Tamashii no Utsuri

Ein RPG in der Welt der Shinobi
 
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 Krankenhaus II

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BeitragThema: Krankenhaus II   So Feb 09, 2014 2:22 pm

Ein weiterer Teil des Krankenhauses von Konohagakure-no Sato, der einen Nebeneingang aufweist, sich sonst allerdings nicht sonderlich unterscheidet.
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BeitragThema: Re: Krankenhaus II   So Feb 09, 2014 2:23 pm

cf: Marktplatz von Konoha

Setsuna war es nicht wirklich gewöhnt, jemanden zu tragen und das lag mit Sicherheit nicht daran, dass Madoka zu schwer war. Eher hatte er einfach keine große körperliche Kraft, weshalb entsprechend auch einzelne Schweißperlen auf seiner Stirn standen, als er endlich im Krankenhaus ankam und hinter ihm die Blätter noch auf den Boden regneten, welche von seinem Shunshin stammten. Irgendwie fühlte er sich daran erinnert, wie er die damals betrunkene Grünhaarige nach Hause getragen hatte, nur glaubte er, dass sie damals ein wenig schwerer gewesen war. Vielleicht wäre es ja anders gekommen, hätte er sich nicht einfach normal verhalten, sondern ihre Probleme angesprochen. Probleme, welche sie doch offensichtlich miteinander gehabt hatten. Nun war es allerdings kontraproduktiv sich so etwas vorzustellen und so blickte er auf die Schwester, die ihnen bereits entgegen gerannt kam und offenbar schon einen Arzt anfunkte, damit dieser sich schnellstmöglich um die Patienten auf seinen Armen kümmern konnte. Setsuna bemerkte erst nicht, dass er Madoka fast ein wenig schützend an sich drückte und auch nicht den hohen Puls, den er auf Grund der Aufregung und des schnellen Sprints hatte. Erst als Worte an sein Ohr drangen, löste er seine körperliche Verkrampfung, damit sich die Ärzte um Madoka kümmern konnten. Ein wenig verloren fühlte er sich, als man sich ihrer annahm und er merkte, dass er nur dastehen und ihnen nachsehen konnte. Sein Gesicht war fahl und manch einer hätte wahrscheinlich geglaubt, dass er bald zusammenklappen könnte, doch war dem nicht so. Ein wenig erschöpft. Das war alles und so lehnte er sich mit dem Rücken an die Wand. Wollte sich nicht setzen, vielleicht kam er dann nicht mehr hoch. Er wusste gar nicht, ob sie noch bei Bewusstsein gewesen war, als er sie getragen hatte. Ob sie nicht schon die Augen geschlossen hatte. Setsuna war kein Iryônin, aber er wusste so gut wie jeder andere, dass Madoka alles andere als gut ausgesehen hatte. Und das lag vielleicht nicht nur an dem Blut, dass sie gespuckt hatte. Ein wenig frustriert, fuhr er sich mit der Hand über das Gesicht und strich sich dann die Haarsträhnen zurück und verzog das Gesicht angestrengt, schloss die Augen und richtete die Mimik gen Decke. Sah das Blut vor sich und wie er sich nahezu ahnend in Zeitlupe umgedreht hatte. Es war klar gewesen, dass so etwas passierte, oder? Am liebsten würde er gerade im Erdboden versinken, weil er nicht darauf beharrt hatte, sie sollte besser auf sich aufpassen. Lieber zu einem Arzt gehen. Ausnahmsweise hatte er nicht auf seinen Ansichten beharrt und das war nun wohl die Quittung. Man fragte, ob er etwas zu trinken haben wollte, doch er lehnte ab. Gerade bekam er weder ein Wort raus, noch irgendetwas herunter. Und als er seine Augen wieder öffnete, nachdem er gegenüber der Schwester den Kopf geschüttelt hatte, seinen Blick in die Richtung, aus der er gerade hereingeplatzt war.

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BeitragThema: Re: Krankenhaus II   So Feb 09, 2014 4:30 pm

Marktplatz

Die Opossums auf den Schultern, stapfte Daizen durch die Flure, schnurrstracks auf Setsuna zu, dessen derzeitiger Nutzen offenbar darin bestand, die Wand zu stützen. Der Kage rauschte so schwungvoll heran, dass man fast denken mochte, er würde sich vor dem Chuu-Nin aufbauen und ihn mit den Worten Die Wand steht auch von allein dazu bringen, Haltung anzunehmen. Stattdessen aber hielt er nur einige Momente lang inne und lehnte sich dann sogar selbst gegen die Wand. Ich nehme an, nun heißt es warten? fragte er nach einem Moment mit recht nüchterner Stimme. Gehe bitte und besorge mir einen Kaffee. Bring dir selbst auch etwas zu trinken mit. Letzteres ist definitiv ein Befehl.
Recht grimmig schaute er sich um, musterte das herumlaufende Krankenhauspersonal. Er fand es eine ganz praktikable Idee, Setsuna mit einer kleinen Aufgabe zu betreuen. Der Bursche war für gewöhnlich ja ein rationaler Typ; nun aber schaute er doch irgendwie... mitgenommener drein. Besser, ihn zu beschäftigen, bis Daizen seine rhetorischen Fähigkeiten gesammelt hatte.
Fraglich, was mit Madoka geschehen war... Vergiftung? Schwer vorstellbar. Doch auch nicht auszuschließen. Besser nicht paranoid werden.
Und ihr zwei sprach er gedehnt zu den beiden Opossums. Irgendwelche Beobachtungen, die ihr mir mitteilen möchtet? Etwas, das den Ärzten helfen könnte bezüglich eurer Vertragspartnerin?
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BeitragThema: Re: Krankenhaus II   So Feb 09, 2014 5:14 pm

cf: Marktplatz

Isamu verstand nicht so ganz, was hier los war, während Hiroshi in der Schwebe seines Unterbewusstseins Schmetterlinge über eine Wiese jagte. Mit einer unnachvollziehbaren Geschwindigkeit bewegten sich plötzlich die Herrschaften. Der Jüngere hatte Madoka hochgehoben, er und sein Bruder waren vom Großen gepackt und mitgenommen worden. Ohne sich jedoch groß auf ihn zu konzentrieren, sah Isamu die ganze Zeit nach vorne, während sie im Krankenhaus ankam, was mit der Grünhaarigen passierte. Sein Gesicht war besorgt und die Leichtigkeit von eben fand sich nur noch durch die Nudeln in seinem Bauch wieder. Er wippte ähnlich wie Madoka hin und her, weil sie beide getragen wurden. Nur ihr ging es ersichtlich schlechter. Während des Weges hierhin hatte sie das Gesicht immer zur Seite gehalten, geröchelt wie ein Weltmeister und weiter Blut verloren, während ihre Atmung beeinträchtigt wurde. Die Augenlider waren leicht nach unten gesackt, da ihr Blutaustausch in den Bronchien nicht richtig funktionierte. Der Sauerstoffgehalt nahm ab. So wurde ihr Geisteszustand nebulös, die Umgebung rauschte nur an ihr vorbei. Als Madoka dann im Krankenhaus endlich an Mediziner übergeben werden konnte, hatte ihre Atmung schon abgelassen. Sie war ruhiger und schwächer geworden, nach wie vor die Lippen rot vom Bluthusten. Man legte sie auf einen Notfalltisch, der anschließend weggerollt wurde. Dabei tauschten erste Iryônin schon Diagnosen über die Symptome aus. Es fielen Begriffe wie Lungenriss, Lungenembolie, Aspirieren, Tachykardie und Tachypnoe. Während die Türen sich in den Operationstrakt schlossen, liefen die Krankenschwestern herum wie getriebens Vieh. Isamu wurde derweil von Daizen angesprochen, wobei er mit zusammengezogenen Augenbrauen in dessen Gesicht blickte. Etwas, das helfen könnte? Woher sollte er das denn wissen? Und was ging das den Klops an? Erst verzog er verbissen das Gesicht, weil er nicht mit der Sprache herausrücken wollte, aber dann fiel sein Blick auf seinen Bruder. Er wurde weicher und ahnte, dass er hier wohl kaum nichts sagen könnte ohne davon zu kommen. Schließlich ging es ja auch um seine Partnerin. "S-Sie ... trinkt ab und an recht viel, aber darüber zerreißen die Leute sich eh immer das Maul. Manchmal übertreibt sie es und wird dann eine ganze Nacht bewusstlos. Nur in letzter Zeit- Sie hat nicht einmal mehr das getan. Selbst, was ihr schadet und was sie ... machte, um sich abzupferchen, hat sie liegen lassen. Außerdem ist sie dünner geworden und hatte an einigen Tagen hohes Fieber. Ich weiß aber sonst nichts."
Bei dem eingetroffenen Notfall wurden mittlerweile alle Gerätschaften aufgefahren, die sich finden ließen. Eine Atemmaske hatte nichts geholfen, so bekam Madoka Betäubungsmittel, und dämmerte ganz weg. Ein Arzt hielt mit einem Kollegen seine Hände mit glühendem Chakra auf die Haut der 18-Jährigen, während eine Schwester ihre Bluse zerschnitten und entfernt hatte. Die Resultate standen relativ schnell fest. Einige breitere Blutgefäße hatten sich verstopft und waren geplatzt. Das Blut ergoss sich in die Bronchien und erfüllte die Lungen, wobei es das Atmen zur Tortur machte. Die Ärzte begannen damit die Sunohara auf den Bauch zu drehen, um ihren Rücken für eine Not-OP vorzubereiten. Die Mundschützer und Kittel wurden angelegt, während jemand aus dem Team draußen jemanden schickte, der nach einem Verwandten schicken lassen sollte. Dass die OP zwei Stunden in Anschlag nahm, hatten die Operierenden schon geahnt.
Letztlich ging irgendwann die Eingangstür des Krankenhauses auf, ohne dass Ninja hinein stürmten. Ein stiller Schatten ergoss sich in das Foyer, dazu kleine Rauchschwaden, die nahe des Kopfes einer gebückten Gestalt aufstiegen. Ein älterer Mann, zerfurchtes, fahles Gesicht, schlampige Kleidung, die Hände in den Hosentaschen vergraben, eine von 10 Zigaretten am Tag im Mund. Diese betäubte Ruhe zog sofort Aufmerksamkeit auf sich. Der Mann ging auf eine Schwester zu, die in der Nähe von Daizen war und Berichte auf einem Klemmbrett sortierte. "Tschuldigung", erklang eine kratzige, vom Rauch verzerrte Stimme. Kurz folgte ein Husten, dann eine gleichgültige Frage. "Mir wurde wegen Madoka Sunohara Bescheid gegeben. Was gibt's denn wegen ihr?" Die Schwester machte große Augen und verzog das Gesicht. "Es tut mir leid, Rauchen ist hier nicht erlaubt. Machen Sie bitte die Zigarette aus." Die Augen verdrehend schmiss der Mann sein Lieblingszeug auf den Boden und trat es aus, mitten auf den Fließen. Danach seufzte er der Schwester respektlos den Rauch entgegen. "Sagen Sie mir nun endlich, was los ist?" Antipathie war klar zu spüren. Die Schwester sah gereizt aus. "Ihre Tochter ist vorhin eingeliefert wurden und ist operiert. Sie hat Blut gespuckt und die Ärzte mussten sie an der Lunge operieren. Wir wollten einen Erziehungsberechtigten benachrichtigen. Möchten Sie Madoka sehen oder lieber warten, bis die Ärzte sie auf ein Zimmer verlegt haben?" Ryuichi Sunohara zuckte mit den Schultern. "Ob ich hier bin oder 100 Meter weiter bei ihr, macht keinen Unterschied. Sagen 'se einfach nochmal Bescheid, ich warte solange." Anschließend drehte Ryuichi sich in seiner kläglichen Gestalt um, erhaschte dann aber einen Blick auf die hier Anwesenden. Der Kage war nicht zu übersehen, auch wenn es keine Persönlichkeit war, die ihn interessierte. Dazu gesellte sich ein Schwarzhaariger, den er einmal an der Wohnungstür vor einigen Jahren hatte abwimmeln müssen. Setsuna oder so, ein Freund von Madoka. Beinahe gelangweilt schlurfte Madokas Vater zu Daizen und sah zu dem Hühnen hinauf. Ohne jeglichen Anstand begann er ihn anzusprechen. "Warum sind Sie hier? Wegen meines Mädchens oder wollen Sie nur sehen, wie schnell sie den Bach runter geht?"
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BeitragThema: Re: Krankenhaus II   So Feb 09, 2014 7:43 pm

