet wohl eher, wer zuerst hier war. Und das war nachweislich meine kleine Wenigkeit, nicht wahr, mein kleiner fleischgewordener Brechreiz?" Noch immer an zuletzt Erwähnten gewandt die Brauen deutend hochziehend, damit dieser furchtsam und leise quietschend nickte, hob Katsuro eine Hand um seinen Schergen den Zugriff zu symbolisieren. Diese schnellten aus ihren Verstecken, wenn auch mit gemischten Gefühlen und folgten der nächsten stummen und nur angedeuteten Anweisung, den Gefangenen zu umstellen und ihn zu bewachen.
"Daher erscheint es mir nur als rechtens, die Beute für meine Zwecke zu beanspruchen.", fügte der Jônin unmissverständlich hinzu und wirkte mit seinem gelb und schwarz gefärbten Hoodie gar nicht so knallhart, wie er klang. Und beherrschte man es zwischen Zeilen lesen zu können, sprang einem die Information regelrecht ins Gesicht, dass er kein Mann von Geschäft war. Mit dem Zweck, seinem Konkurrenten dies zu verdeutlichen, zog er sein langes Schwert in einer Drehung aus der Scheide, schob diese in seinen Gürtel und präsentierte die im fahlen Licht schimmernde Klinge seinem nun Gegenüber. Zitterte nicht. Haderte nicht. Nur eine falsche Bewegung und er würde tun, was er am Besten konnte: Nämlich den Feind filetieren.
Doch bewegte sich der andere nicht, schaute ihn wohl nur aus seiner Kapuze hervor an und nur dank seiner scharfen Sehkraft konnte der weniger stämmige der beiden einige markante Schatten in der Öffnung des Capes entdecken. Schattierungen, welche ihm, je länger er sie studierte, seltsam bekannt vorkamen. Ebenso wie die kräftige und gestählte Statur. Dieses Bild von einem Krieger, welches er nur um wenige Zentimeter überragte. Und selbst wenn der Größenfaktor die Erkenntnis ein wenig einschränkte, so blieb doch noch der Widerhall dieser Stimme in seinem Gedächtnis, um dem Geheimnis auf die Schliche zu kommen.
Ohne das einer der beiden sich regte, verging wohl eine stille Ewigkeit, jedenfalls so lange, bis der Groschen fiel und der verhärtete und achtsame Blick des Ausnahme-Jônin sich des bestehenden Unglaubens wegen langsam aufklärte. "...Du?", war das Einzige, was er zunächst überrascht ausstoßen konnte, denn selbst wenn sein Verstand sich zu einem hochprozentualem Anteil sicher war, wen er da vor sich hatte, so hatte ein winzig kleiner Anteil seiner Selbst nicht mit dessen Auftauchen gerechnet. Weder hier, noch sonst wo anders in seiner Nähe. Gleichzeitig begannen Emotionen in ihm aufzukeimen, die momentan mehr als hinderlich sein konnten und die er auch ehrlich gestanden gar nicht verspüren wollten, da sie nicht zu ihm passten. Seinen Verstand vergifteten und ihn in seiner Handlungsfähigkeit einschränken würden. Kaum hatte er diesem Wissen zu Folge alles von sich geschüttelt, war es auch schon zu spät. Ohne das die Chûnin es hätten verhindern können, hatte sich das Scheusal, wenn auch unter Schmerzen, vom Stamm gerissen und mittels eines Fûton-Jutsu seine Bewacher ruckartig von sich gefegt. Seine Gefühle endgültig abschüttelnd, fuhr Katsuro flink herum, wollte dank seiner beachtlichen Schnelligkeit auf das Zielobjekt zustürzen, doch war es längst zu spät. Dieser Widerling hatte doch tatsächlich einen Masse an scharfen Sprengkörpern beschworen und schickte sich fies kichernd dazu an, diese in Windeseile hochgehen zu lassen. "Mihihihihi! Ihr aufschneiderisches Gewürm werdet den Tag nie vergessen, an welchem ihr Guado Shîmoa beinahe geschnappt hättet!~", feixte es schadenfroh auf und nicht mehr wirklich auf das Tun des vermutlich Erkannten achtend, zog Katsuro gehetzt erneut einige Skalpelle hervor um sie mit seinem Raiton-Chakra aufzuladen und rief nebenher seinen Begleitern zu. "Akio! Ritsu! Seht zu das ihr hier wegkommt!" Beim verlauten seines letzten Wortes schoss er die vor Elektrizität knisternden und leuchtenden Operationsmesser in den Boden ein wenig vor ihrer Gruppe, nur damit sich eine hoffentlich schützende Mauer aus Starkstorm vor der kommenden Explosion aufbauen konnte. Seine aufgescheuchten Chûnin in Sicherheit betrachtend, musste er in der nächsten Sekunde feststellen, dass der Maskierte eine ähnliche Idee gehabt und diese soeben umgesetzt hatte. Doppelt hielt ja vermutlich besser, wenngleich durch das Schutzwalljutsu seinerseits immer offensichtlicher wurde, WER er war. Bevor der geistesgestörte Schurke seine Niedertracht Funken sprühen ließ, wand sich tätowierte Truppenführer nochmals an seine Unterstellten und dies in einem scharfem Tonfall, welcher keinerlei Widersprüche duldete. "Falls wir getrennt werden, jagt jeder von uns diesem hinterhältigen Miststück trotzdem nach! Ich verlass mich auf euch!" "Aber Taichô!!", war alles, was der emotionsgesteuerte Akio noch lauthals und beinahe verzweifelt rufen konnte, als die Explosion bereits gegen die Schutzwälle krachte und dem Gegendruck wegen den Boden in einem gewissen Radius einstürzen ließ - und Katsuro, sowie den Maskierten mit ihm.
Gefolgt von Geröll, viel Krach und jeder Menge Staub, krachten die beiden Männer unsanft auf dem Boden einer unterirdischen Höhle auf. Der obere Eingang aber wurde, wie auch immer dieser Gnom es angestellt hatte, von hartem Fels verschlossen und das einzige Gute war, dass das hier wuchernde Moos den Stürz der beiden doch etwas abgefangen hatte. Ansonsten erschien es Katsuro eher unangenehm hier unten zu sein, immerhin glich dieser Ort keinem stinknormalen Tunnel, sondern einer eigenen, kleinen und pflanzenbewachsenen Welt. Einer völlig eigenständigem Biotop. Wäre die Lage gerade nicht so eskaliert und er hier eingeschlossen, hätte er sich wohl nur zu gerne an den vielen Pflänzchen ausgetobt. Im Gegensatz aber erhob er sich in eine sitzende Haltung, glitt mit grünlich aufleuchtender Hand über seine Knie, welche er sich soeben beim Versuch sich abzufangen aufgeschlagen hatte und sah matt aufseufzend empor an die Höhlendecke. "Das ist doch schon wieder ein Scheiß Witz..."
Nach diesem leisen Fluchen sah er in die Richtung des anderen Interessenten, die Miene unverändert ruhig, aber längst nicht mehr so unnachgiebig wie zuvor. Eher...ja, besorgt? Und das aus mehrerlei Hinsicht? Auf jeden Fall sah ein Kenner ihm sicherlich die gemischten Gefühle an, mit welchen er den Vermuteten musterte. "Alles in Ordnung?", war das Erste, was er versucht neutral fragte, bevor er vermischt mit einem Seufzen "Und du brauchst dich nicht vor mir zu verstecken. Ich weiß wer du bist..." hinzufügte. Mit einem Wink seiner untätigen Hand gab er zu verstehen, dass er sich bei Bedarf auch seine Wunden ansehen würde. Die dazu gesprochenen Worte klangen jedoch anders. "Unfassbar, dass wir uns gerade auf der Jagd nach so einem Möchtegern-Verbrecher begegnen...Sieht dir gar nicht ähnlich, Oyaji." Der Ausspruch war berechtigt, denn wer vermutete denn bitte jemanden, der der nachfolgende Anbu-Captain hätte werden sollen, auf solch einer Mission? Wahrscheinlich niemand. Genauso würde niemand vermuten, dass der sonst so schlagfertige Katsuro nun dreinschaute wie ein geknickter, kleiner Junge und den Blick seinen noch immer blutenden Knien zuwendete, welche aus seiner nunmehr verschlissenen Jeans ragten. Mit jeder Sekunde die verstrich, fühlte er sich zudem unwohler in seiner Haut und war ratlos, wie er denn bitte mit dieser unverhofften Situation umgehen sollte. Besonders nach allem, was sich vor zwei Jahren zugetragen und was seither geschehen war...

