Tamashii no Utsuri

Ein RPG in der Welt der Shinobi
 
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 [Dorf] Yaezawa

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BeitragThema: [Dorf] Yaezawa   [Dorf] Yaezawa Icon_minitimeDi Jul 15, 2014 6:08 pm

[Dorf] Yaezawa Asianvillageweb2bvrfl

Yaezawa ist ein Dorf durchschnittlicher Größe und liegt südöstlich vom einstigen Kumogakure. Die Stadt hat im Zentrum eine Kirche als Umschlagplatz für Handel, Ort für gesellschaftliches Leben und Ausübung religiöser Überzeugungen. Einst lebten hier einige Ninja-Familien, da der Reiseweg nach Kumo nicht wirklich groß war. Heute hat sich der gesellschaftliche Standard allerdings nach unten verschoben, sodass es kaum noch eine gehobene Schicht gibt. Das Dorf ist ein Überbleibsel von Bauern, anderen Handwerkern und Dienstleistern, während lediglich die Elterngeneration noch die goldenen Zeiten in Erinnerung hat.
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BeitragThema: Re: [Dorf] Yaezawa   [Dorf] Yaezawa Icon_minitimeDo Jul 17, 2014 2:29 pm

Timeskip von mehreren Wochen

Er war den Spuren des Blonden solange gefolgt. Er wusste, dass er eine ähnliche Haarfarbe wie seine Schwester hatte, die er vor Jahren kaltblütig getötet hatte. Jahre voller Verzweiflung auf der Suche nach diesem Mörder aus Konohagakure. Jahre der Aussichtslosigkeit, Heimatlosigkeit und des Zwielichts zwischen Wahn und Realität zu wandeln. Raiga hatte sich so gut versteckt in all der Zeit. Sicher hatte er unzählige weitere Schandtaten begangen, die man nicht einmal versuchen wollte mit bloßen Worten zusammenzufassen. Der größte Schleier lag auf seinen Gründen. Warum tat er das? Hatte er Spaß an Gewalt und Leid anderer? War er ein sadistischer Narzisst? Kaum einer konnte es sich zusammenreimen. Im persönlichen Umfeld fand man kaum Beweggründe, die einen Menschen etwas derart Abscheuliches tun ließen wie die eigene Familie zu töten, den Rest hinter sich zu lassen und gelassen weiterzuleben als wäre nie etwas gewesen. Doch die bloße Faszination an Blut und Schmerz konnte es auch nicht sein. Das war einerseits so klischeehaft, andererseits reichte das kaum als Erklärung. Aber eigentlich fragte seit Jahren niemand nach den Gründen. Denn in Konoha ahnte ja niemand, dass Raiga damals das Blut der Yanases vergossen hatte, wovon ein Teil in die Linie der Nozaki reichte. Eine stolze, in sich gekehrte Familie, die in ihren Grundfesten erschüttert worden war. Wovon der älteste Sohn durch die Lande streifte nach der Inszenierung seines Todes sowie dem seines Teams, um aus Konoha fliehen zu können. Er wollte nicht als der Täter verurteilt werden, der er nicht war, und wollte den zur Rechenschaft ziehen, der all das verursacht hatte. Nur darin bestand noch ein Restsinn seines Lebens. Die Jagd auf Raiga Yanase, die sich nun dem Höhepunkt widmen sollte.
Etliche Winter und Monate hatte er damit zugebracht diesen Mann zu finden, der in den endlosen Weiten Yokuchis und kleinerer Reiche nichts weiter war als ein Schatten, der ab und an mal Aufsehen erregte. Immer wieder verzögerten sich die Chancen ihn zu finden, weil Inazuma das kostbare Geld ausging, das er sich zwangsverdienen musste, um mit seiner Suche weitermachen zu können. Dabei immer das gesundheitliche Risiko. Gar das Risiko des Todes, wenn er irgendwo mitten in der Wildnis ohnmächtig wurde. Zudem war er alleine, hatte nur sein kleines Mädchen dabei, die ihn nicht beschützen würde. Einerseits war Erika seine Tochter, andererseits war er der Ältere und Stärkere. So blieb es seine Aufgabe auf diesem dunklen Pfad zu wandern, bis er nach diesen Jahren endlich den Punkt erreichte, wo Raiga sich verraten hatte. Laut Inazumas Informationen und den Gerüchten, die ihn erreicht hatten, befand sein Ziel sich in einem Dorf des alten Blitzreiches mit dem Namen Yaezawa, tyrannisierte und schändete die Dorfbewohner, indem er sich dort breit machte, als wäre es sein neues Domizil. Mithilfe unterschiedlicher Handlanger, die er um sich scharte, besetzte er Yaezawa, hielt es in den Händen und tat, was seine Gelüste ihm für den neuen Tag vorschlugen.
So hatte ihn sein Pfad bis zu diesem Dorf geführt, in dem sein Endgegner auf ihn warten sollte. Es war eine Aufgabe, die ihn das Leben kosten konnte, doch dafür war er bereit. Er war bereiter als jeder andere Mensch auf dieser Erde an diesem Abend sein Leben zu lassen. Für seine Frau und sein Kind, das neben ihm auf Holzfüßen lief, da es von Chakra-Fäden gesteuert wurde. Inazuma hatte sie extra in ein schwarzrotes Kleid gesteckt, ihr Haar liebevoll frisiert und mit einem typischen Haarreif bestückt, während ihre grünen Augen leblos in die Leere starrten. Sein Mädchen war bei ihm. In der freien Hand hielt er seine Geige, an der der Geigenstock hing, den Erika ihrem Vater einst geschenkt hatte. Es würde ein grandioser Auftritt werden mit wundersamen Klängen dieses Instrumentes, den Geräuschen einer Puppe, die für Inazuma noch lebte, seinen Worten gegenüber Raiga und dem sanften Spritzen von Blut aus allen Adern der Menschen, die hier Böses verbreiteten. Die Sonne ging am Horizont bereits unter. Der Himmel wurde in violetten, rosa und rötlichen Tönen gefärbt. Die Wolken schienen von unten beschienen zu werden, während der Wind sanft die Kronen der Bäume wiegte. Man hörte das Knirschen von Sand, Steinchen und anderem Dreck unter den Füßen der Ankömmlinge. Yaezawa lag direkt vor ihnen.
Bäuerlich wirkende Häuser aus Holz, mit einfachen Satteldächern, typisch asiatischer Veranda und ebenso einfachen Gehwegen, die nicht viel Asphalt aufzubieten hatten. Es wirkte wahrlich wie ein Ort, der in seiner ländlichen Idylle den Frieden liebte, den es hatte - bis ein Bastard von Nuke-Nin daher kam und es an sich riss. Was war denn an diesem Städtchen so besonders? Dass es im einstigen Blitzreich lag und heute in Kangetsu no Kuni? Wurden hier die Geheimnisse aus Kumo gehortet? Beinahe erwartete der Schwarzhaarige hier etliche dunkelhäutige Shinobi zu treffen, doch dafür lag der Ort doch zu weit im Süden. Aber solche Belanglosigkeiten sollten ihn jetzt auch nicht kümmern. Wichtiger war Yaezawa zu betreten, sich vielleicht von den Wächtern Raigas ansprechen zu lassen und solange weiterzumachen, bis Inazuma direkt vor ihm stand. Er wusste, dass er hier war. Auch wenn er im Vergleich zu einem alten Freund kein Sensor-Ninja war, sagte sein Bauchgefühl ihm, dass seine Rache im Umkreis von wenigen Kilometern hauste. Und er täte selbst alles, um sie zu bekommen.

