Tamashii no Utsuri

Ein RPG in der Welt der Shinobi
 
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 [Kernstadt] Gasthaus

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BeitragThema: [Kernstadt] Gasthaus   [Kernstadt] Gasthaus Icon_minitimeFr März 20, 2015 4:11 pm

Ein normales Gasthaus mit zwei Etagen und einem weitläufigen Bau. Das Haus ist recht groß und liegt an der Ecke des Marktes, so dass hier viel Laufkundschaft herrscht. Neben zahlreichen Speisen und Getränken kann man sich auch ein Zimmer mieten. Die Bedienung samt Wirt sind freundlich aber man sollte ein Auge auf den Rausschmeißer haben.
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BeitragThema: Re: [Kernstadt] Gasthaus   [Kernstadt] Gasthaus Icon_minitimeFr März 20, 2015 4:31 pm

Die schwere Holztür fiel hinter der jungen Frau ins Schloss. Eine urige Wärme und der Geruch von warmen Essen drangen Hikari in die Nase, als sie gänzlich in die Schankstube eintrat. Sie hatte die graue Kapuze tief ins Gesicht gezogen, sodass keiner ihr Antlitz sehen konnte aber das war vielleicht sogar eh unnötig. Sie kehrte gern in dieses namenslose Gasthaus ein, denn hier konnten sich die Gäste auf die Verschwiegenheit verlassen. Hier wurde Privatsphäre groß geschrieben und niemand zeriss sich das Maul über die Gäste. Das endete sonst mit Hausverbot und rief in Yokuchi jene Ninja auf den Plan, die für Geld alles taten. Hikari bewegte sich etwas geschafft zur Rezeption und sprach einige Minuten mit der Frau des Wirtes. Sie vermietete die Zimmer und kümmerte sich auch sonst um alles. Die Tsuki wollte nicht gefunden werden und mietete so für den erhöhten Preis ein Zimmer im Erdgeschoss, dass hinaus zum Innenhof lag. Im Notfall konnte sie diese Unterkunft ganz einfach verlassen, denn das Zimmer oder sollte sie besser Suite sagen, hatte einen seperaten Ausgang im Raum. Sie würde einfach auf den Hof hinaus kommen, ohne dass jemand sie sah. Da von Saphir noch immer jede Spur fehlte und die Tsuki auch nicht annahm, dass er so einfach wieder kam, ging sie durch den Schankraum und durchquerte einen langen Gang, der spärlich mit Laternen erhellt wurde. Irgendwo hier würde die Suite liegen und als sie die richtige Nummer zu ihrem Schlüssel fand, schloss sie die Tür auf und trat herein. Die Schankwirtin hatte eine genaue Personenbeschreibung von Eiji bekommen, so dass diese ihn hierher schicken würde. Bis dahin aber würde sich Hikari etwas entspannen und frisch machen. Sie hatte seit 3 Tagen nicht geschlafen und auch nur spärlich gegessen. Die Müdigkeit saß tief in den Knochen und so zog sie sich erst einmal aus, verstaute ihre Reisekleidung ordentlich im Schrank und ging duschen.

Sie wollte unbedingt den Schmutz der letzen Tage los werden und sich endlich etwas warmes zu essen gönnen. Daher schrubbte sie sich auch im Nu sauber, wusch sich Haare und Haut und trocknete sich dann ab. Die nassen Haare wurden nur grob frottiert und dann zu einem verwuschelten Pferdeschwanz zusammen gebunden, während Hikari in ein schwarzes Tank Top schlüpfte und ein graues Sweatshirt darüber zog. Das Shirt war weit geschnitten und saß so locker, dass es ihr gerne mal über die Schulter rutschte. Die junge Frau kramte aus ihrerer Reiseverpflegung noch eine schwarze Jogginghose hervor und zog sich rasch an. Etwas genervt seufzend stellte sie fest, das dass Zimmer zwar gut möbiliert war mit Couch, kleinem Tisch und Stühlen, als auch zwei Schränken und Nachttischen aber das Doppelbett beäugte sie kritisch. Scheinbar doch eher ne Pärchensuite. Was solls. Beruhigte sich die Tsuki selbst und ging dann ur Tür, um der Wirtin zu öffnen. Diese reichte ihr ein Tablett mit einer Kanne Pfefferminzee, Zucker und etwas Gebäck und verabschiedete sich dann wieder mit einem freundlichen Lächeln. Sie wusste nicht, wann Eiji hier eintrudelte, daher schlug Hikari mit einem gezileten Fußtritt die Tür zu und stellte das Tablett auf dem kleinen Tisch ab. Sich eine Tasse Tee eingießen, kuschelte sich die junge Frau in ein großes Tuch, dass sich eng an ihre Schultern schmiegte, ehe sie sich auf die Couch setze, die Beine etwas hoch legte und die Tasse Tee nahm. Das heiße Getränk schmeckte köstlich und endlich, nach all der Zeit spürte Hikari, wie sie etwas zur Ruhe kam. Aber der eigentliche Sturm stand erst noch bevor.
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BeitragThema: Re: [Kernstadt] Gasthaus   [Kernstadt] Gasthaus Icon_minitimeSo März 22, 2015 8:44 pm

cf: Straßen & Gassen

Der unglückliche Kerl war schnell abgeliefert und der Lohn einkassiert. Eiji hatte mit stoischer Miene noch die ein oder andere Anekdote ertragen, welche man ihn zusätzlich offeriert hatte, wonach er allerdings dankend ablehnte, was einen weiteren Auftrag betraf. Es war unter Umständen gut, einem Auftraggeber mehrere Gefälligkeiten zu erweisen – vor allem, wenn man das Vorgehen verstehen konnte -, aber man wollte sich nicht abhängig machen. Der ältere Mann hatte es verstanden und war nicht beleidigt gewesen, wenngleich auch nicht sehr erfreut. Was das betraf, so zuckte der Blonde im Nachhinein nur gedanklich die Schultern. Viel Muße hatte er nicht, um über dergleichen nachzudenken, denn seine Füße trugen ihn schon bald durch die Straßen hinfort zu einem der Gasthäuser, welche beim nicht ganz normalen Gesinde einen sehr guten Ruf hatte. Kurz gesagt beim zwielichten Volk, welches sich immer wieder durch eben dieses Reich scharte und hier und dort Ärger machte, nur um an anderer Stelle vielleicht doch wieder die Bilanz ziehen zu können. Keinem von diesen Gesellen hätte Eiji vermutlich sein Vertrauen ausgesprochen, was auf lange Sicht wohl auch gesünder war.
Das Gasthaus an der Ecke. Wenn du Antworten willst und die Folgen nicht fürchtest, dann sei da. Schließlich kam Eiji zum Stehen – als eine der vielen eingehüllten Gestalten, welche hier aus und ein gingen. Wohl wahr, Hikari hatte sich wie immer nur das beste vom besten ausgesucht, in dem sie dieses Lokal wählte. Fast schlich sich ein Lächeln auf seine Lippen in Anbetracht der Komik, dass sie es mal wieder in ein Gasthaus verschleppte, doch ein finsterer Gedanke fegte eben dieses sofort beiseite. Eiji war nicht dumm. Er wusste, dass er sich nun allerhand würde anhören müssen, was seine Zuneigung für diese Person auf eine harte Probe stellen, wenn nicht sogar brechen, würde. Folter war ein Aufseher mit Peitsche, welcher über seinem Kopf kreiste. Mit Sicherheit würde dieses Wort an diesem Abend seinen Platz finden und fallen. Wie eine Peitsche auf ihn niederknallen und hart an seiner Ruhe nagen. Bis auf die Knochen. Aber das war er gewohnt. Er war es gewohnt, die Peitschenhiebe zu spüren und den nagenden Schmerz bis in die Knochen hinein zu spüren. Zu lange schon lebte er damit. Fand sich mit seiner Situation ab und ließ nicht wirklich jemanden oder etwas an sich heran. Nicht, weil er sich fürchtete, sondern einfach, weil er es nicht brauchen konnte. Weil manche Dinge eine Last darstellen würden und Eiji war erwachsen genug, um sich nichts vorzumachen. In diesen Hinsichten gewappnet, schritt er also durch die Tür – und war nicht überrascht, dass ihm wenig später eine Frau ein unauffälliges Zeichen gab.
Wie so viele in ihrem Beruf, war auch sie eine Meisterin in jenen Dingen und konnte spielend leicht unscheinbar Aufmerksamkeit auf sich lenken, wenn sie es wollte. Gut, dafür wurde sie schließlich auch bezahlt. Mit einer ernsten und nicht sehr freundlichen Miene ließ Eiji sich schließlich durch den Hof und einen Gang führen. Wenig Zeit später stand er vor dem Gemach, welches Hikari wohl bewohnte. Mit einer flinken Bewegung schnippte er der Wirtin Trinkgeld zu, das sie ebenso flink einheimste und sich davon machte. Eiji hatte sie keines Blickes gewürdigt und klopfte nur ganz kurz, wartete umso weniger und trat letzten Endes ein.
Die Suite war auf den ersten Blick gut möbiliert und sprach von Komfort und Bequemlichkeit, aber hatte auch etwas Wohnliches an sich. Eiji hob eine Augenbraue, als er Hikari entdeckte und zog seine Kaputze vom Kopf, legte sich das ganze Cape letzten Endes über den Arm. “Wie ich sehe, hast du es dir mal wieder in einem Gasthaus gemütlich gemacht. Was haben diese Behausungen nur an sich, dass es einen immer wieder dorthin verschlägt.“ Leichtes Amüsement blitzte in seinen Augen auf, als er den Kopf schief legte. Vermutlich wusste Hikari, dass er ihr kein leichtes Spiel machen würde. Vor allem als er sich quälend langsam zurück lehnte und die Arme vor der Brust verschränkte, sie unverwandt ansah. Eine Begrüßung war nicht gefallen, vielmehr nur eine kleine Andeutung auf das Gewesene. Gleichzeitig aber auch eine abwehrende Körperhaltung, welche ihr zeigte, dass sie hier nichts erwarten dürfte. Dass er derjenige war, welcher nun etwas erwartete. Und zwar die Wahrheit. Dabei war sein Blick kurz über ihren Körper gestreift, als er eingetreten war. “Erkälte dich nur nicht. Aber unter Umständen hast du es schon jahrelang kalt genug und es macht dir nichts mehr aus.“ Wieder legte er den Kopf schief und es war unvermeidlich, was er meinte: Eine Anspielung auf das, was sie gegebenenfalls getrieben hatte und wie berechnend und kühl sie dabei vorgegangen war. Was es dann auch nicht besser machte, war wohl der nicht einmal vorwurfsvolle, sondern vielmehr feststellende Ton. Und sein Blick, der sie fragte, was sie überhaupt erreichen wollte. Dass er sie hasste oder dass er sie verstand.
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BeitragThema: Re: [Kernstadt] Gasthaus   [Kernstadt] Gasthaus Icon_minitimeSa März 28, 2015 2:54 pm

Das ungeduldige Klopfen an der Tür riss Hikari aus ihren Gedanken und beinahe schwappte der hieße Tee aus der Tasse. Seufzend stellte die junge Frau ihre Tasse ab, richtete ihr Tuch und schaute dann zu dem geladenen Eindringling hinüber. Ihr wohl engster Vertrauter und zugleich größter Feind betrat den Raum, ja hatte nichtmals auf ein "Herein" gewartet. Sie kommte ihm diese Ungeduld nicht verübeln aber umso aufgekratzer Eiji wirkte, desto ruhiger wurde sie. Hikari hatte den Freiraum nicht mit Tee trinken allein verschwendet, sondern ihr Gemüt bezähmt und ihre Gedanken zum Teil wieder keusch unter den Teppich gekehrt. Sie würde nicht weiterhin einen auf eifersüchtige Ehefrau machen und so weiter ihr Selbst beschmutzen. Daher bedeutete sie dem Blondschopf mit einer kleiner Handbewegung sich zu setzen, während sie ihm ebenso einen Tee einschenkte. Eine Fluchtroute und Verschwiegenheit. Antwortete die Tsuki ruhig. Sie war hier sicher nicht wegen dem Essen oder der Zimmer eingekehrt, sondern um ihre Spuren im Notfall verwischen zu können. Aber das musste sie einem Vollblutanbu wie Eiji sicher nicht erklären. Ungehalten stieß die Frau ihren verbrauchten Atem aus den Lungen heraus und lehnte sich zurück. Sah zu dem wesentlich größeren Mann hinauf. Er hatte den Kopf schief gelegt und wirkte ein wenig amüsiert aber diese verschränkten Arme vor seiner Brust sprachen eine andere Sprache. Distanz. Abweisung. Mauer. Hikari hätte viele Begriffe für seine Haltung finden können aber es kümmerte sie nicht. Sie hatte diesen Krach herauf beschworen und würde ihn nun auch ertragen. Daher lehte sie sich zurück und schlug die Beine übereinander, während ihr Gegenüber im fest stellendem Ton anmerkte, wie kalt sie wohl sei oder dass sie wohl nie frieren würde. Alles was sie tun konnte, war einfach schweigend mit den Schultern zuzucken. Was hätte sie darauf auch antworten sollen? Ein gelächeltes Ja? Verzeih, dass ich dich in eine drittklassige Absteige geschleppt habe. Wie es scheint, konntest du deinen Auftrag ausführen? Fragte die violetthaarige höflich, während ihre Hände sich an ihre Seiten legten. Ihre Finger wurden tatsächlich kalt. Gießt du mir bitte Tee nach? Fragte die junge Frau leise, deren Blick unentwandt auf Eiji ruhte. Ich will dich nicht länger mit Keksen und Klatsch abspeisen. Auch wenn es dir zusetzt was ich zu sagen habe, so möchte ich dennoch gerne ausreden. Danach kannst du mich gern durch die Wand feuern. Ihre Worte ließen keinen Zweifel daran, dass sie das Gesagte ernst meinte und auch wahr machen würde. Die junge Frau sammelte ihre letzen Kräfte und kratze vor allem ihre innerliche Standhaftigkeit zusammen, ehe sie zu sprechen anfing. Vor gut vier Tagen hat sich ein Spion nach Tsukigakure verirrt, der auch kurz darauf gefasst wurde. Sein Name ist Hatake Kazu, ein gebürtiger Konohanin. Tja und ich war diejenige, die ihn verhört hat. Eigentlich hatte ich in Anbetracht der alten Zeiten nicht vor gehabt, ihn allzu hart ran zu nehmen aber mein Gefangener war wohl mehr auf seinen männlichen Stolz fixiert, als auf die Konsequenzen seines Handelns und ich hatte weder Lust noch Zeit, um dieses kindische Spiel mit zu machen. Kazu hat mir ernsthaft zu verkaufen versucht, dass seine Gefangennahme ein Missverstädnis war. Die violetthaarige schlug genervt die Augen nieder. Es ging ihr noch immer nicht in den Kopf, wie man sowas dummes behaupten konnte. Daher schnappte sie sich ihren Tee und trank begierig ein paar Schlucke, während ihre Worte auf Eiji wirken sollten. Psychologische Kriegsführung und so.
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BeitragThema: Re: [Kernstadt] Gasthaus   [Kernstadt] Gasthaus Icon_minitimeFr Apr 03, 2015 2:02 pm

Eiji war mit keinen großen moralischen Erwartungen ins Gasthaus gekommen – ohnehin glaubte er nicht, dass sich Hikari für das, was sie tat, rechtfertigen würde. Es lag ihr nicht wirklich im Blut, ihre Handlungen zu erklären. Sie war seiner Ansicht nach niemand, der das Einverständnis anderer Menschen benötigte, um zu existieren. Ebensowenig wie er selbst. Dennoch hob er wenig später eine Augenbraue und ließ die Violetthaarige nicht aus den Augen, welche ihn darum bat, ihm Tee einzuschenken. Mit Sicherheit war es vielleicht eine friedfertige Geste, aber Eiji hatte im Moment kein Interesse daran, es ihr besonders leicht zu machen. Genauso hatte er sich keine großen Hoffnungen gemacht, dass ihre „Erzählung“ etwas anderes als finster war. Genau genommen hoffte er vielleicht sogar selbst mehr, dass sie ihm einfach die Wahrheit schonungslos erzählte und ihm nichts vorenthielt, weil sie es sich nicht leisten wollte, ihn zum Feind zu machen.
Ob sie es könnte? Eiji würde es danach bemessen, was sie als nächstes sagte, doch vorerst rührte er sich keinen Milimeter vor seinem Posten, sondern hatte die Augenbraue wie erwähnt vielsagend in die Höhe gezogen. “Ich bin sicher, deine Kräfte werden es schaffen, die Teetasse zu füllen“, war alles, was er von sich gab und stellte damit klar, dass sie lieber nicht auf Kameradschaft oder dergleichen pledieren sollte. Nein, der Blonde würde keine Manipulation durch Gesten und deren Bedeutungen zulassen. Mit gleichem Desinteresse reagierte er auf ihre Frage nach seinem Auftrag, denn im Endeffekt ging es sie nichts an. Eiji wusste noch nicht wirklich, was er von dieser Situation halten sollte, doch hatte er sich innerlich dafür gewappnet. Folter, Knechtschaft, was würde sie getan haben? Blüten gestreut mit Sicherheit nicht.
“Ob es mir zusetzt, kann ich denke ich gut alleine entscheiden, Hikari. Mir wird es fremd sein, dir ins Wort zu fallen, aber erwarte keine Dankesbekundungen im Nachhinein. Wenn du mich für jemanden hälst, der dich einfach durch die Wand feuern würde, dann ist damit vermutlich alles gesagt.“ Eijis Mimik hatte die Ernstheit und Reserviertheit von früher angenommen, wirkte vermutlich gar ein wenig kühl, aber er legte es nicht darauf an, sich in diesem Fall in die Karten schauen zu lassen. Innerlich hatte er sich auf diesen Moment vielleicht gar unbewusst vorbereitet in all den vielen Fällen, in welchen sie zusammengearbeitet hatten. Denn so eine Situation wie diese hier schien ihm im Endeffekt unausweichlich.
Sie hatten einander den Rücken gestärkt und waren nicht immer einer Meinung gewesen, hatten sie zwar ähnliche aber nicht unbedingt identische Ansichten von der Welt. Sie beide wussten, dass manche Dinge unternommen werden mussten, um den gewünschten Effekt im Nachhinein zu erzielen. Diese Dinge waren nicht immer heilig, waren nicht immer gut – und manchmal musste man sich einfach für ein höheres Gut die Hände schmutzig machen. So war es nun einmal. Dabei hatten sie allerdings stets den anderen respektiert, obwohl Hikari wusste, dass er Tsuki nicht um jeden Preis schützen würde. Genauso wenig wie er wusste, dass sie Konoha im Ernstfall kein Pardon gewähren würde. So war es eben und bislang hatte man es immer überspielen können – nur war nun einer dieser pikanten Fälle in Erscheinung getreten. Und so hörte Eiji ohne mit der Wimper zu zucken, was Hikari zu sagen hatte. Hatte weiterhin die Arme vor der Brust verschränkt, während jeglicher amüsierter Glanz oder dergleichen aus seinen Augen entschwunden war.
Kaum merklich verengten letztere sich, als er ihre Worte hörte. Ein Spion in Tsuki, der gefangen genommen und „verhört“ wurde – vermutlich war das die treffendste Übersetzung für Folter, wie er bereits in Erwägung gezogen hatte. Eiji spürte den Kloß in seinem Hals und schloss kurz die Augen. Hatake. Er kannte die Hatake, waren sie doch eine ehrwürdige Familie Konohas und hatten unter anderem in der Vergangenheit auch einen Hokage gestellt. Hikari selbst schien es jedoch nicht weiter zu stören. Stattdessen zog sie die Handlung des Gefangenen ins Lächerliche und rollte genervt die Augen – was er sah, als er die seinen wieder öffnete. “Stolz sind wir alle auf verschiedene Dinge.“ Gefährlich leise war seine Stimme, als er sprach und er ließ sie nicht aus den Augen. In Anbetracht der Umstände war es Hikaris Recht, einen Spion festzunehmen und zu verhören und das machte er ihr auch nicht streitig. Nur ganz so einfach machen wollte er ihr es nicht. Wenn sie absetzte und ihn zappeln ließ, so tat er das gleiche, in dem er regungslos auf seinem Platz verharrte. Das alte Spiel von sich umkreisenden Raubtieren. “Es ist immer wieder schön zu erfahren, welche Opfer du bringst, in dem du selbst Hand an Probleme legst. Willst du nicht fortfahren? Oder war es das etwa schon?“
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BeitragThema: Re: [Kernstadt] Gasthaus   [Kernstadt] Gasthaus Icon_minitimeSa Apr 11, 2015 8:11 am