Immer noch fahl lehnte der Jôcho an der Wand, als „der Schrank“ - wie manche vielleicht Daizen nannten – seines Weges kam. Mit den Opossums. Man musste nur seinen und die Gesichtsausdrücke manches Neuankömmlings anschauen und wusste, dass etwas schlimmes vorgefallen war. Vielleicht nicht allzu schlimm, würde mancher sagen. Vielleicht würde alles wieder gut werden und Madoka würde in ein oder zwei Tagen wieder aus dem Krankenhaus herauslaufen. Grinsend. Aber Setsuna war Realist und so glaubte er nicht an diese glücklichen Fügungen. So etwas wie Wunder gab es nicht. Nur wünschte er sich, dass er gerade auch in anderen Bereichen diese Rationalität waren könnte, denn das ganze ging ihm näher, als dass er wollte. Er wollte nicht so bleich an der Wand lehnen und die – wenn auch gut gemeinten – Worte Daizens vernehmen. Er wollte irgendwo sitzen können, eine Zeitschrift lesen. Als ob er das schon für sich abgeschlossen hatte. Nur konnte er es nicht. Die Gewissheit, dass nicht alles in Ordnung war fraß sich durch sein Unterbewusstsein und das hemmte diese Rationalität, die er sonst aufbrachte. Gerade fühlte er sich alles andere als intelligent, klug, arrogant oder wie man ihn sonst noch beschrieb. Eher ein wenig hilflos und dennoch erlaubte er sich keine Hoffnung.
Ein mäßiges Nicken war seine Antwort auf Daizens „Befehl“. “Wenn letzteres ein Befehl ist, dann schließt es doch mit ein, dass erstgenanntes ebenfalls ein solcher ist.“ Eigentlich wäre es nun seine Art gewesen, das Gesicht in Anbetracht dieses – seiner Ansicht nach – inhaltlichen Fehlers zu verziehen, doch stattdessen kamen die Worte eher müde hervor und er stieß sich von der Wand ab. Machte sich auf dem Weg zu jenem Kaffeeautomaten, an welchem so viele traurige Seelen wohl im Laufe eines Tages oder einer Woche warteten, um auch nur irgendeine fröhliche Meldung zu vernehmen. Doch Setsuna interessierten sie nicht – dafür zwar die Frage an die Opossums, die er im Weggehen noch aufschnappte... aber auch diese kannte er die Antwort bereits. Wenn Daizen ihn bitten würde, könnte er ihm eigentlich vieles aufzählen und auch, wie er es nie gut geheißen hatte, dass sie so viel trank... Aber gehört hatte sie natürlich nicht auf ihn. Da sich eine kleine Schlange gebildet hatte, dauerte es eine kleine Zeit, bis er mit zwei Kaffees wieder zurück zu Daizen gehen konnte. Richtig, er wusste, dass der Hokage es gut meinte und sich genauso sorgte, wie er selbst und das rechnete er ihm auch an. Nur fühlte er sich gerade eher so, als ob er alleine sein müsste... oder das Gegenteil: Sich in wilde Diskussionen stürzen. Bei diesem Gedanken musste er nun allerdings den Kopf schütteln. Wie erbärmlich war das bitte? Wo war seine Beherrschung geblieben? Doch Setsuna ahnte bereits, dass letztere wirklich flöten gehen würde und es noch viel erbärmlicheres gab, als er bei Daizen ankam und ihm den Kaffee hinhielt. Denn genau in eben diesem Moment kam die Person heran, die er abgesehen von seiner Familie hier überhaupt nicht sehen wollte. Weil diese Person es wagte, sich Vater zu nennen, obwohl sie sich nicht so verhielt. Weil sie einfach erbärmlich war, es zuließ, dass die eigene Tochter sich zu Grunde richtete und daraus nicht einmal einen Hehl machte! Weil sie keinen Anstand kannte – wie man bei der Ansprache der Schwester und später Daizens klar bemerken konnte – und auch, weil ihr es einfach sowas von egal war, dass die ältere Tochter hier vielleicht gerade irgendwo um ihr Leben kämpfte. Setsuna mochte nicht wirklich der moralisch gefestigste sein, aber wenn es eines gab, was er neben Dummheit noch mehr verabscheute, so war es Ignoranz. Egal welcher Art und dieser lächerliche... erbärmliche... dreckige... Mann legte eine solche Gleichgültigkeit in seine Worte, dass der Jôcho fast den Kaffee hätte fallen lassen müssen, da der Plastikbecher nahezu zusammengedrückt wurde und die heiße Flüssigkeit auf seine Hände lief. Zwar tat sie das noch nicht, aber lange würde es mit Sicherheit nicht mehr dauern. “Ein einziges Mal.“ Vermutlich hatte Madokas Vater ihn nicht wirklich beachtet, aber wenn er das Wort nun an diesen richtete, konnte er das wohl schlecht fortsetzen. “Können Sie erbärmliche Vaterfigur auch nur ein einziges Mal so handeln, als ob Sie Ihren Verpflichtungen in irgendeiner Art auch nur ansatzweise nachkommen wollten?“ Fast schon giftig spie Setsuna diese Worte aus. Richtig, er konnte Ryuichi nicht leiden und die Begründung für sein Handeln war ihm ausnahmsweise egal. Nun gut, dann hatte er seine Frau verloren – na und? Klar, in manchen Ohren hätte der Gedankengang des eigentlichen Nara Missfallen erregt und sich eiskalt angehört, doch Setsuna fand, dass es die bescheidene Verpflichtung dieses Mannes war, sich um seine Älteste zu kümmern. Anstatt ihr wer weiß was vorzuwerfen und sie sich zu Grunde richten zu lassen. “Sie hätten es weitaus mehr verdient den Bach runter zu gehen, als Madoka.“ Nachdem er geendet hatte, funkelten die blauen Iriden den Mann immer noch an – das der Hokage gerade selbst neben ihm stand und sein ausnahmsweise vollkommen respektloses Verhalten mitbekam, war ihm redlich egal. Ebenfalls eine sonst nicht vorhandene Ausnahme. Eine Ausnahme, bei der es vielleicht nicht bleiben würde, wenn nun ein weiteres dummes Wort über die Lippen... irgendwo in Setsuna machte es >klick< und er hob seinen Kopf leicht an, sodass er den Mann arroganter anblickte denn je. Und kälter. “Sie widern mich an, Sunohara-San.“ Mit diesen Worten kehrte er ihm den Rücken zu, was vielleicht ein Fehler war, und lehnte sich abseits an die Wand. Trank seinen Kaffee. Versuchte sich nun wirklich zu beruhigen, denn er wusste, dass auch das hier Madoka nicht half. Er hoffte nur, dass Daizen ihm diese kleine Eskapade nicht allzu schlecht anrechnen würde.
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BeitragThema: Re: Krankenhaus II   Mo Feb 10, 2014 11:32 am

“Wenn letzteres ein Befehl ist, dann schließt es doch mit ein, dass erstgenanntes ebenfalls ein solcher ist.“
Geh hol´n. Daizen fügte noch eine nickende Kopfbewegung hinzu und entsendete seinen Untergebenen damit auf die Reise. Derweil antwortete das Opossum auf seiner Schulter und ließ ihn recht verdrossen das Gesicht verziehen. Ah. Wunderschön. Alkohol im Spiel. Alkohol im Übermaß. Wen will ich jetzt am liebsten gegen eine Wand klatschen? Madoka selbst für Verantwortungslosigkeit gegenüber ihrem eigenen Wohlergehen, ausgerechnet als Taijutsuka? Dass Madoka nicht über die gleiche Ehrenhaftigkeit, den gleichen Ehrgeiz verfügte wie Kato Daizen selbst, das war ihm natürlich bewusst gewesen. Doch dass sie so mit ihrer stärksten Waffe umsprang? Als würde ein Schwertkämpfer seine Klinge in der Scheide rosten lassen. Aber will ich sie deshalb vor eine Wand knallen? Ich sollte mich selbst dagegen werfen, weil ich es nicht gemerkt habe! Ich habe mit ihr trainiert, vielleicht nicht über Jahre, aber immerhin, und ich bemerke weder Fahne noch Krankheit.
Reicht mir, zu wissen sprach Daizen nun zu den beiden Kuchiyose-Wesen, wobei er weiterhin stur geradeaus schaute. Ich will nichts weiter über sie hören. Es seie denn, sie spricht selbst. Mit äußerlicher Ruhe nahm er Setsuna nun den Kaffee aus der Hand. Gut Zu mehr als knappem Dank kam auch nicht.
Denn es marschierte ein Zivilist auf. Einer von der ungemütlichen Sorte. Und es stellte sich auch noch heraus, dass er Madokas Vater war. Zur sakralen Wunderkerze, ich wollte nichts Weiteres mehr über ihre Lebensumstände hören! Der werte Hokage musterte mit schmalen Augen die Zigarettenrestchen auf den blanken Fließen. In der ganzen Familie scheint es kein Äquivalent zu "Der Körper ist mein Tempel" zu geben. Seine Augen wurden noch ein wenig schmaler, als sich der Erziehungsberechtigte Madokas zu ihm begab. Es hat was Schlechtes, wenn dein Gesicht an einer Steinwand klebt.
Die Worte des andern... nun, sie brachten den Hokage zwar zum Blinzeln, doch es zeichnete sich keinerlei Verägerung auf seinen Zügen ab. Stattdessen betrachtete er Ryuichi mit offenkundiger Neugierde. Das Denken der gemeinen Bevölkerung. Werde ich es je verstehen? Daizen hatte nämlich schon seit Jahrzehnten aufgegeben, mit Zivilisten über seine Arbeit zu sprechen. Es waren schlicht zwei Welten, zum einen die Shinobi, zum anderen der ganze Rest. Unvereinbar, und wenn sich diese Welten irgendwo verzahnten, musste unweigerlich etwas in die Brüche gehen.
Zu Daizens Missfallen war der gute Setsuna noch nicht wieder in Form, um die Sache aus rationalen Gefilden zu betrachten. Doch was sollt ichs ihm verübeln. Merken werde ichs mir kaum; in dieser Situation sein Verhalten zu bewerten, wäre angesichts seines Alters pure Drangsalierung. Er überließ seinem Untergebenen folglich das Reden, zählte allerdings im Kopf bereits mit.
“Können Sie erbärmliche Vaterfigur auch nur ein einziges Mal so handeln, als ob Sie Ihren Verpflichtungen in irgendeiner Art auch nur ansatzweise nachkommen wollten?"
Drei.
“Sie hätten es weitaus mehr verdient den Bach runter zu gehen, als Madoka.“
Zwei.
“Sie widern mich an, Sunohara-San.“
Eins. Warten. Noch ein Wort, und Setsuna würde vermutlich allein durch die Schallwelle eines aus tiefster Kehle entspringenden AUS-LASS-EN!-Befehls wirklich durch eine Wand fliegen. Ab einer gewissen Schmerzgrenze würde Daizen einschreiten, und wenn er sich am heutigen Tage zu freundlich und jugend-tolerant gegeben hatte, dann würde es eben wiedermal Zeit für eine Stopfen oder ich sprenge Sie weg!-Rede... Doch es blieb still.
Quietschen einer Tür. Einer schweren, alten, massiven Eichentür. Mit diesem gedanklichen Geräusch löste sich Daizen von der Wand und drehte sich seitwärs, sodass er nun zwischen Setsuna und Ryuichi stand.
Der Junge ist mein Untergebener. Haben Sie eine Beschwerde aufgrund seines Verhaltens, so wandert dies umgehend an mich. Desinteressiert musterte er kurz den anderen. Irgendwas zu sagen, was zu beantworten es wirklich wert ist?
Ließen die beiden Opossums auf seiner Schulter ihn eigentlich härter oder eher hippie-mäßig aussehen?
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BeitragThema: Re: Krankenhaus II   Mi Feb 12, 2014 9:23 pm