Die ersten Häuser ließ er hinter sich. Keine Menschenseele, die an der Straße arbeitete, sich mit einem Nachbarn unterhielt oder durch das Fenster im Haus selbst zu sehen war. Vielleicht beim Kochen oder Putzen. Es war wie leer gefegt. Davon ließ Inazuma sich aber nicht beirren. Sein Verstand schien immer klarer zu werden im Vergleich zu sonst, je näher er dem Quell der Vergangenheit kam. Ein benebeltes Lächeln stahl sich auf sein Gesicht, während er mit Erika weiter in das Dorf vordrang ohne jemanden zu sehen. "Siehst du das, Schatz? Als wüssten sie, dass wir sie besuchen möchten. Als wüsste dein Onkel, wie groß du geworden bist. Und hat nun Angst vor dir." Mit einem Fingerzucken ließ er die Puppe nicken, sodass er ein Zustimmen für seine einsame Frage erhielt. Das tote Mädchen lief weiter direkt neben ihrem Vater, während dieser irgendwann an einer Kreuzung stehen blieb als hätte ein Instinkt ihn dazu bewegt. Es dämmerte mehr und mehr, doch man erkannte noch genug, sodass keine dunklen Schatten Schutz boten. Es vergingen Sekunden, in denen sich keiner rührte, keiner etwas sagte. Dann schloss Inazuma die Augen, senkte das Antlitz zur Erde und lächelte. Mit einem fürsorglichen Ton, den er bei Erika beibehielt, fing er an zu sprechen. "Es ist niemand gekommen, um uns zu begrüßen. Ist Yaezawa in den Himmel aufgestiegen wie Kumogakure es einst tat? Hat der Raikage alle seine Provinzen im Stich gelassen? Lauert er mir womöglich sogar selbst auf? Schatz, siehst du den Raikage? Ein Mann, der so leuchtet wie du selbst?" Inazuma hob den linken Arm an, bewegte die Fingerspitzen und brachte seine Puppe so dazu sich umzusehen, umzudrehen und dann zu ihm aufzublicken und den Kopf zu schütteln. "Du bist ein gutes Mädchen. Aber du musst lernen, dass die Gefahren überall lauern. Trotz dessen musst du aber nichts fürchten, denn Papa ist immer an deiner Seite."
"Hey! Laberst du ernsthaft mit einem Stück Holz? Wie lachhaft!" Plötzlich ein Gekicher und Gelache das von einer nicht allzu kleinen Gruppe Männer ausging. Frauen waren keine darunter wie man durch das Gemurre zunächst hören konnte. Während Inazuma weiterhin lächelnd auf der Straße stand und diese hinunter sah als wäre nichts passiert und die Zeit eingefroren, widmete sich einer der Männer immer noch ihm. Sie hatten sich wohl in den Häusern aufgehalten, sodass man sie nicht gesehen hatte. Waren sie die Wachhunde, die dafür sorgten, dass keiner so einfach das Dorf passierte? Oder schon die obersten Kerkermeister, die es wegzuräumen galt? Inazuma sah nicht, dass ein stämmig gebauter Mann, über zwei Meter groß mit Glatze, hinter ihm auf die Straße trat. Die Schatten beider Männer lagen lang gezogen auf der Straße, während der Riese ganz langsame Schritte auf den Nozaki zumachte. Wahrscheinlich dachte er, dass er unüberwindbar wäre. "Heilige Scheiße, so etwas ist doch peinlich. Ein Alterchen, das nicht mehr ganz richtig im Kopf ist und mit einer wertlosen Puppe spricht im Glauben sie würde ihm antworten. Männer, seht ihr so etwas als Gefahr an?" Zustimmendes Gelächter, Gerufe und Beleidigungen von allen Seiten. Inazuma stand einfach weiter lächelnd dort, sah in die Ferne und hatte Geige sowie Puppe an den Händen. Dennoch hörte er dem Kerl zu und antwortete ihm, auch wenn er ihm den Rücken zukehrte. "Warum stellt Ihr euch nicht vor, mein Herr? Sie würde Euch gerne kennenlernen. Sie ist schüchtern, wisst Ihr?" Der Hüne war bei Inazuma angekommen, verschränkte die fleischigen Arme und schnaufte durch die Nüstern. "Glaubst du ernsthaft, dass ich bei deinem beschissenen Spiel mitmache? Dreh dich gefälligst um, wenn ich mit dir rede!" Die Wache wollte den Schwarzhaarigen mit seinen großen Händen gewaltsam herum reißen, aber jener zuckte lediglich mit den Fingern ohne hinzusetzen. Erika drehte sich daraufhin rechtzeitig um, zog ihr Kleid über die rechte Schulter hinunter, woraufhin sich dort eine Klappe öffnete. In einem flatschenden Geräusch spritzte literweise Tierblut aus der Schulter auf den großen Mann, der erschrocken davon benetzt wurde und zunächst zurücksprang. Er roch, dass es echtes Blut war, was ihn umso mehr irritierte, doch dann regte er sich auf, dass er darauf hereingefallen war und seine Männer ihn nun versuchten nicht zu betrachteten. Einerseits verkniffen sich zahlreiche Personen von ihnen das Lachen, andere versuchten nicht in den Fokus der Wut zu geraten, indem sie beschämt zur Erde sahen. "Was lacht ihr so bescheuert?! Haltet eure Schnauzen und bewegt eure Ärsche hier her!" Der Hüne wischte sich das gröbste Blut vom Körper, war aber dennoch angewidert und nahm Abstand. Inazuma ließ seine Puppe stehen, nachdem diese sich wieder angezogen hatte. "Es tut mir leid dass er sich nicht vorgestellt hat, mein Schatz. Das hat er nicht persönlich gemeint." Nun traten etliche Männer verschiedenster Haar- und Hautfarben, Größen, Frisuren und Staturen auf die Straße. Es waren mindestens zwanzig Mal so viele wie Inazuma selbst. Die Straße hinter sich füllte sich also mit etlichen Wachen, die alle recht kampfbereit wirkten aufgrund der Wut des Hünen, der nun mit Blut bedeckt war. Langsam und bedächtig, immer noch mit dem väterlichen Lächeln, drehte der Geigenspieler sich zu ihnen um, den einen Arm für Erika erhoben, den anderen hängend wegen der Geige, und musterte geringfügig die Straße. "Was gibt’s da zu grinsen, du Arschloch?!" Der Hochgewachsene war immer noch wütend. Erneut näherte er sich Inazuma. Mit schnellem Schritt und gezückter Faust kam er ihm nahe, wollte ihm gegen den Kopf schlagen und brüllte dabei bereits.
"Das hast du davon! Jämmerlicher Idiot." Der 40-Jährige hatte sich treffen lassen. Er war zu Boden gestürzt, seine Puppe mit ihm, die Geige lag im Dreck der Straße. Er spürte, dass er sich dabei die Schleimhaut im Mund aufgebissen hatte. Während er dort lag, öffnete er langsam die Lippen, damit das Blut in einem mittelgroßen Rinnsal hinausfließen konnte. Es war hellrot und warm, da es frisch aus einer Arterie kam. "Sie sagen niemals ihre Namen. Sie kommen einfach und wollen Böses. Sie verstehen nicht, kennen die Wahrheit nicht. Warum ist meine Wahrheit alleine?" Er murmelte traurig vor sich hin, während er auf der Straße lag und sein eigenes Blut schmeckte sowie den Schmerz vom Schlag im Kiefer spürte. Während dessen hörte er wieder Gelächter von der Straße, während der Hüne sich bückte und ihn anschließend bespuckte. "Na, was nuschelst du? Bedauerst du, dass du hergekommen bist oder betest du zu deinem Püppchen? Dieses hässliche Scheißding!" Der Glatzkopf holte mit dem dicken Fuß aus und trat Erika gegen die Beine, sodass eines davon gemäß der eingebauten Gelenke nach hinten schnappte. Dabei verdrehte sich das Kleid, das Inazuma ihr einst gekauft hatte, als sie Genin geworden war. Doch dieser Tritt war das Benzin, was der Große ins Feuer goss, das begonnen hatte zu lodern. Auf dem Gesicht des Schwarzhaarigen lag auf einmal ein unberechenbarer Schatten. Sein Lächeln erstarb, er sprach ebenso wenig weiter und rührte sich anschließend, indem er sich mit den Händen vom Boden abstützte. Eine hob er dann an, spreizte die Finger, schoss Chakra-Fäden heraus, die sich mit Erika verbanden und bewegte ihren Kopf ruckartig von der Erde nach oben, sodass sie den Mann ansah, der sie getreten hatte. "Noch so ein Trick? Oooh, spuckt sie gleich mit Schlamm um sich, damit ich- Aaaah!" Ein Zucken jeder Fingerkuppe hintereinander, sodass sich jeder Faden nacheinander schnell verkürzte und man hörte nur ein Klicken an Erikas Kopf, daraufhin ein hohes Zischen und das Eintauchen von etwas Spitzen in fremdes Gewebe. Der Riese stolperte zurück, hielt sich das Gesicht und sein eigenes Blut tropfte nun auf die Straße. Währenddessen erhob Inazuma sich langsam, mit ihm ebenso seine Tochter. Dann sammelte er seine Geige auf und stand wie eine Mumie vor den ganzen Männern, die nun in Kampfstellung übergingen. Alle sehen und hörten ein gigantisches Rumsen, als der Große zu Boden fiel und brüllte. Einer näherte sich ihm zögernd und sah ihm angeekelt ins Gesicht. Dort erblickte er, dass in jedem Augapfel drei Senbon steckten und im Gesicht verteilt noch andere, die sich in die Hohlräume gebohrt hatten. So war ein Senbon direkt in der Wange und hatte jene durchstochen, sodass sie im Mundraum wieder rauskam. Erikas Opfer konnte nun nicht einmal mehr gescheit sprechen, da es lediglich brüllte und blutete.
Der Verstand des 40-Jährigen schien nun geklärt zu sein, nachdem jemand die Würde seiner Tochter missbraucht hatte. Alles fokussierte sich darauf diejenigen zu bekämpfen, die ihn bedrohten und auf der Seite des Yanases standen. So wurden auch seine Worte fester, lauter und deutlicher. Plötzlich hob er sein Gesicht, sah unter seinem Pony hervor und fokussierte den Rest der Anwesenden. Einige mit schwachem Geist, andere erst richtig angestachelt durch die Verletzung des scheinbaren Anführers. "Bevor ich ansetze, um jeden von euch einzeln zu töten, möchte ich euch darauf hinweisen, dass ihr euch einem abscheulichem Mann verpflichtet habt! Ob er euch erpresst, mit Geld oder Macht lockt, spielt keine Rolle. Er wird heute, in dieser Nacht, für die Verbrechen bezahlen, die er mir und meiner Familie angetan hat! Die Weisen unter euch suchen innerhalb der nächsten Minute das Weite und kehren in Ehre in ihre Heimat zurück! Der Rest verkauft seine Würde an den Teufel und wird ebenso dafür bezahlen wie der Bastard, den ihr versucht zu beschützen!" Einige wollten Fersengeld geben, wiederum einige hielten sie am Arm fest und schüttelten bewusst energisch die Köpfe, um klarzumachen, dass das hier wohl irgendwas mit Ehre zu tun hatte. Oder einfach mit der Tatsache, dass sie auch tot sein konnten, wenn sie ihre Pflicht gegenüber Raiga nicht einhielten. Nach einigen Sekunden traten dennoch Männer zurück, die schrien, dass sie hier nicht für billige Ryo und etwas Unmoralisches sterben wollten. Sie rannten gemeinsam aus Yaezawa. Viele waren es allerdings nicht. Höchstens zehn von gefühlt 30 Männern.
Im Anschluss trat aber wieder jemand hervor, der wohl genug Mut und Kaltherzigkeit besaß, um die Situation zu lenken. Ein ähnlich großer Mann wie Inazuma, muskulös, mit Tattoos, braunem Haar und einem Vollbart. Er näherte sich mit den Händen in den Hosentaschen dem Hünen, der mittlerweile nur noch keuchte und trat ihm so heftig gegen das Gesicht, dass er dessen Genick brach. Missbilligend schaute der Nozaki auf diese Tat hinab, verengte die Augen und sah dann zu dem Verantwortlichen. Es ertönte eine hämische, tiefe Stimme, von Rauch zerfressen. "So so, der geheimnisvolle Puppentänzer möchte es alleine mit einer ganzen Gruppe Söldner aufnehmen, die unterschiedlichste Fähigkeiten aufzuweisen haben und somit auch seine Schwächen glorreich ausnutzen können." Nach dieser lieben Introduktion ging er an der Leiche seines einstigen Kameraden vorbei und betrachtete sie herablassend. "So ein fettes Großmaul." Dann drehte er sein Antlitz in Richtung Inazuma und grinste boshaft. "Den Willen einiger konntest du brechen. Entweder bist du ein guter Schauspieler oder deine Puppe ist ein Auslöser, um dich mental zu festigen. Immerhin kannst du gerade ganze Sätze sprechen, die auch anderen verständlich sind." Der Fremde ging einige Schritte durch die Straße, verlor dabei sein Lächeln nicht und amtete irgendwann tief die Luft der Dämmerung ein, um einige Dinge klarzustellen. "Ich habe keine Ahnung, wer du bist, auch wenn du schon eher wie eine Leiche aussiehst als unser Freund, den du durchbohrt hast. Doch wenn du so rechtschaffend bist, überlegst du lieber, was du tust, bevor du in dieses Dorf marschierst und ein Blutbad anrichtest. Du weißt anscheinend schon, dass Raiga unser … Chef ist. Vielleicht so etwas wie der Bürgermeister. Das arme Kaff hatte nur irgendeine alte Frau als Dorfleiterin, die aber lieber in Rente gegangen wäre, statt sich zu widersetzen. Nun ja, nun liegt sie am Grund ihres eigenen Gartenbrunnens." Der Typ seufzte zufrieden, legte den Kopf in den Nacken, verschränkte die Arme und sah in den Himmel. "Einige sind bereits tot. Der Rest gehorcht uns brav. Ich würde dezent wetten, dass du so viel Mitgefühl im Herzen trägst, dass du keine Zivilisten in Gefahr bringen möchtest. Dein Ziel ist jemand anderes, doch leider ist es unsere Aufgabe solchen Arschlöchern wie dir den Weg zu versperren. Allerdings sind wir auch kein Haufen hirnloser Banditen. Siehst du das hier?" Er sah wieder zum Schwarzhaarigen, krempelte den Ärmel seines hellen Shirts hoch und präsentierte ein Tattoo auf seinem Unterarm. Inmitten etlicher Verschnörkelungen erkannte Inazuma einen Totenkopf, der über den Augenhöhlen das Dorfzeichen aus Kumogakure trug. Der Typ musste also irgendeine Verbindung zum Blitzreich aufweisen. Und war wahrscheinlich ein Ninja aus alten Tagen. "Ich wette, du erkennst es. Das Zeichen Kumogakures. Ja, einige von uns sind Veteranen dieses stolzen Dorfes. Das jetzt in Schutt und Asche liegt. Ich kann dir aber versichern, dass ich alt genug bin, um dort noch als Krieger ausgebildet worden zu sein. So wie einige andere. Und dieses Dorf … ist voll von Stiefelleckern Kangetsu no Kunis. Eines Reiches, das sich einfach auf den Grundfesten unserer Heimat errichtet hat. Soll man sagen, dass diese Bürger konvertiert sind? Haben sie vergessen, was hier einst für Zeichen getragen wurden, um Macht zu zeigen? Ich sage dir eines. Ich beuge mich diesen Wichsern dort im Norden nicht. Sie haben bereits die Aufstände niedergeschlagen, die wir gegen ihr Dorf geführt haben. Dann fangen wir eben mit kleineren Häppchen an. So wie hier. Wir … reinigen Yaezawa. Die, die sich widersetzen, werden getötet. Die, die im Herzen das Blitzreich haben, überleben. Und wer uns dabei hilft, ist immer willkommen. Raiga ist also eine Leitfigur, die uns hilft unsere Heimat zurückzuerobern. Und du wirst ihn dabei nicht aufhalten. Nun zu deinen Optionen." Das Grinsen verließ das Gesicht des muskulösen Shinobi, der seine Arme verschränkte und an Inazuma herantrat. Sie starrten einander in die Augen, doch keiner rührte den anderen an. "Erstens: Du kämpfst, einige von uns sterben, doch du stirbst ebenso. Anschließend töten wir die Dorfbewohner. Zweitens: Du kämpfst, tötest alle von uns, doch Raiga tötet alle Bewohner, bevor du überhaupt weißt, wo er ist. Drittens: Du ergibst dich, kommst mit uns mit, wir bringen dich zu Raiga und die Bewohner werden verschont. Wie entscheidest du dich?"
Inazuma presste die Zähne zusammen, doch hielt dem Blick des Bärtigen stand, der auf ihn hinabsah. Es war offensichtlich, dass ihm kaum eine Wahl blieb. Sogleich er sie wirklich alle getötet hätte, wollte er nicht, dass Unschuldige in sein Vorhaben involviert wurden und dabei draufgingen. Im Herzen war er immer noch ein Mann Konohagakures, selbst mit einem Willen des Feuers, der längst erloschen war. Er würde keine Schande über seine Heimat bringen, Werte und Sitten wahren und dafür sorgen, dass den Bewohnern Yaezawas nichts zustieß. Wenngleich ihm keine Heldenrolle zukam, wenn er doch einen Weg fand Raiga und seine Genossenschaft abzuschlachten. "Und? Ich warte auf eine Antwort." Inazuma schloss die Augen, rieb sich dabei mit dem Ärmel seines Anzugs über das Kinn, wo sein Blut war und senkte dann das Haupt. "Ich gehe mit, wenn den Bewohnern nichts passiert. Bringt mich zu Raiga." Plötzlich lachte der Braunhaarige laut und stemmte dabei die Hände in die Hüften, um sich Halt zu geben. "Wirklich? Glaubst du, dass wir es dir so leicht machen? Wie naiv! Naiv und typisch. Typisch für Männer, die eine Heimat haben, die in vollem Glanz erstrahlt!" Nachdem der Typ den Nozaki angebrüllt hatte, preschte er mit seinen Armen hervor, packte ihn am Hals und presste ihn kurz darauf zu Boden. Der Missing keuchte auf, packte sogleich die Handgelenke und zehrte daran, während er seine Augen zusammenkniff und um Luft ring. "Ich hasse solche Männer. Ihr glaubt, dass ihr alleine die Welt verändern könnt und stellt euch über alles und jeden. Ihr tragt eure Dorfsymbole mit Stolz und lasst die anderen im Dreck ersticken. Weil ihr zu stolz seid. Zu selbstverliebt. ICH! HASSE! SOLCHE! MENSCHEN!" Er presste soweit und solange, bis Inazuma kurz vorm Ersticken war. Dann bemerkte er nur geringfügig einen anderen Schatten, der sich ihm und dem Peiniger näherte. Letztlich wurde ihm nur noch gegen den Kopf getreten, sodass er schlagartig das Bewusstsein verlor.

