Tamashii no Utsuri

Ein RPG in der Welt der Shinobi
 
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 Gasthaus - schleichender Tod

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BeitragThema: Gasthaus - schleichender Tod   Di Nov 27, 2012 12:07 pm

das Eingangsposting lautete :

Gasthaus - schleichender Tod



Im Gasthaus - schleichender Tod werden die Reisenden untergebracht.
Eigentlich ist es wie jedes anderes Gasthaus, es gibt insgesammt 25 Zimmer, 50 Betten, eventuelles Frühstück am Morgen, einen kleinen Garten und eine kleine eigenständige Bar, die auch bei Nacht geöffnet hat für die, die Nachts nicht schlafen können.
Man gelingt nur über zwei kleine Brücken zum Gasthaus, da ein kleiner See um das Gasthaus herum ist.
Baden ist in dem See erlaubt.
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Aranami Shiori
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BeitragThema: Re: Gasthaus - schleichender Tod   Do Mai 18, 2017 8:47 pm

Kv: Pfad zur Küste

Shiori hatte lediglich wissend gelächelt und sich vorgenommen, das Angebot in Kirigakure womöglich doch anzunehmen. Was war schon gegen eine Massage ihrer Schultern von einem freundlichen Herren einzuwenden? Über den Gedanken schmunzelte sie selbst, bevor sie ihren Weg mit Hei fortsetzte und die restliche Zeit damit verbrachte, einige Dinge über Kirigakure, seine Schwertshinobi und deren Schwerter zu erzählen. Nicht, dass sie sonderlich intensiv darüber Bescheid wusste, aber sie kannte immerhin zwei von ihnen recht gut. Wirklich erwähnen tat sie nicht, dass Samegawa besagtes Samehada trug, aber sie hielt es auch nicht zwangsläufig für wichtig. Letztendlich würde der Tsuda das schon selbst herausfinden, wenn er dem anderen Aranami gegenüberstehen würde. Bis dahin war es auch wenig relevant.
Anders als der Beginn ihrer Reise verlief der restliche Weg also durchaus gesprächiger und Shiori ließ sich einige Informationen entlocken oder gab sie von selbst. Immerhin wollte sie Hei auch nicht in eine völlig fremde Umgebung führen. Insofern sie es jedenfalls ändern konnte, dass er wenig darüber wusste. So verging der Weg auch zumindest gefühlt in kürzerer Zeit und mit dem Beginn der Dämmerung, die im Winter am späten Nachmittag üblich war, trafen die beiden Shinobi auch tatsächlich am Dorftor ein. Die Blauhaarige trug sich selbst wieder ein und gab ihre Versicherung ab, dass von dem Freien neben ihr keine Gefahr ausging. Natürlich konnte er - solange er wollte - hier recht frei aus und eingehen, aber kritisch beäugt wurde er eben dennoch, solang ihn keiner kannte. Mit ihrer Fürsprache wäre es einfacher.

Nachdem die Eintragung Geschichte war, ließ Shiori den Mann sich einige Augenblicke umsehen, bevor sein Bauch sich abermals meldete und ihre Lippen sich zu einem Lächeln verzog. "Ich schätze, ich sollte dafür sorgen, dass du etwas Essbares findest", sagte sie lediglich, bevor sie ihm bedeutete, sie zu begleiten und ihre Schritte recht zielgerichtet zum inneren Teil des Dorfes ausführte. Nach einer recht kurzen Überlegung hatte die Jônin sich entschieden, ihn in ein angenehmes Lokal zu führen, dessen Name auf Fremde häufig schlimmer wirkte, als es eigentlich dann letztendlich war. Der kurze Fußweg führte die beiden zum Schleichenden Tod, wie es da beinahe idyllisch in dem See lag, der hier und da noch eine dünne Eisschicht hatte. Es war kalt und daher war auch keiner mehr zum Baden hier.
Vor Hei trat die Iryônin über eine der beiden Brücken und nickte leicht zum Gebäude. "Es gefällt dir bestimmt. Es klingt heruntergekommener, als es ist." Nicht, dass sie besonders gut wusste, was ihm gefiel, aber sie schätzte ihn irgendwo nicht so ein, als hätte er ein extrem gehobenes Restaurant als angenehmer empfunden. Immerhin hatte er sich gestern erst auf einer Hochzeit besonders gut benehmen müssen.
Die Jônin betrat den Schankraum und sah sich um, bis sie einen Tisch entdeckte, der in der Ecke lag, eingerahmt von zwei Sitzbanken und zwei Stühlen. Recht zielsicher steuerte sie - ohne zu fragen - darauf zu und zog währenddessen die Handschuhen von den Fingern. Sie selbst würde sicher nicht nach Hause gehen und sich etwas Essbares kochen. Dazu war sie durchaus zu erschöpft und unmotiviert. Stattdessen ließ sie sich elegant auf die Sitzbank sinken und musterte den Weißhaarigen, der ihr bis hierher gefolgt war. "Ich hätte dich auch in einem Bordell abladen können, falls das eher deinen Erwartungen entsprochen hätte", witzelte sie leicht mit einem schiefen Lächeln. Ein zufriedenes Seufzen über die Wärme des Raumes entrang sich ihren Lippen, während sie darauf wartete, dass der Andere sich setzte.

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BeitragThema: Re: Gasthaus - schleichender Tod   Fr Mai 19, 2017 11:46 am

Neben Shiori gehend, bemerkte er an sich selber, wie die Unruhe in ihm stieg. Über alldem, ringsum in der Luft, der Geruch von Rose und Vanille, der ihn etwas beruhigte. Er konnte sich mit der Blauhaarigen gut unterhalten und war positiv überrascht, dass sie sich für ihn verbürgte. Der Freie wusste, dass sie in Schwierigkeiten kommen würde, sollte er wirklich etwas anstellen. Andererseits würde es dazu keinen Anlass geben. Hei schwieg wie gewohnt, wenn er es nicht für nötig hielt in unpassenden Situationen den Mund aufzureißen.
Kiri war etwas Besonderes. Die Aufregung, die Hei jedes Mal spürte, wenn er einen neuen Ort erreichte, ließ ihn wie ein kleines Kind hoffen und bangen. Hoffen, das seine Erwartungen übertroffen werden, bangen, weil seine Erwartungen nicht erfüllt werden würden. Sein erster Aufenthalt im Tetsu no Kuni war grausam.  Vom frühen Morgen an verdarb ihm alles die Laune, versetzte ihn in Depression und Wut. Alles. Ihn ärgerte, dass er verschlafen hatte, wodurch aus dem frühen Morgen praktisch früher Mittag geworden war. Ihn ärgerte das kalte und erstarrte Rührei, das ihm der Wirt zum „Frühstück“ servierte, nach dem er sich kurz von dem Mädchen losgerissen hatte, das er im Hintergrund belästigte. Das Mädchen war höchstens 12. Und weinte. Im Bad störte ihn die Miene des Baders, wie er den Weißhaarigen betrachtete. Ihn störte, der Umstand, dass ihm der Bader keine Dirne anbot. Zwar hatte er nicht vor eine zu nehmen, aber im Bad wurde jedem eine angeboten, sodass ihn die Ausnahme ärgerte, die mit ihm gemacht wurde. Als er ging, stark nach Seife riechend, hatte sich seine Laune nicht gebessert, und Hakkin war kein bisschen schöner geworden. Dem Freien gefielen die beliebig hingeworfenen Müllhaufen nicht, die in den Seitengassen den Weg versperrten. Ihm gefielen die Bettler nicht, die in Tempelnähe herumlungerten. Ihm gefiel die krakelige Aufschrift auf der Wand nicht: SHINOBI INS GEFÄNGNIS. Die Menschen mochte er nicht, die ihn mit Abscheu und Hochmut ansahen. Aber in Kiri war alles anders. Die Menschen wirkten zufrieden, glücklich, freundlich. Hier stellte keiner die Shinobi in Frage. Im Gegenteil. Es war ja auch ein Dorf von Shinobi gegründet. Der Weißhaarige sah ein junges Fräulein und lächelte sie ohne Hintergedanken an, einzig der Höflichkeit halber. Sie wurde rot und umklammerte fest den Besen, den sie in der Hand hielt. Aus einem Reflex heraus glaubte Hei, sie würde ihm damit eins überziehen. Er hatte sich geirrt. Die junge Frau lächelte und klimperte mit den Wimpern. Aufmerksam beobachtete der Mann die Geschehnisse im Dorf, begutachtete die Fassaden, die Geschäfte, während ihn seine Begleitung zielgerichtet durch die Straßen führte. Und wie hungrig ich bin, dachte sich der Weißhaarige. „Eine Kleinigkeit könnte ich wohl vertragen“, seine Stimme klang fröhlich und zufrieden.
Es freute den Weißhaarigen, dass, egal wo man sich befand, einige Dinge sich nie ändern würden. Ein lautes Aufschreien einer Frau machte den Shinobi neugierig, während er und seine Begleitung, die Blauhaarige Kunochi Shiori, durch die modernisierten Straßen des Dorfes versteckt im Nebel schlenderten. Noch bevor er ausmachen konnte, wo der eigentliche Schrei herkam, gesellte sich ein tiefes, kratzendes, klebrig klingendes Klirren dazu. Wahrscheinlich Marmelade, dachte Hei. Dieses Geräusch gab ein Marmeladenglas von sich, wenn man es aus großer Höhe und mit ganzer Kraft nach jemandem wirft. Er hatte das selber gut in Erinnerung. Als er vor ein paar Jahren mit seiner Sandkastenfreundin Quinn unterwegs war, landete er in einer ähnlich prekären Situation. Eine flüchtige Liebschaft, mehr nicht. Hinter der Ecke, unter einem schmalen, azurblauen Häuschen, hatte sich eine Gruppe Gaffer angesammelt. Unter dem kleinen, blumengeschmückten, leicht verschneiten Balkon, unter dem steilen Dachvorsprung, stand eine junge, blonde Frau im Nachthemd. Die Dame streckte den etwas molligen und rundlichen Arm aus und warf mit Schwung einen Blumentopf. Der magere Mann, auf den gezielt wurde, und der unter dem Balkon stand, wich zurück, versuchte sich zu erklären: „Naomi, mein Schatz, schenk den Gerüchten keine Aufmerksamkeit! Ich bin dir treu ergeben!“ Rief der Mann. „Mistkerl! Zugelaufener Streuner! Dämon!“, brüllte die mollige Blondine und verschwand im Haus, zweifelsfrei auf der Suche nach weiteren Geschossen. Hei konnte sich ein breites Grinsen nicht verkneifen, während er im Vorbeigehen das Ereignis beobachtete, aber nicht von Shioris Seite wich. Einige Dinge änderten sich nie.
Mit dem Wort idyllisch war das Ambiente gut zu beschreiben. Die Dämmerung legte einen schönen, geheimnisvollen Schleier um das Gasthaus. Die Kunochi hatte zügig einen Platz gefunden, während der Freie kurzerhand mit dem Wirt ins Gespräch kam, der hinter der Theke aus einer Girlande aus Knoblauch und Küchenkräutern hockte und sich beim Eintritt des Paares hinter dieser hervorbeugte. Hei orderte einen Topf Suppe für sich und die Kunochi. Diese würde die beiden wieder aufwärmen, waren sie doch den ganzen Tag bei niedrigen Temperaturen unterwegs gewesen. Zwar erkundigte sich der Weißhaarige nicht, ob Shiori auch etwas essen wollen würde, aber aus gutem Benehmen heraus konnte er ihr nicht nichts bestellen. „Umsicht ist wichtig in deinem Beruf.“ Aus seiner Innentasche holte der Weißhaarige einen nicht geringen Betrag heraus und reichte sie dem Wirt, dessen Augen zu funkeln begannen. Münzen klimperten. Der Schankwirt zog den Mund bis an die Grenze des Möglichen breit. Im Raum war es angenehm warm bedingt durch einen kleinen Ofen, der langsam vor sich her knisterte und für eben jene Temperatur sorgte.  Hei zog die schwarze Jacke aus, krempelte die Hemdsärmel hoch.
„Nach einem Bordell ist mir gerade auch nicht.“ Er wirkte ernst und etwas beleidigt ehe er doch zu Grinsen begann und lächelte. „Ist wirklich schön hier. Deutlich angenehmer, als an anderen Örtchen, die ich besuchen durfte.“ Er nahm gegenüber von Shiori auf einem Stuhl Platz. „Aber etwas leer.“ Es war sonst keine Menschenseele hier. „Liegt vielleicht an der Uhrzeit. Oder an den politischen Umständen. Kiri ist ja ein Feind des Kaiserreichs, wodurch der Tourismus eventuell etwas gedämpft wird.“ Hei lehnte sich locker gegen die Stuhllehne. „Aber ich habe davon keine Ahnung und Politik interessiert mich auch nicht wirklich. Ich habe für uns einen Topf Suppe bestellt., quasi als Vorspeise. Ich lade dich ein, wie versprochen. Nimm' was dir gefällt.. Sein Auge musterte die Kunochi, deren Ausstrahlung sich nicht ganz in das Bild des Gasthauses fügte. Es wirkte wie ein weißer Farbtupfer auf einem sonst schwarzen Gemälde. Der Wirt trat heran. „Darf ich dem Paar noch etwas bringen nach der Suppe? Und was darf es zu Trinken sein?“ Der Wirt schien sehr motiviert. Hei lächelte und entgegnete: „Für mich ein Bier.“ und blickte erwartungsvoll zur Blauhaarigen. "Den Rest Rest darf meine Begleitung aussuchen."
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BeitragThema: Re: Gasthaus - schleichender Tod   So Mai 21, 2017 3:11 pm