Sie hätte es wissen müssen. Eijis Schweigen sprach Bände und er ließ sich auch nicht zu einer Tasse Tee verführen, geschweige denn, dass er ihr welchen nach goss. Stattdessen blieb er regungslos auf seinem Posten stehen und zuckte nicht einmal mit der Wimper. Hikari ertrug diese Zurechtweisung mit einer kalten Seelenruhe, schließlich hatte sie das Kriegsbeil ausgegraben und so war es auch an ihr, das Urteil zu empfangen. Meine Kräfte füllen maximal den Blutkreislauf aber für mehr bin ich im Moment echt nicht zu begeistern. Der Tee schmeckt schal. Unterm Strich ließ sie Eiji damit wissen, dass sie keine großen Anstrengungen unternehmen würde, um ihren Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Die Welt, in der sie sich für ihre Entscheidungen rechtfertigen würde, musste  erst noch geboren werden. Die junge Frau zog ihre Sache durch, auch wenn es bedeutete, dass sie dem Blondschopf so vor den Kopf stoßen würde, dass dieser sich von ihr abwandte. Es würde gewiss so viele Dinge einfacher machen machen. Sie könnte endlich wieder in ihre gewohnten Bahnen zurück kehren, müsste sich an keinen binden und nicht länger mit dieser Last an Gefühlen leben. Doch so einfach war es nicht und Hikari wusste das. Eiji ließ sich nicht manipulieren und das respektierte sie, indem sie keine unnötigen Anstrengungen auf ihn verschwendete. Sollte er doch im Raum stehen bleiben und weiter mit hoch gezogener Augenbraue auf sie hinab starren. Als würde er sie rügen wollen. Es war inzwischen so unwichtig wie der kalte Tee.
Die Tsuki erwartete keine Dankesbekundungen und traute es Eiji auch nicht zu, dass er sie durch die Wand jagte. Dafür war es zu rational und kalkuliert. Wann würde sie ihn jemals verletzlich erleben? Wohl nie, oder? Dieser Mann würde wahrscheinlich eher sterben, als sich die Blöße zu geben und das bewunderte die violetthaarige an ihm. Es hatte etwas unmenschliches, gar steriles an sich und gleichzeitig wirkte dieser Zug an ihm so unglaublich fragil. Ein Mensch musste manchmal ausrasten, damit er wieder zur Ruhe kam. Was aber passierte mit jemanden, der alles in sich hinein fraß? Von diesem Gedankengang beseelt, hörte die junge Frau seinen Worten aufmerksam zu aber sie war nicht in der Position jetzt etwas dazu zu sagen. Es hätte wohl noch alles verkompliziert, außerdem wusste sie ehrlich nicht, was sie darauf antworten sollte. Eiji hatte ja Recht. Der Auftrag interessierte sie nicht wirklich und es kümmerte Hikari auch einen Dreck, was er von ihr dachte. Diese rosigen Zeiten waren allemal vorbei und sie tat gerade alles, um den Scleier des Todes über alles zu legen. Der Stolz kann mich mal. Würde ich immer auf so etwas trivialen beharren, dann wär mein Kopf schon längst nicht mehr auf meinem Rumpf. Erwiederte die Tsuki eine Spur zu bissig, weil ihr Gegenüber scheinbar zur Salzsäule erstarrt war. Der junge Mann hatte noch immer die Arme verschränkt und machte keinerlei Anstalten, seine Defensive zu senken. Ja, musterte sie gar mit einer Kühle, die sie selten an ihm zu sehen bekommen hatte. War das Eis auf dem sie wandelte etwa schon so dünn? Hikari brachte ein ausdrucksloses Lächeln zustande, während sie sich wieder zurück lehnte und es sich bequem machte. Sei nicht so zynisch. Wenn ich es nicht tun würde, dann würde es Tsuki wahrscheinlich nicht geben, mein Sohn wäre seiner eigenen Trauer zum Opfer gefallen und ich hätte als Witwe im Uchiha Clan leben müssen. Weiß Gott, Eiji. Ich bin echt keine Heilige aber wenn Leute wie wir uns nicht die Last der anderen aufbürden, damit sie ein reines Gewissen behalten können, wer dann? Hikari seufzte leise und sah zum Fenster hinüber, doch bis auf die kalte Nacht konnten ihre Augen nichts erspähen. Sie ging nicht weiter auf das persönliche Scharmützel mit dem Blondschopf ein, sondern wandte sich dem Grund ihrer Zusammenkunft zu. Es war ein ziemlich simples Verhöhr. Bei der Leibesvisitation fanden meine Leute ein Asthmaspray in seiner Ausrüstung. Ich machte mir diesen Umstand zunutze, nachdem Kazu nicht kooperieren wollte und zerlegte wenig später mit Gowan eine Wand im Verhörraum. Folglich bekam er ziemliche Atemprobleme und fraß wortwörtlich Staub. Ich habe ihn wirklich mehrmals ausdrücklich gewarnt, dass er es nicht zu weit treiben solle aber er wollte nicht hören. Ihr leerer Blick ruhte weiter auf dem Fenster, während sie mit emotionsloser Stimme fort fuhr. Ich war es schließlich nicht, die vor den Truppen floh, den Markt durch die Kämpfe verwüstete und schließlich mit Karacho in Itsukis Haus krachte. Doch das Lämmchen war sich keiner Schuld bewusst und so zwang ich ihn sein Hemd aus zu ziehen. Als Gegenleistung gabs den Inhalator und mein Versprechen, dass ich etwas für ihn tun würde, wenn beide Dörfer wegen Kazu verhandeln würden. Er sollte sich lediglich den Spielregeln anpassen, damit ich den Schaden auf ein Minimum reduzieren konnte aber er brauchte einige Anläufe und Nachilfe, ehe er dies verstand. Schlussendlich bekam seine kollabierende Lunge das Spray aber das war erst der Anfang. Ich kickte sein Hemd in irgend eine Ecke und nutze seine Unachtsamkeit, um dem armen Tropf einen Schnitt zu zufügen. Dabei brach die Spitze des Glassenbon ab und das darin enthaltene Giftgemisch gelangte in seinen Körper. Danach schnitt ich mir die Pulsader auf und träufelte mein Blut auf die Wunde, so dass es in seinem Blutkreislauf eindringen konnte. Das Gift war ein harmloser Schmerzblocker aber das gewirkte Blutlaster sorgte dafür, dass ihm bei schnellen Bewegungen übel werden würde. Ich muss ihm aber zugute halten, dass er dennoch versuchte, mich mit einem Raitonjutsu an zugreifen aber glücklicherweise setze das Blutlaster schnell genug ein und so verschwamm ihm die Sicht. Der Kratzer am Arm war dennoch ein nettes Andenken von ihm. Ein ausdrucksloses Lächen huschte über ihre Lippen, während sich die violetthaarige wieder ihrem Zuhörer zuwandte. Inmitten dieses Chaos kontaktierte mich Daizen über eine von Kazus Schriftrollen. Ich ging in ein Nebenzimmer und ließ mir viel Zeit um über eine Antwort nach zu denken. In dieser Zeitspanne kam Gift Nummer zwei aus dem Senbon zum Einsatz. Während das Gift Hikari alle Schmerzen von ihm fern hielt, brachte Itami ihm ordentlich Pein. Gute 15 Minuten dürfte sich Kazu vor Schmerzen gewunden haben aber es war so gut dosiert, dasss es ihm nicht ernsthaft geschadet hat. Daizen bekam seine Antwort, während ich Kazu dabei zusah, wie er sich wie ein geprügelter Hund in einer Ecke zusammen gekauert hatte, weil die Schmerzen ihn übermannten. Ich setze mich seelenruhig auf einen Stuhl und muserte seinen nackten, mir zugewandten Rücken. Mir fuhren die Gedanken durch den Kopf, wie einfach ich ihn in dieser Haltung verletzen könnte, ohne das er mich kommen sehen würde. Schlussendlich jedoch ließ ich mich neben ihn auf die Knie fallen und fühlte seinen Puls. Ich befahl meinem Hinkètsu seinen ganzen Blutkreislauf zu infizieren. während wir einen kleinen Plausch hatten. Dann setze ich Kazu ein weiteres Glassenbon zwischen die Schulterblätter und fuhr damit seine Wirbelsäule hinab. Ich sagte ihm, wenn er sich wehren würde, hätte er die nächste Ladung Gift im Körper und achtete auch selbst darauf, dass er ruhig blieb. Ich verzierte sein makelloses Fleisch mit einer roten Linie aber letzendlich zuckte er zusammen und läutete sein eigenes Unheil ein. Ich habe wirklich große Achtung vor ihm, denn Kazu ließ sich nicht klein kriegen, auch wenn er noch so erbärmlich aussah. Damit er nicht verbluetete, wirkte ich Blutstillung auf ihn, sodass er kein Blut verlor. Die Wunde am Rücken versorgte ich aber nicht. Hikari machte eine kurze Pause und nutze diese, um Eiji einen Zettel zu zuwerfen, der bis eben auf dem Tisch gelegen hatte. Dies ist das Gift, welches Kazu als drittes zu spüren bekam. Es ist mein stärkstes und auch das tödlichste. Ich kleidete ihn neu ein und schaffte ihn unter dem Vorwand aus dem Dorf, dass ich ihn beseitigen würde. Zudem machte ich ihm eins klar: Sollte er fliehen, so würde ich die Wunde an seinem Rücken wieder bluten lassen und ihm mit dem Hinkètsu schlimme Qualen bereiten, während die Medicnin Konohas verzweifelt um sein Leben kämpfen würden. Shi no Nemuri tötet schließlich nicht sofort aber allein der Weg nach Konoha hätte ihn wohl umgebracht oder die Zeit, welche die Ärzte benötigt hätten, um mein Gift zu analysieren und zu neutralisieren. Er trug keine Fesseln aber konnte dennoch nicht fliehen. Letzten Endes schafften wir es in wenigen Tagen zum vereinbarten Treffpunkt, wo Daizen die mittlerweile sehr geschwächte Geisel in Empfang nehmen konnte. Ich gab Mayura das Gegengift und sie heilte ihn wohl, während Daizen und ich verhandelten. Das war also das Ende ihres Berichtes und Hikari fragte sich im stillen, ob man sie nun als Monster brandmarkte. Ohne Zweifel hatte sie etwas abscheuliches getan aber es war keine Reue in ihr. Sie hatte die ganze Zeit Kazus Zustand gut kalkulieren können und hatte ihn stets überwacht. Er wäre niemals drauf gegangen aber manchmal heiligte der Zweck alle Mittel. Tja und sie griff ruchlos nach jedem Strohalm, den man ihr reichte. Goldene Iriden ruhten fast schon sanft auf Eiji, während dieser nun mit all diesen Dingen konfrontiert wurde.

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BeitragThema: Re: [Kernstadt] Gasthaus   [Kernstadt] Gasthaus Icon_minitimeSa Apr 11, 2015 11:46 am

Wäre der Moment nicht so seltsam makaber und an sich in unsympathischer, schwerer Atmosphäre gelegen, hätte ihn das Kommentar bezüglch ihrer Kräfte vermutlich amüsiert. Hätte er wenig später nicht erfahren, dass diese Kräfte genutzt wurden, um Hatake Kazu zu foltern, hätten seine Augen vielleicht verräterisch gefunkelt. Aber so wie die Dinge standen, beobachtete er Hikari von seinem Standpunkt aus genauestens und ließ sie keineswegs aus den Augen. Jede einzige Bewegung ihrer Lippen, welche Wörter ausgaben, welche ihn vermutlich wie Dolche in die Brust treffen sollten. Die Frage war nur, ob er es zulassen würde: Auf dem Weg hierher hatte sich Eiji über einiges Gedanken gemacht und er war auch nicht mehr der jüngste, weshalb er ebenfalls wusste, dass er manche Dinge nicht mit Gold aufwiegen könnte. Niemand könnte das beispielsweise von einem Menschenleben und niemand stand über einem solchen. Dennoch ermächtigten sich manche Personen dazu – er selbst ohnehin und damit lebte er bereits sein gefühltes Leben lang. Er war gewappnet für alles, was Hikari behaupten würde, so glaubte er. Er wusste um ihren Drang, ihr Dorf besser zu machen und für sich selbst bessere Konditionen zu vereinbaren, um besser leben zu können. Wäre sie eine ihm neutrale Person und wäe es nicht Konoha, hätte er also von vornherein zustimmen können. Doch in diesen ganzen Spinnweben, welche sich wie eine Falle um sie beide geschwungen hatten, war die Wahrheit gar nicht so leicht herauszufinden oder vielmehr der richtige Weg. Denn immer und immer wieder klebte der Fuß am Netz und eine Spinne der Vergangenheit kam, um ihre Fänge in den Nacken zu rammen, das Gift zu injizieren, welches einen langsam und klammheimlich umbrachte.
Der Stolz kann mich mal. Würde ich immer auf so etwas trivialen beharren, dann wär mein Kopf schon längst nicht mehr auf meinem Rumpf. Ein Seufzen entwich seinem Mund und der Blonde schloss kurz die Augen. “Stolz und Ehre sind das Einzige, was manchen noch geblieben ist in dieser Welt, denn man lässt sie verhungern. Aber ich entsinne mich recht, dass du nicht darauf beharrst, denn du hast sie nicht.“ Es lag eine Ruhe in seiner ebenen Stimme, die fast beängstigend war. Eiji hatte nie wirklich schreien müssen, um Aufmerksamkeit zu erhaschen, wenn er wollte und in diesem Raum, wo nur sie beide waren und draußen die dunkle Nacht, war es vermutlich umso einfacher. Natürlich wusste er, dass Hikari Stolz und Ehre besaß – das stellte er auch nicht in Frage, obgleich sie sie in manchen Situationen ablegen konnte wie die Schlange eine alte Haut. Weiß Gott, Eiji. Ich bin echt keine Heilige aber wenn Leute wie wir uns nicht die Last der anderen aufbürden, damit sie ein reines Gewissen behalten können, wer dann? War es das denn? Das Aufbürden eines Gewissens der anderen? Eines angeblich reinen Gewissens, wo sie doch beide wussten, dass ihrergleichen bereits so schwarz war, wie ein dunkles Loch, welches sich Verlies nannte und aus welchem sie nie hervorkriechen konnten? Sie beide hatten doch bereits schon genug Dinge getan, auf welche man alles andere als Stolz sein konnte – hatte sie das vergessen? Oder wollte sie es vielmehr gar nicht sehen und klammerte sich an die Hoffnung, kein schlechter Mensch zu sein, gerade weil sie sich andere Gewissne aufbürdete? Zumindest nicht gänzlich? Oder wollte sie nun eine Absolution von ihm haben, dass er sie nicht als schlechten Menschen sah, weil sie gleich waren? Beide die Lasten anderer trugen und das stoisch? Eiji atmete geräuschvoll aus und fuhr sich mit der Hand in den Nacken, während er sie mehr als skeptisch betrachtete. “Es sieht dir ähnlich wieder diesen Zeitpunkt für die Bereinigung deines Gewissens gewählt zu haben, wo du doch ganz genau weißt, wie es mit meiner Gesinnung zur Zeit bestellt ist, oder etwa nicht? Willst du nun deine Last wiederum auf mich ablegen? Viel Erfolg dabei Hikari und Glückwunsch, wenn du einen solchen siehst. Ich tue es nämlich nicht.“ Auch, wenn er sich geregt und das Ausatmen sich wie ein ergebenes Seufzen angehört hatte, war doch ganz schnell klar, dass es eine Fehleinschätzung gewesen ware. Eiji hielt den Blick wieder auf Hikari gerichtet und anstatt in den eisigen blauen Seen tauchen zu können, würde man sich beim Versuch wohl eher die Knochen brechen, da sie zugefroren waren. Im Gegensatz dazu, lehnte er sich dann wieder fast entspannt zurück an die Wand, sodass der Schein trügte. Er ließ sich zu keiner ausufernden Tirade hinreißen und würde auch nicht an ihr Gewissen appellieren. Insgeheim rechnete er es ihr jedoch hoch an, dass sie sich selbst nicht schonte und dass sie ihre Handlung bis ins kleinste Detail schildern würde. Das wusste er. Was er allerdings nicht wusste war, was er danach von dieser Geschichte halten würde.
Genau genommen hatte Eiji bereits so eine Ahnung, wohin es ihn führen würde. Genau genommen ahnte er, wie Hikari mit ihrem Gefangenen umgegangen war. Genau genommen kannte er diese blutige Seite genauso sehr wie ihre andere. Genau genommen zeigte sie ihm hier gerade wieder eine andere und fast kam er schon auf den Gedanken, dass er ihr niemals und jemals etwas über sich selbst erzählt hatte, so wie sie ihm nun erneut einen Einblick in ihr Wesen gewährte. Nein, er hatte immer diese Mauer aufgebaut und sie aufrecht erhalten, weil es einfach die Gewohnheit war. Es war sein Beruf, seine Berufung. Etwas anderes hatte er nie darin gesehen und irgendwann war es auch mit seinem Charakter verschmolzen, so zu sein. Wohl wahr, früher hatte man ihn für so manche Späße begeistern können, aber das war unwichtig. Unnötig und schon lange vergessen.
Und schließlich begann Hikari zu erzählen. Zuckte nicht mit der Wimper, als sie in aller Schlichtheit und doch mit der ihr eigenen Treue zum Detail erzählte, wie Kazu gefangen worden war. Wie er in das Haus von Senju Itsuki krachte, welcher auch eines von Eijis früheren Zielen gewesen war. Wie sie ihn mit ihren Glassenbon fast in den Tod getrieben und sich vermutlich an dem Anblick von Macht geweidet hatte, als er vor ihr auf dem Boden lag und sich vor Schmerzen wandt. Wie sie noch die Maßlosigkeit besaß nebenbei mit Daizen traschend zu verhandeln, obgleich er sich hierbei fragte, ob sie sich wirklich nicht versuchen würde, zu verteidigen. Immerhin ging es hier nicht einfach nur um Folter, sondern um einen elementaren Bestandteil ihrer Zusammenarbeit – denn dieser würde hierauf eine sehr großen Effekt haben. Eiji spürte schier das heiße und kalte Stechen in seiner Magengegend und man sah, wie sich seine Augen ungewohnt verengten. Wie sein Gesicht ehrliches Missfallen ausstrahlte und sein Blick zu kalten Dolchen mutierte, die Hikari traktierten und sie irgendwo an der Wand festbohrten, damit er sich an sie „wenden“ konnte, wenn der Zeitpunkt gekommen und sie geendet war. Nein, Hikari nahm nichts und niemanden in Schutz, nicht sich selbst. Nicht ihre Gifte. Nicht seine Gesinnung. Nicht ihrer beiden Gewissen. Sah man in seinen Hosentaschen, in welche er seine Hände am Anfang der Erzählung gesteckt hatte, dass die Hände darin zu Fäusten geballt waren? Eijis ganzer Körper war angespannt wie eine Bodensehne er hatte die Zähne zusammen gebissen. Wer ihn noch nie gesehen hatte, würde mit einem Wutausbruch in den nächsten Minuten rechnen. Dann – fast schnell – fing er den Zettel, wohl eher das Knäuel, aus der Flugbahn und fischte es regelrecht. Das beschwerende Objekt, damit er überhaupt fliegen konnte, legte er beiseite und sah kühl und berechnend auf die feingliedrige Schrift hinunter, welche das Unheil von so vielem darstellte. Eiji stieß sich leicht von der Wand ab.
Dies ist das Gift, welches Kazu als drittes zu spüren bekam. Wusste sie eigentlich, was sie da redete? Oder vielmehr, dass sie sich in gewisser Hinsicht um Kopf und Kragen redete? Das sie ihre ganzen Pluspunkte und dergleichen verspielte? Eiji wusste genug von Folter, um zu wissen, wie schmerzvoll und langsam Gifte töten könnten – wenn sie es denn taten. Die meisten waren einfach darauf bedacht, dass Opfer mürbe zu machen. Ihm grässliches abzuverlangen und zu hoffen, dass man es tötete – was die Tinkturen aber niemals würden. Es war die grausamste aller Foltermethoden und fast hätte er höhnisch darüber gelacht, dass er nicht gleich damit gerechnet hätte, wenn es denn seine Art gewesen wäre. Übelkeit. Husten. Schwindel. Hitze. Gliederschmerzen. Starke Schwächen und Schmerzen. Der Zettel wurde mit einer schnellen Bewegung in der Hand zerknüllt und fallen gelassen. Distanziert blickte Eiji eine Weile auf ihn hinunter, ehe er wieder den Kopf hob. Das Ende wahrnahm: Letzten Endes schafften wir es in wenigen Tagen zum vereinbarten Treffpunkt, wo Daizen die mittlerweile sehr geschwächte Geisel in Empfang nehmen konnte. Ich gab Mayura das Gegengift und sie heilte ihn wohl, während Daizen und ich verhandelten.
Stille. Gähnende Leere in Konversation und Stille, wobei man vielleicht den ein oder anderen Windzug draußen vor dem Fenster an der Hofseite wahr nahm. Aber selbst das war Eiji in diesem Moment egal, verharrte er doch an seiner Position und sah Hikari einfach nur an. Das, was sie ihm gerade eröffnet hatte, konnte vermutlich kein Mensch ungestraft an sich vorbeiziehen lassen oder einfach ignorieren. Das, was sie ihm gerade erzählt hatte, sprach wider seiner gesetzten Grundsätze, wo er doch jahrelang darauf bedacht war, Konoha nicht zu schaden. Denn immerhin hatte dieses Dorf immer noch seine Treue. Wohingegen diese Frau vor ihm dieses mit Füßen getreten hatte. Diese kleine Regel, welche er sich selbst aufgestellt hatte, obgleich er nicht dabei gewesen war. Sie hatte einen Konoha Shinobi gefoltert, um für sich selbst an Vergünstigungen zu kommen und dafür Sorge zu tragen, dass die Ihren unter Umständen ein leichteres Leben hatten – oder auch nicht. Er würde sie nicht unnötig in den rechten Schein rücken. Das musste sie wahrhaft selbst tun, denn er hatte sich hier bereits alles angehört und das hatte genug gekostet. Wenn sie sich nun beschwichtigende Worte erwartete, war sie an der falschen Adresse. Unverwandt sah er sie an, ließ die Stille zwischen ihnen lange wirken. Ignorierte die Atmosphäre, die wie ein dunkler grässlicher Vorhang in ihrer beider hing.
“Du hast ihn fast getötet, hast aber den Schneid – oder vielmehr die zweifelhafte Güte – bewiesen, ihn im letzten Moment retten zu lassen. Wovor du ihn praktisch durch einen Fleischwolf gedreht hast. Erwarte nun keine Lobpreisungen von mir.“ Eijis Stimme war hart wie Stahl und kalt wie Yuki-Eis. “Oder soll ich dir nun auf Knien danken, dass dieser Mann nun noch am Leben ist und du heuchelst vor, dass du das für irgendjemanden außer für dich selbst getan hast? Vermutlich war es eine Genugtuung in Anbetracht der Umstände, welche Konoha dir in der Vergangenheit beschert hat.“ Eigentümlich ruhig war die Stimme des Blonden, der nach wie vor keinen einzigen Zentimeter auf Hikari zuschritt, sondern weitehin die Distanz wahrte. Es war entfernungstechnisch zwar keine Verbesserung, aber auch keine Verschlechterung. Dennoch war er mit dieser Frau noch lange nicht fertig. “Soll ich dich nun verabscheuen, da du gegen meine gängige und doch so fragwürdige Moral verstoßen hast oder soll ich dir danken, dass du ehrlich mir gegenüber warst? Was genau willst du von mir hören? Ich habe diese Frage heute schon so oft gestellt und sie mich selbst gefragt. Willst du, dass dich jemand zurechtweist? Falls du eine Verständigung suchst, wirst du damit bei mir auf Granit stoßen, das sich auch mit deinem Gouwan nicht zertrümmern lässt.“ Eij hob eine Augenbraue, wonach er sich endlich von der Wand abstieß und ein paar Schritte auf sie zu machte, sodass er vielleicht nur noch ein einhalb bis zwei Meter von ihr entfernt stand. Die Hände hatte er wieder in die Hosentaschen gesteckt, was fast ein wenig lässig ausgesehen hätte – hätte er nicht so beherrscht geklungen. “Mit Sicherheit könnte ich dir nun viele Lügen auftischen.“ Seine Augen blitzten spöttisch. “Dennoch hast du in deinem Sinne gehandelt. Für deine Taten und für dein Wohlwollen – oder auch für das deines Dorfes, wenn er denn ein Spion war. Du hast ihn gefoltert um an gewinnbringende Informationen zu kommen, welche dir später von Nutzen sein können, was sie wohl auch waren. Nun bist du frei, obgleich das Blut eines Menschen an deinen Händen klebt. Aber das hat es vorher immer auch. Warum genau hast du dich in den Gassen also so in der Dunkelheit verborgen? Glaubst du, ich würde mit dir nun das gleiche machen, was du mit Kazu getan hast – nun auf anderen wegen? Ist das der Unterschied?“ Eiji lächelte, doch das Lächeln war kalt und erinnerte an den ANBU, welcher er einst gewesen war. Unschwer konnte man sich wohl vorstellen, wie er mit einer Maske bekleidet selbst Verhöre durchgeführt hatte. “Wohl wahr, ich hätte nicht wenig Lust dazu, das kannst du mir glauben. Genau genommen könnte ein Teil von mir dir gerade den Hals umdrehe, womit ich dir allerdings entgegen kommen würde, nicht wahr?“ Ein Schritt nach hinten, damit sie auf keine Gedanken kam. Eine symbolische Geste, sowohl positiv im Sinne des Handanlegens, sowie auch negativ im Sinne von Nähe. “Als ANBU kann ich deine Taten nachvollziehen und weiß, wie du gehandelt hast. Als Missing ist es mir völlig gleich. Als Konoha-Nin würde ich dir ein chakrazehrendes Fuin umlegen und dich langsam gen Ende foltern. Als Weggefährte bin ich einen Schritt zurück getreten. Als unfreiwillige Vertrauensperson bin ich wohl dazu verpflichtet, deine Handlungen nachvollziehen zu können – und das kann ich.“ Die Arme erneut vo der Brust verschränkend, nahm er eine etwas lockere Haltung ein. “Er lebt noch und du hast ihn leben lassen. Es war deine Entscheidung ihn zu foltern und deine Entscheidung ihn zu verschonen. Ich mache keine Heilige aus dir. Ich verabscheue einen Teil von dir dafür, aber gleichzeitig sollte ein Shinobi aus diesem Dorf nicht mehr wert sein als ein Shinobi aus einem anderen und dort heiligte der Zweck ebenso die Mittel. Ich muss zugeben, dass ich weit davon entfernt bin, dir zu vergeben und mich nicht abgestoßen zu fühlen. Aber genauso weit bin ich davon entfernt, dir an die Kehle zu springen und dein selbstsicheres Leben auszurotten. Du hast getan, was du tun musstest. Erwarte allerdings keine Vergebung, denn diese muss vorerst aufgeschoben werden.“
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BeitragThema: Re: [Kernstadt] Gasthaus   [Kernstadt] Gasthaus Icon_minitimeSa Apr 11, 2015 3:02 pm