Langsam flackerte Licht durch seine Lider, er spürte einen harten Steinboden, auf dem er offensichtlich lag, und konnte sich erst rühren, als all seine Sinne zu ihm zurückkehrten. Inazuma musste krächzend husten, da man ihn gewürgt und dann getreten hatte. Er war ohnmächtig gewesen. Zunächst öffnete er die Augen, sah einen Boden mit großen flachen Steinen, eine Wand aus rotem Backstein, irgendein alter Holzschrank. Daneben stand ein großer Metallständer mit Kerzenspitze, welche geringfügig Licht spendete. Nun versuchte er sich zu bewegen, doch sein Körper leistete Widerstand. Er fühlte sich steif an, doch dann spürte er, dass er gefesselt war. Dicke Seile schlangen sich um seine Hand- und Fußgelenke, während er auf der Erde lag. Das änderte sich doch schon bald, denn jemand kniete sich vor seinen Kopf und riss diesen brutal an den schwarzen Haaren hoch. Mit verzerrtem Gesicht musste Inazuma in die blauen Augen des blonden Mannes schauen, der ihn mit Zigarette im Mund gehässig angrinste. Sie kannten sich. Sein Haar war lang wie eh und je, reichte ihm bis zu den Knien, der Oberkörper mit der markanten Narbe, doch ansonsten muskulös und ein bestialisches Lächeln. Der Blonde nahm die Zigarette aus dem Mund und pustete seiner Geisel den Rauch ins Gesicht. Diese atmete alles ein, hustete noch mehr und wurde anschließend losgelassen, sodass sein Kopf auf den Steinen aufschlug. Ein schmerzhaftes Stöhnen ertönte. "Ah, der Duft alter Verwandtschaft", höhnte die Stimme, die in Inazuma nur Hass und Blutlust auslöste. Nachdem er sich von seinem Husten erholte, verzerrte er wütend das Gesicht und sah vom Boden hoch in sein Gesicht.
"Wie geht’s dir, Ina-kun? Lange nicht gesehen!" Beinahe freundschaftlich und ohne Schuldgefühle schlug Raiga seinem Schwager auf die Schulter und rüttelte sie brüderlich. Weiterhin saß er in der Hocke vor ihm, zog genüsslich an seiner Zigarette. "Ich hätte nicht erwartet, dass wir uns mal wiedersehen. Und du mir so … devot vor die Füße fällst. Hast du meiner lieben Schwester etwa den Rücken gekehrt und hoffst, dass ich dich nun nehme? Bäh. Schwuchteln kotzen mich an." Kurz darauf drückte Raiga den Glimmstängel auf dem Steinboden aus. Dann verbrachte er eine gewisse Zeit damit Inazuma so hinzuzerren, dass er vor ihm kniete, bevor er wieder in die Hocke vor ihm ging. Der Hass stand beiden ins Gesicht geschrieben. "Es schmeichelt mir dennoch, dass du mir solange nachgelaufen bist. Du scheinst ja ein richtiger Fan von mir zu sein, was?" Der Blonde hob seine linke Hand und kniff Inazuma in die Wange wie bei einem kleinen Kind. Dabei machte er Geräusche wie bei einem Baby, das man verhätschelte. "Oh du du du." Aus dem Hintergrund erklang Gelächter, während der Typ, der vorhin Inazuma gewürgt hatte, nun hinter Raiga trat. Er hatte die Arme verschränkt und musterte die Szene amüsiert. "Wer ist er, Raiga-sama? Er scheint nach dir gesucht zu haben, da er uns alle umbringen wollte. Ehrgefühl scheint er auch zu haben, weil er sich um die Bürger sorgt." Der Yanase ließ seinen Schwager los, stellte sich aufrecht hin, beobachtete Inazuma und erklärte seinem Handlanger dessen Dasein. "Ein Hurensohn aus Konoha, der mir nachrennt, seit ich seine geliebte Frau aus dieser Welt gestrichen habe. Wahrscheinlich rechnet er mir auch an, dass sein Kind in derselben Nacht draufgegangen ist. Dabei hat sie nur … ein bisschen geblutet. Es ist der werte Nozaki Inazuma, Anbu und Stiefellecker des Kage, verwöhnter Sohn, arrogant obendrein, und wie wir sehen der Rächer der Herzen!" Raiga begann zu lachen, was auch anderen ein Prusten oder Grinsen entlockte. Kurz darauf trat der muskulöse Blonde zur Seite und ging um seinen Gefangenen herum, der immer noch schweigend beobachtete, was sein Ziel tat. "Ich bin gespannt, was du hier willst, Inazuma. Du bist anscheinend zu blöd dich anzuschleichen und wie ein Anbu deine Ziele im Schatten zu erlegen. Bist du ohne dein Team etwa nichts wert? Oder wolltest du einen Kaffee mit mir trinken?" Weitere Schritte, weiteres Gelächter. In diesem Moment strichen Inazumas gelbe Augen umher, musterten die Umgebung. Hohe Fenster mit Spitzbögen, draußen war es eindeutig dunkel. Drinnen standen überall Kerzenleuchter, aber es hingen auch Fackeln an den Wänden. Er erblickte auch verschobene Holzbänke, einige aufeinander geschmissen, andere verrückt, wo Handlanger in bequemer Position drauf lagen. An zerrissenen Vorhängen machte er schließlich fest, dass er sich in der Dorfkirche befinden musste. Wo auch immer die war. Ein heiliger Ort. Geschändet und entweiht. "Ich habe auch gehört, du sorgst dich um die ganzen Idioten, die das Kaff hier ihre Heimat nennen. Immer noch der Alte, nicht wahr? Dreh dich mal um, mein lieber Schwager." Da es nichts brachte sich Befehlen zu widersetzen, rutschte Inazuma ein wenig auf seinen Knien, bevor er schließlich das Gesicht zur Seite wendete. Dort erkannte er die andere Seite des Hauptschiffs der Kirche. Es waren noch einige Bänke dort, allerdings saßen dort auch etliche Menschen wie er gefesselt auf dem Boden. Zusätzlich waren sie aber noch geknebelt und hatten Augenbinden an. Der Höhepunkt war dann ein Kreuz aus Holzbalken, das anscheinend kurzfristig zusammengezimmert worden war. Es war mindestens drei Meter groß und eine Frau war mit schweren Eisenketten dort dran gefesselt worden. Auch sie hatte eine Augenbinde. Wie sie allerdings aussah, ließ Inazuma die Augen aufreißen und nach Luft schnappen. Ihr Haar war gleißend blond, erhöht in einer aufwendigen Hochsteckfrisur mit langen Strähnen an den Schläfen sowie einem Pony. Dazu trug sie ein altmodisches weißes Rüschenkleid. Der Nozaki konnte nicht glauben, was da vor ihm am Kreuz hängen sollte. Ihm entglitten jegliche Züge, ehe er durch die gesamte Kirche schrie als wäre sie echt und lebendig: "Izana!" Die Frau begann zu winseln, wehrte sich gegen die Ketten und verdeutlichte so, dass alles an ihr echt schien. Sie war kein Genjutsu. Aber sie hatte Angst, sie litt Qualen. "Was hast du mit ihr gemacht? Lass meine Frau frei, du mieses Stück Scheiße!" Keine Sekunde später stand Raiga hinter Inazuma und drückte seinen Nacken zur Erde, sodass sein Gesicht wieder unsanft auf den Steinen aufkam. "Na na, ein bisschen freundlicher, wenn ich bitten darf. Freust du dich nicht? Es ist meine geliebte Schwester! Sieh nur hin! Sie ist vom Himmel zu uns herabgestiegen!" Der Blonde ließ ihn wieder los, ging dann zwischen den Gefangenen durch zu dem Kreuz mit Izana und stellte sich mit einem fiesen Grinsen davor. Er musterte sie, danach ging sein Blick prüfend zurück zu seinem Schwager. "Und, was denkst du? Willst du sie in die deine Arme schließen? Hm, schade nur, dass ich das nicht will." "Gib sie mir zurück!" Inazuma machte Anstalten ungalant aufzustehen, doch dann bekam er einen Fuß von dem Kumo-Nin in den Rücken, der ihn wieder gänzlich auf den Boden drückte. Dabei stöhnte er schmerzhaft auf. "Ach, keine Sorge. Ich werde dir die Kleine schon zurückgeben. Aber erst, nachdem wir alle unseren Spaß hatten. Sieh gut hin." Wieder wurde Inazumas Kopf nach oben gerissen, wobei er die Gesichtsmuskeln verzerrte und keuchte. Nach einem Nicken in Richtung einer Gruppe aus drei jungen Männern stand Raiga mit verschränkten Armen zwei Meter links vom Kreuz und sah bei der Arbeit zu, die verrichtet wurde. Dabei erzählte er auch wieder überschwänglich, da er in der Position der Macht war. Die angeheuerten Kräfte stapelten Holzscheite und zerbrochene Bankreste unter das Kreuz, was Inazuma schon schlussfolgern ließ, was sie tun wollten. Er wehrte und wehrte sich gegen den Kumo-Nin, doch der war mindestens genauso stark wie er.
"Hätten wir uns in Konoha wiedergesehen, hätte das hier sogar ein Familientreffen werden können. Du, ich, mein lieber Bruder Naoya, die Leichen deiner Familie und der Rest von deinen wertlosen Drecksverwandten. Manchmal war deine Hartnäckigkeit wirklich bewundernswert. Du warst mir öfter ganz schön nahe ohne es zu wissen. Schade nur, dass du deiner geschädigten Psyche unterliegst. Wie schwach muss ein Mann sein? Du wirst ohnmächtig ohne es absehen zu können, du gerätst außer Rand und Band, wenn du Frauen siehst, die so blond sind wie ich. Du lebst nur noch für meinen Tod, und dennoch kümmerst du dich darum, dass andere nicht zu Schaden kommen. Eine süße Ironie. Treu den Konoha-Nin, liebend seine Familie, doch tötet alles, was ansatzweise als böse klassifiziert werden kann. Denkst du, dass diese Dorfbewohner komplett unschuldig sind? Dass sie deine Hilfe überhaupt wollen, weil die Situation dich deiner Meinung nach dazu zwingt?"
Das Holz war angebracht, nun glich das Kreuz einem Scheiterhaufen, der nur noch auf seine Flammen wartete. In Inazuma wurden Emotionen wachgerüttelt, die er sonst mit seiner Art wenigstens schlafen lassen konnte. Das war zu viel. Sein Trauma wurde aufgerissen und ausgeschlachtet. Raiga badete in seinen Narben, die nun aufrissen und nicht nur Tränen fließen ließen. Der Kumo-Ninja riss ihn wieder auf seine Knie, doch er war nur wie ein verzweifeltes Tier in seinem Käfig. "Bitte!", jammerte er mit sehr weinerlichem Ton. Seine Stimme war kurz davor zu brechen und zu ersticken. "Was hat sie dir getan? Lass sie runter! Bitte! Raiga!" Dieser schmunzelte lediglich und trat zwischen die maskierten Gefangenen, die auch Laute der Angst und Verzweiflung von sich ließen, sofern es möglich war. Einigen schien er nahezu liebevoll durch die Haare zu streicheln, während er andere lediglich amüsiert betrachtete. "Was willst du, Inazuma? Dass ich sie gehen lasse? Jeden Einzelnen? Was bedeuten sie dir? Mehr als Izana? Warum wehrst du dich nicht und tötest hier jeden, wie du es wolltest? Diese Menschen dürften eigentlich gar kein Hindernis für dich darstellen." Raiga wartete gar nicht auf eine Antwort, denn sein Lächeln erstarb urplötzlich. Sein Gesicht wurde säuerlich und er spuckte einem der Gefangenen einfach ins Gesicht. "Die Antwort ist einfach: Du bist schwach. Du definierst dich über gesellschaftliche Werte, die dich kontrollieren wie du deine Puppe. Nichts sollte einen Mann von seinen Zielen abhalten. Egal wie sittenlos sie sind." Es folgten wieder Schritte, der Blonde kam hervor, ging vor Inazuma in die Knie und packte sein Kinn, damit sie sich betrachten konnten. "Du wirst hier vor Leid zergehen, das verspreche ich dir. Du bist naiv wie deine Tochter und unbegabt wie deine Frau. Es war dein größter Fehler mich töten zu wollen." Dann riss er seine Hand weg, sodass auch Inazumas Gesicht zur Seite gedreht wurde. Anschließend schnippte Raiga mit den Fingern, sodass der Kumo-Nin den Schwarzhaarigen unter den Oberarmen packte und zu dem Scheiterhaufen zog. Er setzte ihn dort ab und gab ihm einen klaren Befehl. "Du wirst jetzt dein Katon benutzen, um das Kreuz in Brand zu setzen. Wenn du dich weigerst, breche ich deiner Frau jeden Knochen einzeln. Anschließend sind die Zivilisten dran." Die Vorstellung alleine ließ Inazuma keuchen. Ein dicker Kloß saß in seinem Hals, er hatte das Gesicht verzweifelt verzerrt und sah an dem Kreuz hoch. Die Frau, die da hing, sah genau wie Izana aus. Seine geliebte Frau. Er konnte sie doch nicht töten! Letztlich brach alles aus ihm heraus. Tränen flossen über seine Wangen und er bettelte, flehte, hoffte, auch wenn es nichts brachte.
"Bitte lasst sie gehen! Sie hat nie jemandem etwas getan! Izana ist … unschuldig! Sie ist nicht mehr als eine einfache Chuunin mit Mann und Tochter. Niemand hasst sie. Raiga, ich flehe dich an, sie ist deine Schwester! Wie kannst du wollen, dass ich Izana töte?!" Es kam nur ein hämisches Grinsen von der Seite, während Inazuma schluchzte und schluckte. "Du wirst mich nie verstehen, du winselnder Haufen. Biologisch ist sie meine Schwester – in meinen Augen ist sie nicht mehr als eine Hure, die sich deiner vermögenden Familie hingegeben hat. Und zur Absicherung gab es einen Erben. Wenngleich meine hübsche Nichte wirklich einen unschuldigen Blick hatte. Weißt du, was in der Stunde passierte, in der ich bei ihr war? Sie sah mich an und wusste, dass ich ihr Onkel war. Obwohl sie mich nie gesehen hatte. Deine süße Izana hat es ihr erzählt. Welch böse Brüder sie doch hat. Erika sagte, sie könne nicht glauben, dass ich so ein schlechter Mensch sei. Sie fragte mich, was ich gegen dich und ihre Mutter hätte. Weißt du, was ich ihr geantwortet habe?" Raiga ging neben Inazuma in die Knie, umarmte ihn an der Schulter und flüsterte ihm ins Ohr. "Ich habe ihr gesagt: Erika-chan, deine Okâ-san ist eine jämmerliche Frau, die für Ryo schon mit 18 Jahren die Beine breit gemacht hat. Und dein lieber Otô-san ist ein machtgieriges Arschloch, das dich nur lieben wird, wenn du später genug Jutsus beherrschst. Und dann habe ich ihr mit meinem Tantô den Brustkorb aufgeschlitzt. Sie hat geblutet wie ein armes Schwein." Daraufhin musste Raiga lachen, während Inazuma vor Wut schäumte, weiter Tränen vergoss und seinem Schwager wenigstens irgendwo ins Fleisch beißen wollte. Er beschimpfte ihn mit unverständlichen Worten, aber dann hielt der Handlanger ihn schon wieder fest und sagte lediglich, dass er sich nicht wiederholen würde.
Sein Wille war gebrochen. Inazuma sammelte wie in Trance und gekrümmt auf Knien Chakra im Mund, das er schließlich mit seiner Chakra-Natur kombinierte. Hitze sammelte sich an und feine Flammen entstanden, die er anschließend auf das Holz spuckte. Langsam und gemächlich schwärzte sich das Holz unter Izana, das Feuer wuchs und gedieh bis zu einer angsteinflößenden Inbrunst. Die blonde Frau am Kreuz begann zu zappeln, schrie gegen das Tuch, das ihren Mund füllte, und wurde bereits von der flimmernden Luft über den Flammen sichtlich verzerrt. Raiga sah dem Schauspiel gelassen zu, die anderen schwiegen, Izanas Mann weinte, krümmte sich und schrie ihren Namen immer und immer wieder. So verbrachten sie etliche Minuten, bis das Schreien der Frau verstummte. Inazuma mochte nicht hinsehen, drückte die Stirn gegen den Boden, während er wimmerte, aber Raiga beschrieb ihm natürlich das Schauspiel. "Ach, du bist so naiv, lieber Schwager. Als könnte man Tote wiederbeleben und nochmal töten. Sehe ich aus, als würde ich Edo Tensei benutzen?" Überrascht hob der Missing dann doch den Kopf und entdeckte, dass die verbrannte Frau nackt war und eigentlich schwarze, viel kürzere Haare hatte. Es war nicht Izana. Dennoch wurde gerade irgendjemand hier durch Inazuma verbrannt worden. "Das war irgendeine dumme Pute aus Yaezawa, die ich mit einem Jutsu zu meiner Schwester gemacht habe. Und ich dachte, dass du einen Funken Intelligenz besitzt."
Mit völligen entglittenen Gesichtszügen blickte Inazuma um sich. Die Gefangenen saßen noch dort. Was würde Raiga ihn noch zwingen zu tun? Wollte er ihn einfach foltern? Er sagte zumindest nicht, was er von ihm wollte. Spaß hatte er es genannt. Er konnte aber nicht das Leben der Zivilisten gefährden. Andererseits hatte man ihm auch Erika abgenommen, die er nicht mehr sah. Es drohte Panik in ihm aufzusteigen, die ihn gänzlich verschlingen würde. Doch dann spürte er ein Ziehen im Bauch. Irgendetwas bewegte sich in ihm. Eine Erinnerung erwachte, die nur den Bruchteil einer Sekunde dauerte aber sie half ihm, dass er sich nicht durch die Folter verlor, die ihn psychisch ereilte.