Shiori beobachtete das Treiben von Hei und dem Wirt eher nebenbei, während sie ihre eigene Jacke neben sich auf der Bank ablegte und die Ärmel des Oberteils leicht nach oben zog, sodass ihre Unterarme frei lagen. Es war angenehm warm hier und so würde die Wärme durchaus etwas schneller an ihre zarte Haut gelangen. Sie seufzte leise und lächelte zufrieden, als der Weißhaarige an den Tisch trat und sich den Platz ihr gegenüber nahm. Auch ihr Magen rebellierte langsam gegen einen Wandertag in der Kälte und wenig Pausen. Sie freute sich ehrlich auf das Essen mit Hei in einem weniger gezwungenen Rahmen, als es am Vortag noch der Fall gewesen war. Sie hob kurz eine Augenbraue, als er scheinbar ernsthaft beleidigt war, doch mit seinem Grinsen kehrte auch ihr Lächeln zurück. Es war angenehm, dass sie Humor offenbar auf einer ähnlichen Ebene wahrnahmen. Allgemein war vieles an ihm angenehm.
Mit dem Gedanken musterten die goldenen Augen das Gesicht des Mannes, der über den Ort sprach, an dem sie sich befanden. Zu einer wirklichen Antwort dazu kamen sie allerdings nicht, bevor der Wirt bereits neben ihnen stand und nach weiteren Wünschen fragte. Dass er sie als Paar bezeichnete, fiel der Jônin nicht wirklich auf, noch wäre es ein Problem für sie gewesen. Stattdessen heftete sich ihr Blick auf das, was neben der Bar mit Kreide auf eine Schiefertafel geschrieben war. Die Fünfunddreißigjährige schürzte die Lippen und neigte den Kopf, während sie Hei ansah und überlegte, was er wohl mochte. "Belassen wir es vorerst bei der Suppe und warmem Sake. Vielleicht kommt mir später noch etwas in den Sinn", gab sie letztendlich nach einigen Augenblicken als Antwort und verabschiedete den Wirt damit bereits wieder, der daraufhin in der Küche verschwand und das gefragte vorbereitete.
Ihre Getränke brauchte er allerdings nach einigen Augenblicken und stellte sie stumm ab.
Nach dem anstrengenden Vortag und der Reise war ihr tatsächlich nach Sake zu Mute. Letztendlich auch deshalb, weil ihr noch immer nicht richtig warm war und der warme Reiswein sicher dabei helfen würde. Ihre Gedanken kehrten langsam wieder zu dem Gespräch zurück. "Es liegt vermutlich an der Uhrzeit, dass hier noch kein Stammgast zugegen ist. Dafür sind wir wohl eine oder zwei Stunden zu früh. Aber ich schätze ein wenig privater Raum ist auch nicht entgegen deinem Sinne, oder?" Mit einem Lächeln lehnte sie sich zurück und verschränkte die Arme locker vor dem Bauch. Sie war versucht, abermals ihre Schulter zu massieren, wollte andererseits aber nicht nocheinmal darauf hinweisen.
Die Blauhaarige unterdrückte also den Drang danach und suchte nach einem Gesprächsthema, das sie ablenken würde. Ihre Gedanken ließen den Tag und die Gespräche Revue passieren, wobei sie letztendlich auf einen Umstand traf, den sie ohnehin hatte erfragen wollen. "Hattest du in deinem Leben nie eine Partnerin? Bist du immer allein gereist?", fragte sie recht offen aus rein egoistischem Interesse. Er hatte nichts davon erzählt und irgendwann waren sie von den traurigen Familiengeschichten auch wieder zu belangloseren Unterhaltungspunkten übergegangen. Außerdem interessierte sie noch immer, warum er auf die Information über ihre Söhne so zurückhaltend reagiert hatte. Das war ihr zuletzt mal bei einem jungen Mann passiert, der zu arg mit ihr geflirtet hatte und den sie bewusst hatte abschrecken wollen.
Früh Kinder zu kriegen war ihr später immer mal wieder in Stein im Weg gewesen, dennoch wollte sie es ja keineswegs missen. Für die beiden stolperte sie gern ein ums andere Mal.

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BeitragThema: Re: Gasthaus - schleichender Tod   Mo Mai 22, 2017 1:33 pm

Ehrlicherweise musste Hei gerade daran denken, dass ein warmes Bad eine wärmendere Wirkung haben würde, aber der Sake sollte es im Moment auch tun und würde nicht sofort eine Grenze überschreiten. Einwände hätte der Weißhaarige jedenfalls nicht gehabt, wobei das der Dame doch eine Spur zu schnell gehen würde. Oder? Dem Schankwirt nickte Hei jedenfalls dankend zu als dieser das versprochene Getränk servierte. „Du hast wohl Recht. Es ist wirklich noch verhältnismäßig früh für den Besuch in einem Gasthaus“, der Freie schmunzelte leicht. Shiori konnte nicht wissen, dass Hei keinen Unterschied in der Uhrzeit machte und für ihn eigentlich jeder Zeitpunkt für einen Besuch in einer Kneipe, Bar oder Gasthaus passend war. Aber er wollte einen guten Eindruck hinterlassen, behielt seinen Kommentar für sich und stimmte ihr dahingehend zu. Er nahm einen Schluck vom gelieferten Bier, das einen milden, weniger bitteren Geschmack hatte, als das von gestern.  Es fühlte sich wie eine kleine Belohnung an, die er sich nach den gestrigen Strapazen verdient hatte.
Die Frage nach Heis vergangenen Beziehungen überraschte den Weißhaarigen irgendwie, ließ ihn gleichzeitig aufhorchen, aber nicht aus Ablehnung, nein. Der Mann war beeindruckt. Shiori war direkt und ehrlich. Sie brachte die Dinge auf den Punkt, was Hei zu schätzen wusste. Eine charakterliche Eigenschaft, die heutzutage nicht überall zu finden war.  Er verzog den Mund und dachte einen Moment nach. Er wollte der Blauhaarigen jetzt nicht mit seinen flüchtigen Liebschaften imponieren oder sich als beziehungsunfähig präsentieren. „Es ist so..“ Seine Worte klangen ernst, aber ehrlich. Er grübelte noch einen Augenblick. „Was schön anfängt, mündet bald ins Langweilige und Gewöhnliche. In einen einengenden, eintönigen Rhythmus, den man das Leben nennt. Mir fehlte bisher das Gefühl, dass ich eine besondere Partnerin gefunden habe, wo ich denke, ja, die ist es. Sie bereichert mein Leben mit ihrer Anwesenheit, mit ihrem Charakter, sie macht mich vollkommen und belebt mich. Meine bisherigen Bekanntschaften überstanden nie eine längere Zeit. Meist ohne Verpflichtungen auf längere oder kürzere Lebensabschnitte verteilt.“ Er rang sich ein Lächeln ab. Hei konnte nur hoffen, dass seine erklärenden Worte verständlich waren. Er gab sich jedenfalls große Mühe, nicht wie ein Trottel zu klingen. Der Freie, der den Eindruck machte, als sei er tief in Gedanken versunken, untersuchte den Becher mit Bier, der direkt vor ihm stand. Seine Finger fuhren über dessen Rand. „Du musst verstehen, dass ich mich nicht in Beziehungen anderer einmische und diese kaputt machen will. So bin ich nicht. So viel Verstand habe ich noch,“ entgegnete er ruhig, als würde er mit sich selber sprechen. Hei erblickte das makellose Antlitz der blauhaarigen Frau. Sein Auge blieb gefühlt einen Moment zu lange auf ihr, wodurch er sich leicht schämte. Er schwieg. Vielleicht zu lange. Er fand keine Worte. Er tat, als schaue er zur Decke. Er schaute auf sie. „Diese andauernde, hochdramatische Stille ist zu banal, mir jedenfalls. Mir kommt das alles ziemlich komisch vor und ich möchte mich ungern irgendwo hineindrücken.“ Er senkte den Blick und nahm noch einen Schluck von seinem Bier. Seine Gedanken waren bei seinen Eltern, deren Beziehung auch früh zerbrochen war und bei seiner Kindheit, wie er als Kind darunter litt.  „Du denkst wahrscheinlich, wie du am Schnellsten aus der Nummer rauskommst, oder?“, Hei lächelte und seufzte kurz darauf. Er wusste selber nicht, warum er so anspruchsvoll war. Vielleicht konnte er sich nur schwer binden, weil seine Vergangenheit es nicht erlaubte? Vielleicht konnte er sich nicht binden, weil er es nie vorgelebt bekommen hatte? Der Weißhaarige wusste es nicht.
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BeitragThema: Re: Gasthaus - schleichender Tod   Mo Mai 29, 2017 11:46 am