Dass ihn ein solches Theater erwartete, war Ryuichi mehr oder minder klar gewesen. Während dieser Bursche anfing zu meckern, strich er sich selbst nur mit einer Hand abwesend über das kurze, matte, blonde Haar, wobei sein Blick von Daizen zu Setsuna wanderte. Was er dann von sich gab, ließ den einzigen männlichen Sunohara die Augenbrauen heben. Nicht aus Verwunderung, als ob er noch nie diese Anschuldigung gehört hatte. Vielmehr aus Neugierde, dass gerade dieser Junge meinte, zu wissen, was eine Vaterfigur sei. Von dem, was Madoka ihrem Vater in Briefen geschrieben hatte, war dieser Bengel verklemmt, selbstbezogen, hatte nur Zahlen, statt richtiges Leben im Kopf und stammte selbst aus einem Haufen Versager ab, die nur durch DNA verbunden waren. Hierbei dachte er auch durchaus an die Persönlichkeiten, nicht an ihre Fähigkeiten. Letztlich würde es laut dem Bengel besser zu ihm passen, als zu seiner Tochter, so in sich zusammenzuklappen wie ein Kartenhaus. Darauf folgte ein gewohnter, desinteressierter, müder Blick. Das Streichen über das Kopfhaar hörte auf, Ryuichi schob eine Hand wieder in die Hosentasche. Bei einem Seufzen kam noch etwas Rauch aus seinen Nasenlöchern, der sich aber schnell verflüchtigte. Setsuna brauchte ihm so etwas nicht sagen. Er war stand seit Jahren am Nullpunkt seines Lebens angekommen, drehte sich im Kreis - drehte sich zusammen mit Madoka im Kreis. Wenngleich ihre Wege in diesem dann doch wieder durch eine Wand getrennt sein würden. Somit ließ diese Aussage den Vater kalt, wie so vieles. Ihm war klar, wie andere ihn wahrnahmen und dass er vor sich hin dünstete. Ein letzter Blick folgte dann seitens des Jungen, welcher sich darin sammelte zu äußern, er hätte alles andere als Zuneigung für ihn übrig. Herr Gott, brauchte er das von so einem Kind, das nichts verstand? Ryuichi verzog die Oberlippe, ließ die oberen Augenlider gelangweilt nach unten sacken und murmelte: "Wenn das deine einzigen Sorgen sind, herzlichen Glückwunsch. Dann hast du ja alles, was man im Leben braucht, nämlich nichts." Mittlerweile ertönte dann auch mal des Kages Stimme, eine gestandenere, die nicht so zischend klang, als hätte man eine Schlange am Halse gepackt. Der Sunohara sah auf, blickte desinteressiert drein und horchte. Beschwerden? Die kratzige Stimme hatte nicht wirklich für etwas Zeit. "Bringen Sie ihm bei, seine Hoffnungen zu begraben. Dieses jämmerliche Gejauchze kann ja keiner ertragen. Entweder steht man selbst im Leben oder man kniet davor. Er hat weder einen richtigen Vater noch eine Familie. Wenn er schon als Shinobi nichts taugt, soll er wenigstens knien, statt das Maul aufzureißen." Es folgte ein abfälliges Grunzen, während Ryuichi sich zur Seite drehte und einige Schritte vom Kage weg machte. "Ich sag's Ihnen einmal mündlich: Sollte Madoka das hier nun überstehen, dann werde ich ihren Dienst quittieren. Egal, was mit ihr wird, ob nun Zuhause oder unterm Boden. Solange ich noch die Verfügung über sie habe, werde ich nicht länger zusehen, wie sie für diese Dorf auf dem Zahnfleisch kriecht. Sie können in Ihren Unterlagen ihren Namen streichen." Kurz darauf zog Ryuichi sich wieder eine Zigarette aus der Hosentasche und zündete sie mit einer kleinen Katon-Flamme an der Fingerspitze an. Etwas, was er nie verlernt hat, obwohl er als Chuunin schon längst nicht mehr tätig war. Ein tiefer Zug, ein brummiges Husten, dann sah er müde und leblos über die Schulter. In ihm glomm alles andere als Leben. "Haben Sie als Kage irgendwelche Hoffnungen in sie gesetzt? Wenn ja, tun Sie am besten dasselbe wie das, was ich bei diesem Balg rate." Dann zog er wieder an der Zigarette, sah dabei auf die Uhr an der Wand und zählte die Minuten ab, die vergingen, während Madokas Lunge notoperiert wurde.
Isamu war derweil irgendwie glücklich, dass Hiroshi immer noch bewusstlos war. Solange Daizen die beiden auch trug, würde das wohl auch so bleiben. Was er aber hier mithörte, war alles andere als entspannt. Noch viel weniger als das, was Madoka sich beim Rufen ihres Kuchiyose versprochen hatte. Das Opposum krallte sich mit jeder Aussage Ryuichis stärker an den Kage, verengte die Augen und sah das süße Lächeln von Sunohara-sans Tochter vor sich. Er fragte sich gerade, trotz Rassenunterschied, wie dieser Mann sich nur so gegenüber seinem Nachwuchs verhalten konnte. Hatte Kotomi denn wirklich alles begraben, was diese Familie verbunden hatte? Man hörte ein kleines Zischen, das noch unterdrückten Gefühlen klang. Hiroshi war erstarrt, aber Isamu zitterte. Kämpfte tatsächlich mit sich, während dann noch die Augen glänzten. Er streckte sich vor und keifte drauf los. "Natürlich hat er Hoffnungen in sie! Das hat jeder, der sie gut kennt! Mado-chan ist stark, auch wenn sie nicht weiß, wo sie lang gehen soll, um glücklich zu werden! Wie könnten Sie nur keine Hoffnung mehr haben? Für die eigene Tochter!" Ryuichi senkte nach einem Moment des Zögerns das Gesicht, während die Zigarette in seinem Mund qualmte. War es denn so bedeutsam, dass er Madokas Vater war? Er hatte sie mit erzogen, sie gezeugt, benannt und sich Hoffnungen gemacht - aber verpflichtete das dazu, das ewig einzuhalten? Einer Illusion nachzujagen? Auf einmal wurde Madokas Vater lauter und erwiderte den Ausbruch Isamus. "Wenn du uns Hoffnung geben willst, dann mach ihre Mutter wieder lebendig!" Anschließend riss er sich die Zigarette aus dem Mund, schmiss sie auf den Boden und trat sie aus. Dann drehte er sich um, rempelte dabei unvorsichtig einen Pfleger an und verschwand in dem Flur, wo Madoka hin gebracht worden war. Seine Schritte waren eilig, verzweifelt und wütend. Nun doch. Bis zu dem Bereich, wo man fragen musste, ob man von einem Fenster aus zusehen durfte. Eine Schwester war natürlich hier, die wuselten umher wie Schaben im Überfluss. "Ich möchte Madoka Sunohara sehen." Jene nickte, öffnete die Tür, ließ den Vater hindurch und geleitete ihn in einen abgeschotteten Nebenraum mit einem kleinen Blickfenster. Als er die Lampen sah, die auf das Mädchen leuchteten, die unter grünen Tüchern aufgeschnitten lag, wurde dem alten Mann das Herz schwer. Plötzlich fragte er sich, wie er sich vor diesem Anblick hatte drücken können. Die Zeit schien ins Stocken zu geraten. Während die Ärzte den Schweiß weggetupft bekamen, lag Madoka auf dem Buch, wurde von der Rückseite an der Lunge operiert und ihr Gesicht war nicht einmal zu sehen. Nur ein Loch in dem grünen Stoff, in dem die Iryônin arbeiteten. "Madoka." Ryuichi legte eine Hand an das Glas. Werkzeuge wurden hin und her gereicht, Blut abgesaugt. Sein Kind. An der Grenze des Lebens, genau wie seine Frau vor so vielen Jahren, wie Manami alt war. Sollte das nun die zweite Seele seiner kleinen Familie sein, die ihn verließ? Manamis großes Idol? Eine heranwachsende Frau, die vom eigenen Vater den Alkoholkonsum abgedeckt bekam?
Die Minuten, die Ryuichi hier stand und starrte, wusste er nicht, was draußen im Foyer geschah. Ob Daizen und die Opposums oder Setsuna und er sich unterhielten. Ob irgendwer von seiner Abwesenheit Wind bekommen hatte. Die Zeit verstrich. Er sah einfach zu, wie die Mediziner an Madoka arbeiteten. Bis sie sie schließlich zunähten, zu Ende behandelten, Werte überprüften und sie umdrehten. Sie wurde umgelagert und auf schiebbares Beck gelegt. Eine Atemmaske, ein Tuch, um ihren Körper zu bedecken. Endlich konnte ihr Vater ihr Gesicht sehen, so fahl, so fein, so fragil. Madoka wurde hinaus geschoben, die Schwester begleitete Ryuichi auf den Gang, wo er träge auf seine Tochter zuging. Er beugte sich über sie und sah sie an. Ohne eine Geste oder Wort, sein Gesicht war betäubt. Anschließend sagte er als Erziehungsberechtigter dem Team: "Danke. Ich werde nach ihr sehen, sobald ich Zeit habe. Ich möchte zudem, dass sie keinen Besuch empfängt. Von niemandem außer mir oder ihrer Familie." Dass die Schwestern mitunter wohl weichere Herzen hatten und gute Freunde durchlassen würden, roch Ryuichi hier nicht, aber die Pflegerinnen nickten und schoben Madoka anschließend weiter auf ein Zimmer der Intensivstation. Danach folgte ein kurzes Gespräch mit zwei Ärzten aus der Operation, die dem Vater die Fakten darstellten. Dieser nickte nur, ging dann anschließend wieder zurück ins Foyer und atmete schwer. Er hing wie ein Schatten in der Tür, als er diese öffnete. Dann ging er ein paar Schritte, langsamer als alles, was man je gesehen hatte, ließ sich auf einen Stuhl fallen, der in einer Reihe mit anderen an der Wand angebracht war, und starrte ins Leere. Er vermutete etwas, was er um keinen Preis der Welt glauben wollte, und was einfach nicht wahr sein konnte.
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BeitragThema: Re: Krankenhaus II   Sa Feb 15, 2014 1:36 pm

Setsuna war nicht dumm. Er wusste, er hatte sich falsch verhalten, lehnte an der Wand und starrte vor sich auf den Boden. Irgendwie hätte er sich nun fast gewünscht, der Kage würde sich ihn zur Brust nehmen und anschreien, damit er selbst sich wieder hinter seiner eigentlichen Natur verkriechen konnte. Was hatte man ihm immer vorgeworfen? Rationalität. Kälte. Gerade fühlte er sich wirklich nicht so. Vielmehr wollte er eigentlich ins Freie sprinten und die Luft einsaugen, weil ihm einfach so heiß war. Er wusste nicht, ob er sich vielleicht etwas eingefangen hatte, doch ein Wort darüber kam jedenfalls nicht über seine Lippen. Stattdessen schloss er die Augen, ließ seine Sensoren schlagen, die er gerade verfluchte. Dass er Madokas Chakra kannte, ebenfalls – immerhin hatte sie ihn praktisch sein halbes Leben begleitet und noch mehr, wenn man diese Zeit zusammenrechnete. Irgendwie verspürte er die Furcht, dass diese Verbindung mit einem Mal abriss und dass er ein ums andere Mal heimlich in seinen gefalteten Händen ein Fingerzeichen machte, um einen Impuls auszusenden, machte es nicht besser. Natürlich war ihm begreiflich, dass er damit aufhören musste, aber fühlte er sich einfach gar nicht wohl. Aufgewühlt. Launisch. So gar nicht er. Vielleicht war es gut, dass man ihn nicht offensichtlich ansprach, denn er hatte sich noch nicht wieder gefangen. Eigentlich beschäftigte er sich gerade wirklich damit, dass er wieder ruhiger wurde und sich beherrschen konnte, sank somit auf die kleine Sitzgelegenheit neben sich herab, fuhr sich mit der Hand über die Stirn und strich seine Haarsträhnen, die ihm sonst in eben diese fielen, zurück. Seine Brille hatte er in der anderen Hand, die Augen waren geschlossen.
Eigentlich nahm er auch die Worte um sich herum gar nicht war, doch als Madokas Vater schließlich etwas aussprach, das man unter anderen Umständen als unverzeihlich einordnete, konnte man ihm fast schon dankbar sein. Denn Setsuna zuckte bei der Erwähnung, dass er keine Familie hatte und keinen richtigen Vater, merklich zusammen, riss die Augen auf und starrte bleich und wortlos auf den Boden – ehe er ganz langsam seinen Kopf wandte. Fast schon dankbar, denn mit dieser Erwähnung erhielt endlich wieder die Kälte Einkehr. Die trockenen Lippen bewegten sich erst, bekamen jedoch kein Wort heraus. Der Jôcho schloss wieder die Augen, schien sich zu sammeln und blickte letzten Endes hinunter auf seinen Schoß, holte ein Brillentuch hervor. In seinem Kopf hallten die Worte des Mannes wider. Es war fast gar nicht einfach die Erwähnung seiner Familie gewesen, vielmehr die Tatsache, dass er als Shinobi nichts taugen würde. Mit Sicherheit war er vom Gegenteil überzeugt und diese offenkundige Minderwertigkeit, die ihm entgegengebracht wurde, erinnerte ihn an seinen Bruder. Und an seine Mutter. Beide, die er als Shinobi übertreffen musste und gegenüber welchen er sich stets kalt verhielt. “Hoffnungen muss man sich leisten können. Sie müssen doch schon längst wissen, dass ich mir nie Hoffnungen mache, sondern mich auf meine Kalkulationen verlasse.“
Der Dunkelhaarige blickte den Mann nicht an, während er sprach, sondern putzte gemütlich seine Brille. Klang ruhig und kühl, schien sich wieder einigermaßen gefangen zu haben. Allmählich jedenfalls, doch Ryuichi wollte er diesen kleinen Spalt, den es da immer noch gab, nicht zeigen. Das Madoka jedoch selbst entscheiden konnte, was sie tat, wenn sie wieder hieraußen war, konnte sie sich seiner Ansicht nach eindeutig selbst überlegen. Diese Entscheidung musste so ein Möchtegern-Vater nicht für sie erübrigen.... wie erbärmlich war es eigentlich gerade von ihm selbst darüber nachzudenken, dass dieser Kerl noch mehr dem Bild eines Vaters nachkam, als es sein alter Herr damals – als ihm Setsuna diese Chancen noch eingeräumt hatte. Doch nun schüttelte er nur den Kopf über sich selbst und schien in ein Stillschweigen zu verfallen. Der eigentliche Nara war froh, als Madokas Vater sich von ihnen verabschiedet hatte. Währenddessen schien die Zeit zu fliegen. Isamus Ausbruch hatte er mitbekommen. Genauso wie vermeidliche Antworten. Nur sah er es nicht ein, sich damit zu beschäftigen. Vielmehr ärgerte er sich.
“Sie sind nicht eingeschritten.“, sprach er letzten Endes kühl und sah Daizen aus dem Augenwinkel heraus an. Selbst auf die kurze Entfernung, waren seine Augen ein wenig verengt, damit er den Kagen besser sehen konnte. Er spielte mit dem Gedanken seine Brille wieder aufzusetzen, aber er wollte etwas in der Hand haben. Darüber streichen. Irgendwie beruhigte es ihn, wenn er etwas zu tun hatte. “Sie hätten einschreiten sollen, dann hätten Sie sich möglicherweise etwas dieser Szene erspart. Dennoch muss ich mich für meine Verhaltensweise entschuldigen. Sie war unnötig und unprofessionell. Gerade zu krankhaft lächerlich in Anbetracht der Umstände.“ Sein Blick glitt Richtung Operationssäle, doch er schüttelte nur über sich selbst den Kopf, setzte letzten Endes wieder seine Brille auf. Ja, er war froh, dass Daizen nicht eingeschritten war, aber irgendwo hätte es dessen Pflicht doch eigentlich verlangt, oder? Ihn zu mäßigen. Gegenüber einem Mann, der gerade seine Tochter verlor und bald wieder in das Foyer treten würde. “Tun Sie mir aber bitte den Gefallen und verlieren kein Wort darüber, was er zu mir sagte. Damit möchte ich mich gerade ausnahmsweise nicht mehr befassen, Daizen-Sama.“
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BeitragThema: Re: Krankenhaus II   Mo Feb 17, 2014 4:05 pm

Nicht mehr zusehen, wie sie für das Dorf auf dem Zahnfleisch kriecht. Daizens Miene zeigte keine sonderlichen Reaktionen, weder Feuer noch Eis überschatteten seine Züge, derweil er beobachtete, wie Ryuichi just nach diesen Worten einen winzigen Funken von Shinobi-Fähigkeiten demonstrierte. Einen buchstäblichen Funken, nämlich Katon. In der Tat, besser Dienst quittieren als für das Dorf den Körper zugrunde richten ging es dem Hokage durch den Kopf, Man sieht ja deutlich, wie gut einem ehemaligen Shinobi das Leben als Zivilist bekommt.
Ob er Madoka wohl wirklich streichen sollte? Ein Gedanke, der für wenige Sekunden an seinen Klippen tanzte wie eine Möwe, die versuchte, sich an der Felswand einzunisten. Doch der Wind blies sie wieder hinfort, aufs weite Meer hinaus.
Wenn etwas passierte, dann so oder so. Madoka konnte sterben. Madoka konnte überleben. Madoka konnte Kunoichi bleiben. Madoka konnte austreten und sich ein ruhigeres Leben nehmen. Daizen war nicht der Typ dafür, sich vor Ryuichi aufzubauen und ihm leidenschaftlich seine Hoffnungen oder Vorstellungen ins Gesicht zu brüllen. Solches überließ er etwa den Opossums auf seinen breiten Schultern; er signalisierte weder Zustimmung für Isamu, noch war er sonderlich imprägniert durch die Erwiderung Ryuichis.
Ein Gespräch mit ihm war so ohne Sinn. Es gab keine gemeinsame Ebene, auf der sie sich die Hände hätten schütteln können. So fand sich Daizen direkt damit ab, nichts sagen zu können, was diesen Mann erreichen mochte. Ebenso fand er sich damit ab, nichts von Ryuichi hören zu können, das ihn selbst erreichte.
Stattdessen betrachtete er Setsuna von der Seite. “Hoffnungen muss man sich leisten können. Sie müssen doch schon längst wissen, dass ich mir nie Hoffnungen mache, sondern mich auf meine Kalkulationen verlasse.“
Hm. Ja, das dachte ich mir. So spricht eben jemand, der auch die Jo-Nin-Prüfung nicht als Teil eines Trainings betrachten, sondern nur als finalen Test ansehen kann.
Immerhin keimte wieder das alte Ich seines Untergebenen hervor, gefasst und ruhig. Ryuichi zog indes endlich ab.
Setsuna wandte schließlich Worte an ihn. Einschreiten? dachte Daizen und nahm einen Zug heißen Kaffees. Warum hätte ich mir diese Szene ersparen sollen? merkte er trocken an, Es ist schließlich nicht so, dass es mich sonderlich mitnimmt, wenn du dich unprofessionell vor Madokas Vater gibst. Es ist schlicht deine Entscheidung, und ich werde in der Hinsicht nicht hinter dir stehen und dir eine Kopfnuss geben. Er suchte sich einen Stuhl und setzte sich darauf. Das Hartplastik kniezte hörbar. Ah, Oppa wie alt murmelte Daizen und tat, als wäre das Geknirsche von seinen Knochen hergekommen. Krankhaft lächerlich? Unterlasse diese Hochstufung. Da gibt es Schlimmeres. Ich habe schon Shinobi gesehen, die schlugen Leute gegen Wände und pressten ihnen eine Klinge aus Raiton an die Kehle. Du hast dich mit Worten... unprofessionell verhalten, aber was solls. Schulterzucken. Mittleres Erdbeben für die Possums. Von mir aus, ich schweige. Aber darum wirst du wohl auch diese zwei hier bitten müssen, ne? Daizen zeigte auf die vertrauten Geister, seufzte und lehnte sich zurück, verschränkte die Arme vor der Brust.
Nun wars Zeit, zu warten. Nach einer Weile kehrte Ryuichi ins Foyer zurück, offenbar mit einem schweren Gewicht auf den Schultern. Daizen seufzte vernehmlich. Setsuna. Das hier ist eine Seite am Shinobi-Leben, die so verdammt schlecht zu kalkulieren ist, was? Es passiert aus dem Blauen. Einfach so. Schlimm, nicht wahr? Daizen klang nicht, als fände er dies besonders schlimm; zumndest traf es ihn schon lang nicht mehr in seinem Innersten. Es war, wies war. War dies auch seinem Untergebenen bewusst?
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BeitragThema: Re: Krankenhaus II   Mo Feb 17, 2014 5:25 pm