"Sie ist wunderschön, nicht? Unser kleines Mädchen. Wie möchtest du sie nennen?" Izana lag in einem bläulich bezogenen Krankenbett im Krankenhaus Konohagakures, während sie im Arm in einer rosa Bettdecke eingewickelt ihr Neugeborenes hielt, das sie vor zwei Stunden auf die Welt gebracht hatte. Sanfte 18 Jahre war sie alt, als sie dieses Wunder erlebte, genau wie der Vater des blonden Geschöpfes mit grünen, strahlenden Augen. Inazuma saß auf einem Stuhl direkt neben dem Bett, streichelte die Wange seiner Tochter und sah zu wie sie wegen der Anstrengung schlief, die wohl nicht nur Izana müde gemacht hatte. "Soll ich den Namen wirklich alleine aussuchen? Soll ich dir keine Vorschläge machen?“ Izana lächelte glücklich und schüttelte den Kopf, während sie den Säugling in die Arme ihres Lebensgefährten gab. "Ach, Ina-kun. Ich vertraue dir, dass du den richtigen Namen finden wirst. Du wirst schon an ihrem Gesicht sehen, ob sie deine Vorschläge mag oder nicht. Nimm bitte nur keine Namen, die für beide Geschlechter stehen." Der Schwarzhaarige blickte das blonde Etwas voller Ehrfurcht, aber auch Vaterliebe an. Er war noch so jung, doch er schwor sich in diesem Moment für immer für seine Tochter und seine Freundin da zu sein, da sie ihm solch ein Geschenk machte ohne auf ihn wütend zu sein oder es als Schande zu empfinden. Vielleicht waren sie auch naiv, wenn sie daran glaubten, es schaffen zu können, aber wer aufgab, der hatte schon verloren. "Dann soll sie Erika heißen." Das Baby schlief weiter und gab keine merkliche Reaktion von sich, aber in Inazuma breitete sich ein warmes Gefühl aus. Sein Herz schwoll vor Liebe an, sodass er unweigerlich grinsen musste, was er versuchte zu unterdrücken. "Hey, sie macht ja gar nichts." Izana lachte und tätschelte die Hand des Schwarzhaarigen. "Sie wird dir danken, wenn sie wieder zu Kräften gekommen ist. Ich bin sicher, dass sie schon in ein oder zwei Stunden wieder schreit."
Es vergingen insgesamt zwei Stunden, die Inazuma sein Kind, das schlief in den Armen hielt. Izana schlief derweil auch und der frischgebackene Vater wanderte auf dem Flur des Krankenhauses umher, während er damit wettete, dass einige Leute sie besuchen würden. Wer aber als Erster zu ihm kam, erfreute ihn bis in die tiefsten Fasern seines Herzens. Ein Weißhaariger, der in ganz Konoha bekannt war. Ein Chuunin, der darauf baute, dass er woanders hingehörte, aber doch war er hier und pflegte eine Freundschaft, wie Inazuma sich keine andere wünschen konnte. Naruaki, ein Spross des Shizuma-Clans im Wasserreich, rannte den Nozaki fast um, als er ihn sah. Doch er achtete auf das Baby, sodass er den Vater lediglich fast erwürgte. "Meinen Glückwunsch, Ina-kun!" Recht schnell ließ er von ihm ab, damit er Erika mustern konnte. Lächelnd betrachteten die Männer das Mädchen. "Arigatô gozaimasu. Sie heißt Erika." Naruaki nickte glücklich für seinen besten Freund, stupste der Kleinen an die Wange und richtete sich dann wieder auf. "Echt eine süße Wahl. Passt zu ihrem Haar, das hat sie von Izana. Wollen wir ein Stück gehen? Wo ist Izana gerade?" Gemeinsam schritten die Flure hinab, während Erika weiterschlief. "Sie schläft auf ihrem Zimmer. Die Geburt war anstrengend, aber an sich kein unmögliches Unterfangen. Sie ist stark." "Dann ist Erika das auch. Mensch, ich wünschte, ich könnte euch als Familie erleben. Wie sie größer und größer wird." "Du gehst bald, richtig?" "Ja. Es dauert nicht mehr solange. Nicht einmal mehr drei Jahre glaube ich. Dann will mein Vater zurück in unsere Heimat." "Dann wird sie dein Gesicht nie kennengelernt haben. Aber ich möchte, dass du ihr Patenonkel wirst." "Was? Selbst wenn ich dann meinen Pflichten nicht nachkommen kann?" "Es geht mir nicht um Pflichten. Es geht darum, dass mein bester Freund ein Teil meiner Familie ist." "Na gut, Inazuma. Ich werde Erikas Onkel. Versprich mir aber, dass du gut auf sie achtest. Das Leben besteht nicht nur aus Shinobi-Rängen." "Das weiß ich. Danke, Naruaki." "Dann werde ich für sie beten, wenn ich in Kirigakure lebe. Ich werde sie behüten."

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[Dorf] Yaezawa Empty
BeitragThema: Re: [Dorf] Yaezawa   [Dorf] Yaezawa Icon_minitimeDo Jul 17, 2014 2:29 pm

Er erinnerte sich schlagartig, wofür er kämpfte. Was der Sinn seiner jämmerlichen Existenz war. Auch wenn sie tot waren, waren sie dennoch in ihrem Herzen. Er bewahrte das Andenken an sie. Es war seine Pflicht. Für seine Tochter und für seine Frau, die beide zu Unrecht von diesem Mann umgebracht worden waren. Izana und Erika. Die Quellen des Lebens für Inazuma Nozaki. Dieser biss die Zähne zusammen und musste ein Jutsu anwenden, das alle Anwesenden festketten würde, damit er Zeit für sich gewann. Er wusste, welches es sein würde, auch wenn es bereits enorm viel Chakra verspeisen würde. Es war die einzige Chance, damit diese Folter ein Ende hatte und er endlich die Rache nehmen konnte, die er wollte. Damit Raiga ein Ende fand, das er verdient hatte. Inazuma fing an zu brüllen, aus vollstem Schmerz und Leid heraus, zappelte wie wild und überraschte damit selbst den Kumo-Nin, der ihn festhalten sollte. Der Missing wandelte direkt an seinen Handgelenken Chakra in Feuer um, damit die Fesseln verbrannten, die ihn dort so eisern festhielten. Die Flammen spürte er auf seiner blanken haut, da das, was brannte, sich auch dort befand. Doch der Schmerz war nichts im Vergleich zu dem, was sein Herz in diesen Minuten erduldet hatte. "Halt ihn fest!", schrie Raiga dem Tätowierten entgegen, der sogleich den Nozaki an den Schultern packte und zu Boden drückte. Doch selbst wenn er ihn dort festnagelte, würde er ihn nicht daran hindern das Jutsu anzuwenden, was er beabsichtigte zu benutzen, um endlich Herr der Lage zu werden. Die Flammen versiegten, als die Fesseln verbrannt waren, aber der Schwarzhaarige dachte gar nicht daran seine Arme groß gegen den anderen Mann zu erheben. Einerseits wäre das ein sinnloser Kraftakt gewesen, andererseits war der Sinn bereits gegeben, dass seine Hände beieinander waren, um Fingerzeichen schließen zu können. Sein Brüllen versiegte in einem Keuchen, da er wieder auf den Boden gedrückt wurde, aber die Fingerzeichen waren schneller geschlossen, als Raigas Kumpane reagieren und Inazumas Arme auseinanderreißen konnte. "Shojo Rin!", presste er zwischen den Lippen hervor und spürte sogleich wie sein Chakra sich verdünnisierte. Ein hektisches Atmen, dann verschwand der Druck von seinem Rücken und er war endlich frei. Kraftlos drehte Inazuma sich auf den Rücken, holte Luft und versuchte Orientierung zu finden. Er richtete sich auf, zog seine Beine an und löste recht leicht die Fesseln an seinen Füßen. Danach stand er schnell auf, sah sich um und stellte fest, dass er wahrlich Erfolg gehabt hatte. Alle Anwesenden steckten in einem seiner stärksten Genjutsu, aus dem sie ohne starke Schmerzen oder gutes Kai nicht herauskamen. Zudem war er Herr von dem, was passierte und konnte die Handlanger und Söldner so in den Wahnsinn treiben, dass sie gar nicht erst auf die Idee kamen, dass es eine Illusion sein könnte. Diesen Moment nutzte Inazuma aus, denn Zeit blieb ihm sicherlich nicht viel. Raiga würde alles versuchen, um aus diesem Urwald zu entkommen, den er sich gerade anstatt der Kirche einbildete. In der Realität standen die Betroffenen lediglich herum, drehten sich vielleicht einmal um sich selbst und riefen umher, aber das nur, weil sie glaubten, was sie sahen. Mehrere Männer riefen sich somit gerade gegenseitig zu. Wo seien sie? Was geschehe hier? Ob dies ein Ninjutsu oder das berühmte Mokuton des Senju-Clans sei? Ob sie ein Kuchiyose nicht bemerkt hatten? Inazuma waren diese Fragen herzlichst egal. Mit pochendem Herz und zugeschnürtem Hals machte er sich daran einem der Männer ein Tantô abzunehmen, das er nutzte, um die Geiseln aus ihren Fesseln und Knebeln zu befreien. Er schaffte es tatsächlich alle zu öffnen, um danach die bewegungslosen Körper vor die Kirche zu ziehen. Erst da klinkte er sich wieder in sein Jutsu ein und löste es bei den Zivilisten selbstständig auf. Dennoch war er nun nicht wirklich bei Sinnen. Seine Emotionen kochten und er war stinksauer, sodass er eher wie Raiga selbst wirkte als wie ein goldener Ritter. "Bitte! Haut ab! VERSCHWINDET!" Die Bürger, Männer, Frauen, Kinder, zuckten aus Angst zusammen, aber hechteten los. Man hörte ihr Wimmern, ihr Klagen und ihre Angst, aber sie sollten froh sein, dass das hier für sie nun vorbei war. Für den Nozaki war das allerdings erst der Anfang. Wie lange die anderen noch im Genjutsu steckten, konnte er nicht vermuten. Er wusste genauso wenig darüber, was für ein Kai die Wächter und Raiga besaßen. Dass sie aber alle relativ lange im Urwald umher irrten und herumschrien, war ein gutes Zeichen.
Zunächst musste Inazuma sich aber darum kümmern, wo seine Ausrüstung hin gepackt worden war. Er ahnte, dass diese Männer wenigstens zu blöd waren, sich um gescheite Verstecke zu kümmern, wenn sie glaubten, dass dieser Yanase alles regelte. Sie krochen ihm zu Fuße, aber dachten dafür umso weniger taktisch. Der Schwarzhaarige rannte in die Kirche zurück, unterdrückte dabei den Drang einfach zu schreien und gegen eine Wand zu schlagen und suchte in einem der Nebenräume der Kirche nach seinem Zeug. Es waren Beichtkammern, kleine Altarräume, Abstellkammern und Podeste mit wichtigen Gottesstatuen, doch alles war verrückt, zerstört oder gar zugemüllt. Sie mussten schon länger hier gewesen sein. Nach drei aufgerissenen Türen fand Inazuma immer noch nichts, doch bei der sechsten Tür sah er auf einem Alter mit hinduistischen Gottheiten seine Sachen. Seine Geige mit seinem Stock, Erika, die in der Ecke lag, als wäre sie Müll, seine Schriftrollen und diverse kleine Waffen. Wirklich Zeit für Ordnung und systematisches Anliegen blieb nicht, sodass er die Rollen lediglich in seine Anzugjacke stopfte, die Waffen irgendwo anders verteilte, Erika mit seinem traurigen Gefühl an sich riss und dann seine Geige holte. Sie war sein Instrument und das Mittel, mit dem er kämpfte. Dann entschwand er dieser Kammer wieder, rannte durch das Hauptschiff der Kirche und suchte einen anderen, eher buddhistischen Altar. Priester hatten die schlechte Angewohnheit wertvolle Schriften ihrer Kirche immer direkt unter einem Altar zu versiegeln. Letztlich fand der Nozaki einen, schob den schweren Deckel mit aller Kraft zur Seite und legte sein geliebtes Kind mit einem starken Zittern zu den Schriftrollen und Büchern über eine Religion, die ihm egal war. Danach zog er den Deckel wieder zu, drehte sich mit einem schweren Atmen um und marschierte zurück in den Raum, wo er gezwungen worden war eine verwandelte Frau zu verbrennen.