Hatte sie es geschafft? Waren ihre Taten endlich extrem genug gewesen, um diesen Heiligenschein von Eijis Stirn zu kicken? Die junge Frau war nicht dumm, denn sie konnte erahnen welchen Sturm sie da herauf beschworen hatte aber das Ausmaß war für sie nicht kalkulierbar. Sie wollte den ganzen Hass dieses Mannes, wollte das er sich endlich von ihr abwandte, so dass sie wieder in ihre vertraute Einsamkeit fallen konnte. Was wollte er denn schon von ihr? Ihre Bindung war nichts halbes und nichts ganzes. Irgendwo war Hikari es einfach Leid sich für eine Sache stark zu machen, die ihr weder Erfolg, noch eine kalkulierbare Ebene bot. Dieser Mistkerl von Mann hatte ihre Gefühle, gar den Versuch sich ihm öffnen zu wollen mehr als einmal zurück gewiesen. Jedesmal war sie sich wie die betrogene Ehefrau vorgekommen. Wie das Naivchen vom Lande. Sie konnte Eiji nicht gefühllos als Waffe einsetzen aber sie konnte auch nicht ein Teil von ihm werden. Am liebsten würde sie diese Wunde mit einem brennenden Schürhaken ausbrennen un dhoffen, dass diese Krankheit sie nie wieder befallen würde. Doch nun stand er hier und sie redeten sich alles von der Seele. Es stand nur noch zur Debatte wer die giftige Spinne war und wer das klebrige Netz, das gern zur Stolperfalle wurde. Was Hikari anging so gönnte sie Eiji den Luxus nicht, dass er mitbekam, wie sie auf seine Regungen reagierte. Sicher, sie nahm seine Anspannung, ja die ehradezu versennene Bissigkeit wahr aber dennoch blendete sie den Großteil seiner Emotionen einfach aus. Nichts würde ihr Gemüt jetzt erregen, sie würde nicht aus dem Schützengraben gekrochen kommen, wie ein reudiger und verdammt reumütiger Köter! Daher sah sie ihn auch nur distanziert an, als ihr Gegenüber leise seufzte und die Augen schloss. Der Sturm brach los und im Zentrum des Unwetters, dort wo es am stillsten war, brach eine weitere Maske von Hikari ans Dämmerlicht. Zum ersten Mal in seinem langen Leben würde Eiji keinem geringeren gegenüber stehen, als dem Clanoberhaupt der Hinkètsu. Hikari hatte sich bewusst für dieses Monster entschieden, denn diese Maske war die mit Abstand stärkste von ihr, denn sie trug sie nun schon Jahrzehnte. Dieser Maske verdankte sie ihrer Macht, ihre unberirrbare Entschlossenheit keine Entscheidung zu bereuen und vor allem die Kraft, Dinge zu tun, die in ihren Augen getan werden mussten. Ohne lästigen emotionalen Ballast oder Gefühlen, die sie zerfressen würden. Damals hatte Eiji schon einmal Bekanntschaft mit dieser Maske gemacht aber da hatte sich Hikari zum Teil noch von ihrer emotionalen Seite leiten lasen. Diese Gnade würde er nun nicht haben, denn die junge Frau war fest entschlossen, Eis mit Eis zu bekämpfen. Das hier war ein kalter Krieg und sie der Autor.
In der Tat. Ich mag sie verloren haben. Die junge Frau sprach beherrscht, so als wäre es nur ein Gespräch über eine Teesorte, statt über eine Folterung. Sie würde sich nicht erweichen lassen, daher setze sie sich auch gerade hin. Unentwandt würde der Mann vor ihr nun in ihrem Fokus liegen. Sie würde ihn beowachten, analysieren und doch keiner seiner Regungen zu nahe an sich heran lassen. Er war nicht der Einzige, der Mauern errichten konnte. Die Atmosphere mochte angespannt und düster sein aber die Tsuki fühlte sich in diesem Moloch seltsam geborgen. Es war ihr nicht unbekannt und so konnte sie darin überleben, ohne von seinen Worten vergiftet zu werden. Deswegen konnte sie mit diesem Mann momentan auch so entspannt reden, denn sie versteckte sich hinter keinen Ausflüchten oder versuchte etwas zu beschönigen. Eijis Emotionen und Worte rreichten sie ungeschönt aber dabei blieb es auch. Sie saß die ganze Sache aus und ertrug den wütenden Sturm einfach. Einerseits bewundere ich dich für diese Worte, denn sie treffen gezielt ins Schwarze. Andererseits jedoch hast du so wenig Ahnung von ihnen. Hikari erhob sich, um ans Fenster treten zu können. Das Tuch blieb weiterhin um ihre Schultern geschlungen. Der Mann, den sie fast hätte lieben können, sprach davon, dass sie ihr Gewissen bereinigen wollte. Machte er es sich wirklich so einfach? Dachte er ernsthaft, dass sie es sich so leicht machte? Ihre Augenbrauen rutschten eine Etgae tiefer und starrten den Blondschopf kühl an. Vereinfache die Tatsachen nicht so schnell. Würde ich bereuen, dann läge ich jetzt heulend auf dem Bodem und würde um Vergebung flehen. Der Zeitpunkt für meine Beichte hätte kein besserer sein können. Weißt du wirklich nicht, was ich damit bezwecke? Oder kannst du die Antwort einfach nicht sehen, weil du zu eindimensional denkst? Diesesmal war kein kleines Lächeln zur Auflockerung zu sehen und wäre es auch noch so kühl gewesen. Sie hielt ihren Clan nicht mit Blümchen und Zärtlichkeiten bei Stange aber scheinbar dachte der Herr hier, sie würde zu Kreuze kriechen. In jenem Moment schoss ihr durch den Kopf, dass sie diese kalten Eisseen mochte. Sie hatten den unbeugsamen Hauch des Todes an sich und wirkten dennoch schön. Hikari verharrte still, ließ sich anstarren ohne eine Regung zu zulassen, während Eiji seinerseits Halt an der Wand suchte. Hatten sie jetzt einen Waffenstillstand oder was? Es passierte einfach nichts, denn ihr Gegenüber schwieg sich aus. Würde es ihr je vergönnt sein, diese narzistische Selbstverteidigung des Blondes zu zerstören? Eigentlich dürfte ihm nichts von ihrern Erzählungen überraschen, denn er war ein Profi und daher auf alles kommende schon im Vorfeld vorbereitet. Das gehörte zu seinem Überlebensinstinkt und war tief in seinem Sein verwurzelt. Was also schockte ihn so sehr, dass er erstarrte? War es die Brutalität ihrer Tat, der Umstand, dass es sich um einen Konohanin aus einer hoch geschätzen Familie handelte? Oder fühlte er sich endlich von ihr verraten und verkauft? Sie hätte es zu gern gewusst aber alles was ihr blieb, war ein Blick aus diesem tristen Fenster. Warum konnte der Himmel nicht einfach herab stürzen und alldem ein Ende setzen? Das wäre etwas, mit dem sich Hikari auf ganzer Ebene einlasen konnte. Stattdessen schlug sie sich mit einem hochgradig verärgerten Mann rum, der sein Missfallen, als auch die beherrschte Wut klar zum Ausdruck brachte. Verbale Dolche bohrten sich in ihren Körper, ausgelöst durch Eijis Blicke. Doch die junge Frau zuckte nichtmals mit der Wimper. Die Maske saß eisern und kalt auf ihrer Haut und würde alles unproduktive abperlen lassen. Eiji hatte bestimmt nicht bedacht, dass dieses Spiel auch zwei Personen spielen konnten. Sie hatte endlich an seiner perfekten Maske rütteln können und kostete das insgeheim auch voll aus. Endlich hatte sie einen Dolch in seine heile Welt bohren können, aus der er sie immer ausschloss. Die heile Welt war zwar nur eine Metapher, denn wie sie den Mann vor sich einschätze, war bei ihm gar nichts heile aber irgendwie reizte sie dieser Vergleich. umso mehr Eiji sein Missfallen zum Ausdruck brachte, desto entsppannter wurde Hikari. Ihr Überlebensinstinkt stufte ihn momentan als feindlichen Tsuki ein und denen war sie immer aalglatt und ruhig gegenüber. Ihr Clan hatte ein verdammtes Temmperament und so lernte sie früh, ihre Familie mit seinen eigenen Waffen zu schlagen. Wenn sich Eiji davon schon so auf die Palme bringen ließ, was wäre dann erst, wenn sie die wirklich schmutzigen Details aus ihrem Leben auskramte? wahrscheinlich würde er dann seine geballten Fäuste nicht in der Hosentasche verstecken, sondern ihr damit eine rein hauen. Der Gedanke hatte etwas verlockendes aber dafür war momentan keinen Platz. Sie würde in einem begrenzten Umfeld wüten und dieses Chaos nicht noch mehr entarten lassen, indem sie sich vor ihm noch mehr beschmutzte. Dieser Denkzettel hier würde voll und ganz reichen müssen. Daher beowachtete die violetthaarige auch still, wie der Ältere den Giftzettel aus der Luft griff, um ihn zu lesen. Mehrere Sekunden starrte er auf ihre Schrift, ehe er das Papier zerknüllte und wohl angewiedert auf den Boden fallen ließ. Ja, sogar noch etwas länger auf diesen Fetzen stierte, ehe er sich wieder an Hikari wandte. Es folgte eine lange Schweigephase, in der sich beide Parteien belauerten, so als seien sie zwei rivalisierende Raubtiere, die ein Stück Fleisch belagerten. Hatte sie es endlich geschafft und ihn so vergrault, dass er sich aus ihrem Leben verpissen würde? Das hier konnte immerhin kein normaler Mensch so einfach hin nehmen. Auch wenn sie Eiji zu den rationalen Typen zählte, die sich nicht leicht umhauen ließen. Sie sollte es alsbald erfahren, denn die Stille brach. Seine so erbost wirkenden Worte zaubertenn ihr unverhofft ein Lächeln auf die Lippen. Endlich tobte er. Warf ihr heftige Wörter und Anschuldigen an den Kopf und was nicht sonst noch alles. Es gefiel ihr ungemein diesen rationalen Menschen so aus sich raus gehen zu sehen. Doch bei aller Freundschaft! Dieser Idiot schoss mal wieder herrlich daneben. Seine Stimme konnte noch so kalt und hart werden, es befriedigte nur den Blutdämon in ihr. Momentan war kaum etwas menschliches in ihr und das war eigentlich ein untrügliches Warnzeichen. Wo sonst ihr Temperament das Feld bestimmte, sah Eiji nun seinem eigenen Spiegelbild in die Augen. Wieder verkennst du die Tatsachen. Hätte ich Kazu töten wollen, so wäre er jetzt auch tot und du hättest nie davon erfahren. Ein winziges Auflachen löste sich in ihrer Kehle. Natürlich habe ich die Gelegenheit beim Schopfe gepackt und es für mich getan. Warum es beschönigen? Du denkst immer, dass du alles weißt und alles kalkulieren kannst. Doch das ist nicht immer der Fall. Für Kazus Leben bestand ironischerweise keinerlei Gefahr. Sicher ihm gings hundeelend und er dachte, er würde sterben aber du vergisst, wen du vor dir hast. Ich habe diese Gifte entwickelt, sie angepasst und sie immer wieder an mir selbst getestet. Bis zur letzen Phase. Ich kann die Menge nach einem kurzen Check der Person anpassen und die Wirkung voraus sagen. Es gab in der ganzen Zeit kein Risiko. Seufzend stieß sich die junge Frau von der Wand ab, um ein paar Schritte gehen zu können. Er hat nur Stuss von sich gegeben und so habe ich die Informationsbeschaffung spätestens dann aufgegeben, als Daizens Nachricht kam. Du kannst also beruhigt sein, denn ich habe von Kazu keine Infos über Konoha bekommen. Stattdessen habe ich ihn gewinnbrngend anders verwenden können. Dreh es wie du willst. In deinen Augen mag ich kein Gewissen haben und da gebe ich dir sogar Recht. Ich kann das Teil nach Bedarf abschalten und dennoch behalte ich gerade soviel, dass ich nicht dem Wahnsinn verfalle. Die ganze Zeit über blieb ihre Fassade rissfrei und ihre Stime tonlos, gar monotom. Sie hatte ihren Frieden mit ihren Taten gemacht und das würde Eiji wohl zusätzlich belasten. Warum sonst hielt er ihr solch einen Vortrag? Hikari ließ es zu, dass ihr Gegenüber auf sie zu trat. Doch war sie nicht bereit ihren Scutzwall auch nur einen Zentimeter zu senken. Unnahbar und kalt stand sie ihm gegenüber, während Eiji dieselbe Einstellung zurück warf. Ich will von dir hören, das du mich hasst. Mich verabscheust, verdammst und mich am liebsten umbringen wilsst. Dann könnte ich wenigstens endlich in mein normales Leben zurück. Sie legte den Kopf etwas schief und lächelte ihn berechnend an. Alles andere tangiert mich nicht wirklich. Aber du würdest wohl nie dasselbe mit mir machen, was ich mit Kazu tat. Verzeih wenn ich auf dir gerade etwas rum trampel aber du übersiehst ein weiteres Detail. Du bist ein Profi auf deinem Gebiet, daran besteht kein Zweifel. Das was ich mit Kazu angestellt habe, war sicher nicht leicht für ihn aber es war noch die mildeste Behandlung. Wenn ich vorgehabt hätte ihn ernsthaft zu foltern, dann hätte ich ihn an den Daumen aufhängen können, so dass er keinen Zeh auf den Boden bekommt. Ich hätte ihn auspeitschen können, bis das Fleisch sich von den Knochen löst und er sich die Schultergelenke ausgekugelt hätte. Ich hätte ihn über Tage hinweg ganz langsam ausbluten lassen können, so dass er spürt, wie das Leben seinen Körper verlässt. Weiß Gott, ich hätt ihn solange in die Mangel nehmen können, bis er geistig gebrochen wäre, wie ein Ast. In Anbetracht all der Möglichkeiten hast du echt noch den Schneid und versuchst mich zu verstehen? Das ist auch der Grund warum ich zuerst nicht aus der Gasse raus kommen wollte. Ich wusste zu dem Zeitpunkt noch nicht, ob ich die Kraft hätte, dir auf diese Weise die Stirn zu bieten. Jetzt habe ich sie und es würde mich nicht im gerigsten jucken, wenn du mich foltern würdest. Alles wäre besser als immer in diese gleich bleibende, rationale Maske blicken zu müssen. Dieser Mann, den sie wohl mehr begehrte als alles andere auf der Welt, stand keine zwei Meter von ihr entfernt. Hikari hätte nur ein paar Schritte machen brauchen und sie hätte ihrer beider kriegerischer Distanz schließen können. Sie mochte sogar dieses kalte, berechnende Lächeln, dass einem Anbu sicher gut zu Gesichte gestanden hätte. Doch er entfernte sich im nächsten Moment wieder und Hikari spürte erneut einen imaginären Schlag ins Gesicht. Diese Beziehung war so verkorkst, es war schon zum totlachen. Es bewegte absolut nichts in ihrem Inneren, als Eiji seine verschiedenen Standpunkte erläuterte, je davon ausgehend, auf welcher Seite er stehen könnte. Töte mich doch einfach. Alles ist besser als dieser Mist hier. Ich werde nie wieder dieselbe sein und wurde wegen dir verwundbar. Daran bist du Schuld aber statt wie ein Mann die Konsequenz zu tragen, bist du feige davon gelaufen und ich darf die Suppe nun auslöffeln. Besten Dank auch! Schoss es der violetthaarigen garstig durch den Kopf, während der Blondschopf davon sprach, wie er ihr als Konohanin am liebsten den Hals umdrehen würde. Tse! Knurrte die Tsuki gelangweilt, nachdem ihr Gegenüber sich etwas lockerer hin gestellt hatte. Ich will keine beschissene Vergebung. Würde ich anfangen jedes bisschen zu bereuen, dann könnt ich mich auch gleich von ner Klippe stürzen. Meine Fresse. Warum kannst du einem nichtmals wie ein normaler Mensch an die Kehle springen. Mit dir hat ja nichtmals streiten einen Sinn, weil dein Pädagogengelaber alles so fluffig plausibel klingen lässt. Sie wandte sich emotionslos ab und setze sich wieder auf die Couch. Hikari hatte keine Ahnung was sie noch tun sollte, außer sich theatralisch von einem imaginären Balkon im Erdgeschoss zu stürzen. Sie war auf 180 und das nur, weil dieser Idiot einfach nicht klein zu kriegen war. Seufzend blieb sie hinter der Maske des Clanoberhauptes verborgen und zog die Beine etwas an.
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BeitragThema: Re: [Kernstadt] Gasthaus   [Kernstadt] Gasthaus Icon_minitimeSa Apr 11, 2015 4:52 pm

Eiji hatte keinesfalls erwartet, dass es leicht werden oder Hikari es ihm besonders leicht machen würde. Sie beide hatten sich wohl darauf eingestellt, es dem jeweils anderen wiederum so schwer wie möglich zu machen und tatsächlich hatte sich der kühl lächelnde Blonde bereits mehrmals dabei ertappt, ihr wirklich ins Wort greifen und sie abservieren zu wollen. Abservieren, weil sie so ungeheuerliche Dinge aussprach, die beim zweiten Denken gar nicht so ungeheuer waren. Natürlich wollte sie nicht verstehen, dass er sie verstand. Sie wollte unangreifbar bleiben und das Gefühl haben, über ihm zu stehen – das war es doch, oder? Das war diese Farce, welchen er sich hier stellen musste. “Man muss nicht auf dem Boden liegen, um zu bereuen und das weißt so gut wie ich. Es gibt viele Dinge, welche du in deinem Leben bereust und es gibt auch Dinge, die ich bereue – bislang gehört die Tatsache, dass wir uns mehrmals über den Weg laufen mussten und ich mich hier eingefunden habe, noch nicht dazu. Aber wie so vieles, kann sich vermutlich auch das sehr schnell ändern.“ Sie konnte ihn so kalt anlächeln, wie sie wollte – damit stieß sie nicht gerade auf ein heißes entflammendes Meer, welches es zu stillen galt. Vielmehr war er ein ebener ruhiger See, in welchen jemand ein Stein geworfen hatte. Natürlich waren schlagende Wellen die Folge, aber eben diese würden nie die ruhenden Ufer erreichen. Sie waren kein endlos großer Brocken, welcher alles vernichten würde – das hatte Hikari wahrlich nicht in der Hand. Nicht jetzt zumindest.
Folglich lauschte Eiji ihren Äußerungen und bedachte sie teilweise mit einem spöttischen Blick, einem mokanten Lächeln – es hätte nur das Rollen der Augen gefehlt. Sie konnte ihm so viel ins Gesicht werfen, wie sie wollte: Er wusste, sie legte es darauf an, ihn wütend zu machen. Sie war ehrlich und ersparte ihm kein Detail, aber das hieß nicht, dass sie ihn nicht gern aus den Rudern fahren sehen würde. Weg von der gepflasterten Straße hinein in den Schotter, der ziemlich schmerzen würde aber auch so zuckersüß sein konnte. Es gab in der ganzen Zeit kein Risiko. Er hat nur Stuss von sich gegeben und so habe ich die Informationsbeschaffung spätestens dann aufgegeben, als Daizens Nachricht kam. Natürlich hatte sie das. Mehr oder weniger hatte sie es gar auch zuvor bereits angesprochen, denn wo bestünde sonst der Sinn des ganzen? Vermutlich war das etwas, was ihn hätte reizen können: Wenn sie einen Menschen sinnlos gefoltert hätte, aber das hatte sie nicht. Sie hatte ihn zu einem Mittel gemacht, nicht zu einem Zeitvertreib. Ja, letzteres hätte ihn vermutlich angewidert und ihn gar aus der Haut fahren lassen, aber diese Abscheulichkeit traute er ihr zur Zeit nicht zu. Irgendwie glaubte er, dass Hikari meist einen guten Grund für ihre Taten hatte – selbst, wenn ihre eigene Person es war. Nur wollte sie sich noch nicht geschlagen geben. Sie wollte weiterbohren und sich von dem zwischen ihnen, was auch immer es war, losreißen und befreien. Nicht mehr eingekettet sein von unsichtbaren Fesseln, welcher keiner von beiden gelegt hatte. Sie allein waren in diesem Raum ihre Kerkermeister und niemand anderes. Aber hätte es etwas gebracht, mit ihr zu reden? Eiji glaubte es nicht und so war sein Blick wieder ernst geworden, anstatt sie spöttisch zu betrachten. In deinen Augen mag ich kein Gewissen haben und da gebe ich dir sogar Recht. Ich kann das Teil nach Bedarf abschalten und dennoch behalte ich gerade soviel, dass ich nicht dem Wahnsinn verfalle. Wer konnte es sich anderweitiges auch schon leisten? Ihre Worte perlten an ihm mehr oder minder hart ab und tropften auf den Boden, in welchem sie wohl beide zu versinken drohten, ohne es wirklich zu wollen. Es wäre einfach gewesen, sich einfach die Hand zu geben und einander zu akzeptieren, wie man nun einmal war. Aber wann schlugen Menschen schon einmal den einfachen Weg ein und stellten sich nicht über andere? Wollten anderen nicht die Stirn blieben? Weitaus selten und noch seltener, versuchten sie es überhaupt. Ein jeder wollte immer triumphieren und auch ihm war dieser Wunsch nicht fremd, doch glaubte er Hikari hierbei auch nur die Hälfte ihrer Worte, wenn überhaupt.
Ich will von dir hören, das du mich hasst. Mich verabscheust, verdammst und mich am liebsten umbringen wilsst. Schier schien sie es ihm entgegen zu zischen. Seine Miene wurde unbewegt, nicht einmal Kälte war darin zu finden. Genauso wenig wie Freude. Sie machte ihn also dafür verantwortlich, dass sie so geworden war? “Ich bin wirklich geschmeichelt, dass ich offenkundig so viel Einfluss auf dich haben kann, dass ich dich aus deinem alten Leben gezogen habe. Oder spielst du vielleicht nicht doch auf deinen eigenen Weg an, denn ich habe mich selbst nicht aufgesucht, um bestimmte Missionen zu bewerkstelligen – oder andere Dinge, die wir mal lieber nicht erwähnen möchten.“ Abermals legte er den Kopf schief und nahm die Hände aus den Hosentaschen. Die Arme erneut vor der Brust verschränkend sah er jede einzelne ihrer Bewegungen, musterte sie und hörte zu, wie sie ihn verfluchte. Anfluchte. Verfluchte. Es machte keinen Unterschied. Hikari war knallhart zu sich selbst und umso blutiger waren manche Ansichten und Wege, welche sie beschritt. Ja, sie wandelte schon längst barfüßig im blutigen Schotter. Vor ihm schien sie sich regelrecht in den Wahn zu reden und schmückte aus, wie sie Kazu hätte leiden lassen können. Was sie mit ihm hätte machen können und ja, durchaus, es war nicht weniger schwierig, es sich vorzustellen, wenn man Hikari kannte. Bereits einmal hatte er den Anflug einer solchen Persönlichkeit erlebt, als sie in ihren Gemächern den blutigen Schwur geleistet und sich den Körper aufgeschnitten hatte. Diejenigen, welche sie so erlebt hatten, zweifelten nicht mehr an ihrer Tatkraft. Folglich biss er sich auf die Unterlippe und verzog sträflich die Mundwinkel. Ich wusste zu dem Zeitpunkt noch nicht, ob ich die Kraft hätte, dir auf diese Weise die Stirn zu bieten. Jetzt habe ich sie und es würde mich nicht im gerigsten jucken, wenn du mich foltern würdest. Alles wäre besser als immer in diese gleich bleibende, rationale Maske blicken zu müssen... Ich will keine beschissene Vergebung. Würde ich anfangen jedes bisschen zu bereuen, dann könnt ich mich auch gleich von ner Klippe stürzen. Meine Fresse. Warum kannst du einem nichtmals wie ein normaler Mensch an die Kehle springen. Mit dir hat ja nichtmals streiten einen Sinn, weil dein Pädagogengelaber alles so fluffig plausibel klingen lässt. Eiji stieß einen Laut aus, der mehr einem enttäuschten „Tch“ ähnelte und wandte sich von ihr ab. “Ich denke ich habe mir genug angehört, Hikari, und ich glaube nicht, dass es viel Sinn macht, wenn du mich für das verantwortlich machst, was du bist oder nicht. Du bist eine starke Frau, also sag mir nicht, ich muss dich verabscheuen, damit du zurück in dein normales Leben kannst.“ Eiji fuhr sich mit der Hand über die Stirn und ließ sie an seinem Kopf, sodass ein paar der blonden Strähnen nicht in sein Gesicht fielen. “Du scheinst mich gut zu kennen, wenn du glaubst, ich würde nie die Hand gegen dich erheben und dich niemals foltern. Dafür würde ich jene Hand nämlich nicht ins Feuer legen und das solltest du lieber auch nicht tun, sonst hast du unter Umständen ein böses Erwachen. Aber weißt du, wenn dich wirklich ein Mensch so um die Fassung bringen kann und du dir dieses unnahbare Gehabe nun auferlegen musst, um dich dahinter zu verkriechen, dann bist du vielleicht zerbrechlicher als du denkst. Und das wiederum hat nichts mit mir zu tun. Es liegt ganz bei dir, deinen alten Lebensweg einzuschlagen.“ Eiji wandte sich ab und man konnte hören, wie es raschelte und er aus seiner Ausrüstungstasche einen Beutel hervorzog. Man hätte es auch so interpretieren können, dass er das Cape anzog und aus dem Raum stiefeln würde. Aber das tat er nicht, denn stattdessen schritt er vor Hikari und hielt den klimpernden Beutel hoch, in welchem das ein oder andere Geldstück prangte. “Ich denke das ist genug Geld, um mich aus deinen Diensten zu kaufen bis du dich wieder gefasst hast, was meinst du? Damit könnte man sicherlich einen andere Söldner anheuern, welcher für dich die dreckigsten Dinge des Lebens erledigt.“ Mit einem kleinen Wink warf er das Stück Stoff mit dem wertvollen Inhalt auf Hikaris Schoss. Kopfschüttelnd musterte sie. “Wie ist es, immer die Hand zu beißen, welche sich einem entgegen streckt? Wie oft willst du noch in deinem eigenen Unglück versinken, ehe du lernst?“ Fast tat sie ihm Leid, wie sie dasaß. Mit angezogenen Beinen wirkte sie umso einsamer, musste er feststellen – doch bei den Worten, welche sie zuvor verloren hatte, konnte er sie nun schlecht trösten. Das erschöpfte auch seine Geduld. Zumindest vorerst.
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BeitragThema: Re: [Kernstadt] Gasthaus   [Kernstadt] Gasthaus Icon_minitimeSa Apr 11, 2015 8:36 pm