Ryuichi schob mit der Fingerkuppe seines Daumens immer wieder über den Nagel des anderen in einem nervösen Wechselspiel. Die anderen Finger waren ineinander verhakt, während der Blick leer auf den Boden vor sich gerichtet war. Er saß nach vorne gebeugt mit den Ellbogen auf den Knien auf dem Stuhl und hörte die Umgebung um sich nur gedämpft. Das Krankenhausleben wirkte wie das Rauschen eines bedeutungslosen Baches, während man irgendwo gedankenverloren spazierte. Die Hände am besten noch in Taschen vergraben, das Gesicht hinter einem hohem, wärmenden Kragen. Während die Schwestern, Pfleger und Ärzte sich ihrem Dienst widmeten, saß der Vater Madokas ohne irgendwelche Begleitpersonen dort und ließ die Minuten möglichst schnell verstreichen. Irgendwann legte er einen Fuß auf das rechte Knie, lehnte sich zurück und verschränkte die Arme, wobei er sich kurz den Nasenrücken rieb. Das Ticken der Wanduhr über seinem Kopf schien lauter zu sein, als so manche hektischen Schritte oder Mittagspausengespräche. Aber die Zeit schien sich dennoch zu dehnen wie sein Atem, der unregelmäßig ein und aus ging.
Irgendwann war es dann doch mal soweit, dass aus den Gängen der ITS jemand heraus kam, dem ein schwerer Kittel nachwehte sowie ein Namensschild mit Kuli aus der Brusttasche prangte. Es war eine ältere Frau mit etwas bequemerer Figur, blonden Locken und grünblauen Augen. Die Ärztin sprach eine Schwester an - jene, die Ryuichi zuvor gebeten hatte, die Zigaretten sein zu lassen. Sie nickte in seine Richtung, woraufhin die ältere Dame zu dem Sunohara ging. "Sunohara-san?" Er sah auf, mit müdem, leicht gereiztem Gesicht. Der Anblick ließ auch das anfängliche Höflichkeitslächeln der Ärztin verpuffen, auf deren Schildchen der Nachname Iriye stand. "Ihre Tochter ist soweit stabil, die Operation ist abgeschlossen. Sie hat recht viel Blut verloren und ihr rechter Lungenflügel-" Ryuichi hob plötzlich die Hand und grummelte aggressiv drauf los: "Gott, behalten Sie diesen medizinischen Scheiß für sich. Hauptsache ist, dass sie Ihre Arbeit hin kriegen. Wann wird sie wach sein?" Verwundert schluckte Frau Iriye den Zorn hinunter, den diese Reaktion gerade erweckt hatte. So ein Benehmen war sie von Elternteilen absolut nicht gewohnt, schon gar nicht in so drastischen Situationen. "In einigen Stunden dürfte sie sich von den Narkotika erholen und aufwachen. Bis dahin bleibt sie auf der ITS in Zimmer 5. Wenn Sie mögen, können Sie zu ihr, aber Sie müssen vorher spezielle Kleidung anlegen. Weitere Untersuchungsergebnisse erwarten wir morgen." Ryuichi winkte der Frau einfach nur mit der Hand zu. Sie zog wieder die Augenbrauen zusammen, sah auf den Haufen Elend vor sich. "Ja, ja. Danke." Kurz darauf verdrehte sie ungewohnt für ihre Verhältnisse die Augen, drehte sich zur Seite und entdeckte dann eine groß gewachsene Gestalt, welche ihr sofort klar werden ließ, wessen Präsenz sich hier eingefunden hatte. Als Notfallärztin wollte Frau Iriye nun ihre Aufgabe des Berichtens tun und den Kage über den Zustand der Kunoichi aufklären. Den Vater schien das ja weitaus weniger zu interessieren. Sie setzte sich in Bewegung, entdeckte dabei noch den schwarzhaarigen Jungen mit einem Blick zur Seite und stellte sich danach in Daizens Blickfeld, nachdem schon einige Fetzen an Unterhaltung voraus gegangen waren. Eine ehrhafte Verneigung, ehe sie das Wort ergriff. "Gomenasai, Daizen-sama. Ich wollte Euch über den Gesundheitszustand der Kunoichi informieren, die ihr gemeinsam her gebracht habt. Ihr Vater wollte es sich nicht anhören, aber wenigstens einer sollte informiert sein, ehe wichtige Prognosen gestellt werden müssen." Frau Iriye gewann allmählich ein Stück ihres Lächelns zurück, das Ryuichi ihr eben zerdeppert hatte, dennoch sah sie leicht besorgt aus, da sich Falten in ihr Gesicht gruben. "Wir haben das Mädchen durch den Rücken hindurch an der Lunge operiert. Sie hatte geplatzte Blutadern innerhalb ihrer Bronchien, sodass ihre Atmung ausgefallen ist und wir einen kleinen Teil des Lungenflügels entfernen mussten. Ich kann mir nicht erklären, wie es zu dieser inneren Verletzung ohne äußere Einflüsse gekommen ist. Die Patientin erschien mir eigentlich gesund, sofern sie nicht irgendwelche Symptome gezeigt hat. Könntet Ihr mir berichten, ob es irgendwas Verdächtiges gab? Vielleicht gibt es dann etwas, worauf wir beim Blutbild morgen besonders achten könnten. Sie wacht übrigens in etwa drei Stunden auf. Ihr Vater hat jedoch verfügt, dass sie niemand besuchen darf."
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BeitragThema: Re: Krankenhaus II   Di Feb 18, 2014 6:41 pm

Es war für ihn schlimmer, diese seichte Anklage der Unprofessionalität aus einem anderen Munde wahrzunehmen, als aus dem eigenen. Doch wenn man eigentlich dachte, es ging nicht schlimmer, dann machte er Umstand, dass es ausgerechnet die Worte seines geschätzten Dorfoberhauptes waren, nicht besser. Kein Wunder war es also, dass Setsunas Miene sich verfinsterte und er fast schon ein sarkastisches Lächeln über sein Gesicht zog, das jedoch alles andere als arrogant wirkte. Zwar auch nicht von Selbstmitleid erfüllt, aber auch nicht wirklich das Gegenteil. Eigentlich hatte er keine Ahnung, welches Gesicht er in diesen Momenten ziehen sollte. Erstens war er nicht daran gewöhnt, dass so etwas geschah; Zweitens war es kaum vorhersehbar gewesen und Drittens hatte er sich ohnehin nie einen solchen Ausbruch erlaubt – jedenfalls nicht seit seiner Kindheit, als sein Bruder das erste Mal Hand an Shiranami hatte legen wollen. Oh ja richtig. Damals hatte er sich noch mit Taten gewährt, was ihm sogleich vergolten wurde. Eine kleine Anspielung aus Daizens Worten entging ihm jedoch trotz dieser Stimmung der Ratlosigkeit im Hinblick auf seine Gesichtszüge nicht. Raiton. Klinge. Kehle. All diese Voraussetzungen waren erfüllt und der Jôcho kräuselte die Augenbrauen, legte den Kopf leicht schief, wonach er seinen Kagen genau zu mustern schien. Man sah ihm an, dass er nicht wusste, was er von diesen Worten halten sollte, war er doch niemand, der sich gut in andere hineinversetzen konnte. Schwarz und Weiß. Punkt. Dort fühlte er sich wohl – und hier? Hier war er in einer Grauzone und er verabscheute Grauzonen. Auswege gab es, doch ihm eröffnete sich gerade scheinbar keiner. Also saß er da und lauschte diesen von Erfahrung gezeichneten Worten. Gerne hätte er Daizen gefragt, woher er denn so genau wusste, dass Setsuna niemandem eine Klinge an den Hals halten würde, denn irgendwo glaubte der Chûnin sogar, es irgendwann einmal getan zu haben. Auch, wenn er sich nicht daran erinnerte und was eben das betraf, wusste er den Schuldigen in sich. Nur wollte er sich in diesem Moment nicht damit beschäftigen. Er war froh, die Opossums wenig später nicht zum Schweigen in dieser Angelegenheit bitten zu müssen, also wandte er den Kopf wieder ab, schien nachzudenken. Darüber, was er von dieser Situation halten sollte, ehe sie beide Zeugen dieser in einer gewissen Art und Weise scheußlichen Szene zwischen der Iryônin und Madokas Vater wurden. “Vielleicht nimmt es Sie nicht mit, aber Ihrer Reputation...“ Die Worte klangen ein wenig schwacher als beabsichtigt und manchmal fragte sich Setsuna auch, ob Daizen ihn durchschaute. Denn seine letzten Worte hatten eindeutig darauf hingewiesen. Aus dem Blauen heraus. Kalkulationen. Richtig. Unvorhersehbar. Einer dieser Gründe. “Ich kalkuliere – das bin ich zumindest gewohnt.“ Der Kopf wurde in den Nacken gelegt und der dazugehörige Träger blickte an die Decke. Dieses Bedürfnis, sich nun mitteilen zu müssen war ihm fremd und er war sich sicher, dass er es vor den verklemmten und zuletzt vergangenen Monaten nicht gehabt hatte. Vielleicht brauchte man auch einmal ein offenes Ohr und eine Bezugsperson. Vermutlich rieten ihm das seine „Bekannten“ auch schon eine längere Zeit, doch er gestand es sich auch jetzt mal wieder nicht ein. Formulierte stattdessen sorgsam seine Gedanken. “Diese Kalkulationen tragen meist Früchte, aber ich verstehe nicht, wie so etwas aus dem Blauen kommen kann. Es gab Vorzeichen. Mit Sicherheit – nur habe ich diese übersehen.“ Eine Pause folgte und er blickte den Älteren wieder an. “Keine Sorge, ich bin nicht so dumm, mir deshalb elende Vorwürfe zu machen, die mich dann übermannen. Aber dennoch... Wie soll ich mich verhalten, wenn so etwas geschieht? Welches Gesicht soll ich ziehen, wenn mir gewisse Erlebnisse bereits Blickwinkel auf eine Person verschafft haben, diese aber nun mit völlig neuen Dingen konfrontiert wird? Es ist keine Rolle, in der ich mich einfinden kann. Es ist ein Geschehen und dieses Geschehen spielt sich immer weiter wie an einem Rad ab, während ich versuche es einzuholen. Was tut man, wenn man es nicht kalkulieren kann? Es gibt eigentlich nichts, das man nicht kalkulieren kann. Wieso ist es mir also misslungen?“ Setsuna glaubte nicht, dass er jemals mit einer anderen Person als seinem Onkel über diese Dinge geredet hatte – oder ganz kurz mit seinem ehemaligen Sensei.
Ohnehin trat die Iryônin jedoch im nächsten Moment zu ihnen. Schilderte den Zustand. Erklärte. Und er verstand: Momentan war Madoka außer Lebensgefahr, aber wirklich schlau aus ihrem „Zustand“ wurde man nicht. Daher die Frage nach Symptomen. “Sie hat abgenommen. Aß offenbar nicht viel, da der Appetit fehlte. Wurde ruhiger, als es für sie üblich ist. .. Ich sah sie nicht oft in letzter Zeit. Zusammenfassend wirkte sie zunehmend kränklicher.“ Er erinnerte sich an die Dachterrasse und an das Blut. Auch diese Situation hätte man bereits dort vor sich sehen können. Kalkulieren können. Sie war kalkulierbar. Dennoch wusste er, dass es nichts brachte, sich Vorwürfe zu machen. Wie hatte Takeo einmal zu ihm gesagt? Er war über jegliche Gefühle der Reue und dergleichen erhaben.
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BeitragThema: Re: Krankenhaus II   Mi Feb 26, 2014 7:43 pm

Out: Verzeihung; ich hatte nicht gesehen, dass Setsuna gepostet hatte... *verbeug*