Kleines Wörterbuch am Ende:

Shîmoa = die japanische Version von Seymour (ein Hoch auf die Kreativität)

Oyaji = japanisch für Alter Herr

Weitere Anmerkung:

Da Katsuro noch keine Jutsu-Auswahl besitzt, war ich einfach kreativ. Daher sollte man sich nicht wundern.~
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BeitragThema: Re: Auf felsigen Pfaden   Auf felsigen Pfaden Icon_minitimeDo März 27, 2014 11:19 pm

Der Kopf wandte sich nicht ab oder schien auch nur kurz eine offenkundig überrascht Haltung einzunehmen. Die Züge im Mondlicht bewegten sich keinen Zentimeter, während sich das Gegenüber bereits zu Eiji umgedreht hatte. Es waren alleine die blauen Augen, die sich kurz überrascht weiteten, aber diese Emotion sofort wieder beiseite schoben. Im Endeffekt war es ihm bereits bekannt vorgekommen. Er hatte es bereits an der Stimme geahnt. An der Wortwahl. Noch bevor man sich umgedreht hatte. Am Schwert. Ja, Eiji erkannte sofort, wen er hier vor sich hatte, doch er rührte sich keinen Millimeter. Zeigte keine Rührung. Da war es egal, ob er diesen Jungen vor so vielen mehr oder weniger aufgelesen hatte und für ihn der Vater geworden war, den er vielleicht noch in ihm sah. Stattdessen stand er ruhig, nahm den Griff von seinem Katana und verschränkte die Arme vor der Brust. Kein Wort trat über seine Lippen, während das Mondlicht wohl die einzige Helligkeit war, welche diese fast verwandtschaftliche Beziehung zwischen ihnen erleuchtete. Katsuro schien es wirklich nicht zu bemerken, verfiel wieder in seinen wohlbekannten Tonfall, den er ihm immer versucht hatte abzugewöhnen – Eiji konnte nicht umhin, ein wenig froh darüber zu sein anstatt böse. Denn für ihn hieß das, dass sein Weggang nicht das Worstcase-Szenario hervorgerufen hatte. Nein, aus dem Jungen war mittlerweile wirklich ein Mann geworden und in jeglicher Hinsicht ein guter Shinobi – wenn man einmal von den wörtlichen Eskapaden absah... oder von der Klinge, die nun mehr oder weniger griffbereit in jenen geschickten Händen lag, die schon so vielen Kopfzerbrechen bereitet hatten. Wie wich man am besten einem solchen Schwerthieb aus? Was konnte der Lehrling anstellen? War er wirklich so gut, wie alle behaupteten? Die neue große Hoffnung? Im Gegensatz zu den vielen anderen, hatte der Blonde selbst sich niemals diese Fragen gestellt. Genauso wenig, wie er sich von dieser Begegnung offenbar rühren ließ. Man könnte ihn in dieser Hinsicht wohl fast als ein wenig kalt bezeichnen. Auch auf die Begleiter reagierte er nicht, schien die Ruhe selbst zu sein. Beherrscht.
“Und seit wann gesteht dir die Zeit Rechte zu?“ Eiji sprach diese Worte sogar noch über jene Wandlung in Katsuros Gesicht hinweg. Jene Wandlung, die ihm sagte, dass er ihn erkannt hatte. Dass er nun wusste, wen er nach zwei Jahren wieder vor sich hatte. Ein Kampf wäre für den Jungen unter Umständen nun ausgeschlossen. Man könnte meinen, dem jetzigen Missing würde es genauso ergehen, doch er hatte seine Aufträge. Vielleicht schmerzte es. Vielleicht brach es etwas in ihm, seine Waffe gegen den ehemaligen Schüler zu richten, der fast wie ein Sohn geworden war. Aber er würde es dennoch tun. Weil er ein guter Söldner war und das war es, was viele wohl an seinen Diensten schätzten. “Ich verlange die Schatulle, welche der Mann in seinem Beutel trägt, sowie zwei Minuten der Unterredung. Nicht mehr und nicht weniger.“, fuhr er ungerührt fort, schien dann jedoch zum ersten Mal so etwas wie Überraschung zu zeigen. Letztere lag darauf begründet, dass sich hinter Katsuro in eben diesem Moment etwas bewegte. Kurz bevor ein mieses Lächeln ertönte, weiteten sich die in Schatten gelegten Iriden unter dem Cape und blitzschnell fuhren die Hände zu einer Schriftrolle. Katsuro gab gerade noch Anweisungen und erschaffte eine Mauer. Eiji entsiegelte seine Ausrüstung, holte zwei große, lange Sotoba hervor – nur um dann mit einem Sprung direkt neben Katsuro zu landen und die Sotoba in die Erde zu rammen. Eines zu ihrer linken, das andere zu ihrer rechten. So wären sie vom Großteil der Explosion geschützt, welche sich durch die Fuin angekündigt hatte. Überall hier im Wald. Natürlich. Man benötigte immer einen zweiten Ausgang, wenn das Netzwerk versagte. Während Katsuro seine Untergebenen also anwies, baute sich die Fuinmauer auf, welche sie gemeinsam mit Katsuros wohl davor retten würde, gegrillt oder dahingerafft zu werden – allerdings nicht vor dem Sturz.
Und eben dieser war tief. Zuerst brach der Boden auf, dann wurde es luftig um die Ohren. Eiji atmete noch im Fall die feuchtere Luft ein, erahnte einen modrigen Geruch – und landete schließlich ein wenig unsanft auf dem mosigen Boden, während über ihnen das Loch größtenteils wieder verschlossen wurde. Ein Dotonnutzer oder einfach nur ein gerissener Shinobi? Wenige nützliche Künste. Doch darauf konnte er sich in diesem Moment nicht konzentrieren. Genau wie Katsuro war Eiji nämlich ebenfalls nicht ganz unversehrt aufgekommen. Das kurze Schlittern über den Boden hatte ihm ein paar Schürfungen eingebracht und hier und da auch die Gelenke aufgeschlagen – so färbte sich die hellere Hose an seinem Schienbein rötlich, was einem spitzen Stein zu verdanken war.
Nur war Eiji niemand, der fiel auf solche kleinen Zimperlichkeiten gab. Stattdessen blickte er sich sofort wieder um und begutachtete jene Lage. Die Kapuze des Capes war mittlerweile schon längst durch den Sturz zurückgefallen und offenbarte die typischen blonden Haare und die markanten Züge seines Gesichts. Letzteres wirkte wie immer eher ernst als offen, doch davon schien sich Katsuro nicht beirren zu lassen, als er das Wort an ihn richtete. "Alles in Ordnung?", war der Nachfolger von einem Fluch. "Und du brauchst dich nicht vor mir zu verstecken. Ich weiß wer du bist...Unfassbar, dass wir uns gerade auf der Jagd nach so einem Möchtegern-Verbrecher begegnen...Sieht dir gar nicht ähnlich, Oyaji.“ War das eine gewisse Freude, die er erkennen konnte? Oder war es die Verlorenheit eines kleinen Jungen, der nicht wusste, was er sagen sollte. Offenbar hatte Katsuro es doch nicht so gut verkraftet, wie es zunächst den Anschein gehabt hatte. Leicht kräuselten sich die Augenbrauen des Blonden und er erhob sich, wobei er sich sein Schienbein besah. “Ich habe mich nicht vor dir versteckt, Katsuro. Ich habe gehandelt, denn genau wie du, befinde ich mich auf einer Mission.“ Hätte er ihm lieber ein väterliches Lächeln schenken sollen? Nein, im Moment noch nicht, wenn überhaupt. Sie befanden sich unter der Erde, in einer naturgetreuen Höhle. Ein paar Tropfsteine? Altes Gewächs. Moos. Nass. Ihre Kleidung würde nicht trocknen und wenn hier irgendwo eine Öffnung wäre, würden sie im Endeffekt frieren. Kälte war eines dieser eher wenigen Dinge, die er nicht mochte. Das meiste andere war ihm gleichgültig. Wohingegen er Katsuro in den ersten Momenten jedoch keines zweiten Blickes gewürdigt hatte, drehte er sich nun erstmals konkret zu dem Jungen um, der sich an seinen aufgeschlagenen Knien zu schaffen machte. Er wirkte mit einem Mal wieder wie der Akademieschüler. Nur vielleicht dieses Mal ein wenig mehr wie ein Straßenkind.