Sie hatte es doch gewusst, dass es so kommen würde. Es überraschte die junge Frau nicht, denn es war jedes verdammte Mal dasselbe. Sie versuchte mit allen Mitteln gegen diesen Mann an zu kämpfen, so dass er sie vielleicht verstand aber in Warheit würde er wohl immer über ihr thronnen. Dabei wollte Hikari ihm gar nichts böses. Weder über ihm stehen, noch ihm einen fremden Willen aufzwingen. Die violetthaarige wäre schon zufrieden gewesen, wenn sie wie früher normal miteinander reden könnten oder zusammen lachen. Diese kleinen trivialen Dinge erschienen ihr nun ungeheuer wichtig. Es schmerzte Hikari mit ansehen zu müssen, wie alles den Bach runter ging, nur weil sie keinen gemeinsamen Nenner mehr fanden. Verlangte sie denn so viel von ihm? Offensichtlich ja, denn Eiji zerschlug wieder alles mit einem Fingerzeig. Es war echt jedes Mal dasselbe. Er war in dieser Sache der Gewinner und sie fühlte sich einfach nur schwach, unzulänglich und schrecklich benutzt. Tja und nun saß sie hier, hörte jedes einzelne seiner Worte und wünschte sich aus teifstem Herzen, dass sie einfach tot umfallen möge. Doch dies war keine Option, daher schaltete sie ihre Gefühle und Regungen völlig ab, wurde ganz zu einer Bestie in Menschengestalt, die nur noch ihren Instinkt hatte. Würde sie dies nicht tun, es hätte sie wohl endgültig seelisch getötet. Sicher, Hikari war in ihren Methoden und Worten extrem aber sie versuchte auch diesen, für sie wertvollen Menschen, mit allen Mitteln zu halten. Doch augenscheinlich wurde ihr nun auch dies untersagt. Was musste sie denn tun, damit dieser Mann ihre Ambitionen verstand? Oder engte sie ihn etwa zu sehr ein? Trampelte sie vielleicht genauso auf seinen Gefühlen und Bedürfnissen rum? Hikari hatte sonst immer eine gute Menschenkenntnis gehabt aber Eiji war aalglatt. Sie bekam keine Anhaltspunkte über ihn zufassen, geschweige denn, dass er sich ihr wohl jemals öffnen würde. Schweren Herzens verabschiedete sie sich innerlich endgültig von ihm. Wenn er den Schneid hatte und den Kelch mit der Verantwortung allein an sie weiter reichte, dann war das eben so. Sie wusste nicht einmal was sie ihm sagen sollte. Doch eines wollte Hikari auf keinen Fall: Ihn jemals hassen müssen. Die junge Frau wollte nicht noch einmal einen geliebten Menschen mit ihrem Hass überschütten, daher blickte sie den Mann vor ein letzes Mal an. Ein ironisches Lächeln war kurz auf ihren Lippen zu sehen, als sie sich über die Tragweite ihrer Entscheidung klar wurde. Langsam war es doch nun wirklich scheiß egal woran sie krepierte. Ob es nun die verzweifelten und höchst seltsamen Gefühle für Eiji waren, an denen sie zugrunde ging oder seine stetigen Abweisungen. Es spiele keine Rolle mehr, daher warf sie auch pikiert den Geldbeutel durchs halbe Zimmer. Du bist ein freier Mann und kannst gehen, wohin du willst. Ich will mich nicht wie eine Hure fühlen müssen, der man eine Auszahlung da lässt, ehe sich der Freier vom Acker macht. Sie seufzte leise und stand dann auf. Das Tuch rutschte ihr etwas von den Schultern aber Hikari bemerkte es nicht. Sie war damit beschäftigt Eiiji ein letzes Mal ruhig zu mustern, ehe sie sich endgültig abwandte. Ich werde es scheinbar nie lernen. Daher sehe ich auch keine Notwendigkeit mehr, mich länger gehen zu lassen. Es tut mir ehrlich Leid, dass ich immer so schwächlich erscheinen muss sber manche Dinge werden sich wohl nie ändern. Arglos zuckte sie die Schultern und schritt dann gemächlich zur Verandatür hinüber. Sie wollte diese aufstoßen und dann in der Dunkelheit des Gartens etwas Schutz finden. Sie würde lange nachdenken und schließlich einen Weg finden, wie sie diesen lätigen Ballast loswerden konnte. Unsere Ansichten sind wohl einfach zu verschieden, um dauerhaft zu bestehen, Du sagst, du reichst mir die Hand aber für mich fühlt es sich immer so an, als würde man mir eine Ohrfeige verpassen. Du bist ein guter Mensch und solltest daher dein Glück anderswo suchen. Es wird bestimmt nicht hier sein. Hikari war selbst erstaunt darüber, wie ihre Maske es schaffte, dass ihre Stimme einen leicht fröhlichen Klang hatte und auch sonst ruhig blieb. Innerlich fühlte sie sich einfach verwest und tot aber das würde sie auf keinen Fall zeigen. Über sich selbst grinsend, schüttelte die junge Frau erheitert den Kopf, ehe sie die Tür aufstieß und hinaus in die kühle Nacht trat. Leb wohl. Flüsterte sie mit einer Endgültigkeit in der Stimme dem Abendwind zu, so dass man sie fast nicht verstehen konnte. Hikari hatte ihre Fesseln endlich gelöst, sodass Eiji nin frei war und gehen konnte, wohin er wollte. Sie würde ihn zwar schrecklich vermissen aber das schien ihr für alle Beteiligten das Beste zu sein. Sie wollte keinem mehr weh tun oder sich weiter entblößen. Alles hatte seinen Preis und Hikari sah nicht ein, warum sie ihn länger zahlen sollte. Die Schwärze der Nacht hüllte ihren zitternden Leib schnell ein, so dass sie sich in Sicherheit wiegen konnte. Ihre Maske brach auch jetzt nicht aber würde sie jemals wieder zu ihrer Menschlichkeit zurück kehren können? Das Monster in ihr verneinte es knurrend.
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BeitragThema: Re: [Kernstadt] Gasthaus   [Kernstadt] Gasthaus Icon_minitimeSa Apr 11, 2015 9:46 pm

Mit einem Klirren war der Beutel in Hikaris Schoß gelandet und Eiji zwang sich genau auf dieses zu blicken und nicht auf das Gesicht oberhalb des Geldes. Nicht auf diese goldenen Iriden, welche ihn nun vermutlich anklagend mustern würden oder deren Besitzerin den Mund voller Gehässigkeiten erneut öffnen würde. Aber selbst wenn sie es tat, würde es ihn nun nicht kümmern. Ganz einfach, weil er es Leid war, sich dauernd diese Reden anzuhören und am Ende immer wieder an diesem Punkt anzukommen. An diesem Punkt, wo sie sich beide gegenüberstanden und sich nicht mehr anschauen konnten, ohne das einer von ihnen erschöpft das Weite suchte oder andere Taten vollbrachte, welchen den jeweils anderen dazu zwangen, zu gehen. Unweigerlich steuerten sie bei jedem Aufeinandertreffen nach einigem Belauern immer auf diesen Punkt zu, sodass sich Eiji sich schon manchmals mal gefragt hatte, warum es eigentlich so war. Warum sie sich immer wieder bekriegte, obgleich sie doch fast diesselbe Auffassung der Welt teilten. Beide wussten, was getan werden musste, um Dinge wieder aus dem Dreck zu kramen und auf die neue Welt zu bauen, welche sie vielleicht irgendwann einmal erschaffen oder deren Grundstein sie legen würden. Letzten Endes konnte er es jedoch nicht sagen. Vielleicht war es auch einfach das Unvermögen beider Seiten, dem anderen wirklich ins Auge zu blicken. Vielleicht versteiften sie sich beide auf ihre Ansichten, oder vielmehr auf ihre Geheimnisse. Eiji wusste, Hikari hatte sich ihm schon so manches mal versucht zu öffnen und immer wieder hatte er sie zurückgestoßen – bis sie am Ende so dasaß, wie nun vor ihm. Den Beutel durch den Raum werfend und ihn anklagend, weil sie nicht wie eine billige Protituierte behandelt werden wollte, welcher man für die Gesellschaft dankte.
Der Blonde wusste, das hatte sie verletzt. Allein deshalb wusste er es, weil sie sich selbst als schwächlich bezeichnete und ihm zu resignieren schien. Dennoch rührte er sich keinen Milimeter, tat es auch nicht, als sie aufstand und ihn augenscheinlich von nun entließ – hatte sie doch selbst gesagt, dass es ihm freistand zu gehen. Unsere Ansichten sind wohl einfach zu verschieden, um dauerhaft zu bestehen, Du sagst, du reichst mir die Hand aber für mich fühlt es sich immer so an, als würde man mir eine Ohrfeige verpassen. Du bist ein guter Mensch und solltest daher dein Glück anderswo suchen. Es wird bestimmt nicht hier sein. Waren sie das wirklich? Zu verschieden, um zu überstehen? Eiji sah pflichtschuldig auf die „geschundene“ Hand hinab und spreizte deren Finger, während Hikari hinaus Richtung Veranda schrit und ein „Leb' wohl“ mehr hauchte, anstatt es zu sagen. Nur aus dem Winkel seines Blickes sah der ehemalige ANBU ihr hinterher und so manches Mal fragte er sich, ob er wirklich ein guter Mensch war. Des Öfteren hatten es Leute ihm gegenüber erwähnt oder darüber geredet, doch nie hatte er daran festgehalten – einfach deshalb, weil alle Menschen das sahen, was sie sehen wollten. Und Eiji war davon überzeugt, dass es Hikari nun auch so ging, welche ihre Zeit wohl nun draußen an der frischen Luft fristen würde. Eine Ohrfeige hatte er ihr natürlich nicht verpassen wollen, obgleich er in ihrer Rage nicht wenig Lust dazu gehabt hätte. Immerhin hatte sie von einem gefolterten Menschen gesprochen und wenn es ein Konoha-Shinobi war, war es nur natürlich, dass es ihm Unbehagen bereitete. Immerhin war es der Ort, an welchem seine Tochter aufwuchs und lebte, genauso wie seine Eltern. Es war einfach die Heimat und an diese hatte er eigentlich gute Erinnerungen, welche durch dergleichen Handlungen in den Schatten gezogen wurden, um dort zu verweilen. Weil er selbst auch zu diesen Schatten gehört hatte. Die Schatten im Schatten, welche Schatten jagten und verhörten. Für einen Schatten.
Eiji steckte seine Hände in die Hosentasche und gab keinen Ton von sich, als er zur Tür der Veranda schritt, auf welcher Hikari stand und in die Nachtluft hinausblickte. Er sah wie sie zitterte und fragte sich, ob sie glaubte, er sei schon weg gegangen, anstatt hier hinter ihr zu stehen. Locker verschränkte er die Arme vor der Brust und lehnte sich an die geöffnete Schiebetür. “Mit vier Jahren habe ich mir den Arm gebrochen, später erneut. Ich hatte nie eine gute Wundheilung und dementsprechend ist eine Narbe zurückgeblieben“, begann er ruhig und sah in den dunklen Himmel hinauf, welcher von einzelnen Sternen und dunklen Schatten bevölkert wurde. “Ich habe wie verrückt geschrien, bis meine Mutter kam, und mich aufgelesen und verarztet hat. Sie hat mir erzählt, ein jeder trägt seine Verletzungen mit sich herum. Manche sind unter der Haut und manche sind offen. Je nachdem, wie sie behandelt werden.“ Seine Stimme war ruhig wie die eines Erzählers, der am Nachtbett eines kleinen Kindes saß. “Wichtig sei nur, dass man sie behandle, denn sonst entzünden sie sich und machen die Menschen mürbe. Für jede Verletzung gibt es ein gutes Heilmittel, selbst wenn es nur einfache Gesellschaft ist. Mein Vater war da eher der pragmatische Typ und hat sie deshalb belächelt.“ Er seufzte vernehmlich und krämpelte sich den Ärmel des jeweiligen Unterarms hoch, auf welchem die Narbe fast silbern schimmernd zu sehen war. Blickte sie an. “Sie hatten auch gelegentlich ihre Differenzen und andere Ansichten – sie sind immerhin Ärzte -, aber sie haben sich immer wieder zusammengerafft, weil sie wussten, dass sie Teil des Gegenmittels für die Wunden des anderen waren. Das hat ihnen über vieles hinweggeholfen.“ Eine kleine Weile schwieg er. “Du hast mich vorher einen guten Menschen genannt, Hikari. Du neigst dazu, das öfter zu tun, aber das bin ich nicht und das muss dir vermutlich irgendwann auch einmal klar werden. Es ist ungewiss, wo Glück ist und was es mit uns machen wird oder kann. Vielleicht fehlen zu viele Bruchstücke in einem vielleicht verkorksten Leben, aber es gibt immer einen Kleber dafür – oder man ersetzt die Stücke einfach. Hikari, ich sagte, ich kann dich verstehen und wenn ich so etwas sage, dann meine ich es ernst. Das kann du mir ausnahmsweise sogar einmal glauben, denn ich habe bislang keine Veranlassung darin gesehen, dich anzulügen. Die Frage, die sich nun stellt, ist nun aber die, ob du dich trotz aller Widersprüche damit abfinden kannst, mir einfach zu glauben, wenn ich das sage.“
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BeitragThema: Re: [Kernstadt] Gasthaus   [Kernstadt] Gasthaus Icon_minitimeSa Apr 11, 2015 10:31 pm

Da stand sie also und atmete erschöpft auf. Hikari hatte die kühle Nachtluft deutlich unterschätzt und nun stand sie zitternd im nächtlichen Schatten und bibberte mit den Baumwipfeln um die Wette. Dennoch war ihr auf irgend eine seltsame Art und Weise leicht ums Herz. Der Schmerz in ihrer Seele war unerträglich aber gleichzeitig gönnte sie es Eiji von Herzen, dass er ging. Sie wollte nicht länger eine Klette sein und fand sich endlich mit ihrer Niederlage ab, doch dann kam alles anders. Als sie die ruhige Stimme Eijis hinter sich vernahm, zuckte die junge Frau unweigerlich erschrocken zusammen. Sie glaubte echt, es wäre ein schlechter Tagtraum und wollte schon weg gehen, als sie schlussendlich auf den Wortlaut achtete. Man könnte echt sagen, dass ihr das Herz stehen blieb. Er war doch tatsächlich geblieben und erzählte ihr seelenruhig von seiner Kindheitsverletzung. Hikari traute sich nicht wirklich, sich um zu drehen aber dennoch lauschte sie seinen Erzählungen. Sie versuchte sich sogar den verletzen kleinen Eiji vor zu stellen und ertappte sich dabei, wie sie einfach so vor sich hin schmunzelte. Ihr Gewissen machte ihr zwar noch immer die Hölle heiß aber sie sehnte sich einfach nach dieser Normalität. Wollte sie ganz fest halten und nie wieder los lassen. So stand die violetthaarige frierend unter dem Nachthimmel und ließ sich von den sanften Worten berieseln, nicht fähig, auch nur etwas zu tun oder zu erwiedern. Sie beneidete den Blondschopf für die Liebe seiner Eltern, denn sie hatte nie welche erfahren. Schlussendlich hörte sie das Rascheln von Kleidung und wagte es, zögerlich über die Schulter zu schauen. Wie ein verschrecktes Reh zuckte die junge Frau zusammen, als sie Eijis Blick auf such spürte. Doch schlussendlich wandte sie sich mit einem ergebenem Seufzer um und kehrte zu dem Mann zurück. Ihr Kopf blieb noch immer etwas misstrauisch gesenkt, dennoch streckte die Tsuki vorsichtig ihre Hand aus, damit sie mit den Fingerspitzen über die Narbe fahren konnte. Sie überließ Eiji die Entscheidung, ob er diese Berührung zulassen wollte, daher wartete sie zögernd auf sein Einverständnis. Es ist wunderbar wenn sich zwei Menschen auch in schlechten Zeiten so unterstützen können. Ich dagegen fühle mich wie ein ätzendes Gift, das alles verdirbt. Brachte Hikari nüchtern heraus, so als wäre ihr diese Wahrheit längst zur Gewissheit geworden. Da Eiji einen Moment schwieg, nutze auch die violetthaarige die Gelegenheit und wandte ihm wieder den Rücken zu. Es machte sie fast plemplem, dass ihr Gegenüber plötzlich so aus dem Nähkästchen plauderte, wo er doch sie selbst immer wieder abgewiesen hatte. Hikari war sichtlich verwirrt aber sie freute sich insgeheim auch sehr über diese kleinen Details aus seinem Leben. Schlussendlich fand sie sich in der Realität wieder und hörte erneut Eiji aufmerksam zu. Tief drinnen war es mir schon immer bewusst, dass du mich wie kein anderer verstehst. Ich hatte wohl einfach keine Kraft mehr, um auch weiterhin an deine Worte zu glauben. Ich wollte dir eigentlich bloß eine Hand reichen, damit daraus vielleicht irgendwann eine Brücke werden kann aber ich habs wohl ziemlich übertrieben. Vertraute die junge Frau ihre Worte leise der Nacht an. Es lag keine Reue darin, nur Ernüchterung. Es ist wahrlich nicht leicht, mit meiner Friss und Stirb Haltung aus zu kommen aber dennoch möchte ich dir glauben. Gestand Hikari etwas zögerlich, während eine Briese ihre Haare verwuschelte. Warum war es jetzt plötzlich so einfach zu reden? Was war nun anders? Begegneten sie sich mit mehr Feingefühl und Vorsicht? Sie konnte es schlecht benennen aber Fakt war, dass sie im Glashaus nicht mehr mit Felsen schmeißen würde.
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BeitragThema: Re: [Kernstadt] Gasthaus   [Kernstadt] Gasthaus Icon_minitimeMo Apr 13, 2015 9:10 pm

Der Blondschopf sah, wie Hikari in der leicht windig anmutenden Nacht beim Klang seiner Worte zusammen zuckte und konnte nur leicht schmunzeln. Es war ein eindeutiger Beweis dafür, dass sie nicht damit gerechnet hatte, ihn nun noch hinter sich zu hören – nun, immerhin hatte sie ihn auch mehr oder minder aus ihren Diensten entlassen und er hatte sich „freigekauft“, obgleich dieser Freikauf wohl billiger war, als er sich hätte träumen lassen. Der Beutel lag immer noch hinter ihm irgendwo im Raum auf dessen Pakettboden, während er keinen Gedanken daran verschwendete, nun kehrt zu machen und aus dem Zimmer oder vom Balkon zu gehen. Aber kannte sie ihn wirklich so schlecht? Dass er nun einfach gehen und sie ohne eine Aussprache zurück lassen würde? Sicher, es war hitzig, aber am besten man glättete diese emotionalen Wogen zuvor, anstatt sich darin zu verlieren und eine hitzige Diskussion entbrennen zu lassen. Vermutlich waren letztere aber viel einfacher, weil man sich allerhand Gemeinheiten an den Kopf werfen konnte und nicht wie eine erwachsene Person darüber reden musste. So hatten sie es ja auch getan, nur auf ihre ganz eigene Art und Weise. Reif waren sie beide und hatten die naiven Lehrjahre hinter sich gelassen – nur sich vollkommen gegenseitig vertrauen... das war bislang nicht möglich gewesen. Sicher, sie hatten viele gleiche Ansichten, aber es gab immer noch genug Dinge, welche einen Keil zwischen sie beide treiben konnte. Beispielsweise die Halb-Entführung eines Tsukitreuen. Beispielsweise die Folterung eines Konohanin.
Als sie auf ihn zukam, zog Eiji seine beige Lederjacke aus, welche mehr Wärme schenkte, als es den Anschein hatte. Es war zwar nicht ganz so einfach, sie um den hochgekrempelten Stoff zu ziehen, aber es gab schlimmeres. “Ich muss dir nicht erklären, dass es nicht immer nur schlechte Gifte gibt, sondern sie sich auch neutralisieren können, oder?“, entgegnete er ebenso nüchtern auf ihre Aussage hin. Er wusste, sie kannte sich in diesen Dingen deutlich besser aus als er – nicht zuletzt deshalb, weil sie den Hatake ohne weiteres am Leben erhalten hatte. Trotz der vielen Gifte. Trotz der Todesgefahr. Während sie die Fingerspitzen auf seine Narbe legte und diese entlangfuhr, atmete er weder scharf ein, noch spannte sich sein Körper an. Vielleicht überraschte es Hikari selbst, doch er entzog sich nicht ihrem Griff, noch war er misstrauisch dieser vertrauten Berührung gegenüber. Eiji fand nicht, dass Hikari ein Mensch war, der sein Vertrauen nicht verdient hätte. Es hieße nicht, dass er einfach so über manche Dinge hinwegblicken könnte, die nach wie vor hier noch zwischen ihnen standen, aber dafür würde er sie auch nicht in einen Abgrund oder dergleichen werfen. Glücklich war er nicht darüber. Aber auch nicht zutiefst erschüttert. Mit dem freien Arm legte er ihr so seine Jacke um die Schultern, sodass sie nicht mehr ganz so arg frieren musste.
Das Geständnis ob des Verständnisses, welches wohl nur er aufbringen konnte, ließ ihn aber seine Augenbrauen skeptisch in die Höhe ziehen – fast ein wenig amüsiert, wenn das Thema nicht so ernst gewesen wäre. “Du kannst nicht das Holz eines Waldes auf einmal fällen, sonst bleibt nichts, worauf du aufbauen kannst. Es ist ganz gut, manche Probleme noch bestehen zu lassen, denn mit der Zeit eröffnen sich unter Umständen auch andere Lösungswege, die beschaulicher und doch so viel erfolgsversprechender sind.“ Fast nebenbei fing er eine der lila Strähnen auf, welche sich durch den Wind in ihr Gesicht verirrt hatte, blieb jedoch auf gesitteter Distanz. “Du musst lernen, mir ebenso zu vertrauen. Allein heute hast du mehr oder weniger gewartet, bis ich dir an den Hals gehe, nicht wahr? Ich muss sagen, das war mutig von dir, aber genauso töricht. Ich habe dir einmal gesagt, dass ich dich wissen lassen würde, würde dein Vertrauen jemals verschwendet werden oder noch schlimmeres und ich muss zugeben, heute hast du es bestechend schwer gemacht – weshalb ich auch nicht einfach über das Gesagte hinwegsehen werde. Keiner von uns beiden wird das wohl tun. Genauso wenig Sinn hat es allerdings auch, dass wir darüber debattieren und den anderen ändern wollen. Ich hatte dir schon einmal angeraten, Acht zu geben, nicht in der Dunkelheit zu versinken, welche in dir ist – ungeachtet deines Namens. Aber das war wohl kein sehr beherzigter Ratschlag was?“ Zwischen seinen Fingern ließ er die gefangene Haarsträhne hindurch gleiten und lehnte kurz darauf nicht mehr an der Schiebetür, sondern stand aufrecht. Ein mattes Lächeln huschte über sein Gesicht und er blickte hinunter auf seine Narbe. In gewisser Hinsicht war das heute gelernte genau wie sie. Auch die gewonnene Erfahrung war wie diese alte Wunde: Sie konnte vermutlich nie gänzlich verheilen und immer eine Spur hinterlassen, aber er konnte damit leben. Vermutlich noch nicht so bald wie er hoffte, aber es war besser, als blanke Wut. “Du solltest jemanden engagieren, der auf dich Acht gibt, dass du nicht versinkst. Auch, wenn du es vielleicht nicht hören willst, habe ich ernst gemeint, was ich sagte: Ich werde mich in nächster Zeit etwas zurückziehen. In Anbetracht der Umstände wäre es nämlich gar das Beste.“ Eiji sagte es nicht mit einem warnenden oder kalten Unterton, zwar auch nicht beschwichtigend, aber wie in einer ganz normalen Unterhaltung. Nicht anklagend, aber er beharrte auf dieser Meinung.
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BeitragThema: Re: [Kernstadt] Gasthaus   [Kernstadt] Gasthaus Icon_minitimeMi Mai 06, 2015 9:06 pm