Shiori ergriff recht zielstrebig den Sake, als er abgestellt worden war und kurzes Schweigen herrschte, um sich etwas in das Trinkschälchen einzuschenken. Sie zögert bei dem Zweiten, da ihr Gegenüber ohnehin gerade etwas anderes trank. Trotzdem füllte sie es letztendlich und schob es ihm aus Höflichkeit über den kleinen Tisch. Ihr eigenes Schälchen hielt sie leicht nach oben, während er von seinem Bier einen Schluck nahm und nippte an dem Getränk. Die Wärme, die sich ihren Hals herunter auf den Weg machte, war nur all zu willkommen. Vor allem, da sie jetzt die Zeit dazu hatte, sie zu genießen, während der Weißhaarige auf ihre recht direkte Frage antwortete. Er hätte sich herauswinden können, aber er antwortete angenehm ernst und ehrlich, was sie in gewissem Maße beeindruckte. Sie kannte genügend Männer, bei denen sie solch ein Gespräch in keinem Leben hätte forcieren können. Stattdessen wäre sie abgeprallt.
Ihr Bruder war ein recht gutes Beispiel dafür, der redete über soetwas nur, wenn er wollte.
Ihre goldenen Augen musterten den Anderen also hin und wieder, an manchen Stellen auch eher seine Körpersprache, als nur den Mund, den er verzog, während er grübelte. Oder das Lächeln, das weniger leicht erschien, als zuvor. Seine Erklärung klang recht plausibel. Er hatte also nie eine Frau getroffen, die er an seiner Seite hatte behalten wollen, was durchaus nachvollziehbar war. Sie selbst hatte nie den Mann gefunden, den sie dort lange haben wollte. Abgesehen von jugendlicher Liebe und Blauäugigkeit war ihr Liebesleben danach wenn dann eher von Gelegenheiten geprägt gewesen, als dass dort irgendwo große Ernsthaftigkeit und Sicherheit gezeigt worden war. Aber damit war sie bisher immer klar gekommen.
Sicher fehlte der Partner irgendwo, aber sie hatte auch andere Familie.
Die Iryônin hing dem Gedanken nach, dass das Ganze durchaus schwieriger auszuhalten wäre, hätte sie nicht genügend andere menschliche Unterstützung und Nähe erfahren. Womöglich hätte sie dann weitaus mehr Gelegenheiten genutzt, als sie es getan hatte. Die Lippen schürzend blickte sie auf ihren Sake und verkniff sich das Grinsen über den Gedanken, während ihre Ohren weiter seinen Worten lauschten, die von einem relativ langen Schweigen unterbrochen wurden. Die Blauhaarige wusste nicht ganz, ob sie etwas sagen sollte, da sie zunächst von den Aussagen eher verwirrt war. Hatte er Angst, dass sie etwas Falsches von ihm dachte? Ihr Blick glitt wieder zu ihm, während sie spürte, dass er sie recht lange ansah.
Bei seinen Worten zog sie die Augenbrauen leicht zusammen und die Stirn dadurch in Falten, die ihre Verwirrung und ihre leichte Ratlosigkeit wohl offener zeigten, als sie das jemals sonst tat. "Was...", sie stockte in der Frage, die ihr in den Sinn kommen wollte, weil es ihr tatsächlich schwer fiel, das ganze rasch zu durchdenken. Ihr Kopf neigte sich recht automatisch fragend zur Seite. "Was kommt dir komisch vor? Und... aus welcher Nummer sollte ich herauskommen?", fragte die Aranami recht unwillkürlich, weil es Fragen waren, die sie sich zunächst unformuliert schwer beantworten konnte. Sie dachte kurz abermals an die Gespräche des Tages und daran, weshalb sie die Frage überhaupt gestellt hatte. "Warte... Ich...", ein kurzes Kopfschütteln gab ihr Zeit, sich zu sammeln und leise zu seufzen. "Ich bin freiwillig und sehr gern hier", stellte sie zuerst mit einem sanften Lächeln klar. "Und als ich sagte, dass zu Hause nur meine Söhne und mein Bruder warten könnten, waren das wirklich alle, die auf mich warten würden."
Ihr Stirnrunzeln glättete sich langsam und wich einem sanften Gesichtsausdruck, als sie in seinen Worten letztendlich Unsicherheit vermutete, die sie zuvor schlichtweg nicht erwartet hatte. Er hatte schließlich vorher selten welche gezeigt. "Vielleicht hätte ich erwähnen sollen, dass auch der Vater meines leiblichen Sohnes lange verstorben ist?" Ihre Worte waren beinahe leise und klangen eher fragend, während ihr eigener Gesichtsausdruck ebenso etwas wie Unsicherheit vermittelte. Hatte sie letztendlich nur falsch interpretiert, was Hei gesagt hatte? Tief durchatmend leerte sie ihr Sakeschälchen und füllte es nach, während der Wirt nach einigen Augenblicken die Suppe in Schüsseln vor ihnen abstellte und wieder ging. "Verzeih, wenn ich dich missverstanden habe", hängte die Blauhaarige letztendlich an und widmete ihren Blick dem Essen vor ihr.

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BeitragThema: Re: Gasthaus - schleichender Tod   Di Mai 30, 2017 1:08 pm

Tsuda Hei, der Weißhaarige freie Shinobi, räusperte sich, langte zu seinem Krug, der noch gefüllt mit Bier war, presste die Lippen an den Becherrand und ließ den Inhalt mit einem großen Schluck verschwinden. Eine schlagartige Erleichterung machte sich in Hei breit. Er lehnte sich wieder bequem in seinen Stuhl zurück, lächelte breit, sichtlich erfreut endlich Gewissheit zu haben. Gleichzeitig musterte er Shiori, die über seine eigene Inkompetenz verwundert sein müsste. Es war ihm leicht peinlich die Kunochi nicht gleich verstanden zu haben. Aber er wollte sich erklären, jedenfalls versuchte er es. „Du hast mich schon richtig verstanden, Shiori. Aber ich muss mich entschuldigen für mein beschränktes Denken. Selbstverständlich würden wir hier nicht sitzen, wenn du in festen Händen gewesen wärst.“ Er nickte ihr zustimmend entgegen. Der Wirt brachte die versprochene Suppe, die einen hervorragenden appetitanregenden Duft verbreitete. Ein Moment des Schweigens trat wieder ein, in der Hei Shioris Worte sondierte. Sie kannte das Gefühl jemanden zu verlieren, aber konnte sie auch verstehen, wenn man sich selber verliert?
„Weißt du, damals hatte ich Überzeugung, Eifer und… Glauben. Den Glauben, dass ich gebraucht würde und von Nutzen wäre. Denn die Welt, Shiori, ist außerhalb einer behüteten Heimat umringt von Ungeheuern und Bestien. Ich wollte immer diejenigen beschützen, die bedroht wurden. Damals als ich meine Vergangenheit hinter mir gelassen habe, träumte ich von der Begegnung mit einem erfahrenen Krieger, egal ob Shinobi oder Samurai, ich konnte es nicht erwarten, ihm Auge in Auge gegenüberzustehen. Meine Pflicht zu erfüllen, wie man es mir die Jahre über eingetrichtert hat. Eines Tages war es soweit.“ Sein Auge fixierte einen Punkt auf dem Tisch. Seine Hände lagen mit den Handflächen auf dem Tisch, der Oberkörper nahm eine leicht angespannte Haltung ein.
„Mein erstes Ungeheuer, Shiori, war kahlköpfig, hässlich und hatte schiefe, krumme Zähne. Ich traf ihn mit seinen Kumpanen auf einer einfachen Landstraße irgendwo im Tetsu no Kuni. Räuber, Banditen, Deserteuere, irgendein Pack, haben einen Bauernwagen angehalten und ein junges Mädchen aus dem Wagen gezerrt, dreizehn  Jahre alt oder jünger. Die Männer hielten den Vater des Mädchens fest und der Kahlköpfige riss ihr den Rock vom Leib und sagte ihr, jetzt sei für sie die Zeit gekommen, zu erfahren, was ein richtiger Mann sei. Ich bin zu ihm gelaufen und sagte dem Kahlkopf, dass auch für ihn die Zeit dafür gekommen war. Ich hielt das damals für wahnsinnig witzig. Er ließ das Mädchen los und stürzte sich mit einem Schwert bewaffnet auf mich. Er war langsam, aber hart im Nehmen. Ich schlug ihn zwei Mal, erst dann kippte er um. Seine Kumpane waren so beeindruckt, was meine Fäuste aus ihm gemacht haben, dass sie die Beine in die Hand nahmen und zügig das Weite suchten“.   Sein Blick blieb auf einem kleinen Lorblatt hängen, dass wie ein Schiffchen auf der Suppe getragen wurde.
„Meine erste edle Tat. Weißt du, Shiori, mein Großvater hat mir eingehämmert, dass ich mich nicht in solche Angelegenheiten einmischen, sondern darum einen Bogen machen soll, nicht den umherziehenden Helden spielen und den Ordnungshütern nicht zu Hilfe eilen. Ich bin kein Shinobi geworden, um mich auszuzeichnen, sondern um für Geld die mir aufgetragenen Arbeiten zu erledigen. Aber ich mischte mich wie der beste Dummkopf ein, noch ehe ich Fünfzig Meilen von meinem Großvater entfernt war. Weißt du, warum ich das tat? Ich wollte, dass das Mädchen mit Tränen der Dankbarkeit mir, ihrem Retter, die Hand küsste und ihr Vater mir auf den Knien dankte. Stattdessen war der Vater zusammen mit den anderen Banditen weggelaufen. Und das Mädchen, das den größten Teil des Bluts des Kahlkopfs abbekommen hatte, übergab sich und bekam einen hysterischen Anfall, und als ich mich ihr näherte, war sie starr vor Angst. Seitdem erwarte ich keine Dankbarkeit mehr für meine Dienste.  Seitdem habe ich angefangen zu Wohnsitzen, Siedlungen und Städten der Länder zu reisen. Habe haltgemacht. Gewartet. Wenn ich beschimpft, angespuckt oder mit Steinen und Obst beworfen wurde, bin ich weggegangen. Wenn jemand kam und mir einen Auftrag anbot, führte ich ihn aus. Ich habe viele Fehler gemacht, aber mich an meine Prinzipien gehalten. Manchmal verstecke ich mich hinter der Regel. Die Leute mögen das. Wer Regeln hat und sie befolgt, wird geachtet und ernst genommen. Keine Regel ist festgeschrieben. Niemand hat jemals Regeln für freie Shinobi aufgeschrieben. Meine habe ich mir selbst ausgedacht. Und mich immer dran gehalten – Fast immer. Manchmal hatte ich Zweifel, auch wenn dafür kein Raum blieb. Dass ich mir selber gesagt habe: Was geht mich das an, das ist nicht meine Sache. Aber ich habe auf meine innere Stimme gehört, auf den Instinkt, wenn schon nicht auf das, was die Erfahrung und Abgeklärtheit mitbringt. Deshalb sitze ich jetzt hier. Und ich fühle mich mehr als wohl damit. Wir hätten uns wohl möglich nie kennengelernt, hätte ich nicht auf meine innere Stimme gehört,“ er setzte sein sympathischstes Lächeln auf und hob die Augenbrauen leicht.
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BeitragThema: Re: Gasthaus - schleichender Tod   Mi Mai 31, 2017 11:55 am