IN:
Mit der Gelassenheit einer steinernen Tempelwächter-Figur und der Ausgeglichenheit eines Terrakotta-Soldaten hörte Daizen Setsunas Ausführungen zu. Nach wie vor zurückgelehnt, die Arme verschränkt und den Kopf in den Nacken gelegt, betrachtete er ausgiebig die Decke.
Es ist dir einfach misslungen hielt er nach einigen Momenten dagegen, weil man eben doch nicht alles kalkulieren kann. Setsuna. Daizens flintsteingraue Augen lösten sich von den Kacheln an der Decke und gingen stattdessen hin zum Chuu-Nin. Der Hokage wurde nicht laut, blieb ganz ruhig und nüchtern, doch er sprach mit Bestimmtheit. Man kann alles vorhersehen, alles kalkulieren, wenn man auch wirklich alles weiß[i], wirklich alles [i]genau betrachtet und aufnimmt. Dann, aber auch nur dann. Lenkt dich etwas ab, verpasst du vielleicht etwas Entscheidendes. Bist du kurz abwesend, spielt sich womöglich der Kasus Knacktus ab und niemand kriegt es mit. Dinge geschehen, und wenn ein Baum fällt, mag es an dem Sturmwind liegen, der soeben auf ihn eindrosch, oder vielleicht ach an den Wühlmaus-Kolonnien, unsichtbar unter seinem Wurzelbett. Das Eine ist offensichtlich, auf das andere kommen eigentlich die Wenigsten.
Du kalkulierst gut. Doch diese Art des Weltblicks wird dich an Grenzen führen. Hier, genau hier
sprach der ältere Mann und klopfte einfach auf seinen Oberschenkel, findest du dich nun wieder, Auge in Auge mit einem Grenzstein. Deine Analyse ist gut. Sie ist ausgezeichnet. Doch sie ist nicht allwissend. Daizens Gesichtszüge zeigten Grimm. Das ist niemand. Vermutlich schaust du noch am weitesten in die Ferne unter deinen Altersgenossen, aber trotzdem gibt es auch für dich die Grauen Lande jenseits deiner Einschätzungskraft. Hinnehmen, das ist das Geheimnis. Hinnehmen. Nicken. Das Gewirr der Welt ist eine wabernde Wirrnis, Wirren und Wenden werden nie verschwinden.
Ehe er sich noch weiter in Philosophie vertiefen konnte, tauchte eine Ärztin vor ihm auf. Als sie sich vor ihm verbeugte, erhob er sich und gab diese Höflichkeitsbekundung zurück. Schweigend hörte er zu; es klang nicht gut, soweit Daizen etwas von Medizin verstand - zugegeben, wenn bei einem Taijutsuka vom Rausnehmen eines Lungenflügelteils die Rede war, klang allein dies schon schlimm genug.
Ich habe dem nichts hinzuzufügen sprach er nüchtern auf Setsunas Worte hin, In diesem Falle kann ich ohnehin nicht gerade für meine Beobachtungsgabe sprechen. Danke für ihre Unterrichtung.
Daizen nahm die Geschichte mit dem Besuchsverbot zur Kenntnis, machte dann Anstalten, zu gehen. Er nahm die beiden Possums von seinen Schultern und setzte sie auf den Plastikstuhl. Sei es, wie es sei. Ich werde mich demnächst wieder nach meiner Untergebenen erkundigen. Vorerst aber muss ich dieses Feld natürlich den Fachkundigen der Medizin überlassen. Werde mich daher wieder an die Arbeit zurückbegeben.
Kurz wandte er sich an Setsuna. im Tonfall eines grummelnden Bären, wodurch seine Worte für alle anderen Anwesenden kaum verständlich waren. Tust du bezüglich Besuchsverbot irgendwas... Verbotenes, handele wie ein Shinobi und lass es mich nicht wissen.
Damit zog er von dannen, ohne einen weiteren Blick auf Madokas Vater stapfte er zur Tür hinaus. Für einen Moment sah man noch seinen breiten Rücken, dann nichtmals mehr den.

tbc: Kage-Residenz (wo genau, wird noch ergänzt)
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BeitragThema: Re: Krankenhaus II   Di März 04, 2014 12:42 pm

Frau Iriye sah den Kage leicht skeptisch an, als dieser sich zu Wort meldete. Kurz zuvor hatte sie abgenickt, was der Junge ihr an Symptomen genannt hatte wie Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust und Isolation. Allzu brisant schien das ganze nicht für den werten Herren zu sein, aber der Blick der Iryônin wurde wieder entspannter, als sie realisierte, dass das hier auch kein hochpolitischer Fall war. Handelte es sich bei der Patientin nun um die Frau des Feudalherren, hätte Daizen wohl höchstpersönlich dafür sorgen müssen, dass ihr nichts passiert. Wachen mit Schichtdiensten, Abriegelungen, Kontrollen – das hier war „nur“ ein gewöhnliches Mädchen.
Am Ende nickte die Ältere einfach nur höflich, verneigte sich leicht und sagte: „Danke, wir werden uns um sie kümmern. Wenn es erwünscht ist, erfolgt die Weitergabe des medizinischen Protokolls.“ Wobei sie nicht glaubte, dass Daizen davon allzu viel verstanden hätte. Er war Kage, aber auch nur ein Kage. Es gab Gebiete, die er selbst mit seiner imposanten Größe nicht füllen konnte – höchstens als Zivilist, der wusste, dass man bei einer Wunde wenigstens Nadel, Faden, Bandagen und Desinfektionsmittel brauchte.
Als der Kato verschwunden war und Frau Iriye ihm nachgesehen hatte, wendete sie sich in Setsunas Richtung. Der Blick war beruflich nach wie vor distanziert, aber man erkannte eine gewisse Mitteilsamkeit gegenüber der Situation, da er mit Madoka in Kontakt stehen musste. Sie erhob ihre Stimme, jedoch mit Bedacht, da Madokas Vater im selben Raum saß. „Medizinisch halte ich es für durchaus sinnvoll, wenn das Mädchen von Menschen begleitet wird, die ihr wichtig sind. Schon so manche Patienten hatten bessere Heilungsraten, weil Freunde und Angehörige bei ihnen waren und ihnen gut zuredeten. Wenn du magst, kannst du vielleicht zweimal pro Woche bei ihr vorbei schauen, allerdings nicht in das Zimmer, nur durch eine abgetrennte Wand. Dann verletzen wir weder das direkte Besuchsverbot noch verhindern wir, dass es ihr besser gehen könnte.“ Die Ärztin seufzte schwer, zog Kugelschreiber und Block aus der Brusttasche und schrieb die Zimmernummer von Madoka auf. Sie riss das Zettelchen ab und reichte es ihm mit einem ernsten Blick. „Ich schätze, viel Besuch wird sie nicht haben, wenn ich ihren Vater so erlebe. Doch wenn du einer ihrer Freunde bist, dann zeige es ihr bitte, damit sie hier nicht alleine um ihr Leben kämpfen muss.“ Anschließend drehte die Ärztin sich weg, kontaktierte eine Krankenschwester, die an ihr vorbei ging und verschwand mit ihr im leisen Gespräch im Flur der Intensivstation.
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BeitragThema: Re: Krankenhaus II   So März 09, 2014 6:38 pm

Verwirrt blickte der Brillenträger seinem Vorgesetzten hinterher, nachdem letzterer ihm ein paar Sätze mit auf dem Weg gegeben hatte. Dass man nicht alles kalkulieren konnte und man früher oder später auf seine Grenzen traf. Ablenkungen sorgten für das Fehlen von Informationen, sodass man sich jemand wie er nur fragen konnte, ob er auch hier so viele offensichtliche Zeichen verpasst hatte und wenn ja: Was war daran Schuld gewesen? Er wusste es nicht und das war ihm unangenehm. Vielleicht war er zu sehr auf seine Person zentriert... aber im Endeffekt war er das schon sein ganzes Leben lang und so etwas war ihm nie wirklich entgangen. Konnte man es letzten Endes also darauf schieben, dass Madoka und er sich mehr oder minder in der letzten Zeit entfremdet hatten? Nicht wirklich entfremdet, aber distanziert voneinander? Sicherlich waren sie sich gegenseitig nicht egal, aber ab und an verleugnete man doch die Tatsache, dass man mit dem anderen reden wollte. Setsuna machte sich nichts vor: Natürlich wäre es ihm unter diesen Umständen sogar lieber, dass die Grünhaarige ihn wieder umrennen könnte, doch wer war er schon, sich diese Szene auszumalen? Es war komplett dämlich, denn die Realität sah anders aus. Aber einfach hinnehmen? Der Jôcho wusste, er bereute es nicht, sich dem Kagen in gewisser Hinsicht anvertraut zu haben, doch aus den Worten wurde er nicht schlau. Konnte man Dinge hinnehmen? Eigentlich tat er das immer. Ob auf Missionen, im Alltag oder bei diversen Konfrontationen: Die Dinge waren wie sie sind und man errechnete sich den wahrscheinlichsten Fortgang. Nur hier waren die Karten ein wenig anders verteilt. War er wirklich kurzsichtig gewesen? Die Worte ärgerten ihn. Sie nagten an seiner Arroganz, mit der er zu Recht anderen gegenübertrat. Fast erinnerte es ihn an die Situation nach den Chûnin-Examen, als sein Sensei so etwas ähnlich gesagt hatte. Sicherlich, vielleicht würde er es irgendwann erkennen, wenn sich diese Aussagen häuften, aber Jôcho Setsuna Hiroshi war in diesem Zeitpunkt in keiner Milisekunde zu einer Einsicht bereit. Vielleicht auch deshalb, weil er sich einfach nicht wohl in seiner Haut fühlte und den Wald vor lauter Bäumen nicht sah. Die Saat, dass Manches wirklich nicht vorhersehbar war, war gesät. Von einem Mann, der ihn mit seinem letzten Murmeln sogar noch einen Dienst der Freundlichkeit erwies. Freundlichkeit, von der Setsuna nicht wusste, woher er sich das nun verdient hatte, entsprach sie doch keineswegs den Verhaltensgrundsätzen eines Dorfoberhaupts und Befehlshabers. Gegen die Regeln zu verstoßen. Regeln waren Wegweiser, wohin man sich richten konnte und...
Der Dunkelhaarige blickte die Frau an, als sie sich an ihn wandte. Er konnte nicht anders, als sie genauso distanziert zu mustern – vielleicht sogar ein wenig mehr. Vielleicht auch ein wenig aus Selbstschutz heraus. Nach außen hin schien ihn es deshalb auch gar kalt zu lassen, was sie sagte. Betont ruhig und mit diesem nichtssagenden, fast gelangweilten, Ausdruck auf dem Gesicht hörte er sich an, was diese Dame von sich gab, eher er die Schultern zuckte. Hinnehmen. Das war das Geheimnis. So hatte Kato Daizen es ihm gesagt. “Meinen Sie nicht, dass es unklug wäre? Dort drüben steht der Vater ihrer Patienten, der vermutlich lieber über Leichen gehen würde, als dass ich mich ihr im Hier und Jetzt auch nur auf vierzig Meter nähern würde. Es ist also keine Frage, was ich möchte, sondern welche Möglichkeiten ich besitze. Glauben sie wirklich, dass ihr eine Unruhe lieber wäre, als ein stillschweigender Besuch von jemanden, mit dem sie eher kühl verkehrt?“ Wahrscheinlich klang er gerade so herzlos wie eh und je, vor allem deshalb weil er sich auch nicht mehr die Mühe machte, Madokas Ärztin noch anzusehen. Mit Sicherheit: Es wäre kontraproduktiv: Madokas Vater müsste nur einen Vermutung aufbauen und dann würde es vielleicht sogar zum Eklat am Krankenbett kommen und wenn die Ärztin das in ihrer Behauptung, dass nahestehende Personen helfen konnten, einbrachte, würde sie sich auch schnell ein anderes Szenario vorstellen können.
Dennoch war es die letzte Aussage, die ihn sich auf die Unterlippe beißen ließ. Ja, sie waren Freunde – es zumindest gewesen. Beste Freunde. Eigentlich war sie die einzige Freundin, die er jemals hatte. Und was taten Freunde füreinander? Als sie weg ging und er ihren Gesichtsausdruck nicht mehr sehen konnte, blickte er demnach zur Seite, sah Madokas Vater aus dem Augenwinkel und letzten Endes auch eine der Schwestern. Sie stand abseits von ersterem. Kurz schloss er die Augen, ehe er sich in Bewegung setzte. Mit gemächlichen Schritten ging er zu jener Schwester und blieb letzten Endes vor ihr stehen. “Wenn ich Ihnen einen Blumenstrauß oder so etwas bringe oder ihn – um das Risiko gänzlich auszuschließen – überbringen lasse, würden Sie ihn vielleicht Sunohara Madoka ans Bett stellen? Sagen Sie ihr aber bitte unter keinem Umständen – niemals - , dass sie von mir sind. Ich glaube es wäre ein Schock, den sie nicht verkraften könnte...“ Weil er so etwas eigentlich nicht machte. Im Endeffekt war es aber alles, was er gerade tun konnte. Gut... vielleicht würde er in den nächsten Tagen auch hier sein, wenn er sich sicher sein konnte, dass Madokas Vater sich nicht hier befand. Das war eigentlich sogar sehr gut möglich. Vermutlich nachts, wenn er selbst keine Ruhe fand oder anderweitig Zeit entbehren konnte. “Danke für Ihre Arbeit. Richten Sie das auch der behandelnden Ärztin aus.“ Mit diesen Worten entschwand er schließlich.

tbc: [mal schauen]
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BeitragThema: Re: Krankenhaus II   Do Jun 05, 2014 10:15 pm

Timeskip von 2 Wochen

"Ihre Werte sind soweit stabil. Die Quarantäne wurde gestern aufgehoben." "Der Virenherd ist noch irgendwo vorhanden, doch es gibt keine Meldung über weitere Ausbrüche." "Es ist tatsächlich dieselbe Infektion." "Sie hätte denselben Weg wie meine Schwester gehen können." "Wacht sie auf?" Es war nur ein kleines Geräusch, das sie zu Anfang wahrgenommen hatte, bevor die Muskeln in ihrem fahlen Gesicht zu zucken begannen. Es klang nach einem stumpfen, entfernten Ton, der in einer gewissen Varianz vor sich hin erklang. Dann kamen immer mehr Geräusche auf sie zu. Sie runzelte die Stirn, bewegte langsam die Augenbrauen, sogar die Fingerspitzen. Dann waren da so viele Stimmen, die völlig zusammenhangloses Zeug laberten. Aber es waren durchaus bekannte Stimmen. Die eine. Sie hatte gefragt, ob sie aufwache. Das war doch ihre kleine Schwester. Sie wusste es, selbst wenn sie gerade nicht wusste, was hier geschah. "Manami", wich der Name des Mädchen ganz leise über ihre Lippen, während sie weiter ihr Gesicht vor Verwirrung und Narkose verzog. Das schien wohl der Fokus zu sein, nach dem alle Anwesenden suchten. Plötzlich ertönte ein "Oh mein Gott!" begleitet von einem emotionalem Schluchzen. Dann folgte ein verzweifeltes "Mado-chama!". Schritte ertönten, sie spürte eine Hand an ihrer Wange, wobei sich Schatten über sie legten. Endlich hob sie die Augenlider mit aller Kraft und sah ein fremdes Gesicht. Der Kragen am Hals der Frau, die sich über sie beugte, ließ verlauten, dass sie Ärztin war. "Madoka, hörst du mich? Wie geht es dir?" Verwirrt konzentrierte sich die Angesprochene auf die Ärztin, während sie zu ihrer Stimme zurückfand. "I-Ich ... weiß nicht. Mir ist extrem schwummrig." Dann setzte sie sich mit einiger Hilfe auf und erblickte das Szenario. Lauter Geräte um sie herum, die Ärztin, zwei andere Iryônin, ihre Schwester Manami und ihre Tante Nagisa. Alle waren hier, Nagisa weinte, genau wie Manami, während die Ärzte gar glücklich lächelten. "Was ist denn los mit euch?"