Die junge Frau hatte wohl mit vielem gerechnet aber nicht mit solch einer Reaktion. Sie hatte inzwischen wieder etwas Distanz zwischen sich und dem Blondschopf gebracht, ja, diesem sogar erneut dem Rücken zugewandt. Das musste sie, denn ansonsten hätten ihre Augen zu viel verraten können. Etwas beschämt aber auch unendlich froh, starrte die violetthaarige versonnen auf jene Hand, mit der sie Eijis Narbe kurz erkunden durfte. Sie war sehr zaghaft, gar behutsam über jene gefahren und zollte der Verletzung oder eher seiner Geste an sie ihren Respekt. Das hatte Hikari nicht erwartet. Obwohl sie sich eben noch heftig gestritten hatten, schien nun aller Groll verraucht zu sein und sie verhielten sich endlich wieder wie Erwachsene. Obwohl zwischen ihnen noch immer eine erhebliche Lücke klaffte und wohl immer klaffen würde, bemühten sich beide Seiten sichtlich wieder um ein besseres Klima. Nur dieser Umstand machte es möglich, dass die Tsuki so versonnen, ja fast erheitert auf ihre Finger starren konnte, während der Hühne ihr im Stillen Gesellschaft leistete. Doch diese Stille hielt nicht lange an, schließlich fragte sie ihr Gegenüber etwas über Gifte. Natürlich konnten sie sich neutralisieren oder eben etwas noch schlimmeres erschaffen. Der Pessimist in Hikari war schon geneigt, etwas scharfzüngiges zu erwiedern aber glücklicherweise bremste sie sich selbst noch rechtzeitig. Ja, dies ist mir in der Tat bewusst. Allerdings sind Gifte auch ein recht schlechtes Thema zum vergleichen der momentanen Umstände. Erwiederte die Tsuki leise. Ob man das Lächeln auf ihren Lippen heraus hören konnte? Sie musste sich noch über so vieles im Klaren werden, denn bis dato war der Weg zu Eiji eine einzige Sackgasse oder ein Kreisverkehr gewesen und sie hatte stetig die Ausfahrt verpasst. So spielte eben das Leben aber Hikari wollte nicht länger ein Spielzeug sein. Doch ehe sie sich wieder in innere Monologe verstricken konnte, legte ihr Eiji seine Lederjacke um die Schultern. Etwas ungläubig drein blickend, schaute sie zu dem Mann auf, der einmal mehr mit Argus Augen über ihr Wohl wachte. Mist! War ihr Zittern denn so offensichtlich gewesen? Die junge Frau hätte sich am liebsten mit dem Brett eins vor den Kopf gegeben aber das wäre momentan eher weniger ästhetisch gewesen. Daher senkte sie auch wieder den Kopf aber zog die Jacke fester um ihren Körper. Verlor sich für einen kleinen Bruchteil in der Wärme und dem angenehmen Geruch des Mannes. Sie hatte ihn schrecklich vermisst. Für diese Empfindung hasste und mochte sich Hikari gleichermaßen. Ich bin halt im Holz fällen besser, als im aufforsten. Entgegente die Tsuki ruhig und wandte sich wieder halb ihrem Gesprächspartner zu. Dieser legte momentan einen Anschlag nach dem anderen an den Tag und sein bevorzugtes Ziel schien Hikari zu sein. Bis eben hatte sie noch über seine Worte gegrübelt, als dieser Frechdachs sich selbstständig machte und ihr einfach eine der Haarsträhnen aus dem Gesicht strich. Skeptisch blickte Hikari auf seine Hand und dem dazugehörigen Mann, der zwar löblicherweise auf Distanz blieb, sie aber weiter traktierte. Gehörte das alles zu seinem Plan um sie gefügig zu machen? Es gab nichts mehr, was Hikari mehr hasste, als das Zuckerbrot und Peitsche Prinzip. Warum solche vertrauten Gesten, wenn er doch sofort wieder Öl ins Feuer goss? Etwas ohnmächttig vor Entrüstung hörte die junge Frau seinen Worten zu, musste sogar manches Mal eine scharfe Erwiederung hinunter schlucken. Fein, sie hatte diese Grube geraben und nun stieß Eiji sie eben verbal auch in jene hinein. Vertrauen kann man nicht lernen, Eiji. Man hat es oder man hat es nicht. Ich kann dir nicht vertrauen, weil du mich immer abweist, wenn ich versuche offener zu werden und du selbst kommst mir auch keinen Schritt entgegen. Merkte die Tsuki mit einer ebenso hochgezogenen Augenbraue kühl an. Ob töricht oder nicht, es war meine Entscheidung mich so zu verhalten. Ich mag zu viel in schwarz und weiß unterteilen aber so bin ich nunmal. Entweder ganz oder gar nicht. Für ein lasches Mittelding bin ich nicht zu haben. Sie seufzte leise und sah gebannt zum Nachthimmel empor. Dieser war fast schwarz, mit ein paar gräulichen Wolkenfetzen, die langsam vorbei zogen. So zynisch es auch klingen mag aber zumindest ist mir die Dunkelheit meines Seins vertrauter, als meine Bindung zu dir. Ich erwarte kein hohes Alter, denn mein Clanvater wird auch mein Henker sein, wenn ich es übertreibe. Ich habe meine Grenzen eigentlich schon sehr weit gedehnt, denn wenn es nach Saphir ginge, wäre ich nun mit meinem Onkel verheiratet und hätte viele Kinder. Er will meinen Sohn am liebsten tot sehen und so haben wir eben auch unsere Differenzen. Dennoch haben wir eine Ebene der Koexistenz gefunden. Ich weiß, dass er mich jederzeit töten kann und es auch ohne Zögern tun würde, wenn ich dem Clan schade und dennoch liebe ich ihn sehr. Dies ist für mich eine Bindung und Vertrauen. Verstehst du? Fragte die Tsuki leise und schaute ihr Gegenüber ernst an. Eiji ließ ihre Haare durch seine Finger gleiten und kam dann auf sie zu. Sie konnte sein mattes Lächeln gut sehen und auch seinem Blick folgen, der zu der Narbe ging. Sie musste tief durchatmen, als der Blondschopf ihr mit diesem netten Gentlemen Lächeln empfahl, sich eine Vertrauensperson zu suchen, die auf sie aufpaste. Brauchte sie jetzt schon einen Babysitter? Mühsam schluckte Hikari die aufkeimende Wut hinunter und zwang sich wieder zur inneren Ruhe. Wie gesagt: Saphir ist trotz aller Probleme meine Familie. Du kannst also beruhigt sein, denn er ist stets an meiner Seite. Er ist ironischerweise der Anker, der mich mit dieser Welt verbindet und gleichzeitig auch meine Flügel, die mir Kraft geben, denn er trägt mich und mein Schicksal schon viele Jahre auf seinem Rücken. Nostalgie spiegelte sich in ihrer Mimik wieder, als sie an ihren Windgeist zurück dachte. So schlecht hatte sie es mit ihm nicht getroffen, schließlich waren sie sich beide über die Vor - und Nachteile des Vertrages im Klaren gewesen. Du kannst also beruhigt in die Schatten zurück kehren. Ich habe noch so vieles vor und eher das nicht erledigt ist, beiße ich sicherlich nicht ins Gras. Für einen Moment lang fukelten die goldenen Iriden Eiji kampflustig an, doch dann wandte sich Hikari erneut ab, um in den Abendhimmel zu schauen.
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BeitragThema: Re: [Kernstadt] Gasthaus   [Kernstadt] Gasthaus Icon_minitimeMi Mai 13, 2015 11:21 pm

Sicherlich, er hätte sie aufklären können. Über seine Anischt. Über ihre Ansichten. Er hätte ihr erklären können, warum er so geworden war und ob er wirklich unzufrieden war, wie er durch die Welt zog. Hätte ihr Dinge über sich selbst offenbaren können, die anderen ein Buch mit sieben Siegeln waren und es auch bleiben würden. Ja, Eiji hätte vieles in seinem Leben tun können – unte randerem sich Hikari anzuvertrauen, doch er war kein Mensch, der sein Vertrauen so einfach verschenkte. Zumindest nicht in dieser Hinsicht. Nicht, wenn man jahrelang diejenigen belangt hatte, welche das Vertrauen von Personen oder eine Personengemeinschaft gebrochen hatten. Man lernte in dieser Hinsicht nämlich immer nur das schlechteste von den Menschen kennen und genauso leicht und oft, wie diese Bilder wiederkehrten, verlor man auch das Vertrauen in sie.
Was Hikari jedoch betraf, so konnte man durchaus zweigeteilter Meinung sein. Einerseits machte sie in berechnender Hinsicht die merkwürdigsten Dinge in manchen Augen. Dinge, mit welchen man einfach nicht rechnete und sie ging unkonventionelle Wege. Unter Umständen also etwas, was jeden Vertrauensvorschuss zertrümmerte. Andererseits aber hatte sie diese Loyalität an sich und eine beinahe überschwängliche Vitalität, sodass diese Wurzel in der Erde einfach nicht klein zu kriegen war – egal, wie sehr man darauf herum hakte. Die Wurzel blieb, ein Baum wuchs und auf diesen Baum konnte man so vieles bauen. Weil sich ein Baum manchmal durch verlassene Gebäude wachsen musste. Weil ein Baum in schlechten Monaten die Blätter verlor, bevor er wieder erblühte. Dass Zeiten sich änderten und es immer irgendwann ein Jammertal geben würde, dem allerdings auch wieder Besseres folgte. Es war ein auf und ab und in den Augen von genug Leuten, war Hikari daher wohl auch ein Hoffnungsschimmer. Wenn man schlagartig darüber nachdachte, so kam einem nicht wirklich etwas in den Sinn, was sie nicht schaffen könnte. Stur war sie. Aber war das auch eine Basis für Vertrauen?
“Dann hoffe ich, dass der Wald, der vor dir liegt, groß und weit ist – denn die Geduld mancher Menschen ist es nicht. Aber das muss ich dir sicherlich nicht sagen.“ Es war nict mal sich selbst, den er meinte, sondern es war auf die Allgemeinheit bezogen. Eiji verschränkte die Arme vor der Brust und legte den Kopf leicht schief. Das charmante Lächeln von eben war ob ihrer letzten Worte aus seinem Gesicht heraus einer Ernsthaftigkeit gewichen. Man konnte von ihm sagen, was man wollte, aber wenn er ernst wurde, war er immer sofort bei der Sache. Eiji hörte immer zu und machte sich über das Gesagte Gedanken – unter Umständen war das auch der Grund, weshalb er überhaupt noch auf dieser Erde wandeln durfte. Vermutlich waren ihre Vorwürfe gar begründet und er wusste, sie rang es sich herunter, ihn anzufahren. Anzuschreien und aus der Reserve locken zu wollen, wie vorhin. Dabei kamen ruhige Worte doch so oft besser bei Menschen an, als lautes Geplärre. Man behielt sie beim richtigen Einsatz ein Leben lang im Gedächtnis. Ihm kam die „Unterhaltung“ in ihren Gemächern in den Sinn und er verzog kurz die Mundwinkel nach unten. “Ich habe nie gesagt, dass ich gegen ganz oder gar nicht bin, oder etwa doch?“ Vielsagend hob er eine Augenbraue und ließ dann seine Arme wieder sinken, löste die Verschränkung vor der Brust. Mit dem vollkommen gesunden Arm machte er eine leicht ausholende Bewegung. “Immerhin stehe ich hier noch vor dir, anstatt dir den Rücken zu kehren. Und das weißt du. Du weißt es genauso sehr, wie du es ausnutzt, weshalb du immer versuchst, mich aus meiner Reserve zu locken, nicht wahr?“
Nur zu gut erinnerte sich Eiji an den Gaul, entschuldigung – den wunderbaren und wundervollen Hengst - , welcher damals zu ihnen gestanden hatte und der sich in seiner Gegenwart zumindest nicht von der schlechtesten Seite gezeigt hatte. Er wusste hingegen nicht, ob er einen Menschen lieben könnte, der seiner Tochter nach dem Leben trachtete. Das würde er vermutlich nie begreifen, aber es war auch nicht seine Suppe, die er auslöffeln musste. “Nun, ich bin sicher, meine Verwandtschaft hätte sich auch besseres vorstellen können, als einen Missing-Nin in den eigenen Reihen zu haben, der auf Grund eines Verrats aus dem Dorf fliehen musste. Aber man kann es nun einmal niemandem recht machen oder will es nicht. Weil das Gewissen zwar an einem nagt, aber der Lebenswille manchmal zu stark ist. Erst im Nachhinein wird man klüger – oder zumindest manchmal. Die meisten jedenfalls.“ Er seufzte und fuhr sich mit der Hand in den Nacken. “Ich glaube wir haben in dieser Hinsicht unterschiedliche Vorstellungen von Liebe und familiären Bindungen. Die deine ist beispielsweise viel komplexer, als die meine. Demnach kann ich sie vermutlich nicht ganz verstehen.“ Eiji lächelte immer noch nicht, wie er es vielleicht zu vor bei einer solchen Unterredung getan hatte. Nein, er war weiterhin ernst und man bekam unter Umständen den Gedanken nicht los, dass man etwas falsches gesagt hatte. Der Blonde sah das kampflustige Funkeln in ihren Augen und schüttelte nur den Kopf. Dann trat er einen Schritt zurück, um ihren Worten Taten folgen zu lassen und wandte sich ab. Aber gehen tat er nicht. Stattdessen folgte er ihrem Blick hoch in das dunkle Himmelszelt, das manchmal so klar war und an anderen Tagen auf sie hinunter zu krachen drohte. “Ist dir schon einmal in den Sinn gekommen, dass du mich nie direkt nach irgendetwas Persönlichem gefragt hast?“ Er schüttelte den Kopf. “Du kannst die Jacke behalten oder sie mir irgendwann zukommen lassen. Vielleicht beim nächsten Treffen, insofern es dazu kommt.“ Mit einem kaum verkennbaren Schritt hörte man, wie er in das gemietete Zimmer schritt. Dort bediente er sich allerdings eines Glases Wasser, ehe er sich mit der Hand kurz über die Stirn fuhr und sich die Haare zurück strich. Und dieser ganze Ärger nur um zu erfahren, dass Hikari ihn hatte in die Enge treiben wollen?
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BeitragThema: Re: [Kernstadt] Gasthaus   [Kernstadt] Gasthaus Icon_minitimeDo Mai 14, 2015 9:24 pm

Hinter ihr gab der einsame Wolf keinen Mucks von sich. Hikari war bewusst, dass sie wieder stänkerte aber es war doch schon immer so. Jedes Mal wenn sie in diese abgeklärte und bis zur Perfektion beherrschte Maske blickte, wollte sie dem Mann dahinter am liebsten schwer verletzen. Im Grunde genommen war sie für so etwas wie ewiges Vertrauchen auch gar nicht geschaffen. Wie denn bitte auch? All ihre Beziehungen endeten mit dem Tod oder sie gab ihren Wünschen nicht nach. Yutaka konnte sie nichts von ihrem Clan erzählen und Shin hatte nie was über ihre Kindheit erfahren. Tja und hier stand nun Eiji, der von ihr mehr wusste, als ihr eigentlich lieb war und dennoch noch immer voll im Dunkeln tappte. Sie hätte wohl alles für diesen Mann getan aber irgendwie fühlte es sich für die violetthaarige so an, als würde ihre Hand Eiji nie erreichen. War für sie der Zug in Hinsicht eines halbwegs normalen Lebens schon abgefahren? Hatte sie sich selbst ins Aus geschossen? All das ging Hikari durch den Kopf, als sie regungslos in die Nacht hinaus schaute und sich etwas Trost von den fliehenden Wolken erhoffte. Wer von ihnen beiden war denn nicht mit sich im Reinen? Ein bitteres Lächeln voller Qualen huschte über ihre Lippe, als sie die warme Jacke vorsichtig berührte. Sie vermisste ihn so und wollte doch nichts anderes, als ihm eine runter hauen. Nur um sich danach in seine Arme zu werfen und sich für alles zu entschuldigen. Aber so einfach würde es nicht werden.
Die junge Frau wurde schlagartig wieder hellwach, als der junge Mann seine ersten Worte sprach. Nein, er musste ihr nicht sagen, wie wenig Geduld die Menschen heutzutage hatten. Sie selbst schloss sich da nicht aus aber hier, in dieser Zusammenkunft musste sie lernen, geduldig zu sein. Es fiel ihr sehr schwer, dennoch beherschte sich die Tsuki und versuchte wirklich, auf Eiji ein zu gehen. Ihre bisherige Denkweise hatte der Frau nur schmerzliche Erfahrungen und Streit mit dem Blondschopf eingebracht. Daher hoffte sie nun, mit wesentlich klarerem Blick die Wahrheit finden zu können. Selbst wenn ihre erwartete Antwort nur als stummes Nicken ausfiel. Zu mehr fühlte sich die violetthaarige gerade nicht in der Lage. Wie denn auch? Ihr Gegenüber wischte schlagartig sein Lächeln aus dem Gesicht und legte den Kopf leicht schief. Wie ein Raubtier auf der Lauer. Hikari sah es nicht unbedingt aber sie spürte seine Blutkreislauf deutlich. Ja, sie war eine verdammte Stalkerin, die selbst in dieser Situation sich selbst Kontrolle vor heuchelte, damit es ihr leichter war, hier zu verharren. Diese Konfrontation war höchst unangenehm und dennoch spürte sie deutlich, dass ein Wandlungsprozess los getreten wurde und diesen wollte sie auf keinem Fall zerstören. Was auch am Ende dabei raus kam, die Tsuki würde dazu stehen, auch wenn ihr das Ergebnis nicht gefiel. Daher blickte die junge Frau zögernd über ihre Schulter. Sah selbst im Halbdunkeln jene vertraute Geste, die auch sie nur zu gerne benutze: Das skeptische hochziehen der Augenbraue. Nein, das hast du in der Tat nicht. Entschuldige, das wollte ich dir auch nicht unterstellen. Es kommt mir nur so vor, als wärst du momentan oder eher überhaupt nocht nicht dazu bereit, dich für eins von beiden zu entscheiden und ich kann wohl nichts anderes tun, als zu warten. Hikari zuckte scheinbar gleichgültig die Schultern. Sie überlegte, ob sie sich wieder ihrem Gesprächspartner zuwenden sollte, als Eiji bereits seinen Monolog fort setze. Ja, ich habe es wohl ausgenutzt und einfach gehofft. Sie wandte sich doch um und schaute dem Mann in die Augen. Ich hätte  es verstanden, wenn du gegangen wärst aber es wäre gleichzeitig auch eine herbe Niederlage gewesen. Ich freue mich ehrlich, dass du trotz allem hier stehst und mit mir redest. Obwohl ich echt eklig zu dir war und es wieder auf die Spitze trieb. Es ist nur so, dass diese Ungewissheit mich einfach nicht mehr in Ruhe lässt. Etwas fahrig wuschelte sich die junge Frau leicht durch die Haare. Wie sollte sie es nur ausdrücken? Dass sie sich einfach klarere Verhältnisse wünschte aber beide Parteien dazu nicht oder noch nicht bereit waren? Die Tsuki war zwar die treibende Kraft gewesen aber hatte mit ihren Bemühungen zur Klärung der Situation das Schiff längst gegen einen Eisberg gefahren. Ja, manchmal wird man klüger. Doch wenn man etwas überhaupt nicht kennt, wie soll man es dann begreifen? Zumindest kanntest du deine Familie, trotz deiner Lebensumstände. Für einen Moment lang spiegelte sich der nackte Schmerz in den goldenen Iriden, während ihre Stimme keine sentimentale Regung verriet. Dennoch trat Hikari einen Schritt zurück in die Schatten, damit Eiji nicht zu viel von ihren Narben sehen konnte. Ich bin Wissenschaftler mit Leib und Seele. Stelle dir ohne Probleme die schwierigsten Mixturen her und passe sie jeder Person individuell an. Bin aber zu blöd, zu begreifen, was eine Familie ist. Sie biss sich ruckartig auf die Lippen, weil Hikari sonst befürchtete, ihre Stimme könnte zittern. Erst nach einem Moment der Selbskontrolle setze sie das sprechen fort. Saphir fand mich leider erst mit 15. Die Tsuki seufzte leise und kam wieder aus ihrem Versteck hervor. Sie wirkte zwar etwas bleich um die Nase aber wollte sich auch nicht länger albern benehmen. Wie konnte sie auch Eiji von ihren ersten Lebensjahren erzählen? Oder von ihrer Mutter und deren Verhängnis Namens Tetsu. Allein beim Gedanken an ihren Erzeuger ballte die Tsuki unbewusst die Faust. Ich kann nicht sagen, wer von uns es nun leichter oder schwerer hat. Jeder hat sein Päckchen zu tragen aber für mich bleiben familiäre Bande wohl immer nur ein närrischer Traum. Ich kann ja noch nicht einmal sagen, ob sich der Clanvater meiner längst entledigt hätte, wenn ich nicht der Schlüssel zu seiner Freiheit wäre. Die violetthaarige sah es ihrem Gegenüber an, dass sie wohl zu viel des Guten sagte aber nun ruderte sie auch nicht zurück. Es musste gesagt werden, auch wenn es bei Beiden wohl neue Wunde reißen würde. Tja und das tat es anscheindend. Eiji ließ sie metarmorphorisch gesehen im Regen stehen, wie eine seiner nicht existenten Exfrauen. Sie konnte die Jacke erstmal behalten und wohl auch den Vorwurf, dass sie ihn nie etwas persönliches gefragt hatte. Sie war solch ein hoffnungsloser Fall! Innerlich wusste sie, wenn sie jetzt nicht ging, dann würde sie diesen, ihr wichtigen Menschen, wohl für immer verlieren. Egal was das nun für Gefühle waren aber die violetthaarige spürte, dass dieser dubioser Kleister sie beide zusammen hielt.
Die Jacke rutschte von ihren Schultern, ja, fiel mit einem dumpfen Rascheln gen Boden, weil die Frau sie einfach zurück ließ. Hikari  rannte nicht, doch ging bis zur Terassentür zurück, nur um hinter der Glasfassade stehen zu bleiben und unendlich trauig ins Zimmer zu schauen. Es brach ihr innerlich fast das Herz, wie Eiji sich unwirsch die Haare aus der Stirn strich und seinen Ärger dann mit einem Glas Wasser hinunter spülte. Sie liebte nichts mehr, als den Wandel aller Dinge. Auch wenn es sie innerlich wohl bald zur Verzweiflung trieb, mochte Hikari diesen Prozess. Ihre Gesichtszüge verrieten keine Regung, als sie die Augen schloss und ganz nah an das Glas heran trat. Ihrer eigenen Intuition folgend, berührten ihre Fingerspitzen sacht das kühle Glas, dort wo sie von weitem Eijis Wange erspüren konnte. Ich habe wohl einfach die falschen Fragen gestellt. Hauchte die Tsuki gegen das Glas. Ihr Gesicht war beinahe so nah dran, dass die kalte Oberfläche beschlug, doch das kümmerte sie nicht mehr. Ihr Körper drehte sich  von Eiji weg und rutschte mit einem leisen Poltern die Glasfassade hinab. Als sie halb angelehnt zum sitzen kam, war die Welt für die violetthaarige nicht mehr dieselbe. Sie war fest davon überzeugt, dass Eiji wohl nie wieder in ihr Leben treten würde aber das war wohl auch besser so. Trotzdem vermisse ich ihn so schrecklich. Kam es der jungen Frau unbewusst über die Lippen, während sie ihren Kopf sacht gegen das Glas lehnte  und vorwurfsvoll zum Mond hinauf starrte. Es zählte nicht mehr, dass ihr schrecklich kalt war oder dass sie wohl ihre einzige Chance vertan hatte. Ihr blieb nur die Hoffnung, dass dieser Mann bei jemand anderem jene Zuflucht fand, die er wohl insgeheim suchte. Mit dieser schmerzhaften Erkenntnis schloss Hikari die Augen und nahm sich fest vor, sie erst wieder zu öffnen, wenn sie fähig dazu war, die alles zerstörende Pein in ihrem Inneren ertragen zu können.
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BeitragThema: Re: [Kernstadt] Gasthaus   [Kernstadt] Gasthaus Icon_minitimeDo Mai 14, 2015 10:53 pm