Shiori sah von ihrer Suppe auf, als Hei bestätigte, dass sie ihn richtig verstanden habe. Eine sanfte Erleichterung machte sich in ihr breit und die Unsicherheit von zuvor wurde davon fortgetragen. Es gab ihr die Ruhe und Sicherheit, um ihn zu mustern, während er gewissermaßen eine Geschichte seines Lebens erzählte und sie sich lediglich darum bemühte, schweigend zu lauschen. Ihr Gesichtsausdruck verriet wenig von dem, was sie über die Geschehnisse in dieser Geschichte dachte, denn letztendlich versuchte sie vor allem, sich das Ganze zu merken und einzuschätzen, wie es ihn beeinflusst hatte. Ihre Hände verschränkten sich in ihrem Schoß, sodass ihre Körperhaltung durchaus offener wirkte, als zuvor. Das Lächeln, das ihr Gegenüber am Ende zeigte, ließ ihre Mundwinkel zucken und letztendlich ebenfalls zu einem Lächeln verziehen. "Es wäre tatsächlich überaus schade, hättest du nicht auf deine innere Stimme gehört", gab sie ehrlich zu.
Die Hand der Blauhaarigen griff nach dem Löffel, der neben der Suppenschüssel lag und tauchte ihn in die köstlich duftende Mahlzeit. Ihr Blick fixierte sich kurze Zeit auf die davon ausgelösten Wellen, während sie darüber nachdachte, was sie eben erfahren hatte. Die freie Hand lag flach auf dem Tisch, so wie es Heis Hände eben auch taten. Die goldenen Iriden zuckten letztendlich wieder in das lächelnde Gesicht des Anderen. "Ich schätze, in einem Dorf wie diesem findet man wirklich weit weniger Monster. Ich war einige Male eine Weile von hier fort, aber hatte immer die Sicherheit, zurückkehren zu können und eine Heimat zu haben. Schwer vorzustellen, wie es sich ohne diesen Ort hier angefühlt hätte", erklärte sie bei dem Gedanken an ihre Trainingsreisen, die sie an viele Orte geführt hatten, aber immer wieder zurück nach Kirigakure.
Ihre größten Monster waren wohl trotzdem stets hier gewesen.
"Wie gefiele dir der Gedanke, wieder eine Heimat zu haben?", fragte die Iryônin, dem Impuls folgend, der ihr in Gedanken gekommen war. "Womöglich würdest du die Freiheit und deine eigenen Regeln vermissen, wenn dir nun ein Anderer seine Regeln vorschreiben würde, nicht?" Es war nur ein Gedanke und deshalb sprach sie es auch als Frage aus. Nicht jeder war so anpassungsfähig, sich nach Jahren, in denen er sein eigener Herr gewesen war, wieder jemand anderem unter zu ordnen. Ihr Kopf neigte sich bei dem Gedanken leicht zur Seite. Sie fragte sich, wie es war, relativ ziellos umher zu reisen und immer nur darauf zu warten, ob der Ort einen anekelte und man lieber weiterziehen wollte. Der Weißhaarige schien nach seiner Geschichte nicht der Glücklichste mit diesen Umständen zu sein.
Aber vielleicht täuschte sie sich da in ihm.
"Ich mag die Sicherheit, die mir das Dorf bietet, aber ich habe auch selten in meinem Leben nur an meine eigene Verantwortung mir selbst gegenüber gedacht. Eine enge Bindung zur Familie macht das wohl nur schwer möglich. Die Vorstellung, an nichts gebunden und niemandem verpflichtet zu sein, klingt ebenso, als hätte sie ihre angenehmen Seiten." Ihr Blick wanderte zu der Suppe, die noch immer vor ihr dampfte und den Löffel erwärmte, den sie hineingetaucht hatte. "Vielleicht bin ich einfach ein Mensch, der die Verpflichtung und Treue schätzt", bermekte sie noch und grinste schief. Treue und Loyalität waren genau wie Respekt Dinge, die ihr schon immer wichtig gewesen waren, aber sie spielte wohl weniger auf ein Dorf an, als dass sie ihre Worte durchaus zweideutig klingen ließ. Sie war sowohl ein Familienmensch, als auch jemand, der seinem Partner wenn dann treu ergeben war.
Weit weniger der Typ für flüchtige Bekanntschaften der intimeren Art.
"Ich bin mir sicher, du hast viele gute Geschichten zu erzählen, wenn du so lange auf Reisen mit deiner inneren Stimme warst", erklärte Shiori, während sie sich daran machte, den ersten Löffel der Suppe zu essen und leicht das Gesicht zu verziehen, als die Wärme durch ihren Körper huschte. "Ich würde gerne mehr davon hören."

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BeitragThema: Re: Gasthaus - schleichender Tod   Di Jun 06, 2017 1:05 pm

„Kann ich mir sehr gut vorstellen,“ seufzte der Weißhaarige. „Wenn du schon so fragst, ja. Ich bin mittlerweile in einem Alter, in dem man sich schon ein Heim wünschen würde. Die ständigen Reisen haben auch ihre Spuren hinterlassen. Auf einige Eindrücke hätte ich genauso gut verzichten können. Bauern, die sich gegenseitig umbringen wollen. Feudalherren, die den Konkurrenten abmurksen. In den Wäldern lauern Banditen und Räuber, die den Kaufleuten die Kehle durchschneiden für ein paar Münzen. In den Anwesen wird mit Stiletten gemeuchelt und bei den Gelagen fällt hier und da jemand unter den Tisch, blau angelaufen vom Gift. Ich habe mich zwar dran gewöhnt, aber gerne würde ich all das hinter mir lassen,“ sprach Hei ungerührt. Er dachte an die vielen nächtlichen Stunden, in denen er wach blieb und über eben jene Vorstellung nachdachte, ohne auf eine zufriedenstellende Antwort zu kommen. „Ich denke, ich könnte mich nicht entscheiden Wurzeln zu schlagen. Es müsste eher jemanden geben für den ich mich entscheide, der mir die Entscheidung abnimmt und dann ist es auch zweitrangig, ob ich meine Freiheit aufgeben müsste. Denn eigentlich teile ich sie nur mit einer für mich besonderen Person, wenn ich das in einen Zusammenhang bringen darf,“ er lächelte. Die damit verbundene Monogamie stellte für Hei eigentlich kein Problem dar. Obwohl er ein Frauentyp war und beim anderen Geschlecht immer gut ankam, verhielt er sich entsprechend in einer Beziehung auch anders. Jedenfalls gehörten flüchtige Flirts und kurzfristige Liebeleien dann der Vergangenheit an. Das Shiori an Werte wie Treue, Respekt und Loyalität schätzte blieb dem Weißhaarigen nicht verborgen. Im Gegenteil. Er bewunderte diese Einstellung, waren doch eben jene Werte in der heutigen Zeit eher rar gesät und standen auch bei Hei oben an. Er lächelte und ließ die Zähne blitzen. Zu erzählen gab es so viel. Wirklich.
„Ich..“ begann der freie Shinobi. „.. bin wirklich dankbar für dieses Gespräch Shiori. Es gibt Leute die sagen, dass Schweigen gold ist, ich gehöre zu Teilen auch dazu, jedenfalls hat es seinen Preis und manchmal, wenn ich alleine bin, würde ich gerne mit jemanden reden, so, wie wir es gerade tun. Dann würde ich gerne Gold gegen ein Gespräch tauschen. Ich schätze und achte die Werte, an die du glaubst. Ja, auch wenn du mich nicht so einschätzen würdest. Erinnerst du dich an die innere Stimme, von der ich gerade erzählt habe? Es gibt Augenblicke, in denen ich an Vorherbestimmung glaube, dass alles was wir tun uns auf eine Gerade bringt. Sie lässt uns wie ein Wirbel kreisen und folgt uns auf dem Fuße. Vielleicht habe ich es dieser Stimme zu verdanken, jetzt hier zu sein.“  Leicht verlegen richtete er seinen Blick auf die vor ihm wartende Suppe während er seinen Hinterkopf tätschelte. Ungeduldig und etwas überhastet führte er den ersten Löffel Suppe ein, wobei sich der Weißhaarige verbrannte, das Gesicht verzog, aber den Schmerz aus dem Mund heraus pustete und deutlich mit sich kämpfte, sich nichts anmerken zu lassen. "Ich würde gerne eine Geschichte über dich hören".
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BeitragThema: Re: Gasthaus - schleichender Tod   Do Jun 08, 2017 11:10 pm