Wieder wildes Gebrülle, weil die Männer nicht wussten, wie sie aus diesem ewigen Wald entkommen sollten, in dem sie glaubten zu sein. Hohe Bäume, die immer wieder neu wuchsen, sich verankerten, die Sicht nahmen und nicht einmal vermuten ließen, wie der Sonnenstand war. Auch wenn es Nacht war. Anscheinend hatten die Leute kein gutes Kai, denn ansonsten hätten einige schon längst den Aufwand betrieben sich zu befreien. Dann hörte Inazuma Raiga brüllen, der seine Leute anwies: "Wenn ihr Hunde zu schwach seid, um euch zu wehren, müsst ihr euch selbst verletzen! Nur das holt euch hier raus! Übrigens, Inazuma. Ich weiß, dass du mich hörst! Du bist noch hier, weil du MICH willst! Aber du hattest noch nie den Mumm einen Menschen hinterlistig zu töten. Euch Anbu muss das Opfer immer direkt in die Augen sehen, ich weiß es! Also hol mich aus diesem scheiß Genjutsu, damit ich dir zeigen kann, was dein Leben dir beschert!" Er fluchte, weil er verzweifelt war und nicht gut genug, um gegen diese Illusion anzukommen. Wohl war er auch stolz, um sich selbst zu schädigen, um sich zu befreien. Dann hätte er ja auch nicht mehr seine Männer unter Kontrolle. Ob einige dem Befehl folgten, dass sie sich verletzten, um sich zu befreien? Abwarten wollte Inazuma dies nicht. Er wollte den Kampf, dem er solange entgegengefiebert hatte. Mit Raiga, um Leben und Tod. Obwohl er ihn nun so einfach hätte aufschlitzen können. Wie er es mit seiner Tochter getan hatte. Aber der verstoßene Vater wollte, dass dort etwas blieb, was ihn von diesem Mann unterschied. Nämlich seine Menschlichkeit.
Inazuma entschied sich also Raigas Betteln nachzugeben. Zuvor begab er sich allerdings in die Schatten der Säulen der Kirche zu den einzelnen Kammern. Dann hielt er ein Fingerzeichen und löste die Kontrolle über Raigas Chakra-Haushalt auf, sodass er plötzlich aufschrak, sich umsah und feststellen musste, dass die Geiseln weg waren. Eigentlich alle seine Männer steckten noch im Genjutsu, woraufhin er wahrlich wahnsinnig lachte. Auch, weil er Inazuma nicht sah. "Oh, was wird das jetzt für ein Spiel? Möchtest du mich jetzt mit Illusionen in den Wahnsinn treiben oder kennst du die wirkliche Definition von Kampf? Genjutsu sind nur etwas für schwache Feiglinge, die nicht genug drauf haben, um ihren Körper zu stählen und mehrere Elemente zu lernen! Und wir beide wissen, wie schwach du bist!" Er brüllte und wollte Inazumas Blut vergießen, doch dieser wollte auch mit ihm reden und erfahren, warum er sich die Mühe machte ihm so lange nachzulaufen. Also folgten zwei Fingerzeichen, ein simples Genjutsu, das scheinbar mehrere billige Bunshin erzeugte. Viele Inazumas tauchten plötzlich direkt um Raiga auf, der die Zähne zusammenbiss und einige Schritte zurückging. Die Stimme seines Kontrahenten schien plötzlich aus allen Richtungen kommen zu können. "Was soll das werden? Bist du zu feige, dich zu zeigen?" "Raiga, halte für einen Moment deinen Mund. Sei einfach still." Man hörte fast schon etwas wie ein Knurren und spürte ebenso, dass der Blonde höchst aufmerksam war und überall hinsah, doch keinen Finger heben würde, solange er das Original nicht erblickte.
"Du weißt, wer ich bin, und du weißt, warum ich hier bin. Ich habe die letzten Jahrzehnte damit gebracht unter größtem Schmerz meiner Heimat und meiner Familie aus dem Weg zu gehen, nur um dich für das, was du getan hast, zur Rechenschaft zu ziehen. Auch wenn du keine Gerechtigkeit mehr zu kennen scheinst, sind deine Morde unverzeihlich. Dennoch möchte ich dich nicht einfach bekämpfen, bis einer von uns siegt. Ich will verdammt nochmal wissen, was deine Gründe sind. Was verdirbt einen Menschen so tief, dass er seine Familie aufgibt und zu einem kaltherzigen, sadistischen Mörder wird?" "Ach, jetzt möchte der Liebe also reden, bevor er stirbt. Ich habe dir doch bereits gesagt, dass meine Gründe niemanden etwas angehen. Und ich habe Besseres zu tun, als dir zu erklären, was in mir vorgeht." Trotz der halbwegs ruhigen Worte Inazumas machte Raiga keinerlei Anstalten irgendwie auf ihn zuzugehen. Sein Weg war sein und sollte anderen verschlossen bleiben. Er würde nichts aus ihm herausbekommen, das wusste er jetzt schon. So konnte er seine Hoffnungen begraben dem Tod seiner Geliebten vielleicht irgendwas Verständnisvolles abzugewinnen. Doch hatte er in die Richtung je große Hoffnungen gehabt? "So sei es, Raiga. Lass uns endlich entscheiden, wer diese Nacht überlebt und wer zu seinen Ahnen zurückkehren wird."
Zunächst ließ Inazuma sein schwaches Genjutsu stehen. Er konnte zwischen seinen Pseudo-Bunshin durchgehen ohne aufzufallen, um sich direkt einige Meter vor Raiga zu platzieren. In den Händen hielt er lediglich seine Geige, in der anderen den Stock. Im Gegensatz zu dem muskulösen Yanase wirkte er kaum bedrohlich. Sein Haar war deutlich zerzaust, das Gesicht erschien noch blasser als sonst und der Blick war leer. Dann folgte ein Fingerzeichen, das Genjutsu löste sich. Sofort wurde er fixiert, da er nun als Original anwesend war. "Welche Ironie, dass wir in einer Kirche sind." Raiga scherte sich nicht um die Worte, die Inazuma so taub von sich gab. Er brüllte, zückte ein Tantô und preschte auf Inazuma zu. Dabei wirkte er Fingerzeichen, um mehrere Kage Bunshin von sich zu erzeugen, die daraufhin alle dasselbe Schwert hatten. Beinahe gelangweilt sah der Nozaki auf, da es offensichtlich war, dass er im Nahkampf in Bedrängnis gebracht werden sollte.
"Katon: Daburu kasai kama." Ein einfaches Katon-Jutsu, das sich in Inazumas Händen bildete und zwei breite Flammensicheln austreten ließ, die anschließend nach vorne flogen. Die vordersten drei Doppelgänger wurden getroffen und verpufften, während die anderen nach oben sprangen, um dann einen Treffer aus der Luft zu landen. Es würde einige Zeit brauchen, bis aus diesem Kampf die finale Entscheidung erwuchs. Der Nozaki wollte Chakra sparen, aber kam nicht umhin sich mit einfachen Ninjutsu zu wehren, während er Raiga im Nahkampf meiden musste. Dieser würde es immer wieder zur Offensive versuchen, da er zu stolz war zu warten, bis sein Gegner den ersten Schritt tätigte. Die nächsten zwei bis drei Stunden passierte nichts anderes. Ein Schlagabtausch nach dem anderen, sogar einige Treffer auf beiden Seiten, bis sie sich wieder voneinander entfernten oder Inazuma sich doch mit einem Genjutsu wehrte. Das Chakra sank langsam in den Keller, Raiga begann zu schwitzen und wurde auch nichts damit Wurfwaffen oder ähnliche Jutsus wie sein Kontrahent zu benutzen. Das kam davon, wenn zwei Duellanten ungefähr dasselbe Niveau hatten. Das war wie gegen den eigenen Doppelgänger kämpfen zu müssen.

"Eins muss ich dir lassen! Du bist stärker, als ich dachte!" Raiga kniete außerhalb der Kirche auf einem Dach eines Wohnhauses und atmete angestrengt. Seine Versuche des Taijutsu hatten nur selten gefruchtet und nur in unaufmerksamen Moment konnte er seinen Schwager überraschen, um ihn sichtlich zu verletzen. Dieser hatte einige blutende Schnittwunden, sein Anzug war kaputt und die Haare hingen wirr und offen über seinen Schultern, wo sie sonst von einer Schleife zusammengehalten wurden. Raiga wiederum hatte einige beißend schmerzende Brandwunden durch das Katon erlitten, sich deswegen das zerstörte Oberteil von der Brust gerissen und versuchte ebenso Chakra zu sparen. Keiner wollte einen schwerwiegenden Fehler begehen, doch der Kampf schien eher ein zähes Kaugummikauen zu werden, als eine spannende Sache für Zuschauer. Inazuma stand auf dem offenen Platz vor der Kirche und hielt sich die Schulter, weil er dort das Tantô von einem Bunshin abbekommen hatte. Seine Gedanken waren zwar klar, doch es nahm ihm die Blutlust, wenn Raiga keine ehrlichen Worte über Schwester und Nichte verlor. "Allerdings …" Während er sprach, musste er immer wieder Luft holen, da der Kampf an seiner Ausdauer genagt hatte. "Vergeht mir wirklich die Lust mit dir zu spielen. Dieses ständige Tauziehen – das ist kein Kampf. Und ich will deinen verdammten Tod. Also tu mir endlich den Gefallen – und stirb!" Der Gegner ließ sein Tantô fallen, formte rasch Zeichen mit den Händen und formte dann den Mund zu einem O, was Inazumas zurückweichen ließ. Bisher hatte Raiga sich auf seine Waffen, Bunshin, Taijutsu und ein bisschen Fuuton konzentriert. Von seinen Ninjutsu hatte er also nicht allzu viel offenbart, doch nun kam ein zweites Element zum Vorschein. "Haran Banshô!" Plötzlich kam dem Geigenspieler ein ganzer Wasserfall entgegen, den Raiga ausspie. Mit Katon konnte er nicht gegen angehen, und da er weiter unten war, kam das Suiton mit erhöhter Geschwindigkeit auf ihn zu. Er konnte nicht nach links und rechts ausweichen, da der Kirchenvorplatz nun geflutet wurde. So hielt er die Luft an, seine Geige fest und wurde innerhalb einer Sekunde von den Füßen gerissen. Er tauchte ein, kniff die Augen zu und hörte wie durch einen Schalter betätigt plötzlich nichts mehr. Nur das Rauschen des Stroms. Als wäre alles vorbei. Doch das war es nicht, es war ein feindliches Jutsu. Kurz ließ Inazuma sich noch treiben, doch dann merkte er, dass bald schon Hindernisse etwas Gefährliches bedeuten könnten. Er musste handeln, doch steckte im Strom des Wasserfalls fest. Erst einmal öffnete er die Augen. Doch plötzlich sah er nichts anderes wie die schemenhaften Formen eines Hais, der auf ihn zu schwamm. Wann hatte Raiga den beschworen? Der Hai war zwar kein echtes Tier, aber nachgeahmt genug und schneller im Suiton, um sein Ziel zu erfüllen. Das Chakra hatte sich gelohnt zu investieren, wenn es um den Yanase ging. Sein Suiton-Fisch schwamm direkt auf Inazuma zu, der lediglich die Arme vor seinen Kopf hielt, damit jener nicht verletzt wurde. Als Konsequenz bohrten sich die Zähne des Haikiefers in seinen rechten Unterarm. Vor Schmerz öffnete er den Mund und wollte schreien, doch dann drang sofort Wasser seine Lunge hinab. Er drohte zu ertrinken. Außerdem hatte er kaum noch Chakra, das er für große Ninjutsu verwenden konnte. Allzu viele Kage Bunshin wären nicht drin, die zudem sehr anfällig waren und schnell verschwanden. Ihm blieb nur eine Möglichkeit. Unterstützung durch sein Kuchiyose.
Inazuma biss die Zähne aufeinander, formte Fingerzeichen und investierte den letzten Großteil seines Chakras in die Beschwörung, die ihm das Leben retten musste. Auch wenn immer noch der Hai in seinem Arm hing und mehrere Zentimeter das Gewebe aufriss, hielt sein Opfer das letzte Zeichen, bis endlich die Beschwörungswolke mitten im Wasser erschien. Das sah der Schwarzhaarige durch ein offenes Auge, das andere kniff er vor Schmerz und angrenzender Bewusstlosigkeit zusammen. Die Schatten der Riesen, die plötzlich mitten im Wasser standen, verdunkelten alles, aber Inazuma verspürte endlich seine Rettung. Die Spitzen von Dais Armwaffen ragten tief genug, um sich daran festzuhalten, was er sogleich tat. Danach zog der Kuchiyose-Meister seine Füße heran, trat seinem Doki gegen die Faust und zwang es so diese aus Verwunderung aus dem Wasser zu ziehen. An Dais Arm hängend begann Inazuma zu husten, spie das Wasser aus und rang um Luft. Danach hörte er bereits das Ohren betäubende Brüllen von Gaku, der seine schwere Metallkeule in den Händen hielt. Der Nozaki hatte es getan: Er hatte sein Boss-Kuchiyose beschworen. Eine Gruppe von wilden Dämonen.
Raiga machte dabei große Augen und kam sich im Kontrast zu diesen Monstren ganz klein auf dem Dach vor. Dass so ein vertrauter Geist überhaupt existierte, brachte ihn doch aus seiner Fassung. "Was … zur Hölle sind das?", flüsterte er sich selbst zu und wich auf dem Dach zurück. Diese winzige Bewegung reichte allerdings schon, um die Aufmerksamkeit von Gaku und Yasu zu erregen. Man hörte das Knarren von engen Verbänden und das Rascheln eines großen Kampfanzugs, als diese Monstren sich in Raigas Richtung drehten, da sie ihn dort vermuteten, aber merklich blind waren durch überhängendes Haar und verbundene Augen. Dai wiederum entdeckte Inazuma an seinem Arm, wollte ihn packen, zerquetschen und zu Boden werfen, aber der Meister ignorierte seinen Schmerz, kletterte an dem Arm des rosahäutigen Biests hoch und kam auf dessen Schulter zum Knien. Schnell schulterte er seine durchnässte Geige, legte den Stock darauf an und hoffte, dass er die richtigen Töne traf, um Dai davon abzuhalten ihn töten zu wollen. Das restliche Chakra, was er jetzt noch hatte, musste er auf seine Doki konzentrieren. Ansonsten hatte er gegen Raiga keine Chance mehr. Die Wunde an seinem Arm ignorierte er zunächst.
Inazumas Geige ertönte auf einmal. Er schloss mit verzerrtem Gesichtsausdruck die Augen, hielt sein Instrument an seinen Hals und spielte ein Melodienmuster für die Doki, damit sie ihm gehorchten. Alle drei Biester verharrten in ihren Bewegungen, so auch Dai, der nicht mehr nach dem Dämonenmeister griff. Stattdessen senkte er seinen anderen Arm wieder. Sein Herr spielte langsamer und die Klänge waren der Beginn einer Apokalypse. Die Doki drehten sich in Richtung Raiga, der immer noch auf dem Dach stand und vor Schrecken nicht wusste, wohin oder was zu tun war. Wo die Wesen ihn fixierten, hörte man für einen Moment lediglich ein tiefes Brummen aus Gakus Kehle, der offenbar nur darauf brannte hier alles mit seiner Keule zu zerschmettern. Zwischen seinen Klängen fand Inazuma eine Sekunde für einen Satz an Raiga, den er ihm zubrüllte. "DAS sind die wahren Dämonen dieser Welt!" Dann veränderte der einstige Anbu plötzlich sein Muster, spielte hohe und ohrenbetäubende Töne. Die Doki brüllten und Gaku trampelte voran, um mit einem einzigen Keulenschlag das Haus zu zermalmen, auf dem Raiga stand. Dieser sah den Angriff auf sich zukommen und sprang noch in Richtung eines anderen Hauses, aber der Schlag war so gewaltig, dass er eine Druckwelle erzeugt, die Raiga in seinem Sprung erfasste, umherwirbelte und letztlich in noch ein anderes, entfernteres Wohnhaus krachen ließ. Inazuma schickte Yasu hinterher, der Anlauf nahm und brüllte. Mit seinem Kopf rammte er anschließend durch alles, was sich ihm in den Weg stellte, und pulverisierte das Haus, in dem Raiga lag, gleich gänzlich mit. Man hörte weder eine Stimme noch entdeckte man ein Jutsu. Allerdings konnte man auch nicht sicher sein, ob Yasu mit seiner groben Methode getroffen hatte. Beide Doki richteten sich auf, verharrten und hörten auf die Melodie von Inazumas Geige. Dieser war der Ersatz für ihre Augen und blickte in die Trümmer, die hinterlassen worden sind. Minutenlang geschah nichts, während sein Chakra minimal immer weniger wurde. Dann erblickte er den blonden Schopf, wie er elendig aus dem Schutt hervorkroch. Er blutete am Bein, welches offensichtlich gebrochen war. Mit einer zarten Notenverstimmung befahl Inazuma Dai sich Raiga zu nähern. Das Stampfen erschütterte die Erde, bis sie bei ihm waren. Der eine befahl dem anderen letztlich sich zu beugen, damit Inazuma ihn verlassen konnte. Er ließ sich sanft von Dai packen und auf die Erde setzen, doch gerade dort durchfuhr ihn ein überirdischer Schmerz, der ihn zwang seinen Geigenstock fallen zu lassen. Die Wunde an seinem Unterarm. Der 40-Jährige brüllte, während die Musik verklang. Sein erster Instinkt war allerdings, dass er nun sein Kuchiyose loswerden musste. Ohne Kontrolle würden sie ihn binnen weniger Sekunden abschlachten und sogar noch seine Leiche zerstören, da das ihr gröbster Instinkt war. Die Fingerzeichen folgten zitternd, begleitet von einem schmerzhaften Stöhnen. Dai verschwand, obwohl er gerade mit seinem Arm zu einem Schlag ansetzen wollte. Die zweite Wolke gebührte Gaku, der seine Keule schwingen wollte. Bevor Inazuma allerdings Yasu zurück nach Niyodo no Kuni schicken konnte, packte Raiga von der Erde aus eines seiner Beine und riss ihn zu Boden. Er stürzte zu ihm hinunter, während Yasu begann zu brüllen, was den Boden erschütterte. Nun würde er Amok laufen, was nicht aufzuhalten war, wenn Raiga nicht den Beschwörer in Ruhe ließ.
"Du dreckiges Arschloch! Was hast du getan?!" Er war außer sich, genauso wie der letzte Doki. Mit seinem gebrochenen, blutenden Bein war er an die Erde gefesselt, doch mit seinen Händen konnte er immer noch dafür sorgen, dass es Inazuma schlecht erging. Dieser krümmte sich vor ihm wegen der Schmerzen in seinem Unterarm, keuchte und konnte erst nach einigen Sekunden reagieren. Er versuchte mit seinen Beinen nach Raiga zu treten, aber dieser hielt sie sicher fest. Dieser Bastard versuchte förmlich an ihm herauszuklettern, was ihm sogar gelang, da die Schmerzen an Inazumas Arm brannten wie Katon, das er dort Stunden zuvor eingesetzt hatte, damit seine Fesseln sich lösten. Sein Schwager kam ihn näher, bis er direkt auf Augenhöhe war und ihn am Hals packte, um zuzudrücken. Seine Kraft war enorm und sein Opfer konnte ihm nichts entgegensetzen, weil es zu sehr litt. Er strampelte, ächzte und sah Raiga nur ins verhasste Gesicht und die blauen Augen. "Ich sagte, du wirst sterben. Hier. Durch meine Hände! Das ist dein Ende, Inazuma!" Sollte es das sein? Bereit zu sterben war er ja. Doch es war eine Schande, wenn er sein Ziel nicht erfüllen konnte. Wenn der Tod der Lieben ungesühnt blieb. Eine. Letzte. Tat. Er ließ seinen verletzten Arm zitternd los, griff mit der gesunden Hand in seine Manteltasche und holte ein Kunai heraus, das er noch nicht verworfen hatte. Bevor Raiga reagieren konnte, richtete Inazuma die Spitze aufwärts – und rammte sie ihm mit letzter Kraft in den Bauch.
Yasu ließ sich derweil nicht aufhalten. Er rannte umher, stolperte in die Häuser und Straßen, um sie zu zerstören und fing nur von neuem an. Irgendwann sprintete er mit seinem Schädel auf die Kirche zu. Sein Kopf durchbrach die Steinmauern, die mit lautem Geröll in sich zusammenfielen, sodass das gesamte Schiff der Kirche in sich einstürzte. Somit wurden auch die Männer von Raiga, die im Genjutsu steckten, von dem Einsturz erschlagen, wenn sie nicht schon von Yasu getötet worden waren. Er wütete und ließ ganze Rauchwolken aufsteigen.
Raiga stockte derweil der Atem. Er hatte die blauen Augen aufgerissen, ächzte nach Luft und verlor die Kraft in seinen Armen, da das Kunai seines Feindes bis über die Hälfte in seinem Bauch versenkt worden war. Er fiel geräuschvoll zur Seite, wirbelte ein bisschen Staub auf und sah an sich hinab, doch brachte nicht die Kraft auf die Waffe aus dem Leib zu entfernen. Er aalte sich zitternd auf der Straße vor Schmerz, Atemlosigkeit und Blutverlust.
Inazuma wiederum hustete erschöpft, kämpfte um sein Leben und hielt den aufgerissenen Arm krampfhaft in die Luft. Alle Spannung hatte seinen Körper verlassen und er fand keine Energie mehr, um noch irgendwie zu kämpfen. Es vergingen mehrere Minuten, in denen sie so da lagen. Yasu zerstörte große Teile Yaezawas, Raiga ächzte und Inazuma wurde vom Schmerz geschüttelt und beherrscht. Irgendwann drehte er das Gesicht verzerrt zur Seite, sah seinen Schwager, der die Hand nach ihm ausstreckte, doch inmitten dieser Bewegung aufhörte. Sein Zittern erstarb, das Gesicht fror ein, die Hand landete bewegungslos im Staub. Er war tot.
Der Missing-Nin hatte allerdings keine Kraft mehr. Und da er gerade noch gesehen hatte, wie das Leben aus dem Körper dieses Monstrums gewichen war, konnte er seine persönliche Mission als abgeschlossen betrachten. Raiga würde nie wieder irgendjemanden töten, misshandeln, demütigen, foltern oder für seine Zwecke missbrauchen. Ein Parasit, der von der Erde gefegt worden war. Selbst wenn das hier jetzt Inazumas Ende bedeuten sollte, konnte er mit einem glücklichen Lächeln dorthin übertreten, wo seine Frau und seine Tochter auf ihn warteten. Die Schlacht des Lebens war geschlagen worden. Zitternd hob er seine gesunde Hand, legte sie gegen die vor Schmerz verkrampfte und formte nochmals das Zeichen für sein Kuchiyose, damit er mit einem zufriedenen Gefühl hören konnte, wie alles um ihn herum ruhig wurde. Sein letztes Chakra schickte Yasu zurück in seine Heimat. Danach fielen seinem zerklüfteten Beschwörer die Augen zu. Seine Hände sanken zu Boden und alles wurde so still, dass es beinahe angsteinflößend war. Es war eine wohltuende Dunkelheit, die Inazuma nun bereitwillig empfing.
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BeitragThema: Re: [Dorf] Yaezawa   [Dorf] Yaezawa Icon_minitimeSa Jul 19, 2014 6:48 pm