Es tat gut, als das kühle Wasser seinen Rachen hinunterfloss, denn es sorfte für einen kühlen Kopf. Vermutlich spülte er damit wirklich seine Ärger hinunter, damit er ihn nicht wirklich offen zeigte. Diese Dinge waren es, welche man niemals an ihm zu sehen schien: Ärger, Zorn, Rachsucht oder Kränknung. Die maximale Anordnung in seinem Gesicht belief sich vermutlich auf ein gefährliches Funkeln in den sonst klaren blauen Augen oder einer hochgezogenen Augenbraue, welche Befremden ausdrückte. Wobei Befremden auch ein gutes Stichwort war. Hikari hatte ihm an diesem Abend so einiges an den Kopf geworfen und er hatte stumm zugehört. Hatte gelauscht und sich seinen Teil daran gedacht, nur um dann selbst zu versuchen, dass sie ihn verstand. Und wo waren sie dadurch wieder gelandet? Sie dort draußen und er hier drinnen, sein Cape direkt vor sich, welches er sich wohl im nächsten Moment über die Schultern werfen würde.
Ja, ich habe es wohl ausgenutzt und einfach gehofft. Ihn aus der Reserve zu locken. Zu provozieren – warum genau? Was versprach sie sich davon, wenn sie aufeinander losgingen? Oder machte es sie einfach vollkommen verrückt, dass er ihr gegenüber immer wie eine Statue aus Stein zu sein schien? Was war es genau? Vermutlich ahnten sie beide es, aber jeder verschloss sich davor. Es ist nur so, dass diese Ungewissheit mich einfach nicht mehr in Ruhe lässt. Ungewissheit war ebenfalls ein gutes Stichwort. So gut wie Befremden und auch die Tatsache, dass sie nun wieder eine Glaswand trennte, nachdem sie sich eigentlich näher gekommen waren. Hikari hatte ihm Dinge über sich selbst offenbart, bei welchen er den klaren Schmerz in ihren Augen nicht nur gesehen, sondern in ihrem Blick gepürt hatte. Diese goldenen Iriden, welche sonst so verschlagen und provokant waren, hatten für einen Moment ausgesehen wie ein kummervoller schwarzer See, als sich ein Schatten in sie getunkt hatte. Es war nur kurz gewesen und ihr Gesicht hatte keine Regung gezeigt, doch Eiji schien es, als ob er für den Bruchteil eines Moments in ihre Seele hatte blicken können. Dass es das war, was sie ihm gerade „geschenkt“ hatte, als Vertrauensbeweis oder wie auch immer man es nennen wollte. Ihm erzählt hatte, dass Saphir sie leider erst mit fünfzehn gefunden hatte und kein bisschen früher. Zu blöd, die Bedeutung einer Familie zu begreifen. Was für ein Traum sie waren. Und dann die Ungewissheit, ob die eigene Familie sie nicht doch getötet hätte, wenn sie denn konnte. Hikaris Straße hatte mehr Schlaglöcher als nach einer Bombadierung durch Kibakufuda, wie es ihm schien.
Aus dem Augenwinkel vernahm Eiji eine Bewegung, als er sich gerade den dunkelgrünen Stoff über den Unterarm legte. Er wusste nicht, was er Hikari darauf hatte noch antworten sollen, obwohl sie auf ihn zugekommen war; hatte passen müssten, was sonst nicht seine Art war. Sie schien ihm manchmal wie die Königin der Isolation und hakte jeden Arm ab, welcher sich nach ihr ausstreckte, um sie von der Einsamkeit weg zu ziehen. Manchmal konnte man glauben, dass sie einfach nicht glücklich sein wollte – und manche Menschen musste man zu ihrem Glück zwingen. Eiji wandte den Kopf in die Richtung der Violetthaarigen, gerade als ihm die Worte seiner Mutter einfielen. Die Frau, welche ihn so oft verarztet hatte, physisch als auch psychisch. Sie hatte immer zu sagen gepflegt, dass sie seinen Vater immer und immer wieder zu seinem Glück zwang, ohne, dass er es merkte. Eiji hatte es vermutlich nie so gut verstanden, wie nachdem er Hikari getroffen hatte. Hikari, welche etwas sagte und die Glasscheibe anhauchte. Sein Gesicht befand sich auf der anderen Seite, einige Schritte entfernt – und war genauso regungslos, wie das ihre kurz zuvor. Wie oft hatte er bereits versucht ihr zu helfen? Wie oft hatte sie in die Hand gebissen, welche ihr zum Aufstehen gereicht wurde? Und dennoch konnte man nicht verhindern, dass ein Funken Menschlichkeit sich schlecht fühlte, als sie dort auf den Boden sank.
Fast müsste er ihr dafür dankbar sein. Für diesen Funken, welchen sie so gerne einmal entfachte und welcher an Menschlichkeit und Moral genauso appellierte wie an Vernunft und Rücksicht. Etwas, von was er manchmal dachte, er hatte sie nicht mehr – denn für sich selbst, war er kein guter Mensch. Dummerweise erinnerte die große Tsukikage gerade nicht an die Frau, mit welcher der Blondschopf stets stritt, sondern eher an ein kleines Kind, das von den Eltern alleine gelassen worden war. Saphir fand mich leider erst mit 15. Vermutlich war sie das auch. Eiji blickte zur Tür und seufzte. Dann setzte der Missing Nin sich in Bewegung. Kurze Zeit später würde Hikari wohl die Schiebetür des Balkons hören, die sich fast gemächlich aufzog. Ein Fuß auf dem Boden des Balkons direkt neben sich, wo er stehen blieb. Gefolgt von einem anderen. Blickte sie danach auf, würde sie sehen, dass Eiji sie direkt anblickte und sich zu ihr hinunter bückte, damit er gar nicht ganz so weit von ihr entfernt war, als er mit ihr sprach. Eine Hand hatte er in seine Hosentasche gesteckt. “Herzlichen Glückwunsch, Tsuki no Hikari. Du bringst mit deinem traurigen Spiel vermutlich jeden ins Wanken.“ Seine Worte klangen vermutlich kühler und nüchterner, als beabsichtigt. Das Cape, welches er noch auf dem Unterarm gehabt hatte, ließ er langsam hinunter gleiten, bis es über ihre Knie fiel, damit sie sich damit wärmen konnte – wenn sie die Jacke bereits verschmähte. “Hör zu, ich kann nichts dafür, dass dich vielleicht nie jemand wirklich als Kind gehalten hat, als du es brauchtest. Oder dass du den meisten Menschen nicht trauen kannst – was wie wir mittlerweile wissen vermutlich auch ganz gut so ist in deiner Position. Genauso dumm ist es allerdings auch, darüber zu wetteifern, wer das größere Übel hat, denn wie du schon sagtest, hat jeder sein Päckchen zu tragen. Wir beide haben Gründe, warum manche Dinge unausgesprochen bleiben, nicht wahr?“ Mit einem kleinen Ruck ließ er sich neben Hikari auf dem kühlen Boden nieder und zog die Knie an, über welche er anschließend die Arme legte. Den Kopf lehnte er hinter sich an die Glasscheibe, während sie beide nur wenige Zentimeter voneinander trennten, als sie so in der kühlen Nachtluft saßen. Deutlich leiser fuhr er nun, anschließend, fort. Die Augen kurzzeitig geschlossen. “Also sag mir schon, was du gerade brauchst und was du hören willst, damit es dir wieder besser geht. Du solltest mittlerweile ja wissen, dass du dir fast alles erlauben kannst.“ Beispielsweise einen kleinen Cocktail seines Blutes zu sich zu nehmen. “Ich bleibe, bis du dich wieder gefangen hast, Tsukikage-sama.“
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BeitragThema: Re: [Kernstadt] Gasthaus   [Kernstadt] Gasthaus Icon_minitimeFr Mai 15, 2015 12:04 am

Man konnte ja über Hikari so manches sagen aber eins ganz sicher nicht: Dass man sie leicht zum weinen brachte. Auch wenn ihre Welt mal wieder in Scherben lag und sie sich mit verzweifeltem Blick darin spiegelte, so heulte sie dem Erlebten dennoch keine Träne nach. Auch jetzt nicht. Sicher war sie innerlich am durchdrehen aber das würde ihren Stolz nicht weiter beeinträchtigen. Nochmal wollte sie sich nicht so gehen lassen wie in jener Nacht, als sie zum ersten Mal Eijis Geborgenheit spüren durfte. Daher saß sie nun hier, spürte, wie die feuchte Kälte der Nacht ihr in die Knochen fuhr, während das kalte Licht des Mondes wohl derzeit ihr einziger Verbündeter war. Wie sehr sehnte sie sich nun nach ihrem Windgeist. Saphir hätte sie zwar wieder gescholten aber sie anschließend auch getröstet. Die Tsuki wünschte sich gerade sehr, dass sie sich ganz fest in sein Fell kuscheln konnte, damit die weiche Wärme den Schmerz vertrieb. Sie war so sehr in ihr Innerstes versunken, dass die junge Frau heftig erschrak, als sie das Geräusch der Schiebetür bemerkte. Hikari wagte es nicht hoch zu schauen, denn womöglich spielten ihr die eigenen Sinne einen Streich, Das gab es schließlich andauernd. Wenn Verlangen und Sehnsucht zu groß wurden, dann konnte die Psyche so macnhes Wunder vollbringen. Allein der Umstand, dass sie seinen Blutkreislauf spürte, hielt die Tsuki davon ab, ins wahnsinnige Wunschdenken ab zudriften. Was konnte Eiji denn noch von ihr wollen? Sollte es noch mehr Streit geben? Das Herz schlug der Tsuki hart gegen die Brust, weil sie nicht hoch sah, sondern angespannt die Augen geschlossen hielt. Dieser Mann verwirrte sie einfach nur und das wurde auch nicht besser, als er sich zu ihr runter bückte. Sie konnte das Rascheln seiner Kleidung höhren und ihn auch zum Teil riechen. So nahe war er und doch so weit weg. Daher stieß die Tsuki auch einen überraschten Laut aus, als sich plötzlich ein Schwall warmen Stoffes über ihre Beine ergoss. Ungläubig blinzelte die violetthaarige und schaute dann halb zu Tode erschrocken auf den grünen Stoff des Capes, welches Eiji eben noch in der Hand hatte. Selbst mit seinen schroffen Worten konnte sie im Momennt nichts anfangen. Dafür war die Tsuki einfach zu geplättet. Hingerissen zwischen Sehnsucht und Wut. Daher sagte sie auch nichts, sondern hielt weiter ihr Haupt gesenkt, während der Blondschopf fort fuhr. Doch irgendwann konnte sie einfach nicht mehr schweigen und so brachen die Worte ungehemmt aus ihr hervor: Es soll ja auch gar nicht alles ausgesprochen werden. Pflichtete die violetthaarige ihrem Gesprächspartner kraftlos bei. Es geht mir auch nicht darum, wer mich als Kind gehalten hat oder nicht. Ich kann das Erlebte nicht rückgängig machen, sondern nur damit weiter leben. Ich habe nur versucht zu sagen, dass wir hier vielleicht nicht in diesem Schlamassel sitzen würden, wenn ich ein besseres Verständnis von zwischenmenschlichen Beziehungen hätte. Warf Hikari etwas impulsiv ein. Sie wollte ihre momentane Kraftlosigkeit und den pochenden Schmerz in ihrer Seele kaschieren. Ablenkung war gut, denn das bedeutete, dass sie nicht gleich verrückt werden würde. Dennoch blieb ihr Haupt weiterhin gesenkt, denn sie hatte nicht die Kraft dazu, um Eiji jetzt an zuschauen. Dieser wiederum spürte wohl, dass ein Gespräch auf Augenhöhe so nicht zustande kam und ließ sich, sehr zu ihrer Überraschung, einfach auf den kalten Boden gleiten. Hikari konnte nicht wirklich sagen, wie es in ihr aussah aber diese kleine Geste von ihm war wie Balsam für die Seele. Statt fort zu gehen, wie sie es ihm gewünscht hatte, war er abermals an ihre Seite zurück gekehrt. Nach all den schlimmen Sachen die sie gesagt hatte und ihren grenzwertigen Taten, saß Eiji mit angezogenen Knien neben ihr. Fast schon erschrocken schielte sie zu dem Blondschopf hoch, doch dieser sah es zum Glück nicht, denn er hatte die Augen geschlossen. Seine Stimme klang nun wärmer als je zuvor, als würde lauwarmer Regen auf ihr Haupt fallen. Oder war es doch die Erinnerung an die Geborgenheit, wenn man sich in eine Decke wickelte, um vor dem Kamin ein gutes Buch zu lesen? Was es auch war, es riss ihre inneren Wälle mit sich fort. Die Tsuki lehnte sich zurück ans Glas aber hielt dem Mann neben sich ihre Hand hin. Es war eine zaghafte Geste, so als wolle sie ihm nun die Hand reichen. Anstatt mir zu sagen, was ich hören will, sollte ich wohl damit anfangen und das aussprechen, was ich mit aller Macht zu unterdrücken suchte. Flüsterte sie leise. Täuschte sie sich oder sah das Mondlicht nun wärmer aus? Fast musste die violetthaarige über ihre eigene Blödheit lachen aber das unterließ sie besser. Stattdessen nahm sie allen Mut zusammen und setze einen ersten Schritt über ihre inneren Mauern. Ich wollte dich um jeden Preis loswerden, weil ich nicht mehr dieselbe war. Gleichzeitig erkannte ich aber auch, dass ich dich nicht mehr gehen lassen möchte. Ich habe mich nun lange genug selbst belogen und es tötet meine Seele. Ich kann es einfach nicht ertragen, wenn ich eines Tages über dich stolpern würde und du dein Glück tatsächlich bei einer anderen Frau gefunden hättest. Ich glaube, das wäre wohl das Schlimmste. Ohnmächtig vor Machtlosigkeit verlor sich ihr Bick auf dem satten Grün des Capes. Ein zaghaftes Lächeln huschte Hikari über das Gesicht. Wenn das so weiter geht, hast du bald keine Kleidung mehr. Sie ließ sich aber nicht lange von der guten Laune mit reißen, sondern wurde sehr schnell wieder ernst. Du willst also erst wieder gehen, wenn es mir besser geht? Aber genau da beginnt mein Paradoxum. Wie soll es mir jemals besser gehen, wenn ich zu viel erwarte? Wenn ich versuche dich ein zusperren, nur damit es mir gut geht. Ich liebe dich noch immer nicht, Eiji aber ohne dich gehts auch nicht. Wie kommen wir wieder aus diesem Schlamassel raus? Fragen über Fragen und eine Tsuki, die gerade genervt die Knie anwinkelte, um ihr Kinn auf jene zu stützen. Warum waren die scheinbar einfachsten Sehnsüchte gleichzeitig die schwersten?
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BeitragThema: Re: [Kernstadt] Gasthaus   [Kernstadt] Gasthaus Icon_minitimeFr Mai 15, 2015 9:13 pm

Eiji hatte immer noch die Augen geschlossen und die Arme lässig auf seine angewinkelten Beine gestützt. Er spürte den eisigen Luftzug im Gesicht, welcher ihm immer und immer wieder entgegenschlug und vermutlich mit seinen Strähnen spielte, welche ihn auf der Stirn kitzelten. Die kühle Nachtluft war nicht gerade angenehm, fror er aus Erfahrung doch leichter als andere Menschen, aber hielt seine Stellung. Blieb weiter neben dieser durchtriebenen und starrköpfigen Frau sitzen, die nun in Aussicht stellte, dass vermutlich alles viel anders gekommen wäre, hätte sie doch etwas von Familie und zwischenmenschlichen Beziehungen verstanden. Augenblicklich hoben sich bei diesem Gedanken seine Mundwinkel und er schmunzelte. Hätte er die Augen geöffnet, hätte sie mit Sicherheit auch darin das amüsierte Funkeln gesehen, doch nun beschränkte sich das ganze auf ein Grübchen, welches sich Hikari von der Seite aus darbot. Ihre impulsive Stimme machte es nicht gerade besser, sondern sorgte aus irgend einem Grund gerade für das Gegenteil, was manch einer empfinden würde: Eine für ihn fast vertraute Atmosphäre. Nicht in einer kranken Hinsicht, sondern in einer angenehmen. Weil sie immer stritten und es fast zur Normalität gehörte. Eigentlich ein trauriger Gedanke, doch ebenso hatte er auch etwas tiefgründigeres von einer gegenseitigen Akzeptanz. Ohne den anderen zu schonen, von grundauf ehrlich – oder etwa nicht?
“Du hälst dich also für den Elefanten im Porzellanladen, ja?“, fragte er und schüttelte den Kopf. “Dann kannst du dich auf die Seite der meisten Menschen stellen, denn sie werden es von sich aus behaupten. Vermutlich würden wir hier nicht so sitzen, ja. Vielleicht hast du in der Hinsicht Recht – aber die Frage ist, ob wir ohne deine... Inkompetenz in diesem Bereich, die du dir gerade beigepflichtet hast, auch so weit gekommen wären. Oder vielmehr deine Person. Denk auch einmal darüber nach, anstatt dir das vorzuwerfen.“ Eiji sprach leise und eindringlich, aber auch respektvoll. Hätte man ihm ins Gesicht gesehen, hätte man sehen können, dass er keinesfalls angespannt oder dergleichen war, sondern einigermaßen locker. Eine kleine Weile war es danach still, ehe er ein Rascheln vernahm und endlich die Augen öffnete, zur Seite blickte. Zur Seite auf diese zierliche Hand, welche sich ihm entgegenstreckte. Oder legte. Eine Geste des Vertrauens? Eiji stieß Luft durch die Nase aus, ohne dass es sich abschätzig anhören sollte. Sein rechter Arm hob sich an und seine Finger strichen über die dünne Haut ihres Handgelenks, hinein in die Handfläche, ehe er ihre Hand locker in die seine nahm. Nicht zwingend, denn er wollte nicht, dass sie sich eingesperrt oder gezwungen fühlte. Nicht jetzt, wenn sie ausnahmsweise einmal beieinandersaßen und sich keine Abscheulichkeiten an den Kopf warfen oder anderer Meinung waren, sodass es unweigerlich zum nächsten Streit kommen würde. Er wusste, eben diesen konnte er nicht lange hinauszögern, wenn es denn einmal so wahr, doch er weitete überrascht die Augen, als Hikari unerwartet fortfuhr. Über sich selbst redete. Oder über sie beide.
Ich glaube, das wäre wohl das Schlimmste, endete sie also zunächst und er fragte sich, ob sie wirklich wusste, was sie da sagte. Es entlockte ihm ein vernehmliches Ausatmen. In den Armen einer anderen Frau? Sein Glück finden? Jemals wieder Glück finden? Er könnte nun erwähnen, dass er es sich sehr gut vorstellen könnte – beispielsweise seine Tochter wieder in die Arme zu nehmen, die mittlerweile auch eine junge Frau war. Allerdings würde es vermutlich den Moment kaputt machen, würde er das nun erwähnen. Also schwieg er und lauschte ihren Worten weiterhin, wobei er sie allerdings nicht ansah. Wenn sie schon aus sich heraus kam, sollte sie auch nicht noch seinen beobachtenden Blick auf sich spüren. Dennoch musste er wider aller Vorsätze im nächsten Moment leise lachen. “Das will ich doch nicht hoffen, denn die Nacht wird nicht gerade wärmer.“
Wenig später verlagerte er dann doch sein Gewicht, aber erst, als sie geendet hatte. Erst als sie angesprochen hatte, wie es wirklich um sie stand und wie es in ihr aussah. Ein Paradoxum. Zu hohe Erwartungen, von welchen sie nicht enttäuscht werden wollte. Ein Schlamassel, in welches sie beide geraten waren und darin versanken. Unter Umständen waren sie also beide in diesem berüchtigten Sumpf und ihm war es vorherbestimmt mit ihr unterzugehen. Wollte sie das damit sagen? Er seufzte vernehmlich, ließ ihre Hand jedoch nicht los, kreiste abwesend mit dem Daumen über Hikaris Handinnenfläche. “Wieso willst du mich einsperren?“, fragte nach einigen Augenblicken absichtlich ruhig, aber nicht leise. Er wollte nicht, dass es falsch rüber kam. Nur zu gut erinnerte er sich an die Katastrophe, die aus der letzten dieser Unterhaltungen resultiert war. Es endete darin, dass Hikari sich aufschnitt und er ihr kalt den Rücken gekehrt hatte. Ein Blutschwur und eine Warnung. Das schien merkwürdigerweise alles zu sein, zu was es sie beide bei dieser „zwischenmenschlichen Beziehung“ jemals gebracht hatten. “Ich habe dir oft gesagt, dass du mich nicht einsperren musst, damit ich dir helfe, wenn du von niemandem Hilfe annehmen willst?“ Der Daumen hielt mit den kreisenden Bewegungen inne und er zog seine Hand unter der ihren weg, um sie wieder über sein Knie zu legen. Sein Kopf und sein Blick wandten sich nach oben gen Nachthimmel. “Ich bin nicht darauf angewiesen, dass du mich liebst oder dass irgendein Mensch mich liebt. Damit kann ich leben, denn mein Beruf ist nicht gerade das, was man weit oben auf einer Beliebtheitsskala findet.“ Es klang ein wenig säuerlich, musste er zugeben, aber er war noch nicht fertig. Sanfter fuhr er fort. “Genauso wenig musst du aber auch fürchten, dass ich nochmal mein Glück bei irgendwem finden werde. Ich habe dir einmal gesagt, ich möchte nicht verstanden werden und daran hat sich nichts geändert – zumindest in der Hinsicht, dass ich mir nicht die Mühe mache, meine Handlungen zu erklären. Eine Lösung für unser Schlamassel hab ich auch nicht, um ehrlich zu sein. Du für mich mittlerweile mehr als eine Bekanntschaft, aber keine Freundin. Mehr so etwas wie eine Gefährtin, aber keine Geliebte.“ Fast musste er über sich selbst lachen und ließ den Kopf in seine linke Handfläche sinken, die sein Gesicht halb verbarg. “Manchmal gibt es Tage, da sehne ich mich so nach meiner Familie, dass ich mir überlege, mich ungeachtet dieser Folgen einfach zu stellen.“ Unter Umständen das persönlichste, was er ihr je anvertraut hatte. “Aber nunja... Es ist leichter, wenn die Menschen einen für ein Monster halten. Genauso wie die Gefährten. Besser fürs Geschäft“
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BeitragThema: Re: [Kernstadt] Gasthaus   [Kernstadt] Gasthaus Icon_minitimeSo Mai 31, 2015 1:51 pm