Die goldenen Iriden der Blauhaarigen musterten Hei eine ganze Zeit, während sie mit dem Löffel in der heißen Suppe rührte und spürte, wie das Metall auch am anderen Ende - in ihrer Hand - langsam warm wurde. Sie blies einige Male sanft über die Suppe auf ihrem Löffel, bevor sie davon kostete. Was Verbrennungen im Mund anging, war sie nur all zu geprägt und vorsichtig. Ohnehin lag ihre Aufmerksamkeit eher auf dem Gesagten, als darauf, was sie tat. "Nun hier wird keiner tot umfallen, einfach so, zumindest darüber brauchst du dir vorerst keine Gedanken zu machen", erwiderte sie schief lächelnd und aß weiter von ihrer Suppe. Es musste etwas Rastloses haben, häufig von solchen Gefahren umgeben zu sein. Nicht, dass sie dieses Gefühl als Kunoichi nicht kannte. Aber ein ruhiger Hafen war ihre Heimat eben trotzdem.
Einer, den sie kaum missen wollte.
Und eine, die Hei scheinbar auch irgendwann haben wollte, nachvollziehbarer Weise am besten in Verbindung mit einer ihm wichtigen Person. Ihr Blick glitt zunächst auf ihr Essen und die Sakeschale, bevor sie letztere abermals leerte und nachschenkte. Sie trank nicht all zu häufig, aber heute erschien doch ein netter Anlass, nach einer durchaus halbwegs erfolgreichen Mission und einer tollen neuen Bekanntschaft. Und die hatte auch noch derarte angenehme Worte auf den Lippen, dass Shioris Eigene sich zu einem ehrlichen Lächeln verzogen, vielleicht sogar etwas verlegen. "Zu einem angenehmen Gespräch gehören immer zwei, Hei", ewiderte sie auf die Dankbarkeit, auch wenn sie den Dank mit einer sanften Neigung des Kopfes angenommen hatte. Sie konnte nachvollziehen, wie es war, niemanden zu haben, mit dem man über bestimmte Begebenheiten sprechen wollte. Auch wenn man wusste, man konnte sich im Ernstfall auf jemanden verlassen, war er womöglich kein Ansprechpartner für jedwedes Problem.
Sie würde mit Samegawa wohl eher weniger über Männer reden.
Ihre Augen suchten den Kontakt zu seinen und ihr Lächeln bekam etwas Verschmitztes. "Nun wenn deine innere Stimme dich zu mir geführt hat, solltest du wohl auch etwas zu Hören bekommen", stellte sie mit einem leicht belustigten Ton in der Stimme fest. Sie war kein gläubiger Mensch, noch leugnete sie, dass es etwas geben mochte, dass mehr Macht und Wissen besaß, als sie alle. Vielleicht sogar etwas Übernatürlicheres, als sie selbst es waren, wenn sie Wind, Wasser und Feuer ihrem Willen unterwarfen. Trotzdem fand sie den Gedanken amüsant, dass es vorherbestimmt sein könne, auf wen man in seinem Leben traf. Ihre Aufmerksamkeit wurde kurz abgelenkt, von einer Truppe von Männern, die das Lokal betraten und zielstrebig auf einen Tisch zugingen. Womöglich ein Stammtisch?
Rasch widmete die Jônin ihre Aufmerksamkeit aber wieder ihrem Gegenüber. "Hmmm, eine Geschichte?", fragte sie eher rethorisch, um sich zu versichern. Sie nahm einen Löffel der Suppe, schluckte und hielt den Löffel dann leicht in Heis Richtung. "Eine Geschichte. Dann genießen wir den Abend und sehen was deine innere Stimme noch anzettelt", erklärte sie zwinkernd. "Wenn ich dir am ersten Abend alles erzähle, läufst du morgen schon wieder weg..." Und das wäre mehr als schade. Den letzten Satz hängte sie nur in Gedanken an, aber vermutlich machte der Gesichtsausdruck recht deutlich, dass sie so dachte. Außerdem hatte sie es ja bereits einmal gesagt. Sie war nur nicht gewillt, das Ego des Weißhaarigen sofort all zu sehr zu füttern.
"Sagen wir, auch in einem Dorf kann es Monster geben", begann die Blauhaarige, während teils weitere Gäste das Lokal betraten und der Raum weniger exklusiv wurde. Dafür würde aber auch nicht jeder jedes Wort mithören können. "Ich wurde nur wenige Minuten vor meinem Bruder geboren und wir verloren meine Mutter bereits stunden danach. Keiner von uns kann sich real an sie erinnern. Nur Geschichten und Bilder hielten die Erinnerung am Leben." Der Gedanke daran war für sie weder besonders schmerzhaft, noch war es ihr egal. Es war eben ein Teil ihrer Vergangenheit. "Uns blieb also nur ein Vater, der dank mangelnder Einsicht und Verbitterung seinen Kindern die Schuld am Tod seiner geliebten Frau gab. Er war kein guter Vater, streng, unbarmherzig, wenig aufmerksam. Wir hatten wunderbare Großeltern und nette Aufpasserinnen. Aber Zeit mit ihm gab es erst ab der Akademie und nur, wenn es ums Training ging." Und dieses Training war alles andere als angenehm gewesen. Dass Shiori kein Talent für den Schwertkampf gezeigt hatte, war nur durch Samegawas Talent kompensiert und akzeptiert worden.
"Jedenfalls... war ich wohl auch damals, als ich langsam älter wurde und einen eigenen Kopf bekam, nicht immer ganz folgsam und stellte meinen Vater mit meinen Vorlieben bezüglich dem, was ich lernen wollte, kaum zufrieden. Dass mein Bruder ein solches Talent im Schwertkampf war, half nur wenig." Ihre Stimme hatte dabei beinahe etwas Bitteres, während sie ihre Augen eher auf ihre Umgebung heftete, als auf Hei. "Nun, er war damals der Träger von Samehada. Mein Vater. Jedenfalls bis zu einem Abend, an dem er mal wieder dem Alkohol all zu sehr zugesprochen hatte und seine Wut an mir auslassen wollte. Es war wohl eine einfache Methode, Dampf abzulassen und weil ich ihn nicht verletzen wollte, wehrte ich mich nur im Notfall und mit geringstmöglichem Schaden."
Die Frau zuckte leicht mit den Schultern. Heute erschien ihr das töricht, aber damals war es eben irgendwo ihr Vater gewesen, den sie nie so recht gehabt hatte. Eine gewiss Verpflichtung hatte sie ihm gegenüber dennoch ewig gefühlt. "Zu seinem Unglück war ich zu dem Zeitpunkt bereits schwanger und nicht mehr nur für mein eigenes körperliches Wohl zuständig. Außerdem war Samegawa anwesend. Aus seinem streitenden Gerangel mit mir wurde ein handfester Kampf und als er das verfluchte geschuppte Ding gegen mich schwang, nannte er es zum letzten Mal sein Eigen." Ihre Lippen verzogen sich zu einem Lächeln, das wenig Fröhliches zeigte, sondern eher etwas Verzerrtes. Sie war nicht verbittert über den Tod ihres Erzeugers, allerdings war es doch mehr oder minder eine Erfahrung gewesen, die sie gern nicht gemacht hätte. "Nun, seit dem Abend ist Samehada im Besitz meines Bruders und trotz der Narbe an meiner Seite erblickte Tatsumi einige Monate später gesund das Licht der Welt."
Nach einigen Augenblicken, in denen sie Hei musterte und etwas von ihrer Suppe gegessen hatte, grinste Shiori etwas verschmitzt. "Also? War das eine zufriedenstellende Geschichte?" Sie sprach selten darüber, wie ihr Vater den Tod gefunden hatte, aber sie hatte auch nie darüber gelogen. Aufgrund der Notwehrsituation waren die Zwillinge auch niemals dafür bestraft worden, war die Natur des alten Aranami doch ohnehin bekannt gewesen. Es hatte eben jeder seine eigenen Monster zu verscheuchen.

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BeitragThema: Re: Gasthaus - schleichender Tod   So Jun 11, 2017 11:38 pm

Das rote Knattern der Feuerstelle verströmte Wärme. Nur Wärme. Die schwarzen Silhouetten saßen regungslos da. In den blitzenden Augen des Weißhaarigen stand Sorge. Unruhe. Neugier. Heis Hände lagen da, ohne Bewegung. Kein Zucken. Gerne wäre der Freie aufgestanden, hätte das Gesicht verzogen, geflucht, die Suppe gegen die Wand geschleudert, die in einem Sturm aus Keramikscherben zerbrochen wäre, seiner kochenden Wut hätte er freien Lauf gelassen. Er tat nichts.  Er rührte sich nicht. Seine Gedanken kreisten  in seinem Kopf. In einer Vorstellung heraus stellte er sich vor, wie er mit seinem Vater umgegangen wäre. Da er schon früh deutlich kräftiger als sein Vater war, was man auch auf sein körperlich hartes Training zurückzuführen konnte, hätte er diesem eine ordentliche Tracht Prügel beschert. Sein Erzeuger war, wie Shiori auch bei ihrem Vater erfahren durfte, nicht für seine gutherzigen Umgang bekannt. Hei war sichtlich betrübt von den vergangenen Lebensereignissen der Aranami zu hören. Das saphirblaue Auge des Weißhaarigen ruhte sanft auf der Frau und machte keinerlei hektische Bewegung. Er beobachtete die Regungen der Mundwinkel, die kleine Stupsnase, die vollen Lippen. In Gedanken streckte er die Hand aus, nahm ihre. Die Berührung löste ein kleines Kribbeln aus. Er wollte ihr Rückhalt geben. Standfestigkeit. Aber Hei tat nichts. Es blieb bei einer zögerlichen Handbewegung, die nichtssagend war. Mit dem Gefühl tiefen Bedauerns wandte Hei den Blick auf seine Suppe. Shioris Augen wirkten so auf den Weißhaarigen, auch wenn sie ihren Kummer hinter einer Fassade verstecken versuchte. Jedenfalls glaubte er es. Hei verzog das Gesicht zur Parodie eines Lächelns. „Das ist eine ergreifende Geschichte“, antwortete Hei. „Und nein,  zufriedenstellend war höchstens der letzte Teil“. Seine Stimme war kühl. „Die Leute“- der freie Shinobi wandte sich wieder Shiori zu. „denken sich gern Ungeheuer und Ungeheuerlichkeiten aus. Sie selbst kommen sich dann weniger ungeheuerlich vor, wenn sie sich voll laufen lassen, betrügen, stehlen, die eigene Frau mit einem Knüppel prügeln, die Großmutter hungern lassen. Sie stellen sich vor, dass es da draußen noch schlimmeres gibt. Davon wird ihnen etwas leichter ums Herz. Und es lebt sich für sie einfacher. Nein, ich bin nicht zufriedengestellt. Aber ich danke dir für deine Ehrlichkeit und, dass du diese Geschichte mit mir geteilt hast.“ Hei nickte ihr aufmunternd zu.  Das kleine Schälchen Sake, das noch vor ihm stand und Shiori für ihn dort platziert hatte, lächelte den Weißhaarigen regelrecht an. Warum nicht? Dachte sich Hei und vernichtete den Inhalt Reisschnaps gekonnt ohne die Miene zu verziehen, während der Alkohol seinen Weg von alleine fand.