cf: Wald von Konoha

Er konnte sich nicht daran erinnern, dass er jemals so lange am Stück gereist war. Normalerweise machten Shinobi eine Pause und schliefen vor allem nachts, rasteten, fanden Ruhe. Naruaki tat das alles dieses Mal nicht. Das Schicksal saß ihm im Nacken mit der Chance nach all den Jahren endlich eine Antwort auf den Verbleib seines besten Freundes zu finden. Er eröffnete kein Lagerfeuer um 2 Uhr nachts, wo er Würstchen braten konnte. Kein Zelt aufschlug, in dem er ruhen konnte, bis die Sonne aufging. Würde er dies tun, könnte das bedeuten, dass er Inazuma vielleicht nie wiedersah. Er wollte nicht versagen wie bei seiner Frau. Wo er zu spät gekommen war, um sie wenigstens vollends zu versiegeln. Also preschte er voran, durch die Blätterkronen des Hi no Kuni. Er hatte sich eine Nahrungspille rein geschoben, damit sein Körper weiter rauchte, obwohl er längst hätte schlafen müssen. Er war nun seit einem gesamten Tag von Zuhause fort und hatte kein Auge zugetan, Chakra und Kräfte verbraten, um an Informationen zu gelangen, nun war er jemandem begegnet, der ihn weiter über Gerüchte aufgeklärt hatte, die Yaezawa betrafen. Und Naruaki beeilte sich mit allem, was er aufzubieten hatte. Mit Jikuukan-Ninjutsu wäre das wahrscheinlich weitaus schneller gegangen. Die Stunden, die er Landschaften durchquerte, Lichter am Horizont sah und die Grenzen passierte, waren quälend. Es dauerte so ewig lange, zwischendurch fielen ihm immer die Augen zu, aber er durfte nicht anhalten, weil er dann erst recht einschlafen würde. Er zwang sich wach zu bleiben und als Ablenkung unterhielt er sich dabei mit sich selbst. Genauer genommen mit seinen Bunshin, wobei die Antworten absehbar waren. Immerhin waren sie ja er selbst. Irgendwann war es dann soweit, dass die Umgebung karger und kälter wurde. Raue Felslandschaften säumten den Horizont, an dem der Himmel durch die Sonne die ersten Spektralfarben annahm. Allerdings vertrieb sie zunächst die Nacht und war selbst noch nicht mit einem Strahl zu sehen. Die Veränderung der Farben nahm Naruaki mit einem schlechten Bauchgefühl wahr. Der Morgen dämmerte, was hieß, dass er die gesamte Nacht durch die Lande gereist war mit Höchsttempo ohne Rücksicht auf seinen Körper. Bis nach Kangetsu no Kuni. Es schien rekordverdächtig, doch Liebe trieb einen zu Höchstleistungen, egal welche Form sie für andere annahm. Ebenso der Glaube an sich selbst und das, was man selbst als wichtig ersann. Naruaki drang also immer weiter in dieses junge Reich ein, das den Boden des Blitzreiches nun sein Eigen nannte. Solange, bis er an einer Weggabelung ein Holzschild fand auf dem endlich Yaezawa stand. Noch sieben Kilometer. Die würde er bewältigen, das war nicht der die Zahl, die ihn jetzt in die Knie zwingen konnte.
Schließlich, so viel später, dass die Sonne zu einem Viertel am Horizont schimmerte, stand Naruaki mit seinen Duplikaten am Eingang des Dorfes, das von irgendwelchen schrecklichen Mannen regiert werden sollte. Was sie allerdings erblickten, ließ ihnen den Atem stocken. Zahlreiche Häuser waren komplett zerstört worden, eine Kirche im Zentrum war sichtlich beschädigt. Es war alles andere als ein schöner Sommermorgen mit Sonnenaufgang in einem Bergdorf. Hier stiegen kleine Rauchwolke durch Schutt auf, während Yaezawa gänzlich leer war. Leere und Tod gähnte Naruaki entgegen, was er mit schwerem Herzen wahrnahm. War Inazuma hier? Alles deutete auf einen Kampf hin. Der Fremde, der hier eingedrungen war, hatte auf jeden Fall viel zerstört, wenn er sich mit den Wegelagerern angelegt hatte. Mit einem Fingerzeig deutete der Shizuma an, dass seine Duplikate sich aufteilen sollten. "Einer geht nach Westen, einer nach Osten. Einer zum Zentrum und zieht einen Ring nach außen. Ich springe über die Dächer." Kollektives Nicken. Das Dorf war nicht gerade klein, auch wenn es nicht sehr reich aussah. Die Weißhaarigen verteilten sich, um nach Körpern von Menschen zu suchen. Mehrere Minuten sprangen und rannten sie umher, doch es war totenstill. Alle paar Augenblicke wurde das Gebiet mit dem jeweiligen Sensorsinn überprüft, aber es wurden höchstens Chakra-Quellen von Mäusen aufgeschnappt. Irgendwann traf Naruaki sich mit dem Bunshin wieder, der nach Osten gerannt war. In dem Moment rief der aus dem Zentrum mit lauter Stimme quer durch die Straßen: "Hier drüben!" Aufregung stieg das letzte Mal in dem 41-Jährigen hoch. Mit seinem Duplikat sprintete er über den zentralen Platz an der Kirche vorbei, entdeckte sich selbst an einer Hausecke stehend und lief dorthin. Wieder versammelt rannten die Duplikate und das Original die Straße hinab, bis sie zu zwei Körpern gelangten, die nebeneinander lagen. Die Kage Bunshin blieben stehen, während Naruaki selbst nach vorne trat. Wie von einem Fels überrollt blieb er stehen, fror an der Stelle ein, die Hände geöffnet, aber zitternd. Seine Augen weiteten sich, während sich sein Magen urplötzlich verkrampfte. Dort im Dreck des Weges lag tatsächlich Inazumas Körper. Ein großer Mann mit langem schwarzem Haar, das sich unter seinem aschfahlen Kopf zerwüstet ausbreitete. Die gelben Augen waren von den Lidern verborgen, während einer der Arme grässlich zugerichtet war. Förmlich zerfleischt, voller Blut. Auch die Kleidung hatte Risse, Flecken, war blutig und schmutzig. Er lag einfach da und rührte sich nicht. Ebenso wenig tat Naruaki es. Er musterte ihn einfach und glaubte noch in diesem Moment, dass er eine Leiche vor sich hatte. Seine Augen wanderten zitternd auf den anderen Körper. Durchtrainiert, geweitete blaue Augen, langes blondes Haar. Es war Raiga, der ältere Bruder von Izana. Das waren also die Feuerreich-Ninja, die man hier gesehen hatte. Und dass Raiga von Inazuma getötet worden war, erkannte man freilich an dem Kunai, das tief in seiner Seite prangte.
Plötzlich sank Naruaki auf seine Knie. Aufgelöst starrte er die Leichen an, seine Muskeln im Gesicht zitterten, die Tränen sammelten sich dick und schichtig in seinen Augen, ehe kein Platz mehr war und sie die Wangen hinunter rannen. Er war wieder zu spät gekommen. "Inazuma", murmelte er verzweifelt und krochen dann zu dem Schwarzhaarigen hin, der ein leichtes Lächeln im Gesicht trug. Ein stoisches, traumatisiertes, das er immer hatte. Sein bester Freund bettete daraufhin seinen Kopf in seinen Schoß. Er bekam das Haar sanft aus dem Gesicht gestrichen, während er auf Naruakis Beinen ruhte. Letzterer sah von oben auf ihn hinab, schluchzte, weinte und verfluchte sich selbst. Die Bunshin schwiegen und standen ratlos hinter ihm. "Verdammt, nein. Warum ausgerechnet du?" Der Körper bebte, er hockte gekrümmt da und ließ laufen, was die Augen nicht behalten wollten. Die Minuten verstrichen qualvoll, in denen Schmerz in Naruakis Herz kroch. Bis er plötzlich eine Stimme in seinem Kopf hörte. Sie war ihm vertraut, doch er verstand nicht, warum sie ausgerechnet jetzt ertönte. "Aki-kun, hast du überhaupt schon mal geguckt, ob er überhaupt schon tot ist? Du weinst, obwohl du es nicht weißt." "Verdammt, du siehst doch, was hier passiert ist! Wie soll er noch leben?!" "Lass mich nachsehen. Ich versuche ihm zu helfen." Naruaki schluchzte kräftig, ehe er Inazumas Kopf losließ und die Hände zitternd aneinander legte. Sein Blick war leer und verschleiert vor Tränen. Er formte Fingerzeichen, schloss die Augen und verließ seinen Körper, woraufhin Uzuki ihn übernahm. Gleich darauf benutzte die Frau Naruakis Hände, um ihm das Gesicht von dem Salzwasser zu säubern. Sie hielt den Zustand seiner Gefühle kaum aus. Anschließend betrachtete sie skeptisch Inazumas zerfetzten Körper, der vor ihr war. Sie legte zwei Finger an seinen Hals, beugte sich und hielt das Ohr über sein Gesicht. Dabei blendete sie alles aus, was ansatzweise geräuschvoll war und konzentrierte sich. Eine Minute verstrich elendig ehe Uzuki sich wieder erhob und mit ihrer eigenen Stimme zu Naruaki sprach. "Du gibst zu schnell auf, wenn dir die Menschen viel bedeuten. Er lebt noch." Die Kage Bunshin erschraken merklich, kamen näher und beobachteten das Szenario. Einer von ihnen nahm Uzukis Platz ein, um den Körper zu stützen. Sie selbst fragte in die Runde: "Wie viel Chakra bleibt mir?" "Etwas mehr als ein Drittel" war die Antwort. Sie nickte seufzend und kniete sich neben den Nozaki. Danach umfasste sie seinen Unterarm, wo gefühlt nur noch die Hälfte dran war, und hielt die Hand mit grünem Chakra darüber. "Hakotsu Iyashi." Sie sah wie die Elle und Speiche, die gänzlich gebrochen waren, wieder zusammenwuchsen. Weiße Knochen glänzten wunderschön, während das Jutsu recht schnell abklang. Anschließend benutzte sie mit beiden Handflächen das altbekannte Shôsen Jutsu. Eine Hand legte sie auf den Unterarm, eine andere auf die Stirn des Verletzten. Sie verweilten. Minutenlang. Bis das Chakra gesunken war. Es war nichts mehr übrig. Naruaki tauschte mit Uzuki, die ihm noch mitteilte, dass er jetzt nur noch warten könnte. Ob etwas passierte. Oder Inazuma langsam dahin schwand. Er hatte dies verzweifelt nickend angehört. Dann hob er Inazumas Körper mit Hilfe der Bunshin hoch und trug ihn aus der Straße weg. Der Letzte mit freien Händen zog Raiga an den Armen mit. Die Leiche wäre nicht ohne Bedeutung. Sie begaben sich gemeinsam zur zerstörten Kirche. Der Yanase wurde an den Stufen der Eingangstreppe liegen gelassen, während Naruaki ganz oben saß und Inazuma neben sich liegen hatte. Geschwächt legte er seine Ellbogen auf den Knien ab und senkte den Kopf gen Brust. Was hatten sie hier nur getan? Warum war all das passiert? Fragen über Fragen, Hoffnungen und Ängste, die das Herz zerfraßen. Naruaki sah einen Moment später einfach zum Himmel, der sich immer heller färbte. Die Sonne ging auf. Kurz darauf verpufften die Bunshin, da sein eigener Chakra-Haushalt zu niedrig geworden war. Er war mit dem Nozaki alleine. Genau wie mit seiner Angst ihn zu verlieren.
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BeitragThema: Re: [Dorf] Yaezawa   [Dorf] Yaezawa Icon_minitimeSa Jul 19, 2014 7:18 pm