“Gute, gerechtfertigte Befehle an deine Untergebenen, Jônin. Richtig, er hatte den Jungen nicht aus den Augen gelassen. War an jenem Tag im Dorf gewesen, wenn auch unbemerkt. “Dennoch scheinst du zu vergessen, dass ich ein Verbrecher bin, Katsuro. Im Endeffekt befindest du dich also auf der Jagd nach einem Möchtegern-Verbrecher mit einem Verbrecher. Ich weiß nicht, ob das unbedingt die bessere Methode ist, als dort oben im Wald – aber meine Ansprüche sind nicht gesunken, auch wenn du mich nun erkannt hast.“ Im Blick des 34-jährigen flackerte kurz eine Wärme auf, die allerdings schnell wieder verschwunden war. Genauso wie das versteckte, matte Lächeln, das den letzten Teil der Aussage begleitet hatte. Ob dieses Lächeln jedoch genug war, wusste wohl niemand von ihnen. Eiji ging weder von sich aus direkter darauf ein, warum er sich letzten Endes zum Verlassen des Dorfes entschied, geschweige denn davon, warum er Katsuro ohne jegliche Informationen zurückließ, obwohl er wusste, wie es dem Jungen in den ersten Tagen und vielleicht auch Wochen danach wohl gehen würde. Vielleicht wollte er ihn testen, vielleicht wollte er sich selbst nicht auf diesen Pfad begeben. Vielleicht, nein wahrscheinlich, war dafür momentan einfach nicht der rechte Zeitpunkt. Doch wann würde dieser schon kommen? Vermutlich gar nicht und Eiji hatte sich ebenfalls wieder vom Schwarzhaarigen abgewandt und wollte sich sogleich auf den Weg machen, um seine Zielperson zu finden. Es war nicht so, dass er herzlos war. Nur hatte er in den letzten Minuten seine Prioritäten gesetzt.
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BeitragThema: Re: Auf felsigen Pfaden   Auf felsigen Pfaden Icon_minitimeSa März 29, 2014 12:50 am

Gerade war unwichtig, was zuvor geschehen und gesprochen worden war. Da zählte weder dieser Tadel, seit wann ihm bitte die Zeit Rechte zugestand, noch die Forderung welche gestellt worden war. Ganz ehrlich, all dies war dem jungen Iryônin gleich, welcher sich noch immer die Knie besah, die unter seinem starken und sattgrünen Chakra langsam aber sicher heilten. Unwissende hätten diese Haltung nun dem Fakt zugeschrieben, dass er sich nur so rasch heilte, weil sein Körper innerhalb des Kampfes wahrhaft sein Kapital darstellte und er sich lästige Einschränkungen nicht erlauben konnte oder wollte. Jemand aber, der kein ignoranter Schwachkopf war und den Versuch unternahm, hinter die Fassade zu blicken, der konnte solch viele Regungen erahnen, welche überhaupt nicht zu Katsuros sonstiger Erscheinung passten. Was wohl aber wiederum auch daher rührte, dass er nicht jeden Tag über eine Person stolperte, welche ihm so viel gegeben, aber gleichzeitig auch so viel genommen hatte. Die er geglaubt hatte zu kennen und plötzlich hatte feststellen müssen, dass er beinahe gar nichts über sie wusste. Jemandem, dem er vertraute, obgleich er wusste, das ihm dies das Genick brechen würde und zugleich beinahe töricht war. Zu leichtfertig. Es war also kein Wunder, dass er sich gerade in diesem Moment vorkam wie ein dämlich naiver kleiner Junge, der sich beinahe zwei Jahre eingeredet hatte, er käme mit allem zurecht und wäre reif und abgebrüht genug, zum Wohle seiner Gemeinschaft zu handeln. Nur hatte er dieser Einstellung bereits kräftig in den Hintern getreten, als er den Mann hinter dem Cape erkannt hatte, welcher ihm damals das Gefühl gegeben hatte wie es sein mochte, einen Vater zu haben. Jemanden, der das Beste aus einem hervorkitzelte. Einem nicht alles durchgehen ließ und etwas forderte, nur um einem doch irgendwann anerkennend auf die Schulter zu klopfen. Der einem zeigte, wie ein erwachsener Mann sich zu verhalten hatte. Das man auch Verantwortung übernehmen musste, selbst wenn einem viele Mitmenschen redlich egal waren. Etwas, was eben weder seine Mutter, noch seine Großmutter hatten tun können.
Und er hatte begonnen, zu vertrauen. Sich belehren und schulen lassen und den Egoismus etwas beiseite zu räumen. Sich sozialer und humaner zu verhalten. Und dann war dieser Tag gekommen, der all diese positiven Veränderungen an ihm, die beinahe zu spät gekommen waren, um ein Haar ausgelöscht hätten. Weil der Ersatzvater, dieses einzige lebende Idol, einen Fehler begangen hatte. Aus reiner Humanität heraus. Geflohen war, plötzlich als Verräter geahndet und einen Scherbenhaufen zurückgelassen hatte. So wie seine bis heute davon betroffene Tochter und einen "Sohn", dem dieses Shinobi-System auf die Füße gefallen war. Weil keiner von ihnen sich benommen hatte, wie man Konohas faire und soziale Einstellung seit Jahrhunderten anpries. Keiner. Wenn er sich zurückerinnerte, war er der Einzige gewesen, der versucht hatte an alle Beteiligten zu appellieren. Und gescheitert war. Sich völlig neu hatte ordnen müssen.
Das war zwei Jahre her und er hatte geglaubt, es würde ihn nicht mehr belasten, weil er den Werdegang und die Enttäuschungen akzeptiert hatte. Doch nun wo Eiji, sein alter Herr, sich mit ihm in diesem Schlamassel befand, strafte ihn seine Ratlosigkeit und innere Verwirrung Lügen. Dies würde sie innerhalb der nächsten Minuten weiterhin tun, selbst wenn ihm einige Facetten als so typisch erschienen, als wäre nichts weiter geschehen und er wäre noch immer der zu belehrende Anbu-Lehrling.
“Ich habe mich nicht vor dir versteckt, Katsuro. Ich habe gehandelt, denn genau wie du, befinde ich mich auf einer Mission.“ Immer diese Strenge, diese Gleichgültigkeit und dieses nüchterne Pflichtbewusstsein. Sicherlich verstand der Schwarzhaarige diese Worte genau, immerhin besetzte auch er mittlerweile einen hohen Posten und hatte Verantwortung zu tragen und Prioritäten zu setzen. Dennoch fühlte er diesen bitteren Beigeschmack, welcher ihn dazu anhielt, sich lieber weiterhin um seine Wunden zu kümmern, als zu antworten. Zudem wollte er auch gar nicht wissen, wer ihm diese Mission hier aufgetragen hatte. Vielleicht auch einfach weil es ihm nicht in den Kopf wollte, dass der großartige Anbu der ihn unter seine Fittiche genommen hatte, nun wohl oder übel ein "Krimineller" war. Zudem gefiel es ihm überhaupt nicht, ehemaligen Kameraden auf der gegenüberliegenden Front wieder zu begegnen. Das brachte nur Probleme mit sich. Riss an einem. Wie auch jetzt, da Eiji ungeachtet von Katsuros ausgebliebener Antwort weiter sprach.