Er blickte aus einem Reflex heraus auf einen der  naheliegenden Tische an den mittlerweile eine Gruppe aus sechs Männern Platz genommen hatte. Ein Mann mit Rattengesicht und schwarzen durchdringenden Augen hob den mit Bier gefüllten Krug zu einem Trinkspruch, woraufhin es ihm seine Kollegen gleich taten. Hei hatte ihre Ankunft kaum bemerkt, war er doch mit seiner eigenen Geschichte beschäftigt gewesen.  Einer von ihnen war durch eine Narbe verunstaltet, die über die linke Braue, den Nasenrücken und die rechte Wange lief und Haare hatte er keine. Zwei weitere besaßen auffällig regungslose Gesichter aber helles, schulterlanges Haar. Offensichtlich Zwillinge. Die Männer bemerkten die auftretende Neugier des Weißhaarigen sofort. „Was ist?“, blaffte der, der Hei zuerst sah. Es war der Kahlkopf. Vom Tisch erhoben sich zwei übereinstimmende Gestalten. „Was ist das denn für einer?“ sagte einer der Zwillinge fragend. „Ein Fremder. Ein alter Greis. Ich kenn‘ ihn nicht“, kicherte ein feingliedriger, dunkelhaariger Mann, der noch am Tisch saß. Seine feinen Gesichtszüge ließen ihn fast weiblich erscheinen. „Er ist heute hier angekommen. Ein Freier. Dass der in so eine Schenke unter anständige Leute gehen darf. “ Der leicht weiblich angehauchte Mann stocherte mit einer Gabel in seinem Zahnfleisch herum. „Ich habe ihn schon irgendwo gesehen“, sagte ein untersetzter, bleicher Kerl mit zum Zopf geflochtenem Haar und mustere Hei böse aus zusammengekniffenen Augen.  „Hey du, Weißkopf! Du hast meinen Bruder gerade schrecklich beleidigt. Willst du ihn nicht herausfordern? Heute Abend ist es so langweilig.“  Normalerweise hätte sich Hei die ganze Sache nicht gefallen lassen, aber in Shioris Anwesenheit wollte er keine Probleme bereiten. Hatte sie sich doch noch für ihn bereitwillig verbürgt. „Nein“, sagte Hei ruhig.  „Und wenn ich dir die Fischsuppe hier übern Kopf schütte, forderst du mich dann heraus?“ dröhnte einer von ihnen, der sich gerade sein Stoffhemd auszog. „Armdrücken. Jetzt und hier!“ Der Schankwirt beobachtete die Szene skeptisch. „Ruhe jetzt“, sagte Vernarbte. „Er hat nein gesagt, dann also nicht. Vorläufig. Also, lasst ihn in Ruhe. Aber Das hübsche Püppchen bei ihm darf gerne rüberkommen und sehen, was richtige Männer zu bieten haben. Der Greis kann seine Sachen packen und abziehen.“ Er rückte etwas vom Tisch weg und gestikulierte auf seinen Schoß. „Gleich und gleich gesellt sich gern“, lächelte der weibliche. Hei wurde etwas bleicher und presste die Lippen zusammen. Der mit der Narbe, dem das nicht entging, begann hämisch zu lachen. „Feigling“ knurrte ein weiterer.   Hei wandte sich sehr langsam um und blickte in die strahlend goldenen Augen der Frau, deren Haar die Farbe des Meerwassers hatte.
"Es ist deine Entscheidung, Shiori. Was sagt deine Innere Stimme?"
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BeitragThema: Re: Gasthaus - schleichender Tod   Mo Jun 12, 2017 5:21 pm

Shiori lächelte müde. Sicher war das keine wunderschöne Geschichte, aber seine war es rein inhaltlich auch nicht gewesen, nicht war? Es hätte sich seltsam angefühlt, eine Geschichte zu erzählen, die weniger wichtig für sie gewesen wäre oder einen versöhnlicheren Verlauf gehabt hätte. Vielleicht hatte sie aber auch einfach das Verlangen gespürt, ihm das zu offenbaren und zu sehen, wie er dazu stand. Manch eine Person mochte sie deshalb verurteilen oder bemitleiden. Er schien tatsächlich mitfühlen, aber er behandelte sie deshalb nicht, als sei sie gebrochen oder kaputt. Die Aranami seufzte. Hei schien durch und durch ein angenehmer Mensch, der sicher seine schiefen Seiten haben mochte, aber bisher war ihr keine aufgefallen, die sie nicht dulden könnte. Ihre Aufmerksamkeit wandte sich nur langsam zu den blaffenden, bellenden Hunden von Männern, die unweit von ihnen saßen und meinten, sich mit ihm anlegen zu müssen.
Sie musterte die Gestalten und hörte die Worte, die sie nurnoch hässlicher wirken ließen. Ihr Blick wanderte immer wieder flüchtig zu Hei, den die Worte ganz offensichtlich nicht kalt ließen, der sich aber scheinbar zusammenriss. War das wegen ihr, oder hatte er Angst? Er war nicht wirklich der Typ für Angst und vermutlich wollte er letztendlich einfach keinen Ärger machen. Ihr Kopf schnippte leicht herum, als einer der Männer sie als Püppchen bezeichnete und seinen Schoß als neuen Sitzplatz für sie anbot. Leicht angewidert rümpfte sie die Nase und sah mit ihren goldenen Augen wieder zu ihrem Gegenüber. Sie machte wenig hehl daraus, dass ihr das Angebot nicht gefiel, auch wenn die Kerle das nicht zu begreifen schienen. Ob der Wirt seine Stammkunden für sie vergraulen würde? Wohl eher weniger. Aber auf sich sitzen lassen, würde sie es nicht.
"Dass du dich nicht zurückhalten solltest, wenn du ihnen gern demonstrieren möchtest, dass Armdrücken mit einem Shinobi nicht so einfach ist, wie es sich anhört", erwiderte sie schief lächelnd. "Und dass ich dich auch gern von hier wegbringe, wenn sie dir all zu sehr auf die Nerven gehen." Sie wollte ihn nicht dazu drängen, diesem Tölpel nachzugeben, wennn er es garnicht wollte und bot ihm stattdessen auch einen Ausweg an. Ihr Blick fiel auf die Suppe vor ihr, die sie eigentlich gerade essen wollte und auf seine, die unangerührt vor ihm stand. Ein leises, bedauerndes Seufzend entrang sich ihrer Kehle, während sie sie wieder in das strahlend blaue Auge von Hei blickte. "Ich werde mich jedenfalls nicht auf diesen Schoß dort setzen", erklärte sie und neigte den Kopf leicht belustigt. Sie war kein kleines Mädchen mehr, das sich von soetwas ködern ließ.
Der richtige Mann saß ihr gegenüber und nicht am Tisch neben ihnen und pöbelte. Die Frage danach, woher diese Leute ihr Selbstvertrauen nahmen, stellte sie aufgrund mangelnder Antwort schon garnicht mehr. Ob diese Sprüche jemals funktionierten? Oder wollten sie wirklich nur Ärger provozieren? Sie schürzte die Lippen. Ihr Bruder wäre wohl weniger beherrscht gewesen, als Hei gerade, was sie unwillkürlich in Gedanken lachen ließ. Er war nicht bekannt dafür, eine Herausforderung auszuschlagen. Vermutlich wäre es spaßig mit anzusehen, wie er es bei Hei versuchte. Nach einigen Augenblicken blinzelte sie und sah den Weißhaarigen wieder an, obwohl sie ihn eigentlich die ganze Zeit etwas in Gedanken gemustert hatte. "Du bist jedenfalls kein Greis", erklärte sie zwinkernd und konnte sich ein grinsen nicht verkneifen. Die Worte mit Humor zu nehmen, war wohl ihre Art, sich nicht provozieren zu lassen. "Du bist fit für dein Alter."
Mit ihrem Ton und Gesichtsausdruck war das womöglich eine belustigte Provokation in die andere Richtung. Immerhin war sie genauso alt und wollte ihn lediglich leicht aufziehen.

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BeitragThema: Re: Gasthaus - schleichender Tod   Di Jun 13, 2017 10:49 pm

„Mehr Toleranz gegenüber den Alten, wenn ich bitten darf“ sagte Hei ruhig und mit einem Unterton Sarkasmus in der Stimme, wobei er sich kräftig und ruckartig erhob, sodass sein Stuhl ein unangenehmes Knacken von sich gab. Der, der sich gerade noch entkleidet hatte, warf sein Hemd vor Hei auf den Boden. Der Herausforderer reckte die Brust, rückte seinen Gürtel zurecht, spuckte einen klobigen Schleim aus und trat einen Schritt vor. „Falls du es nicht gemerkt hast“, entgegnete der Vernarbte. „Mein Freund, den wir auch liebevoll die Klaue nennen, hat dich gerade herausgefordert. Es wird Zeit dem auswärtigen Gesindel seinen Platz zu zeigen. Macht Platz da“. Die aufdringlichen Männer machten sofort wie ihnen befohlen wurde. Sie scharrten sich um einen Runden Tisch an dem noch zwei Holzstühle standen. Die Klaue kam näher, pustete, posierte und zeigte seine Muskeln. „Was ist? Hast du die Sprache verloren?“, hinterfragte der Weibliche Heis Schweigen spöttisch. Der Weißhaarige nickte Shiori zu. „Ich kümmere eben um diese Luftpumpen, Shiori. Vielleicht nimmst du dann auf meinem Schoß Platz“, zwinkerte er ihr kurz zu und wandte sich dann, ohne weiteren Kommentar, ab. Ehrlicherweise musste man sagen, dass Hei unter anderen Umständen wohl einfach gegangen wäre. Aber jetzt fühlte er sich durch Shioris Anwesenheit, als seine Begleitung, mehr als provoziert. Vielleicht wollte er ihr zeigen, was er doch für ein toller Hecht war, vielleicht wollte er sie beschützen oder vielleicht den pöbelnden Männern auch nur eine Lektion erteilen. Ganz sicher war sich der Weißhaarige dabei auch nicht wirklich. Und genug Zeit, sich darüber im Klaren zu werden, war  nicht da.  
Über seine Schulter blickte Hei in die Richtung seiner Begleitung. Der Duft von Rosenwasser war immer noch in der Luft. Ein schöner Tag, dachte er. Ein wirklich schöner Tag, um – Er würgte sich selber in Gedanken ab. Wohingegen sein sich ausbreitendes Grinsen mehr als tausend Worte sagte. Der Freie seufzte und rümpfte daraufhin die Nase. Langsam ging er auf die Männer zu, die einen deutlich penetranten, unangenehmen Geruch von Moschus verbreiteten. Hei zuckte mit den Schultern ohne den Schritt zu verlangsamen. Einer der Zwillinge positionierte sich gewollt einschüchternd vor dem Weißhaarigen, welcher wiederum standhaft weiterging und den Zwilling zwang, zurückzuweichen, woraufhin dieser unansehnlich den Rückwärtsgang einschlug. Die Männer tauschten kurze Blicke miteinander aus als würden sie selber ihren Fehler gerade bemerkt haben. Die Klaue saß am runden Holztisch, den man von Shioris Platz hervorragend beobachten konnte. Sein Gesicht lief abwechselnd rot an und erbleichte dann wieder. „Was willst du Greis? Soll ich dir in die Fresse spucken?“ Hei kommentierte und reagierte keineswegs auf diese Provokation. Er stürzte sich auf den Stuhl und streckte seinen rechten Arm aus. Die Klaue tat es ihm gleich. Die Männer, die sich um den Tisch versammelt hatten, verstummten für einen Augenblick. Der Schankwirt schluckte. Der Mund der Klaue zuckte nervös. Heis stählernes Auge betrachtete das Gesicht seines Gegenübers, der sein Gesicht weiter verzog und tief ein und aus atmete. Die raue, schwielige Hand des Weißhaarigen fasste die, der Klaue, die sich leicht feucht anfühlte und bei anderen wohl das Gefühl von Ekel auslösen würde. Hei verzog keine Miene. „LOS!“, befahl der Vernarbte. Die Klaue spannte die Muskeln an, legte sein Gewicht unterstützend gegen Heis Arm, um einen besseren Halt zu erhalten und sich einen Vorteil zu beschaffen. Eine Ader am Hals der Klaue begann wild zu pochen, was seine Anstrengung widerspiegelte. Die Männer, verteilt um den Tisch, feuerten ihren Mann lautstark an. Hei fragte sich gerade in diesem Moment, warum man den Typen wohl den Beinamen Klaue gab? Der Weißhaarige konnte alleine auf keine Antwort kommen. Fragend drehte er seinen Kopf schief und beobachtete, wie sich sein Gegner abrackerte, aber Heis Arm keinen Millimeter bewegen konnte.  Der Shinobi kam sich etwas dämlich vor. Aber sein Balzverhalten hatte ihn wohl in diese Lage geführt, was ihn, das musste er sich auch eingestehen, nicht störte. Im Gegenteil. Hei musste nun irgendwie die Situation zu einem geregelten Abschluss bringen, was selbstredend mit seinen Sieg anfangen würde. Aber gleichzeitig machte sich der Weißhaarige mehr Gedanken darüber, was nach dem Armdrücken geschehen sollte. Die Männer jedenfalls würden ihre Niederlage wohl nicht bejubeln und anschließend freudig akzeptieren, weil sie so faire und gerechte Sportsmänner waren. Die Sache würde dreckig werden.  Und ekelig. Vielleicht gruselig.
Eine ruckartige Bewegung schleuderte die Hand der Klaue  schmerzhaft auf den Tisch. Schmerzerfüllt verzog er sein Gesicht zu einer unschönen Grimasse. Offenbar war der von Hei ausgeübte Druck und die wirkende Kraft so enorm gewesen, dass sich die Sehnen in der Rechten der Klaue deutlich überdehnten und sein Gelenk in extreme Mitleidenschaft zogen.  Im gleichen Moment spürte Hei etwas, dass mit viel Wucht auf seinen Kopf geschlagen wurde und die Beschaffenheit eines alten Stuhls hatte. Es wurde vor ihm Schwarz. Glitzernde Funkel vereinzelt vor ihm. „Schnappt euch das Püppchen!“, rief der Vernarbte.
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BeitragThema: Re: Gasthaus - schleichender Tod   Do Jun 15, 2017 6:06 pm