Was war die Definition von Schicksal? Dass etwas komplett ohne Zutun des Menschen passierte? Dass etwas, was das Leben einer Person gravierend veränderte, einfach passierte ohne verhindert werden zu können? Oder waren es all die kleinen Dinge, die zu dem führten, was man Gegenwart nannte? Alles hätte Schicksal sein können, was nun zu diesem Moment geführt hatte. Inazuma wusste nicht wie ihm geschah. Minutenlang hatte er im Dreck gelegen und wenn er wach gewesen wäre, hätte er wohl gedacht, dass er tot sei und sein Schicksal, was hier passiert war, erfüllt hatte. Aber seines wurde mit dem eines alten Freundes zusammengeführt. Was passierte, bekam er nicht mit. Nicht im Ansatz. Die Dunkelheit um ihn herum hüllte ihn sanft ein und ließ ihn kaum los. Nach einer gewissen Zeit allerdings ließ der Druck nach, den sie auf ihn ausübte. Er schien aus einer bodenlose Schwärze aufzutauchen. Ein grauer Nebel kam ihm näher durch den er gesogen wurde. Bis alles heller wurde. Erst dann schien er die Oberfläche passiert zu haben. Luft füllte seine Lungen, die Stirn wurde kraus gezogen. Langsam und schwer blinzelte Inazuma, während er flach und leise atmete. In erster Linie wunderte es ihn, dass er wach wurde. Er wusste noch, was passiert war. Sein Verstand schien sich geklärt zu haben. Raiga war tot. Er hatte ihm das Kunai ins Fleisch gestochen, dann hatte er das Bewusstsein verloren. Nun lag er aber woanders, die Sonne stieg auf und Sauerstoff fuhr zurück in sein ärmliches Blut. Unter ihm war nicht die Straße, sondern Steinboden. Aus dem Augenwinkel sah er den Schutt der Kirchenmauer. Wie hatte er es hierhin geschafft? Seine Doki hatte er wegbeschworen, sofern er sich recht erinnerte. Und selbst wenn nicht, dann hätten sie ihn getötet und nicht gerettet. Zaghaft bewegte Inazuma den Kopf zur anderen Seite. Nach dem entsprechenden Augenaufschlag sah er dort jemanden sitzen. Die Sonne schien so, dass ein Schatten auf den Mann fiel, der da offensichtlich in bequemer Haltung auf dem Ansatz der Kirchentreppe saß. Er hatte das Haupt nach vorne gerichtet und registrierte seine Bewegungen wohl nicht. Da war also jemand. Derjenige musste ihm geholfen haben. Völlig desorientiert und geschwächt schloss der Schwarzhaarige wieder die Augen, drehte das Gesicht weg und verzog es gleichsam vor Schmerz und Erschöpfung. Ein leises Keuchen entfuhr ihm dabei, das schließlich die Aufmerksamkeit erregte.
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BeitragThema: Re: [Dorf] Yaezawa   [Dorf] Yaezawa Icon_minitimeSo Jul 20, 2014 2:26 pm