“Gute, gerechtfertigte Befehle an deine Untergebenen, Jônin.“ Diesmal blickte er kurz auf, glaubte kaum, was er da vernommen hatte. Für jemanden, der mancherlei Detail leichtfertig übersah, hätte dieser Ausspruch nun einfach wie ein Lob geklungen. Und irgendwie tat es dies für den Kiseki auch, immerhin verriet es doch, dass sein alter Meister seine Entscheidungen als Teamleiter anerkannte. Andererseits war da dieses eine Wort, welches ihm eher einen Stich versetzte, anstatt ihn zu rühmen. Jônin. Woher wusste er das? Hatte seine Beförderung die Runde gemacht? Seine Leistungen selbst? Hatte er es sich erschlossen, weil es nicht so häufig passierte, dass Anbu eine solche Mission leiteten? Und dies unter einem anderen Rang? Oder hatte er sich vielleicht doch gewagt, ab und an verdeckt ins Dorf zu schleichen? Träfe Letzeres zu, und irgendwie sagte ihm sein Gespür, dass dem wohl tatsächlich so war, dann zählte dies wirklich schon einmal als Grund für ihn, mit leicht aufwallender Wut aufzuschnauben. Eben weil er wahrscheinlich letzten Endes in seiner Nähe gewesen war, aber sich nie gezeigt hatte, obwohl er wusste, dass er Katsuro trauen und sich sicherlich denken konnte, dass er ihn noch immer verteidigen und schützen würde. Doch wieder blieb er stumm...Bis zu einem gewissen Punkt jedenfalls, denn die nächste Aktion Eijis schlug dem Fass endgültig den Boden aus.
“Dennoch scheinst du zu vergessen, dass ich ein Verbrecher bin, Katsuro. Im Endeffekt befindest du dich also auf der Jagd nach einem Möchtegern-Verbrecher mit einem Verbrecher. Ich weiß nicht, ob das unbedingt die bessere Methode ist, als dort oben im Wald – aber meine Ansprüche sind nicht gesunken, auch wenn du mich nun erkannt hast.“ Ein warmer Blick. Begleitet von diesem Lächeln, dass dem jungen Mann immer Mut gemacht hatte, einen anderen Weg zu gehen, als der, der ihm so manches mal vorschwebte, wenn er sich zu sehr in seine Wissenschaften vertiefte und in seine morbiden Gedankengänge. Dennoch waren diese Mimiken viel zu flüchtig, als das sie diese Aussage und deren Bedeutung hätte aushebeln können. Was dahingehend der Grund dafür war, dass Katsuro seine Heilung einstellte und mit gesenktem Blick ein scharfes Zischen entließ. "Ach...So ist das also.", war das Erste, was er noch ruhig, aber mit einem ebenso angefachtem Unterton verlauten ließ, bevor er sich zur vollen Größe aufrichtete und auf den Rücken des Älteren sah, welcher sich schon wieder von ihm abgewandt hatte. "Für dich bin ich also nichts weiter als ein Jônin aus Konoha der deinem Auftrag mit seinem Team im Weg steht. Wenn das irgendein dummer Scherz sein soll, dann kann ich herzlich wenig darüber lachen...Wirklich nicht." Es war wie ein Knurren, ein verachtendes noch dazu. Ein stiller Vorbote für das, was ich da gerade in dem Neunzehnjährigen zusammenbrauchte. Mit jeder Sekunde, welche wortlos verstrich, brannte das Feuer der Wut stärker in ihm auf und obgleich seine Kleidung feucht war und es in dieser Höhle leicht zog, spürte er keinen Hauch der Kälter um ihn. Eher noch ließ diese innere Glut seine Augen aufleuchten, welche sich, wie zuvor, wie die eines Adlers verschärft hatten und hätte er seinen leiblichen Vater je kennen gelernt, hätte er gewusst, dass er diesen Blick von ihm hatte. Von einem gnadenlosen und mörderischem Nuke-Nin. Jedoch handelte er nicht wer er und setzte ohne Weiteres zu einem physischen Gegenschlag an, nein. Er handelte wie er selbst. Wie der Junge, der sagte was er dachte und sich nichts gefallen ließ.
"Du bist genauso wie alle anderen! Genauso wie dieses verlogene Pack, dass dich in einer Minute noch wie einen Helden feierte und dich im nächsten verurteilte! Nach außen wird die Menschlichkeit und Gerechtigkeit nur so gepriesen und das man zusammenhält, auch wenn jemand einmal einen Fehler begangen hat! Das man nicht nur in schwarz und weiß denken soll! Und was tust du? Nur wegen dieses Vorfalls machst du Freunde zu Feinden und gehst über deren Leichen, als wäre nichts dabei?! Willst du versuchen mich umzubringen, nur weil ich auf einer anderen Seite stehe? Weil ich nicht abgehauen bin?! Würdest du auch einfach so deine Tochter umlegen, wenn sie dir auf einer Mission begegnen und dir im Weg stehen würde?! Das kann nicht dein Ernst sein!" Mit jedem Satz seiner Tirade war seine Stimme lauter geworden und beim letzten hatten einige Tropfsteine eine Vielzahl von kleinen Wassertröpfchen abrieseln lassen, verursacht durch die leichte Erschütterung. Allerdings war ihm dies egal, er war noch längst nicht fertig und wo sich seine tätowierten Hände zu Fäusten geballt hatten, schien seine Miene wutverzerrt und tief enttäuscht zugleich.
"Und wenn's dein Ernst ist: Warum hast du dich überhaupt um mich geschert damals?! Fandest du es witzig einem kleinen und als verrückt anerkannten Außenseiter vorzugaukeln wie es denn wäre, so zu sein wie die anderen und einen Vater zu haben?! Oder sich dessen Vertrauen zu erschleichen ohne ihm zu viel über einen Selbst zu verraten?! Fandest du es auch lustig mit anzusehen, dass ich es doch nicht zum Anbu gebracht habe, sondern ausgestiegen und Jônin geworden bin?! Einen, dem du irgendwann die Lichter auspusten kannst, um dir außerhalb der Heimat deine Brötchen zu verdienen?! Ohne Rücksicht darauf, dass er nach deinem wortlosen Abgang seinen Kopf riskiert hat um dich ohne diese hirnverbrannten Sanktionen ins Dorf zurückholen zu können?! Dahin wo du hingehörst, weil du nichts Schlimmes getan hast?! Ohne Scheiß, wenn das wirklich so ist, dann wäre es besser gewesen ich hätte mich niemals auf dich eingelassen! Dann wüsste ich nicht, wie es ist seinen Vater zu verlieren und ihn zu vermissen!" Selbst wenn er die ganze Zeit über blindwütig geschrien hatte, seinem Ärger Luft gemacht hatte und vielleicht auch Dinge gesagt hatte, die vielleicht ein verletzter Teil in ihm so meinte, ein anderer aber nicht, so hatten seine letzten beiden Sätze doch sehr nach einem kleinen Jungen geklungen, den man nach einer trügerisch guten Zeit einfach im Stich gelassen hatte. Der deswegen, selbst wenn er als Dorf-Shinobi arbeitete, kein gutes Bild mehr für dieses System übrig hatte und daher oft das tat, was er persönlich für richtig hielt und Vorgesetzte vielleicht nicht. Wie oft hatte man ihn schon ins Hokagenbüro zitiert, nur weil er einen "Gegner" nicht getötet hatte, weil er es für unnötig befunden hatte ein Menschenleben auszulöschen, nur weil dieser "Gegner" seine Gründe gehabt hatte?