Irgend etwas war anders. Hikari hatte noch immer große Furcht davor, wie Eiji wohl auf ihre Worte reagieren würde aber gleichzeitig fühlte sie sich auch endlich mal wieder so richtig frei. Fast schwerelos. Sie konnte nicht sagen, ob ihre Offenheit ein Fehler gewesen war aber eines wusste sie genau: Würde sie sich nicht endlich allen Mist von der Seele reden, dann würde sie daran wirklich noch Zugrunde gehen. Da konnte es hier auf dem Boden auch noch so kalt sein, dass sie den Windhauch schon fast nicht mehr spürte. Es war richtig gewesen die inneren Mauern zu sprengen, auch wenn sie nun schutzlos auf freiem Terrain stand. Hikari fühlte sich verletztlich aber gleichzeitig kämpfte sie gegen die Trauerigkeit in ihrem Inneren an, damit endlich mal ein Lichtstrahl in ihre selbst gewählte Finsternis drang. Dieser Lichtstrahl manifestierte sich in einem Schmunzeln, welches dem Blondschopf über die Lippen rutschte und so der Tsuki anlass zur Hoffnung gab. Vielleicht war dieser Pfad ja diesmal der richtige, damit sich beide Parteien etwas besser verstanden. Die violetthaarige machte sich aber nichts vor und dachte an Dinge wie "Näherkommen" oder gar irgendwelche Liebesschwüre. Eiji hatte nunmal seine eigene Art die Dinge zu betrachten und aus zudrücken, auch wenn ihr das oft genug missfallen war. Diesmal musste sie ihn gewähren lassen, denn irgend etwas sagte ihr, dass es wohlmöglich die letzte Chance war, die der junge Mann ihr einräumte. Sie war wohl so in ihrem eigenen Schmerz gefangen gewesen, dass sie diesem Mann aus reinem Egoismus so viele Wunden zugefügt hatte. Diese Einsicht war wie ein bohrendes Messer, welches sich schmerzlich in ihr Herz rammte. Sie war zu weit gegangen mit ihrern Ansprüchen und hatte sogar Kazu da mit rein gezogen und aus ihm eine Waffe gegen Eiji gemacht. Doch dies würde sie ihrem Gegenüber niemals ins Gesicht sagen. Er wäre sicher schon selbst auf diese Idee gekommen. Mit einem leisen Seufzen lauschste sie seinen Worten, so als war es das selbstverständlichste auf der Welt. Es sah Eiji ähnlich, dass er auf jede Frage eine Antwort parat hatte, die zum Nachdenken anregte. Daher ließ sich Hikari auch seine Worte durch den Kopf gehen, während der Mond sich in ihren Iriden spiegelte. An deinen Gedanken ist etwas wahres dran, Eiji. Auf der anderen Seite frage ich mich aber auch, ob ich die Dinge nicht unnötig verkompliziert habe. Schließlich haben wir am Anfang auch nicht solche Schwierigkeiten gehabt. Sprach die Tsuki ihre Argumente leise aus, während sie sich weiter auf ihren Gesprächspartner konzentrierte. Du weißt ganz genau, dass ich den Stillstand aller Dinge hasse. Vielleicht bin ich einfach aus den geregelten Bahnen ausgebrochen, weil ich keinem fest getrampelten Pfad folgen wollte. Nicht einmal deinem. Die junge Frau zuckte entschuldigend mit den Schultern und schlug schnell die Augenlieder nieder. Sie wollte nicht, dass Eiji die Qualen darin sah, denn Hikari wäre ihm gern gefolgt aber ihre Grundsätze verboten es ihr, dass sie ewig in den gleichen Gewässern schwamm. Inzwischen versuche ich mir gar nichts mehr vor zu werfen. Ich bin dabei nach zudenken, wie ich mich am besten selbst ergründen kann. Man sagt ja nicht umsonst, dass Probleme zu aller erst bei einem selbst entstehen und sich dann unbemerkt auf andere Dinge ausweiten. Merkte die violetthaarige an und hätte wohl noch etwas hinzu zufügen gehabt, hätte sie Eiji nicht schlagartig unterbrochen. Es verwirrte die Tsuki etwas, dass der Blondschopf die Geste akzeptierte und mit seinen Fingern von Handgelenk hinab in ihre Hand fuhr, um diese dann sanft zu umschließen. Hikari ließ den Kopf sinken, schloss die Augen und gönnte sich für einen Moment diese sanfte Wärme, die sie einhüllte. Warum brauchte Eiji nur solch kleine Gesten an zu wenden, um sie aus der Bahn zu werfen? Das war gemein aber gleichzeitig auch wunderschön. Sie konnte sein Blut spüren, wie es friedlich durch seine Adern rann, als würde es ein Lied singen, dass nur sie hören konnte. Es war eine intime Geste, die sie in ihrem Vorhaben stärkte, endlich mit sich und der Welt reinen Tisch zu machen. Überrascht schaute die violetthaarige daher auf, als sie hörte, wie Eiji leise ausatmete. Hatte sie zu viel gesagt? Nachdenklich kräuselte sie die Stirn, während der Mann neben ihr noch immer schwieg und seinen eigenen Gedankengängen nach hing. Ein wenig hatte Hikari gelogen. Das Schlimmste wäre für sie gewesen, wenn Eiji gestorben wäre aber dass er bei einer anderen Frau landete, war im Moment realistischer und daher bedrohlicher. Um seinen Tod konnte sie sich Gedanken machen, wenn es soweit war. Noch einmal würde es ihr nicht passieren, was bei Yutaka geschehen war. Diesem hatte sie im Streit schon einmal den Tod gewünscht und dann kam er von seiner Mission nie wieder zurück. Das hatte sie sich bis heute nicht verzeihen können, denn scheinbar legte das Schicksal genau soöche Äußerungen auf die Goldwaage. Ein dunkles Lachen riss die violetthaarige aus ihren Gedanken und so sah sie fast etwas schuldbewusst auf. Anscheinend hatte der junge Mann wegen ihrer Anspielung auf seine Kleidung lachen müssen, doch im Moment fehlte Hikari jede Kraft um darauf ein zu gehen. Sie brachte nur ein schwaches Lächeln zustande. Während ihr Gesprächspartner sein Gewicht verlagerte, setzte sich auch Hikari wieder etwas aufrechter hin. Auf einen krummen Rücken hatte sie nämlich so gar keine Lust, geschweige denn darauf, dass dieser Holzkopf ihre Hand los ließ. Was er aber tat und schon im nächsten Moment vermisste die sanften Streicheleinheiten sehr. Sie zog ihre Hand zurück und schob diese unter den Stoff des Capes. Eiji hatte sie unterdessen etwas gefragt, daher riss sich die violetthaarige zusammen. Ich kann es nicht genau benennen. Aus Egoismus? Weil ich mir Sorgen um dich mache? Oder vielleicht aus dem Grund, dass nicht auch noch du meinem Leben entgleitest. Antwortete die junge Frau wahrheitsgemäß, während ihre Fingerspitzen fahrig wirkend, sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht strichen. Die Tsuki gab es nicht gerne zu aber diese Frage beschäftigte sie auch sehr. Sie war kein eifersüchtiger Typ und dennoch hätte sie am liebsten rund um die Uhr gewusst, was Eiji trieb. War das nicht krank? Sie liebte ihn nicht und dennoch wär sie jeder Frau, die ihm zu nahe kommen würde, am liebsten mit gezücktem Kunai ins Gesicht gesprungen. Was war das nur für ein Gfühlswirrwarr in dem sie sich verlaufen hatte und warum fand sie diesen verdammten Ausgang nicht? Es war zum Haare raufen und doch kam sie nicht weiter. Hätte sie gewusst, dass Eiji sich in der Zwischenzeit an ihre letzten Streit erinnerte, sie wäre wohl verrückt geworden. Ja, das hast du mir oft genug gesagt. Pflichtete die Tsuki ihm bei, obwohl sie ziemlich ausgelaugt klang. So als würde ihre Seele sich langsam davon stehlen. Was wohl auch der Wahrheit entsprach, denn Hikari hörte seine nächsten Worte nur zu gut. Dass es ihm nichts ausmachte, ob ihn jemand liebte oder nicht. Aber ich bin darauf angewiesen, du sturer Idiot. Vielleicht säßen wir nicht in dieser Misere, wenn wir beide normal lieben könnten und nicht so ein abgedrehtes Weltbild hätten. Die alte Wut schlich sich in ihre goldenen Iriden aber die Tsuki war klug genug diese rasch zu schließen, bis sie verflogen war. Sie hatte die Lippen fest aufeinander gepresst, damit nichts unbedachtes ihren Mund verließ. Eiji mochte säuerlich klingen und sie sauer sein aber dennoch unterbrach sie ihn nicht. Zumidnest waren seine nächsten Sätze etwas sanfter, ansonsten hätte sich Hikari nur noch schwer in der Gewalt gehabt. Doch das war, bevor sie hörte, was der Blondschopf da von sich gab. Er schloss so ganz nebenbei aus, dass zwischen ihnen jemals so etwas wie Liebe keimem würde und betonte einmal mehr, dass er in seinem handeln nicht verstanden werden wollte. Hasste sie der Himmel denn so sehr? Mittlerweile fürchtete sie nicht mehr, dass Eiji sein Glück bei einer anderen Frau fand, denn er zerstörte auch jegliche Hoffnung darauf, dass er sich irgendwann mal in ihre Arme verlaufen würde. Sie kurvte seiner Einschätzung nach zwischen Gefährtin und Bekannte rum. Na ganz toll. Das war wie der typische Kerl, der nach einer Affäre fragte, ob man Freunde bleiben könnte. Hikari hätte am liebsten den halben Planeten mit Gouwan zertrümmert, so sauer war sie aber gleichzeitig fiel sie nicht aus ihrer Maske des Tsukikage. Nicht schon wieder. Es war nunmal Eijis Einschätzung der Dinge und das hatte sie zu aktzeptieren. Egal wie sehr sie dies auch verletzte oder innerlich umbrachte, sie würde ihm in dieser Hinsicht nicht dazwischen funken. Daher war es fast seine Rettung, dass sein Gesicht halb verborgen lag, denn sie hätte seinen Anblick gerade nicht ertragen. Nicht wie er ihr mit sanfter Stimme das Messer Namens Zurückweisung in den Leib rammte und dabei fast noch lachte. Hikari hörte seine letzten Worte, wie er sich wünschte, wieder bei seiner Familie zu sein, ehe er sich selbst als Monster bezeichnete. Ja, er war ein Monster, denn wegen ihm hatte die violetthaarige schonwieder Lust, sich selbst zu verletzen, damit der Seelenschmerz erträglicher wurde. Auf der anderen Seite war sie aber genauso eins, denn sie konnte die Dinge nicht aktzeptieren, wie sie waren. Würdest du dich stellen, dann würde ich dich mit aller Macht wieder raus boxen. Lieber lege ich mich mit einer ganzen Nation an, als in Selbstmitleid und Vorwürfen zu versinken, weil ich dir nicht beigestanden habe. Sprach die Tsuki ruhig, vielleicht war es als stumme Warnung gedacht, dass er besser auf sich aufpasste, vielleicht auch eine Drohung, dass sie ihn notfalls mit Gewalt von diesem Dorf loseisen würde. Seiner Tochter würde es schließlich auch nicht helfen, wenn er getötet würde oder in einem Kerker elendig versauerte. Mit einem Schnauben erhob sich Hikari endlich und baute sich breitbeinig vor Eiji auf. Das grüne Cape, welches ihre Körperwärme trug, fiel dem jungen Mann vor die Füße, während sie ihm die Hand erneut hin streckte. Da du auch keine Antwort auf mein Paradoxum weißt, sage ich dir meine: Komm mit mir nach Tsukigakure. Ich will dich nicht einsperren, ich will dich nicht beherrschen und ich will dich nicht lieben. Aber ich möchte,dass du deine Talente nich verkommen lässt, geschweige denn dein Leben aufs Spiel setzt. Ich möchte mit Konoha keinen offenen Krieg führen aber kleinere Geplänkel werden sich nicht vermeiden lassen. Ich mag dir keine Freundin und auch keine Geliebte sein aber es gibt nunmal Dinge, die werden andere Personen außer mir nicht bewerkstelligen können und genauso ist es bei dir. Ja, sie stellte dem Blondschopf ein seltsames Ultimatum aber das war wohl für sie die einzigste Möglichkeit, ihrem Schmerz zu entkommen. Sie würde aufhören Besitzansprüche zu stellen und ihm uneingeschränkt seinen Willen lassen, ihn nicht zu nahe kommen, wenn er es nicht wollte und sie würde schon gar nicht anfangen ihn zu lieben. Letzteres hätte sie sich am meisten auf der Welt gewünscht aber diese Aussicht wahr wohl für immer dahin. Doch Hikari ließ sich davon nicht unter buttern. Vielleicht würde sie nie seine Liebe bekommen aber dafür etwas genau so wertvolles: Einen perfekten Krieger, der mit seinen Methoden und Eigenheiten sich am besten dazu eignete, ihr den Rücken frei zu halten. Einen Stützpfeiler für Tsukigakure.
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BeitragThema: Re: [Kernstadt] Gasthaus   [Kernstadt] Gasthaus Icon_minitimeSo Jun 21, 2015 3:07 pm

Eiji verschränkte die Arme locker vor der Brust und legte seinen Hinterkopf in den Nacken, sodass er an der Wand hoch entlang über den Vorsprung des traditionellen Daches hoch in den dunklen Nachthimmel blicken konnte. Nein, sie hatten nicht von Anfang an diese Schwierigkeiten gehabt, denn damals waren sie nicht mehr als zwei Variablen in einer riesigen Gleichung gewesen. Sie hatten koexistiert und das Verschwinden des anderen wäre vielleicht fast bedeutungslos von statten gegangen. Sie war nicht mehr als der Flüchtling gewesen und er nicht mehr als der ANBU, der einfache grunlegende Entscheidung getroffen hatte. Noch nicht war die Rede von zwei Missingnin, von welchen einer sogar mittlerweile einen Kageposten inne hatte. Mittlerweile hatte die Gleichung sich jedoch schon soweit aufgelöst, dass der jeweils andere nicht einfach ohne Konsequenzen von der Bildfläche des anderen verschwinden konnte. Es war momentan einfach nicht möglich, denn sie kannten sich schließlich. Kannten sich auf einer deutlich intimeren Ebene, als einfache Reisegefährten. Wären die Umstände anders, wären sie vielleicht gar so etwas wie die besten Freunde geworden. Nun, die Umstände waren leider nicht anders. Sie beide hatten ihren Weg und sie Hikari nun bereits selbst von sich behauptete, folgte sie nur ihrem eigenen Pfad, der alles andere als fest und einschneidig war. Sie wollte nicht einmal dem seinen folgen, doch das machte ihm nichts aus. Jeder Mensch hatte seinen eigenen Pfad und er würde keinem einzigen abverlangen, dem seinen zu folgen. Niemanden dazu zwingen und Freiwillige würde er vermutlich auch nicht entgegennehmen. “Es liegt aber mehr in der Natur von Menschen, Probleme nicht bei sich selbst zu suchen, sondern bei anderen.“ Immer noch blickte er in den Himmel hinaus, als ob dort eine Antwort auf alle Fragen der Menschheit sein könnten. So war es natürlich nicht, doch der Anblick hatte auch für das gewohnte Auge etwas für sich. Ein freier Nachthimmel schien endlos, vermittelte fast ein Gefühl von Freiheit. “Vielleicht ist es allerdings der erste Preis dafür, dass wir alle so etwas wie Liebe und Ehre in unserem Leben möchten. Ein Preis, welchen niemand bezahlen möchte und sich auch nicht darum schert. Man schaut nur ungerne in sein eigenes Spiegelbild, denn dann müsste man alle hässlichen Flecken erkennen, die wir so sehr versuchen, in ein äußeres Bild der Perfektion zu pressen.“ Eiji rieb sich die Schläfe, als ob er Kopfschmerzen hatte.
Bei ihren nächsten Worten musste er matt lächeln und senkte seinen Kopf wieder, sodass er fast in einer lässigen Handlung neben ihr saß. Seine Arme ließ er in seinen Schoss gleiten. Es war merkwürdig, wie sie das sagte. Sich Sorgen um ihn machen. Egoistisch sein. Oder dass er nicht ihrem Leben entglitt. Er hatte ihr gesagt, dass sie es ihm nicht immer sagen müsste. Dass sie keine Befehle geben und ihn nicht einsperren müsste und sie wusste das auch. Weil er es ihr oft genug gesagt hatte. Wehmütig sah er aus dem Augenwinkel zu ihr herüber, wie sie neben ihm saß und dabei einfach geschafft klang, wie nach einem langen Tag. Tja, vermutlich hatten sie beide ihn auch gehabt. Dennoch entging ihm nicht, wie sie die Lippen aufeinanderpresste und auf seine Erwiderung reagierte, dass er sich an manchen Tagen am liebsten stellen würde. Es war fast amüsant ihr zuzuhören, wie sie ihn „rausboxen“ und sich damit selbst in Gefahr bringen würde. Er hätte sagen können, dass er sich das einmal gerne bei einer Kagen vorstellen würde, aber er hielt es nicht für angebracht. Immerhin sah er, dass sie es durchaus ernst meinte und auf dieser Basis wollte er sich keinen Scherz auf ihre Kosten erlauben. Hikari schien ihm in diesem Moment nämlich wieder einen Blick auf eine ihrer vielen Facetten zu gönnen. Dieses Mal auf ihre Vergangenheit. Dass er nicht auch noch aus ihrem Leben verschwinden sollte. Eiji glaubte sich an eine entsprechende Begebenheit zu erinnern, doch sprach er sie natürlich nicht darauf an. Es schien ihm, als würde Hikari noch selbst oft genug daran nagen und so wollte er es ihr nicht noch auf die Nase binden. “Wir drehen uns im Kreis, Hikari – du kannst dir das ruhig eingestehen. Ich würde mich nur wiederholen, wenn ich alles noch einmal aufzählen würde.“ Dass er nicht verstanden werden wollte. Dass er alleine vermutlich besser zurecht kam. Doch im Gegensatz zu den frühreren Diskussionen hierüber klang er nun matter und auch entgegenkommender, wenn man so mochte. “Es ehrt mich sehr, dass du so weit gehen würdest und du weißt auch, wie weit ich gehen würde, wenn ich dich irgendwo herausholen müsste. Wenn man es unterm Strich betrachtet, bist du für diese Welt wertvoller, als ein einfacher Shinobi, falls man das so sagen darf – vermutlich nicht. Ich würde allerdings nicht wollen, dass du deinen Kopf für mich riskierst.“ Nein, das wollte er wirklich nicht. Abgesehen davon sagte er ihr auch nicht, dass er sie selbst dann „rausboxen“ würde, wenn sie kein Kage oder dergleichen wäre. Auch, wenn sie nicht „wertvoll“ für die Shinobiwelt wäre. Denn immerhin hätte er selbst dann noch das Bedürfnis, diese Frau zu schützen. Eiji hatte immer mehr gemerkt, dass er eine Loyalität zu dieser Person aufgebaut hatte, welche er stets vor ihr geheim zu halten gedachte, denn er wollte nicht, dass sie sich blind auf ihn verließ. Sie sollte wissen, dass er da war und dennoch nichts an ihrer eigenen Kraft einbüßen.
Dann aber, als sie aufstand, weiteten sich seine Augen. Blickten auf die Hand, welche sie ihm entgegenstreckte, nachdem das Cape vor seinen Beinen zu Boden geglitten war. Das grüne Cape, welches wohl das beste Symbol für seine dorf-ranglose Zugehörigkeit darstellte. Es war fast schon ironisch in Anbetracht der Tatsache, dass Hikari ihm just in diesem Moment ein Angebot machte, welches ihm die Sprache verschlug. Seine Gesichtszüge drückten nichts anderes als Überraschung und Ungläubigkeit aus – vielleicht konnte man noch einen Hauch Skepsis darin entdecken. Skepsis, welche anschließend die Oberhand gewann, nachdem ein paar Sekunden vergangen waren. Talente nicht verkommen lassen. Kein Krieg mit Konoha, aber keine reibungslose Beziehung. Keine Freundin, keine Geliebte, sondern eine Befehlsgeberin, wenn man so möchte – um sie mit seinen Worten zu zitieren. Eijis Mimik normalisierte sich wieder und er schüttelte den Kopf. “Du gibst mir zu viel Vertrauen und rechnest mir zu viel Verdienst an, Hikari.“ Eiji nahm nicht ihre Hand, als er aufstand, sondern stützte sich kurz auf dem Boden ab und senkte die Hände in seine Hosentaschen. Er begab sich in eine für ein solches Gespräch wohl bessere Position und blickte sie unverwandt an. Seine eisblauen Augen funkelten kalt im schwachen Mondlicht. “Ich denke dir ist klar, dass du gerade jemanden frägst, der Jahre in der Spezialeinheit Konohagakures verbracht hat und der seinem Dorf gegenüber loyal ist – wie du sicher weißt. Ich mag vielleicht nicht mehr offiziell mit diesem Dorf anbandeln, doch weißt du ohne Zweifel, wie es hierum steht.“ Eiji machte eine kurze Pause. “Dennoch kenne ich deine Beweggründe. Ich kenne dich selbst als Person, aber vermutlich liegt genau hierin das Problem. Mir ist klar, dass sich kleinere Geplänkel – wie du sie nennst – nicht vermeiden lassen werden, aber gerade in dieser Hinsicht solltest du nicht darauf bauen, dass ich mit dir stets einer Meinung bin, nur weil ich anschließend deinen Befehlen folgen muss.“ Er kratzte sich am Hinterkopf, schüttelte dann allerdings sein Haupt und griff schließlich nach ihrer Hand, schlug in diese ein und wich ihrem Blick dabei nicht aus. “Ich bin dir ergeben, Hikari. Das weißt du. Du weißt auch wonach ich mich sehne und dass es mir einerseits liegt, Leute zu schützen, andererseits ihnen die Hölle auf Erden zu bereiten, wenn ich denn muss. Ich mache mir die Hände genauso schmutzig wie du, allerdings verspreche ich dir hier und jetzt nicht meinen blinden Gehorsam, sondern prophezeihe dir Widerworte und alles sonstige, womit du dich bereits abgeben musstest.“ Erneut ließ er eine Pause folgen und sah sie eine Zeit lang schweigend an. Es war eine unter Umständen fatale Entscheidung, sodass man sich fragte, warum man sie treffen sollte. Andererseits entsprach Tsukigakure nicht dem traditionellen Beispiel eines Dorfes und Eiji war sich darüber im Klaren, dass das Leben als Missingnin für ihn nicht immer von Bedeutung wäre. Er konnte seinem eigentlichen Ziel nicht näher kommen, würde es unter Umständen nie tun, weil es nun einmal kein solches Märchen gab. Und dieses Angebot war zumindest die halbe Miete, oder etwa nicht? “Ich werde nun meinen Preis zahlen, Hikari und du vermutlich den deinen. Unter Umständen weißt du sogar schon, dass ich mit dir durchs Feuer gehen würde, wenn es denn sein muss, denn meine Loyalität gebührt nicht nur meinem Dorf, sondern auch dir. Ich will dich schützen und dafür sorgen, dass du nicht irgendwo versinkst. Gleichzeitig werde ich aber auch einen Gegenpol darstellen – also erwarte keinen blinden Gehorsam von mir. Ich werde dir meine Hand reichen, wenn du fallen solltest und dich aus der Grube ziehen, solltest du jemals in eine stürzen. Ich werde über deinen Rücken wachen, aber gleichzeitig werde ich immer noch ich selbst sein und keiner deiner unausschöpflichen Diener.“
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BeitragThema: Re: [Kernstadt] Gasthaus   [Kernstadt] Gasthaus Icon_minitimeDo Okt 29, 2015 8:22 pm

Eiji hatte Recht. Sie drehten sich schon seit Monaten im Kreise. Keiner von ihnen kam von seinem festen Punkt runter oder ließ sich dazu erweichen, einem anderen Pfad zu folgen. Sie wusste das alles und doch schmierte der Blondschopf ihr diese Tatsache nochmal aufs Butterbrot. Die violetthaarige reagierte auf ihre Weise: Sie blickte mit skeptisch hochgezogener Augenbrauen dem jungen Mann entgegen, während dieser nun wesentlich entgegenkommender klang. Sie seufzte. Dann gerate einfach nicht in solch eine Situation. Dann muss ich dich nicht retten, weil du ja für diese Idee nicht zu begeistern bist. Konterte die Tsuki leise mit einem kleinen, spöttischen Lächeln auf den Lippen. Sie wollte sich gewiss nicht lustig machen aber ihre innerliche Freude darüber, dass Eiji sie auch jederzeit aus dem Mist hohlen würde, wollte sie auch nicht zeigen. Oder die Tatsache, dass sie scheinbar wertvoller war, als anfangs gedacht. Dieser Typ brachte sie echt noch in die emotionale Hölle aber gerade dafür mochte sie ihn. Daher verharrte Hikari auch ruhig, wie ein lauernder Berglöwe und wartete gespannt auf seine Reaktion. Der Blutdämon in ihr kicherte schon voller Euphorie, denn wenn das Kommende wirklich klappen sollte, dann würde echt die Post abgehen. Ebenso musste sie die Maske des Tsukikage gut festhalten, denn ihr schwacher Kern, jener der sich nach Liebe und Geborgenheit verzehrte, geriet jäh ins Straucheln, als sie mit Genugtuung in die sprachlose Mimik von Eiji blicken durfte. Sein Gesichtsausdruck spiegelte einen Hauch von Skepsis wieder aber vor allem las sie Überraschung heraus. Die violetthaarige hatte den kalkulierten Anbu mit ihrem Angebot wohl auf dem kalten Fuß erwischt aber das war typisch sie. Immer kam Hikari mit den komischsten Dingen um die Ecke, wo andere sich in ihrer schnöden Normalität flüchteten. Sie hätte ihm ja auch einen Antrag machen können aber ein Arbeitsverhältnis als Tsukisoldat klang schon eher nach ihrer Handschrift. Zumindest wurde es so nicht langweilig, denn sie trennte gerade wieder ihren alten Pfad ab und rang ihr verletzliches Ich mit einer Willenskraft zu Boden, die schon fast an Selbstverletzung grenzte. Ja, sie war unerbittlich zu anderen aber zu sich selbst war sie noch schlimmer. Daher blieb die violetthaarige auch passiv, als Eiji den Kopf schüttelte und dann aufstand. Sie hörte ihm zu und zuckte dann einfach mit den Schultern. Ich werde dir Teufel nicht mehr auf persönlicher Ebene vertrauen. Ich baue höchstens auf deine Fähigkeiten als Soldat und danach messe ich auch deinen Wert. Du kannst alles andere leugnen aber nicht deine Stärke und meine Pflicht, diese zu bewerten. Antwortete sie ihrem Gegenüber in aller Seelenruhe, während Eiji sie mit kalten Augen anfunkelte und seinerseits wieder das Wort ergriff. Hikari unterdessen schwieg eine ganze Weile, während seine Worte auf sie einprasselten. Das ein oder andere Mal regte sich die junge Frau, gab aber kein äußerliches Zeichen preis, dass auf eine Bestätigung oder Ablehnung von Eijis Ansichten schließen ließ. Noch hüllte sich die Tsuki in geheimnisvolles Schweigen, während sie sich gedanklich einige Notizen zu seinen Punkten machte. Sie würde später darauf eingehen, denn im Moment bebte ihre Seelenwelt voller Wucht, denn der Blondschopf nahm schlussendlich doch ihre Hand. Ohne sich dessen bewusst zu sein, hatte Eiji ein neues Kapitel eingeleitet, wohl ein Requiem aus Blut und Macht. Der Pfad auf dem Hikari wandelte war nun wieder ein neuer und auch sie selbst betrat ihn im neuen Gewand. Wie eine Schlange hatte sie ihre Zweifel und Ängste, als auch ihr zu harmonisches Ich abgestreift wie eine alte Haut. Mit erhobenem Haupt würde sie voran schreiten und diese Gefühlskriese für immer in den Tiefen ihres Seelenkerkers vergraben. Wer brauchte für einen Neuanfang schon unnötigen Ballast? Der Blondschopf hatte seine Ansichten und Standpunkte klar definiert, seine Grenzen gezogen aber auch zugelassen, dass ihr neuer Pfad nun auch seiner werden würde. In gewisser Weise kettete sie Eiji doch an sich, auch wenn dieser das nicht so sah. Vielleicht nicht persönlich, wie eine Geliebte oder eine Freundin aber durch Tsukigakure. Als Soldat, der sich die Hände schmutzig machte aber ihr auch die Stirn bot, wenn es angebracht war. In diesem Moment, als sie seine warme Hand erneut um der ihren spürte, brach ein ehrliches Lächeln aus der jungen Frau heraus. Eines der wenigen unbefangenen, die sie sich gestattete, ohne ihr Image in Gefahr zu bringen. Das Lächeln war von Grund auf ehrlich und spiegelte ihre Freude darüber wieder, dass der streunende Anbu sich ihrer Streitmacht anschloss. Doch schon bald wurde sie wieder zur Tsukikage und musterte ihn nachdenklich mit kühlem Blick. Wenn du glaubst, ich will dich nur als Schoßhund, der stumm meinen Wünschen folgt, dann irrst du dich. Ich habe genug Menschen um mich herum, die mir aufs Wort gehorchen. Was ich aber manchmal brauche, ist nicht blinder Gehorsam, sondern konstruktive Kritik. Ich mag ganz oben in der Nahrungskette stehen aber das heisst noch lange nicht, dass ich unfehlbar bin, Eiji. Deswegen wollte ich dich haben, denn du bist jemand, der auch im größten Chaos an mich ran kommt. Meine Wenigkeit ist bekanntlich nicht aus Zucker, daher braucht es härtere Bandagen um mich zu bremsen. Die junge Frau seufzte und löste sich dann aus seiner Berührung, um einen Schritt zurück zu treten. Gerade weil ich dich und deine Gesinnung kenne, möchte ich dich umso mehr haben. Eine kluge Frau hohlt sich durchaus ihren größten Wiedersacher ins eigene Bett und ich möchte meinen Gegenpol in der Nähe haben. Vielleicht bereust du deine Entscheidung eines Tages, wenn du realisierst, was ich in Gang zu setzen vermag aber selbst dann steht es dir offen, deine Konsequenzen zu ziehen. Ich brauche einen Gegenpol gerade dafür. Um mich zu stoppen, wenn ich den schmalen Grad zwischen Weltveränderer hin zum Tyrannen überschreite. Hikari atmete befreit aus. Sie blickte ihr Gegenüber noch einen Moment stumm an, ehe sie an Eiji vorbei schritt und ihm sanft auf die Schulter klopfte. Du hast mich von der Kette gelassen. Endlich kann ich meine Schwäche ausmerzen und zu neuen Höhen aufsteigen. Es war das zweite Mal an diesem Abend, dass Hikari lächelte. Doch diesesmal war es nicht rein und ehrlich, sondern teuflisch und verdorben. Sie hatte sich einmal mehr erneut selbst erschaffen und trat nun mit dieser Seele, die sich noch im Wandel befand, ihren Weg zurück aufs Spielfeld an. Blut war schon immer dicker als Wasser, daher würde es auch Ersteres sein, was ihre Taten bestimmte. Der rote König war geboren, denn dem ehrgeizigen Tsukikage war das Spielfeld zu klein geworden und der Blutdämon hungerte qualvoll nach neuen Konfrontationen. Tief drinnen im Seelenkerker lag dagegen jene Frau, die sich nichts sehnlicher wünschte, als Eiji lieben lernen zu dürfen. Sie sehnte sich nach Schutz und Geborgenheit aber erntete nur Hohn und Unterdrückung für ihre Bedürfnisse. Dort, wo Hikari hinwollte, gab es einfach keinen Platz für Schwäche und schon gar nicht für Liebe. Sie würde sich nicht länger im Kreise drehen, sondern ungerührt das Gewesene hinter sich lassen. Ob es ihr wohl gelang?
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BeitragThema: Re: [Kernstadt] Gasthaus   [Kernstadt] Gasthaus Icon_minitimeFr Okt 30, 2015 8:37 pm