"Wenn ich hier auf irgendeinem Schoß sitze, dann wohl auf deinem, ja", gab Shiori innerlich zu, kommentierte das Folgende äußerlich aber lediglich mit einem strahlenden Lächeln. Sie wusste nicht, ob sie es gut oder schlecht finden sollte, dass Hei auf die Fremden einging. Auf einer recht niederen Ebene sprach es sie an, dass er sie gewissermaßen beschützen wollte... oder beeindrucken? Vielleicht tat er es auch nur für sein eigenes Ego. Irgendwo war da auch eine Genugtuung, weil sie wusste, dass die Männer hinterher nurnoch halb so laut lachen und ihr dumme Kommentare an den Kopf werfen würden. Zwar konnte sie das auch gut selbst erledigen, aber was war gegen etwas Hilfe und Unterstützung einzuwenden? Es war keine große, riesige Sache und sie würde ihm dafür nicht zwangsläufig etwas schulden. Außer vielleicht mal wieder ein Essen. Aber das war das kleinste Übel hier.
Die goldenen Iriden beobachteten von ihrem Sitzplatz am Tisch aus entspannt das Schauspiel, wie der Widersacher sich abrackerte und die Hand des Freien doch keinen Millimeter bewegte. Ihre Lippen verzogen sich dabei beinahe spöttisch, wenn sie vom Verhalten der Männer und ihren Erscheinungen sich so gänzlich abgestoßen wäre. Ihre Aufmerksamkeit lag einige Sekunden auf dem interessanten Muskelspiel des Herausforderers, bevor sie sich darauf verlegte, zu bewundern, mit welcher Ruhe der Tsuda das aushielt. Wie konnte er den Typen nicht einfach sofort besiegen? Ihr kam nicht schnell in den Sinn, dass er womöglich Konsequenzen fürchten könnte, denn sie war damit beschäftigt, ihn intetessiert von der Seite zu betrachten.
Dass ihre Aufmerksamkeit demnach auch etwas zu wünschen übrig ließ, mochte man verstehen.
Kaum lag die Hand des Typen auf dem Tisch hob einer der Zwillinge einen Stuhl hinter Hei in die Luft und ließ ihn auf den Kopf des Einäugigen zurasen. Zwar reagierte Shioris Körper noch instinktiv, sodass sie aufstand, doch sie konnte die Distanz nicht rechtzeitig überwinden oder den Anderen schnell genug warnen. Ihr war vor Schreck lediglich sein Name über die Lippen geglitten, bevor sie bereits wieder diesen Spitznamen hörte. "Püppchen...?", knurrte sie in einer Tonlage, die sie recht selten anschlagen mochte, aber ihr Gesichtsausdruck war auch selten so genervt, wie jetzt gerade. Die erste Hand, die nach ihr griffelte - die Hand des Vernarbten - befand sich sofort in der schraubstockartigen Umklammerung ihrer linken Hand. Ihre Augen starrten den lauten Mann mit deutlicher Verachtung an.
"Finger weg", zischte sie lediglich leise, bevor sie dem anderen Zwilling, der von der anderen Seite ankommen wollte, einen gezielten Tritt in die Magengrube verpasst. Der Mann taumelte zurück, bis er einen Tisch traf und sich halb daran abfangend auf dem Boden wiederfand. Die Hand des Mannes, die sie noch festhielt, drehte sie dem Kerl mit einer Drehung auf den Rücken und presste sie nach oben, bis er aufstöhnte und in die Knie ging. Der Zwilling, der den Stuhl gehalten hatte, starrte seine Kumpanen kurz perplex an, bevor er sich mit der Klaue einen Blick schenken wollte. Der umklammerte noch immer seine schmerzende Hand und schien wenig aufnahmefähig. Die Aranami erkannte recht schnell den Griff des Fremden nach Hei, sodass sie diesmal tatsächlich dazwischenfahren konnte.
Die Hand lenkte sie zur Seite ab, drehte sich gegen den Mann und jagte ihm den Ellbogen in den Solarplexus, um ihn mit etwas Glück gleich gänzlich auszuknocken. Wirklich davon überzeugen tat sie sich nicht, weil ihre Hand im nächsten Moment damit beschäftigt war, Heis Nacken und Schulter zu berühren. Sie wollte sehen, wieviel physischen Schaden der Stuhl angerichtet haben mochte. "Hei? Alles in Ordnung?", fragte sie recht sanft, während sie um ihn herumging, sich hockte, um von unten in seine Augen zu sehen, während sie das Gesicht in der Hand hatte, das ihr hoffentlich verraten würde, ob er noch bei Bewusstsein war.

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BeitragThema: Re: Gasthaus - schleichender Tod   Mo Jun 19, 2017 9:59 am

Er hatte einen faden Geschmack im Mund, sein Kopf drückte und schmerzte. Der Weißhaarige rieb sich das Auge. Hei sah unmittelbar über sich ein liebreizendes Gesicht, gold glänzende Augen und eine kleine Stupsnase. Die Worte der Frau hörten sich dumpf an, als würden sie gegen eine nicht sichtbare Kuppel prallen, die sich um Hei gelegt hatte. Seine raue und schwielige Hand fuhr empor und berührte die Wange der Blauhaarigen, die sich weich und angenehm anfühlte. Ihre Erscheinung wirkte wie ein weißer Fleck auf einem sonst schwarzen Gemälde. Ein wirklich schöner Tag, dachte er. „Miez, Miez, Kätzchen“, sagte er, während er einen leicht dümmlichen Blick aufsetzte und die Kunochi tätschelte. „War nur ein Scherz“. Hei nickte zustimmend und lächelte.
Leicht schwerfällig richtete er sich wieder auf. Seine Rechte fuhr durch das wilde weiße Haar, dass sich nun hier und da ausgebreitet hatte. Mit ruhigen Handgriffen zog er sein weißes Hemd wieder glatt, strich die Falten aus seiner schwarzen Hose. Seine Linke vergewisserte sich, ob sein linkes Auge noch bedeckt war. Ja, war es. Sein sehendes Auge musterte die pöbelnde Meute, die mittlerweile ohne sein eigenes Zutun ordentlich aufgemischt wurde. Innerlich musste Hei lachen, aber das wollte er jetzt nicht nach außen tragen und unnötig weiter Öl ins Feuer gießen.  „Wir wollen keinen Streit mit euch. Verschwindet jetzt, bitte.“ Der Freie war sichtlich bemüht ernst und entgegenkommend zu wirken um der Meute eine Alternative zu geben. Tatsächlich hatte er kein Bedürfnis danach die Schenke auseinanderzunehmen. Die Männer zögerten alle, keiner trat vor. Nur die Klaue. Er hielt sich immer noch den verletzten Arm. Er blieb stehen und holte Luft, rundete die Lippen zum Spucken und wollte seine Drohung von vorhin wohl in die Realität umsetzen. Hei machte einen Schritt nach vorne und schlug ihn aus einer flüchtigen Bewegung heraus, ohne wirklich auszuholen. Seine Faust traf direkt auf die gerundeten Lippen der Klaue, welche kurz drauf wie rote Kirschen aufplatzten. Die Klaue fiel rückwärts. Der Weißhaarige krümmte den Rücken und beugte sich nach vorne. Er schlug nochmal auf die gleiche Stelle, nachdem er kurz ausgeholt hatte, während sich die Klaue in der Schwebe befand. Hei fühlte, wie mit der Kraft seines Hiebs die Wut aus ihm wich. Die Klaue spuckte einen Schwall Blut und landete unsanft auf dem Boden. Einen Moment lang stand Hei da. Dann wandte er den Blick ab. Die anderen übrigen begannen zurückzuweichen. Langsam, dann immer schneller. Der Weibliche stolperte über einen Stuhl. Einer der Zwillinge, der dem Ausgang am nächsten war, verschwand sogleich. Die anderen erstarrten am Fleck, versuchten nicht, einzugreifen. Die Klaue drehte sich auf dem Boden, stütze sich auf die Ellenbogen, begann zu faseln, hustete, spuckte etwas Weißes zusammen mit viel Rot aus.
Hei kehrte ihm den Rücken zu, ohne Angst, dass die anderen würden sich rächen wollen würden. Im Gegenteil. Die übrigen Gesellen der Klaue erkundigten sich sofort nach ihren Kumpanen. Der Weißhaarige trat vor Shiori. "Tut mir leid. Das musste leider sein. Sagte mir meine innere Stimme. Sie sagt aber auch, dass wir jetzt besser von hier verschwinden sollten. Was meinst du? Lassen wir noch eine Flasche Sake mitgehen?" Der Freie hatte wirklich keine Lust länger hier zu bleiben, nein. Er fürchtete mögliche Konsequenzen und damit verbunden Probleme, die er Shiori bereiten würde. Und das wollte er vermeiden.
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Aranami Shiori
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BeitragThema: Re: Gasthaus - schleichender Tod   Sa Jun 24, 2017 5:57 pm