Es brauchte mindestens eine halbe Stunde, bis Madoka sich gefasst hatte. Bis dato kümmerten sich die Ärzte um ihren Zustand, überprüften sie nochmals und ließen sie anschließend mit Tante und Schwester alleine, die immer noch aufgelöst waren. Die 18-Jährige konnte aufrecht im Bett sitzen, auch wenn er gesamter Oberkörper von Bandagen überzogen war. Dieser engte ein und hinderte sie recht stark am tiefen Atmen. Manami saß derweil auf ihrem Bett, hatte sich Madokas Arm gekrallt und drückte sich dagegen, wobei sie ihren Kopf tätschelte. "Ich erinnere mich nicht daran, was passiert ist. Erklärst du es mir, Nagisa?" Diese wischte sich mit einem Tuch die Augen trocken, während sie auf einem Stuhl nahe am Bett saß. "Du hast nun zwei Wochen im Koma gelegen, Madoka. Du bist neben dem Hokage Blut hustend zusammengebrochen. Sie haben dich ins Krankenhaus gebracht und du wurdest operiert. Sie konnten dich gerade so retten. Dann ... hattest du vor einer Woche aber einen Herzstillstand und musstest reanimiert werden. Kami-sama, ich dachte, du stirbst!" Fassungslos sah Madoka ihre aufgelöste Tante an. Das war alles vorgefallen? Mit der freien Hand griff sie sich auf die Höhe des Herzens und schluckte schwer. Sie war innerlich immer noch betäubt, aber so langsam erinnerte sie sich daran, dass sie mit ihren Kuchiyose Essen bestellt hatte, das sie aber nie wirklich angerührt hatte, weil dann diese Schmerzen eingesetzt hatten. "Papa hatte Angst", quetschte Manami zwischen ihren feuchten Lippen hervor, die sie an Madokas Oberarm drückte. Ihr Vater hatte Angst um sie gehabt? Dieser Mann, von dem sie sich so weit entfernt hatte? Wie eigentlich von allen anderen? "Die Mediziner haben uns irgendwann gesagt, dass du froh sein kannst, dass du lebst. Du hattest nämlich eine Virusinfektion, die sie zunächst nicht erkannt haben, sodass sie dir die Medikamente nach der Operation falsch dosiert haben. Ich weiß, dass du nichts über sie hören willst, aber Madoka. Du hattest die gleiche Infektion wie Kotomi!" Derselbe Virus. Nur ein paar Jahre später und sie infizierte sich mit demselben Erreger, starb einmal kurzzeitig daran, aber wurde dann wiedergeholt. Wie in Trance versetzt fragte Madoka: "Warum ... warum lebe ich dann noch?" "Du hast diverse Dialysen bekommen, Blutwäschen und wurdest unter Quarantäne gehalten, als das herauskam. Das hat dich gerettet." "Und was musste operiert werden?" "Ich weiß das auch, Tante Nagisa", murmelte Manami dazwischen und sah ihre Schwester dann aufmüpfig an. "Sie haben was mit deiner Lunge gemacht. Es fehlt ein wenig." "Mir wurde ein Stück meiner Lunge entfernt? Deswegen der Verband?" Nagisa nickte besorgt und nahm dann Madokas kühle Hand. "Irgendwas haben die Viren ausgelöst, sodass Blutgefäße aufgeplatzt sind, die deine Lunge bei deinem Zusammenbruch mit Blut überschüttet haben. Sie konnten das nur eindämmen, indem sie den geschädigten Teil entfernten. Ich bin einfach glücklich, dass du wieder da bist." Ohne noch etwas zu sagen, sah Madoka zur Seite. Erst sah sie ihre Schwester, die immer noch bei ihr hing und gegen die Tränen kämpfte, während auf dem Tisch Blumen standen. Sie wirkten frisch, wobei einzelne dazwischen auch wiederum älter aussahen. Die Stirn wurde gerunzelt. "Sind die von Haniko und Papa?" "Ich weiß nicht", entgegnete Nagisa und betrachtete das Geschenk. "Eine der Schwestern hat es abgestellt, nachdem du aus dem Gröbsten raus warst." Anschließend sah Madoka wieder nach vorne und ebenso zur Tür. Käme vielleicht ihr Vater vorbei? Oder ihre Cousine? Vielleicht auch jemand ganz anderes?
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BeitragThema: Re: Krankenhaus II   So Jun 08, 2014 12:08 am

cf: Shiros kleines Straßencafé

Krankenhaus. Bewegung. Setsuna landete mehr oder minder außer Atem vor den großen Flügeltüren dieses Komplexes landete. Ja, er stolperte fast sogar und unter Umständen hätte man ihn selbst für einen Patienten halten können. Er war einer Schlappatmung gefährlich nahe, aber konnte das auch nur daran liegen, dass er sich gerade eingeengt fühlte, eigentlich nicht wusste, was er hier genau machen sollte und dann so verdammt schnell gewesen war, wie er es eigentlich sonst nie darauf anlegte. Er war niemand, der täglich seine Geschwindigkeit oder seine anderen körperliche Attribute trainierte. Vielmehr konzentrierte er sich auf das Wissen, denn Wissen war in seinen Augen macht. Analytik. Taktiken. Das war mehr sein Terrain als körperliche Verausgabung. Konstanten, die ihm oft nur mitleidige Blicke der anderen eingebracht hatten. Nur wenige hatten letzteres nie getan.
Fast gemächlich, sich beruhigend, schritt er in das kleine Atrium und fragte sich, ob die Schwestern seine Blumen hingestellt hatten. Fast hörte er das schiere und teilweise wahnsinnige Lachen in seinem Hinterkopf, das nichts Gutes bedeutete. Aber nur fast. Genauso gut hätte er selbst lachen können, weil der Gedanke einfach absurd gewesen war. Wo Akari sich befand? Setsuna hatte die Abkürzungen aus seinem Gedächtnis heraus genommen, so gut es ging. Entweder sie hatte einen Hintereingang für die Notaufnahme benutzt oder würde gleich hinter ihm hier herein platzen. Es war ihm im Endeffekt auch egal. Er musste ja nicht einmal zur Anmeldung, denn er kannte die Zimmernummer. Er kannte sie und wie hätte er sie auch vergessen können?
Stimmen drangen aus ihrem Zimmer, Setsuna blieb im Gang stehen. Die ein oder andere Schwester kannte ihn. Weil er hier ab und an selbst Blumen abgegeben hatte. Einfach, weil man das bei kranken Bekannten so machte – oder nicht? Jedenfalls hatte er es so mitbekommen, aber wer war er schon, dass er sich ausgerechnet jetzt damit beschäftigte. Stattdessen lehnte er sich vor dem Zimmer an die Wand und lauschte Ausführungen, die er nicht wirklich hören wollte. Weil sie jene reele Chance fast zunichte gemacht hatten. Im Endeffekt blieb er einfach so lange stehen, wie es ihn brauchte, sich an diese Chakraquelle und ihre lebendige Existenz wieder zu gewöhnen. Manchmal nahm man die Menschen um einen herum nicht einmal richtig war. Erst wenn sie getrennt waren. Vielleicht hatten sie gemerkt, dass jemand vor der Tür stand.
Nach einer gefühlten Ewigkeit stieß er sich von der Wand ab und lehnte sich dann mehr oder weniger mit einem neutralen und übermalten, ruhigen Gesicht in den Türrahmen. Die Arme verschränkt. Die Brille auf der Nase... sie einfach ansehend. Eigentlich dürfte er hier gar nicht sein. Er durfte das Zimmer nicht betreten. Jetzt, wo er sich wieder daran erinnerte, wandte er den Blick von ihr ab, sondern sah vor seine Füße. Die Schwelle, auf welcher er stand. Direkt unter seinen Füßen. Er konnte hier stehen, ohne sie direkt zu besuchen. Soweit entsprach es den Regeln, oder nicht? Seine Stirn runzelte sich, denn er wollte ruhig bleiben. Aber als er wieder den Kopf hob, war ihm das nicht wirklich möglich – denn vor ihm saß wirklich seine alte Freundin, aufrecht im Bett. Zwar ein wenig dünner wirkend und mitgenommen, aber darüber sah er unter diesen Umständen gerne hinweg. “Guten Tag.“, war das einzige, was ihm einfiel, wurde es aber dennoch von einem dünnen, aber gut gemeinten, Lächeln unterstützt. Was sollte er auch sonst sagen? Diesen einen „Ausrutscher“ konnte er sich einmal erlauben – das würde vermutlich sein Onkel nun sagen und ihm auf die Schulter klopfen. Ein paar Minuten im Leben konnte man einmal kurzzeitig nicht vollkommen rational sein.
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Fudo Akari
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BeitragThema: Re: Krankenhaus II   Mo Jun 09, 2014 10:18 pm

cf: Shiros kleines Straßencafé

Auf dem Weg zum Krankenhaus war sie höchst irritiert gewesen, denn trotz einiger wohl gewählter Abkürzungen schien Setsuna seinen Vorsprung beizubehalten, wenn nicht auszubauen und die Erklärung war recht einfach, denn er war in Eile, und sie nicht notwendigerweise gezwungen, doch schon ein wenig alarmiert durch sein Verhalten ihr Tempo ebenfalls nicht schleifen zu lassen. Dies irritierte, konnten sie nicht gemütlich zum Krankenhaus spazieren, gesteigerten Schrittes zum Zentralkomplex bummeln? Eines war klar, der Junge vor ihr besäße keinen Grund sich so zu beeilen, ein medizinisches Problem seinerseits hätte er zur Ansprache bringen können und der einzige andere Grund konnte nur eine Bekanntschaft mit jener Langzeitpatientin sein und ihr ungestümes Verhalten hatte ihn aufgescheucht, zur Eile angetrieben und dabei war es nichts dramatisches gewesen, zumindest kein Grund für Akari selbst sich so zu beeilen, außer um nicht als langsam zu gelten. Es gab eine Neuigkeit, eine Statusveränderung – möglicherweise war die Quarantäne aufgehoben – ein Grund zur Freude? Für Akari war Madoka lediglich eine Patientin, wenn auch ein besonderer Fall gewesen, doch gerade bei solchen Langliegern waren zumeist viele Bereiches des Krankenhauses eingespannt und betroffen – Akari nur eine ihrer Ärzte und damals lediglich daran interessiert gewesen inwiefern sie auf ihrer Station ein Bett bereithalten müsste, inwiefern ihr Hygienepersonal geschult war, inwiefern der Erreger gefährlich für Mitpatienten, Besucher und Personal sein könnte und letzten Endes fiel Madoka in den Bereich von Dr. Iriye oder besser gesagt verblieb dort.
Zum Glück beeilte sich Setsuna, zum Glück fragte er sie nicht und zum Glück war Akari nicht um eine Antwort verlegen, er gab ihr tatsächlich die Chance sich vorzubereiten und diese zu nutzen war sie ihm als Angehörigen oder Freund der Patientin schuldig. Da war es egal ob sie wegen ihrer Befindlichkeiten lieber nicht ins Krankenhaus zurückgekehrt wäre und da würde sie auch nicht soweit gehen der Aushilfe an der Rezeption ihr Notfallseal entgegenzuschleuden und sie eines Fehlers zu bezichtigen – als wäre es Akari’s gutes Recht nichts von alldem zu erfahren.
Akari stieß sich von einem Hausdach ab und landete auf dem Balkon ihres ehemaligen Apartments, oberes Stockwerk Bettenhaus, mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit nicht nachgenutzt und somit gelangte sie auch ohne Probleme in ihr halb aus-/eingezogenes Quartier – je nach Standpunkt, je nach Wissen der Beteiligten, denn Akari hatte hier eher wie in einem Büro gelebt, nicht auf Dauer. Wehmut stand für später auf dem Plan, daher ging sie zunächst zu einem Kleiderschrank und holte ihren Ersatzkittel. Wissentlich nahm sie den Schlüssel aus ihrer Kitteltasche und reihte sich nahtlos in das normale Leben innerhalb eines Krankenhauses ein - Autobahnverkehr.  
Sie war eindeutig geübt, wich Hindernissen aus und gelange ohne Probleme auf die Intensivstation, wo eine Schwester aus dem Team von Dr. Iriye ihr einen schwarzen Pieper entgegenhielt. “Oh, ihr habt gewusst das ich komme. War der Ruf nur ein Gefallen und ich darf ihn mit einer Schicht auf der Intensivstation wieder gut machen? Egal – wo ich schon einmal hier bin, kann ich auch hier bleiben, solange ihr mich nicht verratet, dass ich wieder arbeite. Also wie geht es der Patientin?“
Akari verschwand kurz darauf im Zimmer der Chefärztin, versprach hoch und heilig den Dienst einer Kollegin zu übernehmen und ließ sich über den Zustand von Madoka informieren, während sie in der entsprechenden Akte blätterte. Ohne mit der Wimper zu zucken fiel sie in die vertraute Routine zurück und vermutlich würde sie nicht allzu viel Zeit bei Madoka und Setsuna verbringen, es sei denn dies war erwünscht – verdammt sie würde eher Shukaku wieder zurückgeben als hier gebraucht zu werden und nicht anwesend zu sein, immerhin war das Krankenhaus ihr Leben, nicht das eines Ninjas oder jenes eines Jinjurikis, sie würde tatsächlich eher ihrer Stirnband beim Hokagen abgeben als ihr Notfallsiegel an der Rezeption und dies erkannte sie auf dem Weg zum Zimmer ihrer jetzigen Patientin mit seltsamer Klarheit und trotzdem war sie jetzt noch tiefer im Shinobi-System eingebrochen – Jinjuriki. War es ein Fehler gewesen? Opferte sie ihre Patienten wegen der Illusion aus einer Waffe ein Heilmittel zu kreieren? Ihr Gedanke endete vor der Türschwelle ihres Zielzimmers, denn dort stand Setsuna. Das war seltsam. Offenbar war er doch kein Familienangehöriger und dennoch stand er in der Türschwelle, einerseits ein Zeichen das die Quarantänen wirklich aufgehoben war, andererseits musste er schon öfters hier gewesen sein. Inzwischen konnte sie ihn zumindest soweit einschätzen, dass er sich über ein begründetes Verbot nicht hinwegsetzte – doch sie sah kein Problem darin ihm nicht Einlass zu gewähren, immerhin würde sie ihn ja beaufsichtigen und es geziemte sich einfach nicht ihn am Rande stehen zu lassen, da er sich doch ganz offenbar um Madoka sorgte. Akari musste sich bemühen sich ein Grinsen zu verkneifen, ganz offenbar besaß da jemand doch Freunde, obgleich er dessen Wert nicht sonderlich hoch einschätzte. Jôcho-san blockier doch bitte nicht die Tür, sie wird sonst in ihrer Funktion gestört. Geh hinein oder kehre in zwei Stunden zur offiziellen Besuchszeit zurück, aber ich denke es wäre dir lieber einen verlängerten Aufenthalt zu genießen und obgleich ich dich in diesem Zeitraum beaufsichtige, bin ich doch eher hier um ebenfalls einen Blick auf Sunohara-chan zu werfen.“
Akari bewegte sich an Setsuna vorbei, sofern dieser ihr nicht ohnehin Platz machte und verbeugte sich knapp vor den älteren Herrschaften des Raumes. “Verzeihen Sie die Störung und den unerwarteten Besucherzuwachs. Ich bin Dr. Termité Akari. Die Kollegen der Intensivstation würden Madoka ganz gerne auf Normalstation entlassen insofern ist leider eine kleinere Ergänzung der Anamneseerhebung erforderlich, aber um es kurz zu machen, Madoka ist aus dem Schlimmsten raus.“ Wie sollte sie dies nun überleiten, ohne dass es peinlich wurde, immerhin konnte sie nicht alle Personen vor die Tür schicken und sie wusste auch nicht inwiefern die Patientin Geheimnisse vor Freunden und Familie hatte. Akari entschloss sich für einen schriftlichen Fragebogen und zauberte aus einer Schublade ein vorgefertigtes Formular heraus, nahm einen Kuli und kreuzte Fragen zum Thema Alkohol, Herz-Kreislauf und Lungenerkrankungen an. In Richtung Alkohol deuteten einige Röntgenaufnahmen und Blutfettwerte und es war einfach selten verkehrt in dieser Richtung ebenfalls auf dem aktuellen Stand zu sein. Der Fragebogen befand sich auf einem Klemmbrett, welches sie mit dem Kuli an Madoka weiterreichen würde, natürlich auch später sofern diese zunächst Setsuna begrüßen wollte.  