Ja, wie oft eckte Katsuro an, nur weil er eine Denkweise vertrat, die über den Tellerrand hinaus reichte und die es ihm gleichsam erschwerte, jemandem über den Weg zu trauen. Vielen Kollegen traute er keinen Meter, besonders nicht denen aus seiner früheren Einheit und ganz sicher nicht jedem, der ihm einfach so über den Weg lief und vielleicht sogar sympathisch wirkte. Sie waren doch alle gleich. In ihrer Welt beschränkt und verlogen. Nur weil sie als wahr empfanden, was höhere Mächte ihnen als wahr suggerierten. Und auch nur  aus diesem Grund musste er dies hier nun alles durchstehen. Weil Abtrünnige böse waren, egal aus welchen Gründen sie als diese galten und Dorf-Shinobi gut waren, weil sie sich loyal den Arsch für ihre Gemeinden und Kagen aufrissen und gegen die Bösen vorgingen. Egal warum eigentlich. Da wurde weder nachgedacht, noch gab es Chancen, nach einem Fauxpas wieder aufgenommen zu werden. Oder den Gedanken es einfach einmal zu versuchen.
Dieser Einstellung zufolge bohrte sich der stechende Blick des Iryônin nahezu in den Rücken des anderen Mannes und wartete darauf, wenigstens eine Antwort zu erhalten, bevor sie vielleicht später aufeinander losgehen mussten, nur weil sie auf verschiedenen Fronten kämpften.
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BeitragThema: Re: Auf felsigen Pfaden   Auf felsigen Pfaden Icon_minitimeSa März 29, 2014 1:43 pm

Vermutlich hätte irgendein anderer den Jungen nach diesem Ausbruch in die Arme genommen. Ihm gezeigt, dass er keinesfalls egal war und einem dieser Schritt selbst unsagbar schwer gefallen war. Wenn man seine Familie vermisste, die eigene Tochter. Kameraden und Freunde. Schüler – und man es nicht einmal auf eine jugendliche Handlung schieben konnte, wonach der Ärger groß geworden war. Nein, es war eine entschiedene und erwachsene Tat gewesen. Eine Tat, die er zum einen unterlassen hatte und zum anderen hinter sich gebracht hatte. Würde man die Welt um diese Jahre zurückdrehen, würde man wahrscheinlich sehen, dass er erneut so handeln würde. Sicherlich, es war ein Leben mit vielen unschönen und auch grausamen Seiten, aber im Endeffekt bereute er es nicht – und all dieses Leid, welchem er bereits in die Augen gesehen hatte, hatte ihn nicht weicher gemacht. Nein, Eiji drehte sich nicht zu dem Jungen um, als die erste Aussage an seinen Ohren glitt, die ihm bedeutete, dass weitere Worte folgen würden. Wohl laute Worte. Hitzige. Entrüstete. Wütende. Vielleicht auch unverzeihliche, wobei ihm das schon ein wenig Recht wäre. Der ehemalige ANBU würde nicht in Selbstmitleid verfallen, denn er wusste, er hatte sich diesen Weg ausgesucht. Er wusste, es war nötig gewesen und genauso gut wusste er auch, dass er dieser einen Begegnung niemals hätte aus dem Weg gehen können. Warum es also nicht hinter sich bringen? Diese Fassade dem Jungen zuzuwenden, der es wohl verdient hätte, seine Faust in jene Mimik zu schlagen. Aus Wut, Enttäuschung, Hass, gebrochenem Vertrauen und noch so viel mehr. Es war dieses Mehr, dass Eiji durchaus in diesen Augen sehen konnte, die ihn anfunkelten – und nicht zum ersten Mal dachte er, wie ähnlich dieser Junge seinem Vater war. Auch diese Kenntnis hatte er ihm verschwiegen, denn Katsuro war seiner Ansicht nach noch nicht so weit. Vielleicht würde er es auch nie sein, doch im Moment hatte er das Recht seinen Ärger ganz auf ihn zu konzentrieren. Denjenigen, der ihn nicht mitgenommen hatte, als er gegangen war. Der ihm etwas herausgerissen und nicht ersetzt hatte – auch, weil er es nicht konnte. Es stimmte, jeder in dieser Welt, musste sein Päckchen tragen und mit dem leben, was er in seinem Leben hatte... doch für manche waren die Voraussetzungen mehr als nur schlecht. So hatte der Dunkelhaarige weder einen Vater gehabt, noch eine strenge Mutter, die sein Sozialverhalten gebildet hatte. Richtig, die Güter, welche man Kiseki Katsuro mit auf die Welt gegeben hatte, waren denkbar schlecht und unfair gewesen. Er hatte auf eine normale Kindheit verzichten müssen und nicht gelernt anderen zu vertrauen. Eiji hatte es gesehen. Er hatte es in diesem Jungen gesehen, der abwesend und fast aussätzig auf der Seite gesessen und ein Buch studiert hatte.
Nur in über drei Jahrzehnten hatte Eiji im Gegensatz zu Katsuro auch ohne sein von Natur aus ruhigeres Gemüt, genug Zeit gehabt zu lernen, sich zu beherrschen. Und so hatte er sich mit verschränkten Armen, von wo er zuvor noch die Umgebung studiert hatte, umgedreht und sah den ehemaligen Schüler unverwandt an. Wie er das Wort an ihn richtete. Ihn anschrie. Vermutlich wäre es leichter gewesen, er hätte mit der Faust Vorlieb genommen. "Für dich bin ich also nichts weiter als ein Jônin aus Konoha der deinem Auftrag mit seinem Team im Weg steht. Wenn das irgendein dummer Scherz sein soll, dann kann ich herzlich wenig darüber lachen...Wirklich nicht." Das Temperament hatte er von seinem Vater. Sowie unter Umständen auch die Neigung, gewisse Dinge in noch spezifischeren Situationen nur von der einen Seite zu betrachten. Doch konnte Eiji es ihm verübeln? Nicht wirklich, doch das zeigte er nicht. Ja, vielleicht wäre es einfacher gewesen, er hätte es getan. Hätte ihm alles erklärt, nur im Moment erschien es ihm wenig angemessen. Ein Gutes, dass Katsuro weitersprach. Immer lauter werdend, sodass der Blonde sich fragte, wie weit die Zielperson wohl entfernt sein mochte und ob sie schon ein Willkommensschild aufstellte. Hätte Katsuro nicht wirklich ein Recht besessen und hätte der Blauhaarige sich nicht schon einschätzen lassen, wäre Eiji nun knallhart dazwischen gegangen und hätte dieser Rede ein Ende gemacht. Stattdessen hob er nun eine Augenbraue, was unter Umständen auch ein wenig überheblich aussah. Genau wie alle anderen. Verlogen. Heuchelei. Er machte Freunde zu Feinden. Mordversuche. Seine... Man sah wie das Blau in Eijis Augen gefährlich dunkler wurde und ein Funken von Feuer darin zu entstehen schien, der Katsuro wohl oder übel signalisieren würde, dass er sich nun auf sehr finsterem und gefährlichem Terrain befand. Ein Terrain, auf welchem er aufpassen musste, was er sagte. In all den Jahren war Eiji stets jemand gewesen, der seine Ruhe bewahrte und das tat er auf seine Art auch jetzt, doch der Vorwurf, dass er seine eigene Tochter umbringen würde, nagte an ihm. Mehr, als es irgendein anderer Vorfall konnte. Ja, man sollte ihm vorwerfen, er habe Konoha verraten - obwohl er nie ein Schwert gegen eben dieses halten würde. Ja, man sollte ihm vorwerfen, er würde bedenkenlos morden – obwohl er dabei stets an seiner eigenen Moral festhielt. Ja, er ging über Leichen – und dazu stand er. Ja, man konnte ihm auch Vorwerfen, dass er versuchte Katsuro umzubringen – obwohl er seit ganzen zwei Jahren nichts anderes im Sinn hatte, als den Namen des Jungen nicht auf jene schwarze Liste schreiben zu lassen. Man konnte ihm all das vorwerfen und er trug es mit erhobenen Haupt, weil er daran gewöhnt war, Dinge auf sich zu laden und damit zu leben. Aber dieser eine Vorwurf kränkte ihn. Eiji würde alle Hebel in Bewegung setzen und sogar jene alten Freunde wirklich zu Feinden erklären, wenn es um das Leben seiner kleinen Prinzessin ging. Man sah wie seine Körperhaltung sich veränderte, die Augenlider ein Stück weit enger zusammenrückten und die Augenbrauen sich ebenfalls in eine etwas senkrechtere Position begaben. Wenn man aber gedacht hatte, dass Kiseki Katsuro nun am Ende seiner Vorwürfe angekommen war, die sich normalerweise kein ehemaliger Lehrer bieten lies, der etwas auf sich hielt, so hatte man falsch gedacht. Dieser Junge war noch lange nicht fertig und würde weiter wüten. Eijis finsterer Gesichtsausdruck änderte sich nicht. Vielleicht wäre in einem anderen Universum – oder hätte er das Hyôton – nun die Nässe in der Höhle mit einer Eiskruste überzogen worden.