Eiji hatte sich als Kind nie als sonderlich stark gesehen. Zumindest nicht in diesem Sinne stark, wie andere dieses Wort ausgelegt hatten. Seine „Stärke“ - wenn man denn wirklich so mochte – hatte viel eher darin gelegen in bestimmten Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren. Zwar war er hier und da mit Sicherheit für den ein oder anderen Spaß zu haben gewesen, doch mit den Jahren hatte es sich verwachsen. Sich selbst als stark zu bezeichnen, würde er allerdings immer noch nicht. Vermutlich auch einfach deshalb, weil Selbstüberschätzung meist in den Tod übergriff und er sein Leben wenigstens eines sinnvollen Zweckes wegen aushauchen würde. Ob ein solcher Zweck darin bestand, in Hikaris Gefolgschaft zu wechseln, würde sich wohl noch zeigen. Sie hatten Ansichten gemeinsamen, aber waren gleichsam auch so verschieden. Wo er selbst kühl und berechnend die Chancen ausrechnete, war Hikari vielleicht ein Heißsporn. Wo Hikari eiskalt war, meldete sich sein halb verrecktes Gewissen zu Wort und schlug ihm ins Gesicht. Sicherlich würde es dergleichen Situationen geben, denn es war nicht zu vermeiden. Zumindest nicht auf einer derartigen Entscheidungsebene, wie es die ihre darstellte. Andererseits war es aber auch nicht nur ein Wagnis und ein Risiko – es war auch eine Chance. Eine Chance, etwas aus der Welt zu machen und etwas in ihr zu verändern. Zum Besseren.
Eiji wusste, er war nicht aus dem Material, aus welchem man Anführer machte, aber dafür Hikari umso mehr. Aus ihr schnitzte man Königinnen, wenn man den Vergleich vergelten mochte. Eiji wusste, sie konnte viel erreichen – man musste sie nur ab und an leicht von ihrem blutigem Pfad ablenken, damit sie nicht an jener Körperflüssigkeit festklebte. Gut, lenken hörte sich verwirrend an, denn eine Frau wie die Violetthaarige konnte man nicht lenken. Allerdings war sie für sie beide klug genug, um bei gesunden Argumenten einen Fehler in ihren eigenen Handlungen zu erkennen. Er würde ihr folgen, so wie er ihr in der Vergangenheit bei der ein oder anderen Gelegenheit gefolgt war. Dennoch würden sie immer noch zwei verschiedene Menschenwesen sein, die so etwas wie ein krankes Überbleibsel eines malträtierten Gewissen in sich verbargen, weil sie eben dieses nicht wahrhaben wollten. Sie würden auf der obersten Schicht eines Eisberges – unter welchem viel verborgen lag – an einem Strang ziehen. Sie würden sich Vertrauen, aber unter Umständen niemals Freunde werden.
Der blonde ehemalige Anbu ließ die Mundwinkel leicht verschmitzt zucken, ob ihrer Worte und des Lächelns. Er fand sie schön, wenn sie so lächelte, doch das sagte er natürlich nicht. Abgesehen davon, schien sie die Sache gleichermaßen zu beurteilen. Sie brauchte wirklich keine Schoßhündchen mehr. “Nun, ich bin mir sicher, dass ich dich Notfalls in eine Barriere stecken kann, solltest du es gar zu sehr übertreiben“, erwiderte er trocken und verschränkte die Arme schließlich wieder vor seiner Brust. Diese Geste und ihr Zurücktreten stellte wohl dann erneut wiederum eine unsichtbare Mauer – eine Barriere – zwischen ihnen dar, welche sich auf einer beruflichen Ebene nun einmal entwickelte. Dennoch musterten seine eisblauen Augen jedes Zucken ihrer Gesichtsmuskeln, jede Bewegung ihres Körpers – als ob er auf einen Angriff lauerte, dabei war es im Endeffekt nichts, als die schiere Gewohnheit. Eine Gewohnheit, welche sich über die Jahre hinweg nun einmal entwickelt hatte. Vor allem wenn man seinen Dienst als Anbu versehen hatte. “Ich bin dein Gegenpool, nur werde ich nicht dein Widersacher sein. Du solltest diese beiden Dinge nicht verwechseln, denn in ihnen liegt ein großer Unterschied. Ich werde nicht gegen dich paktieren, wie es letztere zu tun pflegen, sondern dich eher im Gleichgewicht halten. Zumindest so lange du es mich lässt.“ Nun war es seine Stimme, die ernst wie eh und je klang. Als ob er keinen Spaß verstehen würde und als ob jegliche Vertrautheit, welche einmal zwischen ihnen bestanden hatte, mit einem man hinfort geflogen wäre in den dunklen Nachthimmel über ihnen. Auf ihren kleinen womöglich unbedachten Seitenhieb hinsichtlich des Bettes ging er nicht ein. Er ließ ihn wortwörtlich links liegen.
“Den Luxus, mich kleinzukriegen – wirst du dir allerdings nicht erlauben können. Denn das wird nicht geschehen. Mach dir darüber also keine Gedanken. Auch nicht darüber, in viel dünklere Gefilde abzurutschen. Das wirst du nicht keine Sorge.“ Fast frostig lächelte er, als er wenig später ihre Hand auf seiner Schulter spürte. Nur ganz leicht, man könnte es fast als sanft bezeichnen. Doch Eiji seufzte und hob seinen Arm aus der Verschränkung – nur um den ihren von eben jener Schulter zu schieben. Du hast mich von der Kette gelassen. Endlich kann ich meine Schwäche ausmerzen und zu neuen Höhen aufsteigen. Der Blonde schüttelte stumm den Kopf. Als ob er einen hoffnungslosen Fall aufgab. Mit wenigen Schritten hatte er sich von ihr entfernt und war weiter hinaus auf den Balkon geschritten. Die Arme auf dem Geländer verschränkend, hob er seinen Kopf und sah hinauf in den Nachthimmel. Bald würde er ihn wohl wieder von Tsukigakure aus betrachten können und letzteres Dorf unter Umständen gar als seine Heimat bezeichnen. Es war ein seltsames Gefühl. Vor allem für ihn, dem doch eigentlich immer klar gewesen war, wo die seine wirklich lag. Oder zumindest hatte er das geglaubt – nun war er sich allerdings nicht mehr so sicher. Wie ein Phönix aus der Asche meint Ihr wohl. Nun, das könnte in der Tat so stimmen – nur bin ich gespannt, wen Ihr als erstes zu Asche verbrennen werdet, Tsukikage-sama.“ Mit Absicht sprach er sie nun an, wie es sich für einen „Untergebenen“ in erster Linie geziemte. Es war ein neues Verhältnis, welches sie beide eingegangen waren – ob es nur Profite abwarf, würde sich zeigen. Vielleicht war diese Anredeform allerdings auch nur eine Spitze. Vielleicht wollte er ihr aber auch nochmal klar machen, was sich wirklich verändert hatte. In der Öffentlichkeit würde er sie wohl kaum duzen. “Ich habe nie versucht, Euch eine Kette anzulegen. Das scheint mir auch merkwürdig unpassend zu sein, denn Ihr seid wohl kaum eine Person, mit welcher man dies tun kann. Dennoch, wenn es für Euch eine Schwäche darstellte, so habt Ihr hiermit den unnötigen Ballast hinter euch gelassen und seid voran geschritten. Glückwünsch dazu.“ Erst bei den letzten Worten drehte er sich wieder um. Da der Mond hinter ihm Stand, warf er kein Licht auf seine Mimik, sondern Schatten. Folglich konnte man sie nicht wirklich in der Dunkelheit erkennen. Nun... Vielleicht würde er sich auch damit abfinden, eine zweite Heimat neben der ersten zu finden.
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BeitragThema: Re: [Kernstadt] Gasthaus   [Kernstadt] Gasthaus Icon_minitimeMi Nov 18, 2015 7:18 pm

Hikari hörte seine Worte deutlich hinter sich, trotzdem drehte sie sich nicht um. Sie hatte bewusst Eiji ihren Rücken zugedreht, so dass dieser nicht sehen konnte, wie versonnen sie auf ihre Hand starrte. Es sollte eine freundliche Geste des Abschieds werden, eine Geste der Aufmunterung aber er hatte ihre Hand mit kalten Blick einfach von seiner Svchulter gewischt und dabei geseufzt. Das war ihrer beider Wendepunkt. Ihr neuer Pfad, dessen Verlauf noch nicht absehbar war. Die violetthaarige wurde ermahnt und bekam aufgezeigt, wo sie von jetzt an in Eijis Sinne stand und das war nunmal die berufliche Ebene. Er hätte sie erst gar nicht mit "Tsukikage sama" zu betiteln brauchen, denn die junge Frau konnte schon an seiner Mimik und Gestik erahnen, dass ihre Vertrautheit wohl für immer dahin war. Im Arbeitsleben gab es einfach keinen Platz für jene Gefühle, die ihnen zuteil wurden und das musste sie aktzeptieren. Sie war noch nie jemand gewesen, der sich beherrschen ließ, nichtmals von sich selbst, geschweige denn von anderen. Ebenso vergaß Hikari auch nicht ihre Verpflichtung als Tsukikage. An ihr Image durfte kein Dreckfleck kommen, auch wenn ihre innerliche Fassade ironischerweise vor verkrustetem Blut nur so triefte. Doch manchmal war der Schein eben besser, als das wahrse Sein. In diesem Punkt kannte sich auch Eiji bestens aus, daher konnte die Tsuki mit gutem Gewissen sagen, dass das neue Leben mit ihm zu schaffen war. Die Konfliktreiche aber auch unglaublich vertraute Zeit würde wohl für immer ein Traum bleiben. Geträumt und behütet von ihnen beiden und Hikari würde sich in stiller Heimlichkeit sicher gerne mal an diese Zeit erinnern. Doch sie war niemand der lange an einer Sache verweilte und daher sprach es auch für sie, an dieser Situation zu wachsen und mit erhobenen Haupt voran zu schreiten. Sie konnte nichts gebrauchen, was sie innerlich schwächte und verunsicherte, denn da draussen warteten genug Wiedersacher, die ihr diese Schwäche nicht nach sahen. Daher tangierte sie auch die aktuelle Zurückweisung des Blondschopfes nicht mehr. Ihre Hand sank an ihre Seite zurück und das Gefühl der Trauer über diese Zurückweisung ihrer Gefühle, wurde von einer dunklen Woge aus Blut und Euphorie hinweg gespült. Ein neues Zeitalter brachte immer Veränderung und Aufgaben mit sich, an denen sie sich versuchen wollte. Auch wenn es bedeutete, von Eiji in eine Barriere gesteckt zu werden. Jemer hatte es ihr ja "angedroht" und sie bestätigte den Vorschlag mit einem stummen Nicken. Die violetthaarige hatte den Hals etwas gedreht und schaute zurück auf diesen nun fremden Mann. Ihren neuen Rekruten für Tsukigakure, von dem sie noch nicht einmal wusste, was er wirklich dachte. Zumindest machte Eiji ihr aber eines klar: Das er ihr nicht in den Rücken fallen und auch nicht gegen sie paktieren würde. Besser war es für ihn, denn bis dato hatte sie nie ernsthaft versucht ihm an die Lebensspanne zu wollen. Hikari hatte zwar gedroht, randaliert und getobt, sich und ihn auf verschiedene Arten verletzt aber töten wollte sie ihn nie. Seufzend strich sie sich die Haare hinter das Ohr, wandte sich ihrem Gesprächspartner aber nicht mehr zu. Er konnte mit ihrem Rücken sprechen, schließlich gab er seine Mimik in dieser Dunkelheit auch nicht preis und sie flüchtete sich auch in die Schatten. Ja, belauerte Eiji mit ihren goldenen Iriden, während ihr Blick immer wieder über ihre Schulter fiel und an ihm vorbei gen Himmel wanderte. Für mich sind Gegenpol und Wiedersacher manchmal dasselbe. Auf Saphir trifft das jedenfalls zu. Was Ihr letzten Endes sein möchtest, das entscheidest Ihr und dann erst ich. Vertraute Hikari ihre Worte der Nacht an und rang dann weiter nach Worten. Diese Sache mit dem Fallen lassen und sie im Gleichgewicht halten zu wollen, klang zwar sehr verlockend aber die violetthaarige ertappte sich schonwieder dabei, wie sie allein bei dem Gedanken streikte. Wie sollte das bitte auch klappen, nachdem Eiji sie so zurück gewiesen hatte und sich beide nun auf beruflicher Ebene erst einspielen mussten? Es war zum Haare raufen, doch äußerlich sah man ihr von diesen Gedanken nichts an, außer ein Stirnrunzeln. Ich kann nicht sagen, ob Euer Wunsch sich erfüllt, mich im Gleichgewicht halten zu wollen aber ein Versuch kann ja auch nicht schaden. Inwieweit diese Bemühungen Früchte tragen werden, wird sich erst noch zeigen. Bis auf meinen Clanvater hat dieses Vorhaben keiner überlebt, daher fällt es mir bis dato schwer, mich Euch gegenüber so fallen zu lassen. Konterte Hikari mit ruhiger Stimme dieses Anliegen aus. Sie wollte ihm arbeitstechnisch keine Schwierigkeiten machen aber man durfte doch noch ablehnen, wenn dieser Mann ein Vertrauen wollte, das eben erst gänzlich erloschen war. Was Eiji wollte und dann sagte, machte für die Tsuki oft keinen Sinn aber sie baute immer darauf, dass er wusste, was er tat. Hier, in diesem Moment, zweifelte sie daran, dass diese Worte von ihm klug waren, denn sie klangen arrogant und naiv. Gerade weil eben erst ein neues Verhältnis geschaffen wurde, mochte Hikari diese Art von forderndem Vertrauen nicht. Er konnte sich dieses mit seinen Taten und ehrlicher Arbeit erarbeiten, so wie sie auch hart anpacken würde, um Eijis Respekt zu bekommen. Alles andere stand noch in den Sternen und daher beliess sie es dabei. Er hatte sie schon eimmal in die Dunkelheit der Einsamkeit gestossen und das obwohl sie sich sicher war, dass Eiji sie ein Stück weit auch begehrt hatte. Daher sagte die junge Frau auch nichts weiter zu seinen Worten. Ob und wie weit sie abrutschenen würde oder es sogar schon war, konnte er nicht genau erfassen. Die alte Hikari war wohl für immer dahin und er würde sich an ihre neue Seite gewöhnen müssen, genauso wie sie sich selbst wieder finden musste. Daher trug sie jenem Mann seine Entscheidung nicht länger nach, er hatte mit besten Wissen und Gewissen seinen Weg gewählt und ihn auch durchgezogen. Das hatte sie aktzeptiert, daher würde sie von nun an auch nicht mehr auf den alten Kamellen rum reiten. Dafür hatte sie einfach keine Zeit und auch keine Lust mehr. Sollte Eiji doch tun, was er für richtig hielt. Halbgare Aktionen, Meinungen und Taten konnte und wollte sie schließliuch nicht gut heißen. Die junge Frau erinnerte sich noch deutlich, wie der Ex Anbu bei ihrer Berührung vorhin den Kopf geschüttelt hatte und sie mit einem kalten Lächeln bedachte. Hikari schlug die Augenlieder für einen Moment nieder. Sie atmete die kühlende Luft ein, denn ihr Hals fühlte sich vom vielen Reden trocken und rauh an. Sie war seelisch erschöpft und doch loderte in ihr eine Flamme, die nach mehr Brennstoff verlangte. Doch dies war ein anderes Kapitel. Die Augen wieder öffnend, setze sich die violetthaarige in Bewegung und steuerte das Zimmer an. Sie wollte Eiji ein wenig alleine lassen und auch ihre eigenen Gedanken ordnen. Ja, was würde sie als erstes zu Asche verbrennen? Welchen Boden mit Blut beflecken und welche Fraktion in den Kummer stürzen? Eine dunkle Ahnung regte sich in ihr, doch Hikari unterdrückte es. Das hier war weder der Ort, noch der Zeitpunkt um sich solchen Gedankengängen hin zugeben. Keine Angst. Es gibt nur zwei Personen auf dieser Welt, die mich in Ketten legen können. Meine Wenigkeit und Saphir. Der restlichen Welt räume ich diesen Luxus nicht ein. Die Tsukikage hatte sich an der Glastür kurz umgedreht und einen letzten Blick nach draußen geworfen. Noch immer stand Eiji am Geländer gelehnt, das Gesicht in Schatten gehüllt und sanft umschlungen vom Mondlicht. Es war ein friedlicher Anblick, der ihre derzeitige Situation nicht besser beschreiben konnte. Er war nach wie vor eine Variable, dessen Ambitionen sie nicht ganz einzu schätzen vermochte, obwohl er im Licht stand. Andererseits hing sein Selbst so tief in den Schatten, dass Hikari es aufgegeben hatte, in ihm einen Grund finden zu wollen. So waren sie nunmal. Sie ließ ihn stehen und ging ins Zimmer zurück. Auf dem Weg zum Bett ließ Hikari achtlos ihr kuschliges Tuch von den Schultern gleiten, so dass es leise raschelnd zu Boden sank, während sich die junge Frau aufs Bett warf. Die violetten Haare bildeten einen seltsamen Kontrast auf den weißen Laken, während sich die schlanke Gestalt darauf wohlig reckte. Sie blieb auf dem Rücken liegen, verschränkte die Arme unter ihrem Kopf und starrte grüblerisch gen Zimmerdecke. Wohin würde sie dieser Weg wohl führen?
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BeitragThema: Re: [Kernstadt] Gasthaus   [Kernstadt] Gasthaus Icon_minitimeDi Dez 01, 2015 7:16 pm

Als ob man ein Messer mit fließender Bewegung geworfen hätte, fing Hikari die neue Art dieser Konversation mit ebensolche Grazie auf. Leitete sie um und warf das Messer wieder zurück, wo es sich gar noch in den Feind bohren sollte. Den Widersacher. Den Gegenpol. Das ein oder andere musste es nicht immer sein, wenn eine Person beides verkörperte – da hatte sie durchaus Recht. Manchmal brauchte ein Mensch fast krankhaft ein Feindbild, einen Rivalen, um aus sich hinauswachsen zu können. Hatte man ihn nicht, vegetierte man in bescheidener Behausung über die Jahre hinweg vor sich hin. Manchmal fragte sich Eiji, ob es in seiner Vergangenheit auch eine derartige Anwandlung gegeben hatte und der Gedanke an Konoha verblüffte ihn ein wenig, wenn eben jener war nicht allzu weit entfernt. Oft waren seine Verpflichtungen ihm in jungen Jahren als Gegenpol erschienen und hatte sein Verantwortungsgefühl genährt. Es war ein guter Boden gewesen, denn Eiji war nicht ausgeufert wie manch anderer in seinem Alter. Andererseits wurde dieser Gegenpol, der ihm doch eigentlich geholfen hatte, letzten Endes auch zur ihm eigenen Geisel, war er doch aus dem Dorf vertrieben worden – von sich selbst. Seiner eigenen Entscheidung. Nicht nur Personen konnten beides darstellen, sondern auch Dinge. Orte. Entwicklungen der Vergangenheit, welche man nun erst von einem anderen Blickwinkel aus betrachten konnte. So, wie sie sich hier vielleicht selbst aus anderen Blickwinkeln betrachten würden. In ein paar Monaten oder gar Jahren, wenn diese ihnen denn vergönnt waren. Ohne weiteres konnte Eiji behaupten, dass Hikari ein solcher Gegenpol für ihn selbst war und gleichsam auch in manchen moralischen Fragen eine Widersacherin. Geübt nahm sie ihre neue Rolle als seine Vorgesetzte ein und versengte damit jeden früheren Gedanken an so etwas wie eine unkomplizierte Freundschaft – wobei es letztere war, von der sie doch beide immer gewusst hatten, dass sie sie niemals haben würden. Allein deshalb, weil es Hikari nun schon ansprach. Niemand konnte sie wirklich im Gleichgewicht halten, sondern es nur versuchen. Ihr Charakter war hierfür einfach zu selbstbestimmend und der eigenen Zeit zu weit voran. Während andere noch aus dem Nähkästchen plauderten, griff der amtierende Tsukikage nach neuen politischen Möglichkeiten und der Frage, wie man dieses Nähkästchen zu etwas viel wertvollerem und handfesteren zusammenflicken konnte. Es war nur zu offensichtlich, dass sie eben dies wohl gerade auch mit ihm selbst tun wollte. Ihn als Untergebenen sehen und alles, was sie bisher gemeinsam erlebt hatten, beiseite zu schieben. Eiji stimmte zu, denn es war nur naheliegend. Es machte die Dinge einfacher.
“Nun, manchmal genügt es einfach zu wissen, dass zumindest eine Person zwischen Rücken und Klinge steht, welche diese abfangen würde – oder aber am Boden einer Klippe, um ein Netz aufzuspannen. Alleine dieses Wissen ermöglicht manchmal vieles – aber Euch muss ich das sicherlich nicht alles erläutern.“ Fast schemenhaft lächelte der Blonde sein eigenes kleines Anbu-Lächeln vor sich hin, lehnte sich aber immer noch fast lässig zurück an das Geländer. Es erschien fast unschuldig, unwirklich. Als ob er nicht gefährlich wäre und als ob er einen ganz einfachen Zivilisten darstellen würde. Eben auch deshalb, weil er im nächsten Moment scheinbar ahnungslos seinen Blick vom Gegenüber abwandte und sichtbar seinen Kopf schräg zur Seite legte, als ob ihn jemand von schräg hinten angesprochen hätte und er sich eben diesem neuen Gegenüber zuwenden würde. Egal was Hikari sagte, Eiji wusste, dass er höchstwahrscheinlich ein wenig kalt rübergekommen war, doch wie zuvor war auch das nur gut so. Es wäre anders einfach nicht gegangen, denn sonst hätte er ihr Angebot ausschlagen müssen. Er wusste das. Sie wusste das. Auch, wenn sie vielleicht gerade wortwörtlich die Augen vor etwas verschloss und sie wieder auf ihn richtete. “Dann bin ich beruhigt über diese Auskunft. Ich hätte den Schlüssel für diese Ketten ohnehin nicht mehr gefunden – nicht mangels Vergesslichkeit sondern mangels bloßem körperlichen Vermögen.“ Mehr oder weniger also deshalb, weil sie einen Weg gefunden hätte, ihn zu vernichten, hätte er es jemals gewagt sie in Form dieser Ketten zu verraten und auszuliefern. Letzteres würde nicht in seinem Wörterbuch stehen, aber zwischen den Zeilen sprach es keiner der beiden aus.
Eiji sah der Violetthaarigen hinterher, als sie in den Raum schritt und sich schließlich aufs Bett fallen ließ, beobachtete dabei ihre Bewegungen. Er blieb sogar noch einige Zeit, als ob er über sie wachen müsste; als ob sich in der schieren Nähe eine Gefahr im Schatten verbarg, welche nur darauf wartete, ins Mondlicht zu treten. Doch nichts geschah. Die Nacht war fast windstill. Nur ein kleiner Hauch wehte über ihn hinweg Richtung Zimmer. “Ich hoffe du räumst mir den Luxus ein, mir zu vertrauen...“, murmelte er mehr zu sich selbst, während die Worte von dem kleinen Hauch aufgeschnappt und über wenige Meter hinweg getragen wurden. Dann wandte er sich wortlos um und entschwand in die Nacht.
Tbc: ???
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