out: kann sein das ihr Alkoholkonsum bekannt ist, so von wegen Entgiftungstherapie - war auch nur so ne Idee
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BeitragThema: Re: Krankenhaus II   Mo Jun 09, 2014 11:00 pm

Kaum hatte Madoka ihre Tante zu den Blumen befragt, ging die Tür auf, auf die sie soeben geguckt hatte. Die 18-Jährige wollte nicht unbedingt unhöflich sein, aber so langsam wurde ihre kleine Schwester am rechten Arm etwas schwer und zog auch recht stark, was bei ihrem Oberkörperverband alles andere als angenehm war. So erblickte sie nur kurz die Kleidung, die sie in ihren Tönen nur allzu gut kannte, die schwarzen Haare und die Brille dazu, die sie nur allzu gerne mit den Fingern von dieser Nase zog. Es war schon fast verstörend dann noch das Lächeln zu sehen, was der Junge auf der Schwelle im Gesicht trug, während er sie bei ihrem Blickkontakt begrüßte. Nagisa sah auch zur Tür, aber nickte lediglich mit einem seichten Lächeln, da sie Setsuna nur flüchtig kannte. Sogar ihre Tochter hatte mehr mit diesem Freund von Madoka zu tun, als deren Tante. Madoka wollte zu einer Begrüßung ansetzen, aber dann verzog sie vor Schmerz das Gesicht, entriss Manami den Arm und krümmte sich zischend. "Pass doch auf, Manami!" Diese rutschte vom Bett und sah ihre Schwester verstört an, während die Tränen in den Augenwinkeln schon groß wurden. Typisch kleines Mädchen, das die Welt nicht verstand und glaubte, ihr großes Idol wäre immun gegen Schmerzen. "A-a-aber was hab' ich denn gemacht?" Dann hörte man nur noch - für erwachsene Singles meist nervige - Schluchzen. Die Sechsjährige drehte sich zu ihrer Tante, umarmte sie verzweifelt und ließ sie daraufhin von dieser hochnehmen. Nagisa strich ihrer Nichte über den Kopf, während sie zu Madoka sah, die sich von der Schmerzwelle erholte und wieder zu Atem kam. "Na na, sie hat es nicht so gemeint. Ganz ruhig, Süße." Nagisa ging mit Manami auf dem Arm Richtung Tür, aber dann kam ihr auch schon ein erneuter Schatten entgegen, sodass sie erst noch wieder zurücktrat. Eine Iryônin ließ sich blicken, wie es im Krankenhaus sowieso etliche davon gab. Doktor Termité? Ein etwas ungewöhnlicher Name, aber mit einer seichten Verbeugung begrüßte Nagisa die Frau, während Manamis Welt nur noch verschwamm. "Guten Tag, ich bin Ichinose Nagisa. Madokas Tante. Es freut mich das zu hören, aber ich gehe eben mit meiner Nichte vor die Tür. Sie sehen ja, was los ist." Mit einem entschuldigenden Lächeln wich sie den Hindernissen zur Tür nun aus, war außerhalb des Zimmers und machte die Tür zu, sodass auch Manamis Wimmern verklang. Madoka seufzte schwer und sah dann zunächst zu Akari. Das Gesicht der Frau kannte sie nicht, auch wenn sie - recht verspielt jugendlich - für sich gestehen musste, dass sie eine coole Haarfarbe hatte. Ein Mischmasch zwischen Blau und Grün. Kein Sumpfgrün wie ihr eigenes. Wobei ihre Haare eh ein Chaos sein dürften. Wenn sie zwei Wochen komatös gewesen war?
Nun blickte Madoka wieder Setsuna an und kam endlich zu einem Lächeln, das wirklich unberührt war von den Geschehnissen von vor einem Monat und noch davor. Sie war einfach froh, dass er gekommen war und sogar eine Emotion in seinem Gesicht zu lesen war. Die Sunohara dachte gar nicht nach vielleicht auf den Besucherstuhl zu zeigen. Sie nahm auch nur aus dem Augenwinkel war, dass Akari ihr ein Klemmbrett entgegen hielt. Statt dessen schob sie die Bettdecke zurück, bemerkte, dass sie lediglich Unterwäsche trug, aber drehte sich zur linken Bettseite. Es war kein Tatendrang, der sie trieb, sondern einfach der innige Wunsch Setsuna zu umarmen. Wenn sie dazu keine Kraft hatte, dann war sie keine Freundin. Und vor allem kein starkes Mädchen. Die Füße hingen schon über dem Boden, als sie feststellte, dass immer noch etliche Schläuche ihre Arme an sich fesselten. Die Zehen erfühlten die Kühle des Grundes unterm Bett, Madoka ließ sich von der Kante rutschen, sodass das Gewicht auf ihren Füßen lasteten und nicht auf ihrem Hinterteil. Zunächst glaubte sie zu stehen, auch wenn sie sich schwach und benebelt fühlte. "Ich komm' schon", sagte sie noch ganz tough mit einem eher flehenden Ton, dass sie jetzt nicht zusammenklappte. Sie wendete sich zu Setsuna und wollte vorwärts gehen, aber da kündigte sich natürlich schon an, dass ihre Unterbeine wegsacken würden, wenn sie nur einen Meter weiterlief. Trotz ihres ausgemergelten Zustandes wollte sie einfach nur in diese Richtung. Sie hob bereits den Arm, um nach dem Schwarzhaarige zu greifen aber merkte dann schon, wie sie kleiner zu werden begann. Gemäß der Schwerkraft wohlgemerkt.

Out: Schon okay, ein Geheimnis war es nie. Sie kann es durchaus wissen und sollte sich demnach sogar mit ihr darüber unterhalten.
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BeitragThema: Re: Krankenhaus II   Di Jun 10, 2014 12:41 am

Setsuna beobachtete, die Madoka kurz das Gesicht zu Schmerzen verzog, ehe sie ihn bemerkt hatte. Am liebsten wäre er zu ihr gegangen, doch glitt sein Blick abermals dumpf auf die Schwelle vor seinen Füßen. Da waren sie wieder, die regelkonformen Fesseln, die ihn beizeiten so sehr einschränken – und er ließ es zu. Verbote waren nicht da, um gebrochen zu werden. Sie regelten die Welt, brachten Ordnung. Und er war niemand, dass er über sie hinwegsehen könnte. Es glich sowieso einem Wunder, dass Madoka endlich aufgewacht war. Reelle Chancen hatte er ihr zugeschrieben, doch wirklich daran glauben war immer noch eine andere Sache. Eigentlich hätte er bei Madokas zeitweise aufblitzender Durchschlagskraft damit rechnen müssen, doch die letzten Wochen und Monate waren einfach anders gewesen als normal. Denn das gewisse Etwas hatte zwischen ihnen gestanden. Zwar distanzierte er sich auch jetzt von seinen Emotionen, doch konnte er nicht leugnen, dass ihr erwidertes Lächeln fast ein wenig wie Balsam auf ihn wirkte. Bei allen möglichen Autoritäten, er war nicht geschunden oder so, nein er war einfach froh, weil er bemerkt hatte, dass es wirklich nur eine Person hatte, die man als Freundin bezeichnen konnte. Zwar hieß das nicht, dass er überschwänglich freundlich sein würde und offener, aber vielleicht zufriedener. Irgendwo ein wenig vollkommener – auch, wenn er im nächsten Moment ein wenig überrascht herumfuhr, beziehungsweise sich umdrehte, als ob er bei einem Regelbruch erwischt worden wäre, was überhaupt nicht zu ihm passte. Akari, welche mittlerweile eingetroffen war, bat ihn zur Seite zu treten, beziehungsweise einzutreten, denn sie schien genau zu wissen, was er wollte. Ein Gedanke, der ihm nun wieder die übliche Skepsis auf das Gesicht rief. Hatte sie nicht gerade noch eher unsicher auf Grund der Frage bezüglich ihres Untermieters gewirkt? Setsuna hob – für ihn mit einem charakteristischen Blick – die Augenbraue, während Formalitäten geklärt wurden und Manami gemeinsam mit der Tante Madokas auf den Gang gebracht wurde. Wer war diese Doktorin, wenn sie so schnell Schalter umlegen konnte. Nicht mehr tollpatschig. Nicht mehr unsicher und ratsuchend. Sondern souverän, verstehend und mit den Privilegien ausgestattet, Besuchsverbote aufheben zu können. Allein ihre ärztliche Aufmachung bestätigte ihm bereits, dass er es sich nicht einbildete. Dass Tamotsu kein Spiel mit ihm spielte und er eigentlich nur irgendwo passiv saß und erneut zusehen musste... Ein Schauer jagte bei diesem Gedanken seinen Rücken hinunter. Und so trat er ein, sagte jedoch nichts und lehnte sich an die Wand. Nicht wissend, wo er sich sonst hinstellen sollte. Oder hinschauen. Seine Blumen standen noch auf dem Tisch, ein paar von ihnen hatten schon zu welken begonnen. Madoka konnte allerdings nicht wissen, dass sie von ihm stammten, denn dies hatte er bei den Pflegekräften erbeten. Ohnehin glaubte er nicht, dass sie wiederum glauben würde, er würde so etwas lächerliches tun. Denn das war es ja auch. Verdammt lächerlich und unnütz. Es änderte nichts an ihrem Zustand. Seine Gedanken und seine Freude, die er sich irgendwo eingestehen musste, verbarg er hinter der typischen desinteressierten Fassade seiner blauen Augen.
Setsuna wartet an der Wand ab und vernahm wohlwollend, dass Madoka aus dem Schlimmsten heraus war, wenn er Akaris Worten Glauben schenken durfte. Normalerweise machte er sich selbst von Situationen ein Bild, doch hier musste er sich auf die Einschätzung einer Iryônin vertrauen. Und gewollt war er ja, denn auch die Nachrichten hatten einen guten Charakter. Letzteres.... nunja... man sah kurzzeitig, wie Setsunas Augen weit wurden, als Madoka sich daran machte aufzustehen. Sie hatte kaum etwas an, doch das war es nicht, was ihn mehr oder weniger schockierte. Vielmehr war es die Tatsache, dass sie es überhaupt tat. “Madoka, du solltest dich wieder hinlegen. Dass du aufstehen möchtest, ist wider jeder Natur von einer Komapatien—“ Setsuna macht einen Schritt nach vorn und hielt die Arme reflexartig offen, als sie entgegnete, dass sie schon auf dem Weg war, aber keinesfalls den Anschein erweckte, dass es gut ausgehen würde. Und so war es auch, denn es vergingen keine drei Sekunden, als sie bereits im freien Fall war und er sie letzten Endes mehr oder weniger noch gerade so auffangen konnte. Nur war er nicht der stärkste und im Gegensatz zu Akari am Straßencafé konnte er Madoka nicht einfach wieder zum Stand verhelfen. So fiel er mehr oder weniger mit ihr auf den Boden, während seine Arme sich um sie legten, weil er wusste, dass es nicht gut war, wenn sie hart fiel. Mehr oder minder saß er schließlich halb auf den Boden und drückte sie gar ein wenig an sich, was er erst einen kurzen Moment später realisierte. “Aus unerfindlichen Gründen neige ich a) dazu, heute Leute vor dem Fall zu bewahren; b) mir dabei selbst etwas zu verkneifen und c) meine Arme nicht von dir lassen zu können, weil ich dich entweder irgendwo hintragen muss, oder du zu dumm zu laufen bist.“ Es war ein genervter Tonfall, aber wer ihn schon einige Zeit ertragen hatte, würde erkennen, dass er nicht wirklich ernst gemeint war. Vielmehr schwang eine Art Zugeständnis der Erleichterung darin mit, welche durch jene Genervtheit überspielt werden sollte. Zudem ließ Setsuna Madoka wieder los. Auch, wenn er sich bei ihr noch nie über Berührungen beklagt hatte – sie würde es ja ohnehin machen – hieß es nicht, dass sein Unterbewusstsein es dennoch guthieß. “Ts... du solltest dich wieder hinlegen und das nächste Mal nicht wieder solche Ausflüge unternehmen. Es ist komplett unlogisch, es gleich nach dem Aufwachen zu versuchen. Welcher gesunde Mensch denkt sich etwas dabei..“ Leicht rümpfte der Jôcho die Nase und blickte zur Seite, wobei er sich am Hinterkopf kratzte und die Lippen leicht schürzte. Ein Anblick, welcher aber sogleich wieder verflog, da er sich ans Aufstehen machte und Madoka mit hochziehen würde, damit sie sich wieder ins Bett legte. “Werden sie sich nun ihrer annehmen? Ich rate ihnen dazu, sie ans Bett zu fesseln.“ Ein kleines Necken für Madoka war ebenfalls vorhanden, als er sich an Akari wandte.
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BeitragThema: Re: Krankenhaus II   Di Jun 10, 2014 9:14 pm