Fandest du es witzig einem kleinen und als verrückt anerkannten Außenseiter vorzugaukeln wie es denn wäre, so zu sein wie die anderen und einen Vater zu haben?! Oder sich dessen Vertrauen zu erschleichen ohne ihm zu viel über einen Selbst zu verraten?! Vorwürfe hagelten über Vorwürfe hinweg. Er hatte sich festgesetzt. Dieser eine Gedanke, dass man nicht der eigentliche „Vater“ war, sondern vielmehr ein Parasit, der seine Wirt von innen heraus zerstören wollte. Fandest du es auch lustig mit anzusehen, dass ich es doch nicht zum Anbu gebracht habe, sondern ausgestiegen und Jônin geworden bin?! Einen, dem du irgendwann die Lichter auspusten kannst, um dir außerhalb der Heimat deine Brötchen zu verdienen?! Ohne Rücksicht darauf, dass er nach deinem wortlosen Abgang seinen Kopf riskiert hat um dich ohne diese hirnverbrannten Sanktionen ins Dorf zurückholen zu können?! Dahin wo du hingehörst, weil du nichts Schlimmes getan hast?! Lustig? Nein, er hatte es sich gedacht, obwohl er anderes gehofft hatte. Vielmehr war er stolz auf.. seinen Jungen gewesen. Dass er es so weit gebracht hatte, wichtige Entscheidungen mit größter Treffsicherheit nun für sich alleine traf. Diese Entscheidungen Früchte trugen und ihn seinen Weg im Leben endlich finden ließen. Genauso wie seinen Platz. Ein Platz, von dem er genau wusste, dass er unter den gegebenen Umständen nicht wie früher an seiner Seite sein konnte. Eiji konnte das Verhalten seines ehemaligen Lehrlings nicht mehr wie damals decken. Sich für ihn aussprechen und die Blicke auf sich ruhen lassen, die da fragten “Wieso hältst du noch an diesem Jungen fest – siehst du nicht, dass ihm alles egal ist und er dich bei der kleinsten Gelegenheit wieder fallen lässt?“. Vielleicht waren es diese Gedanken, die seine Züge vor allem bei den letzten Worten wieder weicher werden ließen. Die Ernste wich, der Junge hörte sich wirklich wieder an wie der kleine Junge, der er einmal gewesen war. Dieses leise Fluchen... der Schmerz in seiner Stimme.
Ohne Scheiß, wenn das wirklich so ist, dann wäre es besser gewesen ich hätte mich niemals auf dich eingelassen! Dann wüsste ich nicht, wie es ist seinen Vater zu verlieren und ihn zu vermissen!!“
Ein Seufzen war das erste, was man von Eiji vernehmen konnte, als Katsuro geendet hatte. Die ernsten Worte, welche man zuvor noch von ihm gehört hatte, würden verfliegen. Viel eher trat die Wärme von vorhin zurück in sein Antlitz und er lehnte sich an die Steinwand, die sich ganz in seiner Nähe befand. Fast schon ein wenig lässig wirkte er dabei, als er eine Hand fast nachdenklich an sein Kinn legte. Unter Umständen würde es Katsuro nun beweisen, dass er Eiji – der nun so scheinbar locker blieb – egal war. Doch das stimmte nicht und das würde der Blonde seinem Schützling auch sagen: “Ich bin deiner Meinung also kurzum gesagt, ein kaltes Aas, das sich eine Freude daran macht, das Dorf, welches man über alles liebt, in den Ruin zu treiben. Die Leute darin im Stich zu lassen und sich nicht ab und an auf heimlichen Wegen dort einzuschleußen, um zu sehen, dass es ihnen wirklich gut sind. Vielmehr bringe ich alle Menschen in meiner Nähe um, wie es mir gerade beliebt, denn du bist ja auch schon gestorben, da ich mich dort oben nicht gleich zu erkennen gegeben habe, sondern mich an euch heranschlich.“ Er klang nicht belustigt, doch rieb er sich das Kinn, was seine Ausstrahlung auf eine sarkastische Art und Weise nachdenklich wirken ließ. Diesen Sarkasmus hörte man sowieso bereits heraus. “Natürlich bringe ich letzten Endes auch noch meine eigene Tochter um, die wundersamer Weise einen treuen Begleiter zu ihrer bestandenen Prüfung bekommen hat? Interessant möchte ich meinen.“ Die Hand wurde vom Kinn genommen und ein Stein vom Boden aufgehoben, ehe man sich wieder zurück an die Wand lehnte. Der harte Stoff der Erde wurde frei in der linken Hand immer wieder in die Lüfte geworfen – als ob er gleich seinen neuen Liegeplatz in irgendeinem Gesicht oder an einem sonstigen Körperteil wiederfinden würde. Die Miene wurde jedoch im Gegensatz zu diesem Anschein noch ein wenig wärmer. “Du hast mich gerade auf jede nur erdenkliche Art und Weise beleidigt und das bis aufs Mark. Dennoch befindest du dich noch vor mir und kannst atmen. Was sagt dir das nun?“ Eine Pause entstand, der Stein landete in der Hand, ohne wieder hochgeworfen zu werden. Eine Faust bildete sich um ihn. “Mit Sicherheit wäre es gerechtfertigt dir nun Informationen zukommen zu lassen und ja, du hättest auch alles Anrecht darauf. Dennoch werde ich das nicht tun, denn – Kleiner – Unwissen ist momentan dein stärkster Verbündeter. Ich weiß, du hast wenig Grund mir zu Vertrauen und ich sage dir auch, dass du es im Grunde genommen nicht kannst. Aber würde ich dich umbringen wollen, hätte ich es schon getan – Möglichkeiten dazu haben sich geboten..“ Mit einem Ruck stieß er sich von der Wand ab und machte sich auf den Weg in die Höhle. “Und noch etwas: Du bist nicht mein leiblicher Sohn und ich bin nicht dein Vater. Mal dir diese Vorstellungen nicht aus. Sie entsprechen nicht der Wahrheit. Ich bin momentan genauso wenig dein Freund, wie ich dein Feind bin, merke dir das gut. Mache Leute glauben jedoch über diese Kleinigkeiten hinweg, dass ein Mensch es wert ist, an ihn zu glauben. Ich habe viele Kleinigkeiten in dir gesehen, als du abseits auf dem Akademiegelände gesessen hast. Die Sache ist die, dass ich mich entschlossen habe, an dich zu glauben. Nur ist das vollkommen nebensächlich.“ Vermutlich gab es vieles, was Katsuro in den nächsten Jahren nicht verstehen würde, aber im Moment konzentrierte sich der Missing-Nin und Verbrecher wieder auf seinen Auftrag. Und der bestand darin den Mann zu finden. Also begab er sich auf den Weg und ließ Katsuro hinter sich zurück, wenn letzterer ihm denn nicht folgte.