Shiori verzog das Gesicht besorgt und recht schnell etwas unschlüssig. Der Scherz war ihr noch nicht so ganz geheuer. Immerhin hatte er gerade einen Stuhl über den Kopf gezogen bekommen. Es schien allerdings, als wäre der Schlag nicht all zu stark gewesen. Zumindest hatte er keine akute Symptome. Nicht, dass sich dort nicht noch mehr entwickeln konnte in den nächsten Tagen. Aber vorerst legte sich ihre Sorge um den Weißhaarigen, der ihre Wange tätschelte und sich anschließend wieder aufrichtete. Etwas unsicher musterte sie ihn, direkt neben ihm stehend, wie er den Raufbolden sagte, sie sollten verschwinden. Als ob das jemals funktioniert hätte. Das Folgende konnten die goldenen Iriden lediglich mit ansehen, geschah es doch schneller, als sie hätte eingreifen und Hei abhalten können. Ihre Augen weiteten sich nur leicht, aber doch sichtbar.
Der Spuckwütige fand sich Blut spuckend auf dem Boden wieder.
Die Blauhaarige konnte den Blick nicht abwenden, während Hei erklärte, dass es sein musste und er hier weg wollte. Ihr Körper löste sich nur langsam aus der Starre. Der Blick der goldenen Augen fuhr recht ruckartig zu Hei nach oben und sie verzog leicht angewidert das Gesicht. "Warte draußen, ich kümmer mich um... dashier", wies sie ihn an und deutete mit einer Kopfbewegung auf den Ausgang. Obwohl sich alles in ihr dagegen wenden wollte, weil sie wusste, wie es zu Stande gekommen war, ging sie zu dem Blut spuckenden Kerl und würdigte seine zurückweichenden Freunde keines Blickes. Sie hatten alle lediglich kleine Blessuren abbekommen. Eigentlich hatte die Jônin auch gedacht, dass sich der Konflikt so beilegen lassen würde. Aber hier waren sie nun, zwei Shinobi die mitten in Kirigakure Zivilisten vermöbelt hatten.
Zumindest würde das so aussehen, wenn sie nicht half.
"Ich behandle sie nur grob, geht ins Krankenhaus und lasst Euch untersuchen. Am besten ohne noch mehr Leute zu provozieren, denen ihr nicht gewachsen seid", erklärte die Aranami, deutete dabei auf die kaputte Nase und kümmerte sich darum. Ihre Hand mit dem grünen Heilchakra lag leicht und sanft auf dem Gesicht des Mannes, nahm ihm den Schmerz und heilte die gröbsten Verletzungen, sodass er nicht auf dem Weg zum Krankenhaus umfallen würde. "Wenn Ihr das nächste Mal eine Jônin des Dorfes als Püppchen bezeichnet, geht davon aus, dass sie nicht so sanft reagiert, wie ich", warnte sie die Kerle nocheinmal, nachdem sie fertig war. Ihr Blick glitt nocheinmal über die Kumpanen, denen sie eintrichterte, den Typen sofort ins Krankenhaus zu bringen. Anschließend widmete sie sich noch kurz dem Wirt, der aber lediglich dankbar nickte.
Recht schnell trugen ihre Füße sie nach wenigen Minuten nach draußen, die blutige Hand an einem Tuch vom Wirt abwischend und es anschließend in den Müll neben der Tür befördernd. Ihre Augen suchten den freien Shinobi kurz, bis sie ihn entdeckte und an ihn herantrat. "Tut mir leid, dass es so endete", stellte sie fest. Unschlüssig musterte sie den Kerl und fragte sich, ob es etwas helfen würde, wenn sie darüber sprach, was passiert war. Vermutlich hätten andere ähnlich reagiert, aber war es deshalb okay? Leise seufzend stieß Shiori einen tiefen Atemzug aus und wandte den Blick in die mittlerweile dunklere Gegend. "Ich habe Sake und ein Bett für dich, insofern du damit leben kannst, dass du dort niemandem die Nase brechen darfst." Ein Zwinkern und ihre Stimmlage sollten deutlich machen, dass es eher ein Scherz war. Dennoch, wenn er in ihrer Wohnung jemandem die Nase brechen würde, dann wäre sie es.
Das wäre nicht sonderlich angenehm.
Mit schief gelegtem Kopf musterte sie Hei noch einige Sekunden, bevor sie in die Richtung deutete, in die sie gehen wollte und ihn weg von dem Gasthaus führte, aus dem der Verletzte an ihnen vorbeigezogen worden war. Hoffentlich würde die Bande auf sie hören.

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Zuletzt von Aranami Shiori am Mo Jun 26, 2017 7:52 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Gasthaus - schleichender Tod   Mo Jun 26, 2017 3:31 pm

Hei ging, ohne zurückzublicken. Er nahm seine Jacke von seinem Platz, mied den Blick der anderen, allen voran den der Kunochi. Mit einem lauten Knarren öffnete er die Tür zum Gasthaus und verschwand dahinter. Der  Shinobi stand regungslos da, die Hände in den Hosentaschen vergraben. Sein Auge betrachtete fast das Ende der voranschreitenden Dämmerung, die um diese Jahreszeit recht früh zu beobachten war. Langsam senkte sich sein Blick wieder. Aus deiner Jackentasche holte er passend eine Zigarette, die er sogleich zwischen die Zähne presste und anzündete. Der Rauch füllte seine Lungen recht zügig. Hei inhalierte den Ausschuss des Glimmstängels  ausgiebig, welcher seinem Körper behäbig entwich, durch Mund und Nase austretend. Er betrachtete seine Faust, die kurz zuvor noch der Klaue eine Schelle verpasst hatte und erkannte die Blutspuren, die von der Klaue stammten und nun an seiner Hand klebten. Seltsamerweise erkannte er gerade jetzt, was er getan hatte. Das Gerede über die Monster, die alle umgaben, versteckt im Menschen. Er war selber eines. Shioris angewiderter Blick sprach Bände. Hei hatte reflexartig reagiert ohne über sein Handeln nachzudenken. Er wollte den Männern sogar eine friedlichere Alternative anbieten, aber rechtfertigte sich dadurch sein Verhalten? Wahrscheinlich nicht. Größe hätte er beweisen können, indem er nichts getan hätte. Sie einfach ignorieren müssen. Einfach seinen eigenen Weg gehen.  Hei fühlte sich in diesem Moment miserabel. Die Schwerkraft schien ihn fester auf den Boden zu ziehen.  Er hätte den Augenblick mit der Kunochi genießen können, aber stattdessen stand er nun mit dem Rücken zur Wand. Hei wollte immer den Menschen da draußen helfen. Ein Held sein, auf den man hinaufschaut. Aber er war kein Held. War nie einer, niemals. Wenn das eigene Leben immer ein Schlachtfeld war, ist es schwer den Unterschied zwischen Gut und Böse zu erkennen. Jetzt, wo er darüber nachdachte fiel ihm auf, dass er ein gewöhnlicher Mörder war, der sich eigennützlich ein leitendes Motiv gab, um das zu tun, was er am besten konnte. Worin er sein Leben lang trainiert, geschult und ausgebildet wurde. Töten.
Hei schämte sich. Durch das Fenster hindurch sah er Shiori, die wahrscheinlich versuchte, seine Taten irgendwie ungeschehen zu machen. Sie würde den Hampelmann wieder zusammenflicken, da war sich der Weißhaarige sehr sicher. Aber trotzdem handelte der Freie unüberlegt und gegen die eigentliche Intention der Blauhaarigen, die sich für ihre Begleitung verbürgt hatte.  Jetzt konnte er gehen. Alles hinter sich lassen. Davonlaufen. Wie er es immer schon tat. Die Möglichkeit war da.  Er ging in die Gasse, ohne sich einmal umzuwenden. Er ging, ohne auf die Leute zu achten, die ihm rasch den Weg freigaben.  Er nahm nichts und niemanden wahr.  Er dachte an die Enttäuschung und den Kummer, den er über die Leute gebracht hatte.  Sein Schritt beschleunigte sich. Ein Schmerz an seinem Hinterkopf ließ den Weißhaarigen aus seinen Gedanken erwachen. Er stand immer noch vor der Gaststätte mit der Zigarette in der Hand. Tatsächlich hatte er gar nicht bemerkt, dass er durch den Stuhl, den der Zwilling ihm über den Kopf gezogen hatte, verletzt wurde. Mit seiner linken Hand tastete er seinen Kopf vorsichtig ab und spürte untern seinem weißen Haar eine dicke Beule, vielleicht sogar eine offene Wunde. Das ausgeschüttete Adrenalin in seinem Körper musste ihn wohl stellenweise betäubt haben. Jetzt, wo er sich einigermaßen beruhigte, spürte er den Druck am Hinterkopf.  Shiori trat aus der Gaststätte.
Sie bot ihm noch an mitzukommen, was Hei ihr  hoch anrechnete, er aber nicht wirklich verstehen konnte. Er wollte nicht unhöflich sein oder abweisend, aber er konnte sich nur schwer vorstellen, dass sich die Spannung zwischen den beiden in den nächsten Stunden lösen würde. Der Weißhaarige entschied sich aber gegen einen Rückzug.  Er nickte ihr zu und schwieg. Ihm war nicht nach reden. Dafür hatte er sich mehr als einmal heute blamiert. Hei wagte es nicht sie eindringlicher anzusehen, woraufhin seine Auge die Umgebung durchforstete. Sein Schritttempo passte er Shiori an, sodass er leicht seitlich versetzt hinter ihr ging und sich keine Gedanken über ihren durchbohrenden Blick machen musste.

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