Es grenzte an ein Wunder, dass Uzukis Hilfe Früchte trug. Er wollte es nicht wagen nicht an seine Ahnin zu glauben, doch was er hier vorgefunden hatte, hatte sein Herz so sehr zusammengedrückt, dass Hoffnung nicht viel Platz gefunden hatte. Nun aber hörte er ein Keuchen neben sich, nachdem er minutenlang verloren zum orangenen Horizont gestarrt hatte. Die Augen weiteten sich erneut, auch wenn sie sich in dieser Stille fast geschlossen hätten aufgrund der enormen Erschöpfung. Naruaki drehte sich zu Inazuma, der tatsächlich das Gesicht bewegte und einen Hauch von Leben zeigte. "Inazuma? Bist du wach?" Die Stimme blieb leise, aber einfühlsam und besorgt. Er wollte den Verletzten nicht überanstrengen. Der Schwarzhaarige verzog wieder skeptisch das Gesicht ehe er forschend blinzelte und das Gesicht des Shizuma erkannte, das über ihm schwebte und ausgedorrt aussah. Diese gelben, wenn auch recht leeren Augen zu sehen, trieb ihm ein breites, erleichtertes Lächeln ins Gesicht. "Ich bin hier. Du hast es geschafft." Was für eine Bedeutung die Worte hatten, war Naruaki nicht ganz klar. Er war hier und hatte es endlich geschafft seinen besten Freund zu finden. Inazuma hatte es wiederum geschafft der falschen Wahrheit ein Ende zu setzen - ob er das hatte überleben wollen, war dagegen unklar.
Inazuma brauchte immer noch einen Moment, um zusammenzufügen, warum ausgerechnet dieser Mann nun über ihm war und auf ihn hinab blickte mit einem Lächeln, das ihn an alte Zeiten erinnerte. Er sah den Weißhaarigen einfach nur an, musterte sein Gesicht und lauschte den ruhigen Worten. Er hatte es geschafft - aber wieso? "Naru- ... aki? Was machst du hier?" Nun versuchte er seinen unverletzten Arm anzuspannen, aber es tat ihm alles weh, was nur erdenklich war. Der Versuch die Hand aufzustützen, scheiterte kläglich. "Hey, hey. Warte." Naruaki half ihm langsam auf, indem er ihn an den Schultern stütze und sich nahe an ihn setzte. So konnte Inazuma an seiner rechten Seite lehnen, die Augen schließen, um sich zu entspannen, gleichzeitig aber ein klärendes Gespräch mit Naruaki führen. Der Druck gegen ihn und die zurückkehrende Wärme des anderen Körpers beruhigten ihn und ließen ihn immer noch erleichtert lächeln. Während Inazuma die Augen zumachte, sah sein Freund auf den offenen Kirchenplatz. "Wie soll ich es erklären, Inazuma? Meine Reise zu dir ist genauso schleierhaft wie deine Flucht aus Konoha. Ich habe mich aus Kirigakure davon gestohlen, um endlich nach dir zu suchen. Der Jahrestag von Erikas Taufe erinnerte mich wieder schmerzlich an unsere Zeit. Ich bin seit über einem Tag ununterbrochen unterwegs. Ich bin in Konoha eingebrochen und habe die Akten über dich gestohlen, damit ich Dinge in Erfahrung bringen konnte, die man mir so wie jetzt nicht gesagt hätte. Mir wurde umso klarer, dass deine Heimat den Fehler gemacht hatte dir nicht zu glauben. Ich war auch auf dem Friedhof und habe für dich gebetet. Anschließend bin ich durch den Wald gereist, dort habe ich dann einen Alten getroffen, der mir über Neuigkeiten aus diesem Dorf berichtete. Einem Kampf. Wahrscheinlich dein Kampf. Er beschrieb dich mit wenigen Anhaltspunkten, aber mir war klar, dass du hier bist, also habe ich mich um alles in der Welt beeilt, um hier anzukommen, dich endlich zu finden und ... um dir zu helfen." Man hörte wie Naruaki eine Träne des Glücks zur Seite strich, dabei ein zufriedenes Schluchzen unterdrückte und die Arme verschränkte. Er hatte einen gequälten Geist, der in der Welt seine unsichtbaren Bahnen zog, gefunden und konnte ihm nun helfen ein Ziel zu finden. So blieb es eine ganze Weile still, bis Inazuma die Augen halb öffnete. Sein klarer Geist war noch vorhanden, aber allmählich bereit sich wieder zur Ruhe zu legen. Es war Anstrengung genug gewesen. "Du hast diesen Weg auf dich genommen, um mir zu helfen?", flüsterte der Schwarzhaarige, als hätte er es nicht verstanden. "Ja, habe ich. Ich hätte nicht aufgegeben ehe du nicht in Sicherheit gewesen wärst. Auch wenn ich nicht ewig von Zuhause wegbleiben kann." "Du bist wahrlich ein bester Freund. Du folgst mir so weit, obwohl ich nicht weiß, wo ich jetzt hin will. Raiga ist tot." "Kannst du mir sagen, was hier passiert ist? Und was ... damals vorgefallen ist?" "Wir haben hier gekämpft. Raiga war der Kopf einer Gruppe Rebellen, die das Dorf belagert haben. Die Bewohner haben sie als Geiseln gehalten. Sie sind nun aber in Sicherheit. Seine Männer sind entweder geflohen oder tot. Letztlich waren wir gleichstark. Ich habe alles eingesetzt, was ich zu bieten hatte, was zu diesem Chaos geführt hat. Letztlich ... landeten wir bei einander. Der eine wollte den anderen umbringen. Er wollte mich erwürgen, aber ich habe ihn ein Kunai in den Bauch gerammt. Dann muss ich bewusstlos geworden sein. Ich dachte, dass es das Ende wäre." Diese Sätze ließ Naruaki mit einem schweren Seufzen sacken. Ein Kampf aufs Äußerte zwischen zwei starken Männern. Wieder so viele Tote, ewiges Leid und Hass. Inazuma schwieg noch eine ganze Weile ehe er Luft holte und irgendwie betäubt wirkte, da er Naruaki darüber aufklärte, was damals passiert war. "Ich hatte mein Glück, weißt du? Meine Familie. So wie du mit Mayuko davon gegangen warst. Aber man ließ es mir nicht. Raiga kam ins Dorf und brachte Izana um. Erika habe ich nur noch verletzt gefunden. Er war schon verschwunden. Ich war bei meinen Lieben. Meine Kleine ... ich habe sie in den Schlaf gespielt. Sie schläft. Aber dann sagte man, dass ich das alles getan hätte. Ich sollte mich für etwas verantworten, was ich nicht getan hatte. Also ... bin ich gegangen. Um denjenigen zu bestrafen, der es wirklich getan hatte. Ich war so viele Jahre auf der Jagd. Für diese Nacht, die jetzt vorbei ist."
Naruaki sagte daraufhin nichts. Er schloss die Augen, hielt Inazuma an den Schultern fest und drehte sich zu ihm. Daraufhin umarmte er ihn von hinten und legte seine Stirn an dessen Hinterkopf. Man hörte ihn keuchen, er begann zu zittern und weinte zum wiederholten Male. Aber aus Erleichterung und Freude, dass Inazuma nichts passiert war. "Niemand hat das verdient. Endlich hat all das ein Ende." Auch wenn manche es als unmännlich ansahen, wenn ein Mann sich seinen Gefühlen hingab und weinte, so war Naruaki das in diesem Moment scheißegal. Er ließ seinen Emotionen Freiraum, klammerte sich wie verloren an den Körper des Jüngeren und konnte nicht fassen, dass das hier passiert war. Inazuma war verwundert über diese Gefühlsregung des Freundes. Er wusste nicht recht damit umzugehen. Er hob seine gesunde Hand und legte sie auf Naruakis Unterarm, als würde er ihn beruhigen wollen. Wie ein Kind, das man tätschelte. Verlassen sah er immer noch nach vorne weg, ließ sich aber drücken und genoss die Nähe, die ihm entgegen gebracht wurde. "Hat es ein Ende, Naruaki? Hört es hier auf?" Bei dieser Frage ließ der Weißhaarige ihn schließlich wieder langsam los. Er strich sich über das Gesicht und richtete sich auf. Mittlerweile hatte Inazuma selbst wieder die Kraft sich normal hinzusetzen. Er verweilte, drehte allerdings sein Gesicht seitlich, um Naruaki aus dem Augenwinkel zu beobachten. Er wirkte gekrümmt, ein bisschen hoffnungslos. "Du hast den Mörder von Izana gefasst, Inazuma. Wenn du seine Leiche nach Konoha bringst, bist du in Konoha wieder willkommen. Sie werden ihn untersuchen und in seinen Erinnerungen finden, was der Wahrheit entspricht. Das hier ist deine Freiheit. Du kannst nach Hause." Dabei erinnerte Inazuma sich wahrlich wieder an Zuhause. Sogar an die Zeiten, in denen noch alles in Ordnung war. Ein blühendes Dorf, ruhiger Alltag, ein eigenes Haus, eine tolle Familie. Der Job als Ninja an der Seite des Kage, den er verehrte und ihm all seine Loyalität schuldete. Es war doch zu schön um wahr zu sein. Er konnte das nicht alleine. Wie in Trance stand er auf. Kämpfte sich eher hoch, bis er allmählich die Stufen der Kirche hinab steigen konnte. Naruaki richtete sich verwirrt auf und sah ihm nach. "Was hast du vor?" "Ich wecke mein Kind." Schritte. Man hörte nur Schritte. Inazuma ging um die Kirche, Naruaki folgte ihm. Soweit, bis sie am hinteren Teil waren, der weniger eingestürzt war. Sie zwengten sich gemeinsam durch Holzgebälk, Backsteine, Mauern und Schutt, bis sie in einem Flur standen, der zu einer Reihe Nebenräume führte. Inazuma schlich zielstrebig in einen von ihnen, der recht heil aussah. Sein bester Freund blieb im Torbogen stehen, während er selbst vor dem kleinen Altar stand. "Hilf mir sie zu wecken, Naruaki." Er hielt sich den kaputten Arm an den Oberkörper, während er den anderen nach unten richtete, um am Kopf des Altars Kräfte walten zu lassen. Naruaki schob daraufhin an der anderen Ecke ohne zu wissen, was er gleich ansehen musste. Gemeinsam schoben sie den Deckel des Altars zurück. Die Steinplatte krachte runter und wirbelte Staub auf. Kurz verengte Naruaki deswegen die Augen, aber Inazuma bückte sich ungestört in den Altar, um herauszuziehen, was darin unbeschädigt verborgen lag. Der einstige Anbu holte aus dem Steinaltar eine Puppe, die er an der Schulter hochhielt und auf die Füße stellte. Naruaki bekam einen gequälten Gesichtsausdruck als er Erika erkannte. Die Gerüchte stimmten also. Ihr Vater hatte die Kugutsu no Jutsus gemeistert, ihren Körper mitgenommen und verarbeiten lassen. Einerseits verstand er es nicht, weil es eine Schändung von Leichen und Störung der Totenruhe war, andererseits war diese Puppe Inazumas einziger Begleiter und schien ihm den Resthalt zu geben, den er über all die Jahre gebraucht hatte, um nicht zu zerbersten. Das blonde Mädchen so zu sehen, schmerzte. Inazuma hielt sie an der Schulter und lächelte väterlich auf sie hinunter. Er war wieder ganz in sich gekehrt. Der klare Verstand wurde von dem Trauma vernebelt, das ihn ausmachte. "Schau, sie ist wach. Sie mag dich, weil sie weiß, dass du ihr Onkel bist. Begrüß Erika, Naruaki." Angestrengt blickte dieser den verzweifelten Vater an, ehe er schwer lächelnd in die Hocke ging und die Puppe anguckte als wäre sie lebendig. "Ohayô, Erika-chan. Ich bin Shizuma Naruaki. Es freut mich, dass wir uns endlich sehen. Du bist schön wie deine Mutter." Inazumas Lächeln fing an breiter zu werden, weil er sich freute. Kurz entfernte er seine gesunde Hand, aus der sogleich aber Chakra-Fäden schossen, um Erika zu steuern. Sie verneigte sich brav vor Naruaki und blieb dann stehen. "Du bist einer der Ersten, der so lieb zu ihr ist." Naruaki erhob sich wieder und betrachtete den Puppenspieler besorgt. Seine Psyche schien schwer geschädigt zu sein. Irreparabel aufgrund dem, was Raiga getan hatte. Da konnte er nur froh sein, dass sein Clan ihm Rückhalt geboten hatte. Wenn er nach Mayukos Tod genauso geworden wäre, wäre er ein absolut schäbiger Vater für seine Zwillinge. "Inazuma, du ... solltest zurückkehren. Ich kann dir eine Schriftrolle geben, in der ich Raiga versiegele. Ich kann dich leider nicht begleiten. Ich muss zurück nach Kiri und in Konoha darf ich mich nicht blicke lassen. Ich wünschte, du müsstest das nicht alleine machen." Sie beobachteten einander als spräche Naruaki etwas aus, das Inazuma gefährlich wütend werden lassen konnte. Sie schwiegen, sahen sich an. Dann zuckten die gelben Augen zum Torbogen, Naruaki drehte sich um und sah erschrocken in die Schatten. Jemand war dort. Jemand, den er vielleicht bei der Absuche des Dorfes übersehen hatte? Er hatte alles mit seinem Sensorsinn getestet, sie waren alleine. Doch so wie die Gerüchte durch das Land zogen, was Yaezawa betraf, musste der Kampf ein Lauffeuer gewesen sein.
Insgesamt traten synchron drei Gestalten aus den Schatten durch den Torbogen in den eher kleinen Raum. Eine Frau mit schwarzem Haar, ernstem Gesicht, verschränkten Armen und schwarzer Uniform. Ein hochgewachsener Blauhaariger mit violetten Augen, lockeren Klamotten und einem skeptischen Gesichtsausdruck für Naruaki. Dann noch ein kleinerer Mann mit schwarzem kurzen Haar und gelben Augen, sodass man spontan hätte denken können, dass es ein Bruder Inazumas gewesen wäre. Er lächelte traurig in die Runde, hatte auch die Arme verschränkt, überließ das Sprechen allerdings der Frau. "Er muss nicht alleine gehen. Wir werden ihn begleiten." Die Worte wogen schwer, weil Naruaki eine Minute brauchte, um zu erkennen, wen er vor sich hatte. Er kannte die Menschen nicht, weil sie Inazumas Anbu-Team waren. Doch als er an die Akte dachte, kamen ihm die Fotos in den Sinn. Die Frau war Kimiko, der Schwarzhaarige Akisame und der Blauhaarige hieß Katsuya. Das Team, das mit seinem Kapitän den eigenen Tod simuliert hatte. Sie waren mit ihm geflohen. Aus Brüderlichkeit? Loyalität? So wie Naruaki die Situation wahrnahm, konnte es nur gute Gründe haben. Wenn er an sich selbst als Oinin dachte, würde er auch das Wohl des Teams höher stecken als ein falsches Schicksal durch das Dorf. Sie sorgten für einander. Als Team. Als Freunde. So waren sie nun hier, vereint. "Hallo, Inazuma. Schön, dass du überlebt hast." "Der Kampf war alles andere als unauffällig, mein Lieber. Sei froh, dass nicht irgendwelche Shinobi aus Tsukigakure hier zuerst eingetroffen sind." "Wie es aussieht, hat ein alter Freund von dir bereits geholfen und dich stabilisiert. Wer ist er?" Die Blicke des Teams glitten alle in Richtung Naruaki. Inazuma trat mit Erika voran, ließ sie vor sich stehen und stellte sich selbst direkt neben den Weißhaarigen als Zeichen der Freundschaft. "Shizuma Naruaki aus Kirigakure no Sato. Ein Engel aus einer besonderen Familie. Er ist genauso ein Freund wie ihr alle. Er kommt aber leider nicht mit. Seine Heimat ist hinter dem Wasser. Bei Mayuko. Wie geht es ihr, Naruaki-kun?" Bedrückt senkte er das Haupt und wich den Blicken der anderen aus. "Sie ... ist tot. Seit mehreren Jahren. Sie ist auf einer Mission verletzt worden und man konnte ihr nicht helfen. Meine engste Familie besteht nur noch aus mir und meinen Töchtern Yôkô und Yuki." Inazumas Lächeln wich aus seinem Gesicht, doch er blickte unschuldig drein als wäre er ein Bengel, der wieder nicht verstand. Akisame war der Erste, der Worte des Beileids fand. "Das ... tut mir sehr leid. Doch ich bin sicher, dass Eure Töchter einen wundervollen Vater haben, wenn Ihr so viel für Eure Mitmenschen riskiert." "Erika-chan, hast du gehört? Yôkô und Yuki. Sie sind bestimmt in deinem Alter. Zwei sehr nette Damen, die bei Naruaki leben. Deine Cousinen. Mayuko-chan schläft allerdings. Sie ist eingeschlafen so wie du." Traurig belächelte Naruaki Inazumas Worte, während dieser Erika kontrollierte und zu ihm hochsehen ließ als könnte sie auf irgendwas eine Antwort bei ihm finden. "Ja, sie schläft. Schon lange." Einen Augenblick lang wurde geschwiegen, was sie träge in der Luft ausbreitete. Inazuma schien der einzige zu sein, der sich kaum daran störte, weil er in seiner eigenen Welt war. Schließlich trat Kimiko nach vorne und bückte sich zu Erika, um sie zu streicheln. Eher wie einen Hund statt wie ein Kind. Ihr Lächeln war zaghaft. Sie kannte Inazumas Schäden, allerdings wurde sie nie ganz warm damit. "Meine Süße, wir bringen dich und deinen Vater zurück nach Hause, ja? In diesem Sonnenaufgang werden wir vor die Tore Konohas marschieren und unsere Familien wieder an uns nehmen." Die Reaktion war eine Umarmung durch die Puppe, die selbst Kimiko überraschte. Alle beobachteten das Szenario, bis Katsuya an Inazuma herantrat und ihn mit Druck an der Schulter behutsam aus der Kirche führte. Die Gruppe bewegte sich geschlossen hinterher, bis sie draußen auf dem Platz standen. Akisame blieb bei Naruaki, während Kimiko und Katsuya sich um Inazuma und Erika kümmerten. "Habt Dank für das, was Ihr für ihn getan habt, Shizuma-san. Es ist ein Segen, dass dieser Tag uns alle lebendig zusammenführt." "Das ist es wahrlich. Bitte begleitet den Armen zurück nach Hause. Er ist fragil, aber sicherlich wünscht er sich nichts sehnlicher als endlich wieder ungestraft dem Hokage dienen zu können. Kehrt Ihr mit ihm zurück?" Der Schwarzhaarige nickte mit einem nostalgischen Lächeln. Er schien ebenso emotional bewegt, was der Rest aber gekonnt versteckte. "Ja, wir werden als das verschollene Team wiederkommen als das wir Konoha zurückließen. Mit der Wahrheit. Wir werden diesen Raiga mitnehmen und alles wird sich aufklären. Ich wünsche Euch alles Gute für die Heimreise." Er verneigte sich vor Naruaki, was dieser erwiderte, da er demütig genug dafür war. Mit einem etwas schlechten Gewissen klärte er aber noch eine letzte Sache auf: "Ich wünsche Euch dasselbe, aber ... wenn Ihr zurück seid und ein Diebstahl von Missing-Nin-Akten bekannt wird, sagt bitte nichts über mich. Ich behalte sie und verbrenne sie als Zeichen des Abschlusses." Mit einem kecken Lächeln nickte Akisame. Anschließend hob er die Hand und ging zu seinem Team, das um Erika stand. Inazuma hatte die Chakra-Fäden gelöst, drehte sich nochmal um und ging schleichend und lächelnd auf Naruaki zu. Ein letzter Funken des Wiedersehens ehe die Wege sich wieder trennten. Sie standen voreinander, sahen sich an und schließlich erhob der Nozaki das Wort. "Ich bin dir mehr schuldig, als ich dir als Mensch und Freund je geben kann, mein Lieber. Lass Mayuko schlafen. Izana schläft nun auch in Ruhe und Erika ist bei ihnen. Grüß deine Mädchen von mir. Hoffentlich sehen wir uns bald wieder." Eine halbe Umarmung, um den zerstörten Arm zu schonen, was Naruaki nur allzu gern erwiderte. Die Männer hielten einander eine halbe Minute lang fest, bevor sie von einander abließen und wussten, dass sie nun aufbrechen mussten. Inazuma ging mit einem trägen Lächeln zurück zu seinem Team, nahm seine Tochter in Empfang und beobachtete wie Kimiko Raigas Leiche versiegelte - und sozusagen in die Tasche steckte. Sie standen als Gruppe einige Meter entfernt, winkten dem Oinin zu und gingen dann langsam vom Kirchenplatz, bis sie in einer Nebenstraße verschwanden. Naruaki blieb alleine zurück, was ihn allerdings nicht störte. Er war erleichtert, seufzte glücklich und fasste sich ans Herz. Einen Menschen, den er hatte retten können. Ja, er würde Mayuko schlafen lassen. Er ließ sich nicht von Hass und Trauer zerfressen. Das wollte er seinen Kindern vorleben. Mit einem letzten Gedanken an diesen Morgen machte er schließlich selbst kehrt und verschwand müde und erschöpft aus dem zerstörten Yaezawa.

tbc: Kirigakure (Naruaki)
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