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BeitragThema: Re: Auf felsigen Pfaden   Auf felsigen Pfaden Icon_minitimeSa März 29, 2014 5:52 pm

Er sah es. Er wäre auch dumm, es nicht zu sehen. Das er sich mit seinem Ausbruch auf dünnes Eis begab, was er nicht nur deutlich an der Mimik Eijis, sondern auch regelrecht spüren konnte. Es war wie vor zwei Jahren, als er sich bei der Aussprache über den Vorfall und das Urteil über den Status seines Senseis aufgeführt hatte wie eine sunagakurische Steppenwildsau. Weil er das Urteil mehr als ungerechtfertig gefunden hatte und das Verhalten der Vorgesetzten unmöglich. Unfair. Und weil er an sich aufgewühlt war wie nie in seinem Leben. Auch in diesem Moment hatte er allen um sich angesehen, dass er seinen Kopf riskierte, wenn er weitere Kritik hageln lassen würde. Das eine Verbannung aus der Einheit wohl das Geringste sein würde. Allerdings hatte man hinsichtlich seiner Situation, was ihn bis heute wunderte, Verständnis gezeigt und ihn nach Hause gebracht. Das war wohl das erste Mal gewesen, dass sich die Obrigkeiten des Dorfes so für sein Wohl interessiert hatten. Vielleicht auch nur weil sie glaubten, ein Fehltritt ihrerseits würde ihnen die Chance auf einen meisterlichen Iryônin verderben und ganz ehrlich: Katsuro war in diesem Alter schon sehr gut auf diesem Gebiet gewesen. Immerhin hatte er sein Dasein der Biologie und Medizin verschrieben und hatte nie etwas anderes getan. Wahrscheinlich war er wie ein neuzeitlicher Yakushi Kabuto für sie, allerdings einer, den man noch halten und gewissermaßen lenken konnte, wenn man es richtig anstellte. Und bisher war er ja auch geblieben, selbst wenn er noch immer aneckte und als unnahbare Wundererscheinung galt.
Wie er aber nun bei Eiji fuhr, wusste er nicht. Während seines Gefühlsausbruchs war ihm dies aber auch relativ egal gewesen, denn er hatte nicht an sich halten können. Nicht mehr. Viel zu lange hatte er das eben gesagte für sich behalten, darüber gegrübelt. Und nun so kühl abgefertigt zu werden, das hatte er nach allem nicht wegstecken können.
Ein Gutes war, dass der Blonde ihn nicht unterbrach und ihn durchschnaufen ließ, nachdem er ihm alle möglichen und unmöglichen Vorwürfe entgegen geschleudert hatte. Das er sogar noch ruhig blieb, als der Jungspund sich mit einer Hand an die bemooste Wand stützte und sich schwer atmend die Brust hielt. Weil auszurasten für ihn eine immense Anstrengung darstellte. Er tat es ja sonst nie. War der Coole. Der smarte Typ mit seinen süffisanten Kommentaren und der lässigen Haltung. So locker und belustigt sich sein Gegenüber aber nun anschließend gab, ebenso an einer Wand gelehnt, vermittelte dem mittlerweile abkühlenden Hitzkopf nun aber die Einsicht, das er sich gerade benommen hatte wie ein Kleinkind. Ebenso taten es die nachfolgenden Reden des ehemaligen Meisters, der es wie auch früher verstand, alles ins Sarkastische zu ziehen. Aber schön, immerhin wusste der gute Mann, welche Tour das einsame Genie brauchte, um zu verstehen. Was wohl auch einer der besten Eigenschaften dieses Mannes war. Er schaffte es im Gegensatz zu jedem anderen immer wieder, Katsuro diesen waghalsigen Querdenker auf den Boden der Tatsachen zurück zu holen. Ihm, wie in diesem Augenblick, klar zu machen, dass er sich nicht nur peinlicherweise aufgeführt hatte wie ein bockiger Fünfjähriger oder seine kleine Giftspritze von Halbschwester, sondern das er zu unrecht irgendetwas eingeredet hatte. Das er zu verbissen gewesen war. Zu ängstlich. Und das er dem Missing-Nin vor ihm nicht egal war.
Genau deshalb veränderte sich sein Gesichtausdruck. Von Wut zu Erschöpfung und Enttäuschung über das eigene Verhalten. Dabei hatte er ja, wie Eiji selbst sagte, nicht einmal einen Grund ihm all dies zu glauben. Eigentlich hätte er genauso gut gelogen haben können. Doch erkannte der hochgewachsene Shinobi es an den Worten und dieser ausgestrahlten Wärme, dass es nicht so war. Das er die Wahrheit sagte. Schon allein, weil er ihn nicht umgebracht hatte, was er nun oft genug hätte versuchen können. Das er sich überhaupt auf diese Unterredung einließ. Zwar verstand Katsuro noch nicht ganz, warum er ihm noch immer nichts verraten wollte, selbst wenn er ein Anrecht auf so einige Details besaß, doch beließ er dies erst einmal dabei und lauschte lieber den letzten Worten welche der frühere Anbu an ihn richtete, während er sich dem Gang der Höhle zuwandt. “Und noch etwas: Du bist nicht mein leiblicher Sohn und ich bin nicht dein Vater. Mal dir diese Vorstellungen nicht aus. Sie entsprechen nicht der Wahrheit. Ich bin momentan genauso wenig dein Freund, wie ich dein Feind bin, merke dir das gut. Mache Leute glauben jedoch über diese Kleinigkeiten hinweg, dass ein Mensch es wert ist, an ihn zu glauben. Ich habe viele Kleinigkeiten in dir gesehen, als du abseits auf dem Akademiegelände gesessen hast. Die Sache ist die, dass ich mich entschlossen habe, an dich zu glauben. Nur ist das vollkommen nebensächlich.“ Dank dieser Aussage riss Angesprochener kurz die so stechend blaugrauen Augen auf, ungläubig über das, was er eben vernommen hatte. Auf der einen Seite wurmte es ihn sicherlich irgendwo, dass das ihre Beziehung eine andere war, als die, die er sich insgeheim gewünscht hatte. Andererseits rührte es etwas in ihm gewaltig, dass er solch viele Grenzen bewusst überschritten hatte, nur weil er an diesen seltsamen Jungen hatte glauben wollen. Weil er in ihm wahrscheinlich Dinge sah, die Katsuro nicht einmal selbst erkannte. Die er sich nicht einmal in kühnsten Träumen ausmalen konnte, weil er Träume ohnehin als viel zu schwammig und naiv einstufte und selbst ein eher nüchternes Bild von sich hatte. An sich hatte er ja nur das Ziel, sich alle Fragen beantworten zu können, die sich ihm auftaten. Mehr nicht. Und dennoch war es wie ein Hochgefühl, dass gerade dieser Mann immer an ihn geglaubt hatte. Was ihn nicht nur wieder Ruhe bescherte, sondern auch die Möglichkeit, sich von der Wand abzustützen und ihm hinein in den Gang zu folgen. Etwas eingezogen natürlich, da er sich sonst an der nunmehr niedrigeren Decke stoßen würde.
"...Weißt du, selbst wenn ich mir im Klaren bin, dass ich nicht dein Sohn bin und du auch nicht mein leiblicher Vater...So wünschte ich mir trotzdem, es wäre so. Denn im Gegensatz zu meinem Alten kenne ich dich immerhin halbwegs und werde selbst nach diesem kindischen Ausbruch nicht weggestoßen...auch wenn ich's irgendwo verdient hab..." Mit wieder ruhiger und leicht dunkler Stimme hatte er dies ausgesprochen, was so ähnlich wie eine Entschuldigung auf seine eigene Art war. Er grinste sogar leicht dabei, wenn auch mit einem Hauch Schuldbewusstsein. "Wenn man nicht weiß, was eigentlich los ist, macht man sich eben so seine Gedanken...Und oft sind die unbegründet und für viele Parteien sogar verletzend. Aber schön.", war das Einzige, was er noch über diese Thema verlauten ließ, bevor er sich mit seinen scharfen Äuglein in diesem Gang umsah. Einfach all diese noch immer bestehenden Ungereimtheiten abschüttelnd und sich wieder auf "das Wesentliche" konzentrierend. "Sobald wir diesen verlausten Tunichtgut geschnappt haben, kannst du deine Arbeit an ihm tun. Solange dieser Freak von der Bildfläche verschwindet und seine Gaunereien unterlässt, ist mein Auftrag ohnehin erfüllt." Als ob er dies nur beiläufig vorschlagen würde, sammelte er im Vorübergehen einige seltene und gebräuchliche Kräuter von den überwucherten Wänden und sammelte sie in einer seiner Gürteltaschen. "Ich für meinen Teil werde auch nicht den törichten Versuch unternehmen, dich dingfest machen zu wollen, es sei denn, du greifst mich oder meine Kleinen an. Gewinnen werde ich dann ohnehin nicht, aber das ist gleich. Und falls wir uns friedlich einigen können, werde ich gen Heimat ziehen und keiner Menschenseele verraten, wem ich außer diesem Alien noch begegnet bin. Ebensowenig werden das dies die Chûnin tun, denn immerhin hast du ihnen den Arsch gerettet. Im Endeffekt würde das alle glücklich machen und jeder bekommt, was er wollte." Mit einem etwas breiterem Grinsen griff er sich wieder einige Kräutchen, knüllte sie unter Einsatz eines bisschen Speichels zusammen und klebte sie in die noch leicht geöffneten aber deutlich gesünder aussehenden Wunden seiner Knie. "Genial, dass Attilas sogar hier an solch einem Örtchen wächst.~"
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BeitragThema: Re: Auf felsigen Pfaden   Auf felsigen Pfaden Icon_minitimeMi Apr 02, 2014 8:39 pm

Eiji ließ seinen Blick durch die Untergrundhöhle schweifen. Nicht, weil es noch nicht oft genug getan hatte, sondern weil sie sich aufs neue in größeren Entfernungen vor ihm auftat. Es war wie ein unterirdischer Palast mit Moos überwuchert und einem frischen Duft, der fast an Blüten erinnerte. Er kannte diesen Duft. Von den Wiesen Konohagakures und seiner Umgebung. Dort, wo seine Heimat war und wo er die längste Zeit seines Lebens verbracht hatte. Man könnte meinen, dass kurz etwas Wehmütiges in seinem Blick lag, als Katsuro hinter ihm mit dem Reden begann. Vielleicht hätte es ihn ein wenig mehr aufmuntern sollen, als letzterer ihm offenbarte, dass er sich ein solches Vater-Sohn-Verhältnis instinktiv wünschte. Ein Seufzen war die Antwort, genauso wie ein Kopfschütteln. Für mancherlei Augen schienen Dinge so viel einfacher zu sein und er gäbe viel darum, wieder auf einer niedrigeren Ebene des hohen Kartenhauses zu stehen, das er sich aufgebaut hatte und das jeden Moment zusammenkrachen konnte. Es gab so viele Schwachstellen. Allein schon deshalb, weil ihn oftmals die Frage plagte, was aus seinen Menschen zu Hause werden sollte oder aus Azumi, wenn seine Eltern starben – etwas, was schließlich jederzeit geschehen konnte. Oder wenn seiner Tochter selbst etwas zustieß. Natürlich war er niemand, der sich über Stunden und Tage hinweg diese Fragen stellte, nein. Er zog sie einfach in Betracht und hoffte, dass ihm wenigstens das bisschen Glück vergönnt war – wenn er schon nicht an letzteres glaubte. Sein Blick glitt auf den Boden, während er weiterhin den Worten hinter sich lauschte. Fußabdrücke? Seine Augen verengten sich und er kniete sich in die feuchte Erde. Vorsichtig befühlte er den Abdruck mit seinen Fingern, verrieb dann den Stoff zwischen Zeigefinger und Daumen. Dann sah er wieder nach vorn, formte aber gleichzeitig stumm seine Fingerzeichen, sodass im nächsten Moment ein dunkler Dobermann erschien, der sich der Gewohnheit nach zu allen Seiten hin umsah. Er traute Menschen nicht. Wieso sollte Jin auch, wenn man bedachte, dass er als Welpe misshandelt worden war und man ihm die Stimmbänder malträtiert hatte? Der arme Kerl konnte nicht einmal mehr vor Schmerz jaulen oder um Hilfe bellen. Nur ein ersticktes Säuseln des Windes kam aus seiner Kehle. Wenn überhaupt. Ein kleines, zitterndes Wimmern. “Das ist der Fußabdruck des Verdächtigen, den du schon einmal für mich aufgespürt hast. Sei so gut und tu es erneut.“ Der Dobermann nickte. Katsuro würde sich vermutlich gut daran erinnern, dass dieser Hund nicht sprechen konnte. Letzterer machte sich nun auf den Weg und Eiji konnte sich daher wieder umdrehen und an Katsuro wenden, der soeben davon berichtete, dass er hier in gewisser Hinsicht freie Bahn hatte. Eiji wusste, dass der Junge sich damit in eine Grauzone begab und verzog skeptisch den Mundwinkel, wobei er die Augenbrauen kräuselte. Man sah deutlich, was er von dieser Idee hielt, aber zuckte letzten Endes nur mit den Schultern. Er konnte diesem Jungen keine Befehle mehr erteilen, denn der Schwarzhaarige musste seinen Weg selbst finden. Nicht nur als Shinobi, sondern auch als Befehlshaber. Welche Risiken er sich setzte, beziehungsweise welche er einging, lag ganz bei ihm. Dennoch empfand Eiji gerade so etwas wie Stolz, ihm etwas beigebracht haben zu können, damit er in der Welt besser klar kam als ohne seine Hilfe zuvor. Sicherlich, vielleicht hatte Katsuro in ihm einen Vater gesehen, doch wenn er wüsste, dass Eiji schon die ganze Zeit seinen Vater kannte und ihn absichtlich von eben diesem fernhielt... würde es dann auch noch so sein? Vielleicht würde er seinen Vater aber auch einfach nicht kennenlernen wollen. Zumindest jetzt noch nicht, denn sicherlich hatte jeder Junge irgendwann einmal eine heldenhafte Vorstellung genossen. “Es gibt viele Leute, die sehr stolz auf dich sind, Katsuro. Auch, wenn du diese kindischen Ausbrüche hast. Ich denke, ich kann mir ausmalen, wie diese Momente danach für die gelaufen sind und wenn ich mir überlege, wie du gerade reagiert hast, kann ich mir auch sehr gut vorstellen, was du hast durchstehen müssen. Aber du hast es durchgestanden und hoffentlich lernst du endlich daraus, dein vorlautes Mundwerk zu halten, wenn es die Zeit erfordert. Damit kannst du manchmal größeren Schaden anrichten als mit Waffen.“ Er wusste nicht mehr, wie oft er ihm schon versucht hatte, das zu erklären, aber vielleicht würde er es nun verstehen. “Um ehrlich zu sein, hätte ich mir diese Informationen auch ohne deine Einwilligung geholt. Aber davor sollten wir ihn erst einmal finden.
Eine kurze Zeit später hörte man ein Scharren, dann ein Fluchen und Eiji wusste, wo er Jin finden würde. Aus diesem Grund zückte er sogleich das Katana, war das grüne Cape zur Seite, damit seine Bewegungsfreiheit nicht eingeschränkt werden würde – immerhin war leicht nasse Kleidung schwieriger und er wollte (wie immer) Jin nicht allzu lange alleine mit einer potentiellen Gefahr lassen. Da war sie wieder. Diese kleine gütige – fast väterliche – Facette von ihm, die sich sonst so gut unter den vielen Schichten verbarg, welche er trug. “Ich habe schon vielen Menschen das Leben gerettet, also baue ich nicht auf dergleichen. Dennoch wäre ein Danke wohl angebracht – allerdings nicht jetzt.“ Mit einem kleinen Lächeln machte er sich in jene Richtung auf, in welcher Jin gerade den Feind aufgespürt hatte.
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