Ach wäre sie doch nur Kinderärztin, gerne hätte Akari in ihre Jackentasche gegriffen und eine Süßigkeit hervorgeholt, doch bedauerlicherweise würde sich dort nichts befinden und wenn, dann wäre es schon einige Tage, wenn nicht Wochen gealtert – keine guten Karten um die Gunst eines kleinen Mädchens zu gewinnen, dabei landeten gerade auf der Intensivstation Menschen und Shinobi jeglichen Alters. Dahingehend müsste sie wohl noch ein wenig an sich arbeiten, doch immerhin konnte sie dem Mädchen ein aufmunterndes Lächeln schenken und fügte noch, im Sinne der Verabschiedung hinzu “In den Aufenthaltsräumen stehen öfters Gläser mit Süßigkeiten.“ Nun fiel es wohl auf Frau Ichinose zurück der Kleinen zu erklären, dass die Süßigkeiten für brave Kinder gedacht waren, oder wer auch immer über die Süßigkeiten wachte, waren sie doch nicht nur bei Kindern beliebt.
Derweil stellte sich Setsuna an eine Wand, als wollte er sich innerhalb derselben Handlung vom Besucher zum Beobachter wandeln und Akari hegte da jetzt schon ihre Zweifel ob ihm dies gelänge, wirkte Madoka über seine Ankunft doch sehr erfreut. Offenbar zu erfreut, denn anstelle nachzufragen ob sie aufstehen dürfte – eine vernünftige Frage in Anbetracht der Feststellung, dass ihr Körper nicht ganz punktgenau reagierte – stand Madoka schon mit der Selbstsicherheit einer Person auf, der lediglich erzählt worden war sie hätte zwei Wochen im Koma gelegen. Aus der Sicht der Patientin stellte es also kein so großes Risiko dar einfach aufzustehen, denn vermutlich bemerkte Madoka nicht sehr viel mehr von dem verstrichenen Zeitraum, als dass sie vermutete lange Zeit im Bett gelegen zu haben und sich maximal ein wenig streif anfühlte. Die Aussage von Setsuna mochte daher Inspiration für eine neue Patienteninformation sein ‚Sie sind aus einem Koma erwacht, was bedeutet dies?’, allerdings gab es stets nur eine gewisse Anzahl an Komapatienten und ein Teil wachte bedauerlicherweise nie mehr auf – was solch ein Informationsblatt gleich wieder ad absordum führte. Allerdings stand Akari nicht einfach nur geschockt neben der Szene und beobachtete den Fall von Madoka und Setsuna – den gemeinsamen Fall wohlgemerkt - sondern achtete viel mehr darauf, dass die Schläuche, an welchen sie einer halben Marionette gleich noch hing, sich nicht verhedderten, eine erneute Infektion durch eine ausgerissene Infusionsnadel konnte einfach nicht akzeptabel sein – zum Glück war Madoka lediglich horizontal gefallen und Setsuna war ihr tatsächlich eine ausgesprochen gute Stütze gewesen – der Mann schien wohl ein seltenes Talent in diesem Bereich zu besitzen, denn die Damen flogen ihm nur entgegen und Setsuna wusste dies vermutlich gar nicht zu schätzen – sollte sie ihn bedauern? Erst einmal galt es ihm behilflich zu sein, also legte sie das Klemmbrett zur Seite – auf den Nachttisch – kniete sich halb hinter Madoka und wählte ihre Griffe derart, dass Setsuna seine Freundin immer noch hochziehen konnte, jedoch Unterstützung erhielt. Gemeinsam verfrachteten sie Madoka wieder ins Bett, wobei diese sich wohl fügen oder tatsächlich aufbegehren müsste. “Es kommt auf die Perspektive drauf an. Für Madoka sind ganz sicher keine zwei Wochen vergangen, sonst hätte sie kaum das Gefühl gehabt dir entgegen gehen zu können.“ Natürlich gehörte auch Mut dazu, sich krank zu fühlen und dennoch aufstehen zu wollen, doch wie Setsuna es gesagt hatte, es war einfach nicht die richtige Entscheidung in ihrer Situation gewesen.
Am Ende saß Madoka jedoch lediglich auf der Bettkante und konnte sich natürlich selbst entscheiden ob sie sich hinlegte oder fürs Sitzen genügend Kraft aufbringen wollte, denn tatsächlich bestand die Übung für einen ehemals Bettlägerigen nicht nur darin aufzustehen und herumzulaufen. “Du kannst gerne eine Weile üben auf der Bettkante zu sitzen, doch mehr ist heute wohl nicht drin, aber ich denke ihr findet auch so einen Weg euch zu begrüßen.“ Meinte sie zu Madoka und überging ganz einfach mal die Tatsache, dass sich die beiden schon ziemlich nahe gekommen waren. “Dir kommt es vielleicht nicht so vor, aber dein Körper hat zwei Wochen inaktiv im Bett gelegen, da braucht es Zeit und Training um wieder springen zu können. Hm hast du das Gefühl dich irgendwo verletzt zu haben und sei es nur ein kleiner Kratzer? Dann schaue ich besser noch mal nach.“ In der Zwischenzeit, sofern sie auf Antwort wartete wandte sich Akari erneut dem Nachtisch zu, entfernte jedoch nur ein frisch gefülltes Glas Wasser von selbigem und reichte es anschließend Madoka.
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BeitragThema: Re: Krankenhaus II   Mi Jun 11, 2014 12:48 pm

Als würde sie mit ihrem Dickschädel daran denken stehen oder gar sitzen zu bleiben. Sie hatte zwar eben einen Schmerzstich erlebt, weil ihre Schwester sich an sie gehängt hatte, aber was die Ärzte mit ihr gemacht hatten, ging auch nicht wirklich in diese Grün besetzte Birne, die in diesem Moment wohl einfach ausgewechselt war und vergessen konnte, was vor dem Unfall auf ihr gelastet hatte. Vielleicht hätte Madoka argumentiert, dass sie ja nun schon eine halbe Stunde und länger wach im Bett gelegen hatte, bevor sie diesen Besuch bekommen hatte. Die Ärzte hatten sie ja nochmal überprüft und dann einige Infos mitgeteilt, aber es legte sich ein Schalter um, sobald Setsuna gesehen hatte. Wäre ihre Tante hier gewesen, hätte die wahrscheinlich vor Angst aufschreiend ihre Nicht zurück ins Bett gepresst. Sie war aber nicht hier, sodass die 18-Jährige direkt daneben zu Boden ging. Mehr oder minder, denn Setsuna schaffte es sie aufzufangen.
Einer der Schläuche zog recht unangenehm in der Armbeuge, während Madoka ihre Finger an sein Oberteil krallte. Dazu gesellte sich ein Stechen in der Brust, woraufhin sie die Augen zusammenkniff un die Zähne aufeinander presste. Sie benötigte ebenso einen Moment, um zu kapieren, wo sie sich gerade bei wem befand, mit der Tatsache, dass entsprechende Arme um sie herum waren. Was Setsuna dann von sich gab, ließ sie erst ein wenig verwirrt drein glubschen. Sie konnte ja keine Ahnung haben, was ihm heute schon passiert war, weswegen es lediglich eine Reaktion hervorrief, dass er sie tragen müsse oder sie zu intelligenzlimitiert fürs Gehen war. Wäre sie gerade nicht so zusammengebrochen, dann wäre ihre Antwort deutlich gewesen. Madoka hätte ihn entweder quetschend umarmt oder ihm die Brille geklaut, aber so war sie gerade einfach nur froh, dass sie nicht auf dem Boden aufgeschlagen war und sogar schon Akari an ihrer Seite war, um sie zu stützen. Mit einem leicht beschämten Blick ließ die Grünhaarige sich zurück aufs Bett helfen, wo sie nun an der Kante saß. Kurz darauf legte sie sich aber auch schon wieder mit ausgestreckten Beinen ganz rein, zog die Decke bis zur Hüfte und verschränkte die Hände ineinander. Von der einen Seite hagelte es Empfehlungen sie festzuketten, die andere hatte immerhin ein bisschen Empathie für Madokas Perspektive. Sie sah zwischen der Iryônin und Setsuna hin und her, ehe sie auch mal den Mund öffnete und dabei entschuldigend grinsen musste. "Was soll ich sagen? Setsu-kun, Fesseln würden nichts bringen. Ich würde sie nur benutzen, um gegen sie anzukommen, damit sie irgendwann kaputtgehen. Wie ein Training." Auch wenn sie wusste, dass er es hasste, wenn Suffixe seinen Namen begleiteten, ließ sie sich das nicht nehmen. Danach widmete sie sich wieder Akari. "Tut mir leid, dass ich vorschnell war. Bis auf den stechenden Schmerz, wenn ich zu viel Luft einatme, ist alles okay." Etwas missmutig sah Madoka an sich hinab und musterte den weißen Verband, der sie am dem Dekolleté abwärts bis zur Taille umarmte wie eine zweite Haut und auch eigentlich alle Konturen preisgab, die sie so hatte. Nur, dass die nicht so ausgeprägt waren wie vor ihrem Zusammenbruch. Da hatte sie auch noch besser gegessen. Was das Stichwort war. Sie hob das Gesicht wieder, hatte einen gequälten gähnenden Ausdruck darauf und brummte vor sich hin. "Ich hätte Isamu und Hiroshi das Essen wegnehmen sollen. Setsuna, kannst du mir irgendwas holen gehen? Egal ob Zucker- oder Proteinbombe. Mein Magen ist ein schwarzes Loch." Nun betrachtete die 18-Jährige die Schläuche an ihrem Arm und fragte dann die Fachfrau, was sie darunter verstehen sollte. "Wofür sind die ganzen Anschlüsse? Meine Tante hat gesagt, dass ich diverse Dialysen durchstehen musste, aber das sind ja immer noch mindestens drei Schläuche. Hoffentlich wurde ich nicht fälschlicherweise an eine Steckdose angeschlossen."
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BeitragThema: Re: Krankenhaus II   Do Jun 19, 2014 3:51 pm


Natürlich entschied die Perspektive, das wusste er selbst nur zu gut aus anderen Erfahrungen, die er in seinem täglichen Ablauf machte. Alles war eine reine Ansichtssache, doch kam es darauf an, was man hieraus las. Er zum Beispiel würde mit Sicherheit nicht auf die Idee kommen, sich in einem Krankenhaus wiederzufinden und dann einfach aufzustehen. Wenn man in einem Krankenhaus war lag dies nämlich meistens daran, dass etwas mit dem Körper nicht stimmte und es war seiner Ansicht nach nur das nächste, wenn man seine Füße, Arme – was auch immer – lieber nicht sogleich auf eine überschwängliche Probe stellte. Es war nicht so, dass er im Nachhinein wirklich sauer auf Madoka war, aber er fand, dass sie einmal nachdenken konnte, bevor sie etwas machte. Vielleicht nahm er ihr aber auch irgendwo nur übel, dass sie ihren Zustand gegenüber allen bis zuletzt geleugnet hatte. Ihr ging es schlecht und das war etwas, was man bemerkte. Wusste. Zu einem Arzt ging. Aber hatte sie das getan? Natürlich nicht. Ja, er war erleichtert, aber er konnte nicht umhin, sich daran zu erinnern, wie sie einfach vor Daizen und ihm zusammengebrochen war. Auf dem Marktplatz. Ihre beiden Freunde total schockiert, während sie davor noch mit ihr gegessen hatten. Setsuna verdrängte diese Gedanken und Bilder aus seinem Kopf, während Madoka sich wieder gänzlich ins Bett legte und fasste sich abwesend mit der Hand an die Stelle, wo sich Madoka in seine Kleidung gekrallt hatte. Nichts, was sich gut anfühlte. Akaris Kommentar bezüglich der Begrüßung beantwortete er mit einem Seitenblick auf diese, wobei er eine Augenbraue hob, was so viel hieß, wie eine Frage, ob sie das ernst meinte. Er hatte bereits gegrüßt. Und das reichte vollkommen aus – oder? Seine Mundwinkel halfen den Lippen dabei sich zu einem schiefen Strich zusammen zu schieben. Er verschränkte die Arme und man sah, wie er darüber nachdachte. So etwas war wirklich nicht sein Fachgebiet. Zwei Wochen. Reichte ein einfaches Hallo? Aber selbst wenn, hatten sie sich ja mehr oder weniger auch begrüßt. Sie mit einer unbedachten Aktion und er mit einer genervten – nur halb böse gemeinten – Zurechtweisung. “Nun ich denke... darauf könnten wir beide sehr gut verzichten.“ Er runzelte die Stirn, während er das sagte, als ob er noch gerade beim Überlegen wäre, doch dann legten sich die Falten wieder. Die Unsicherheit war aus seinem Blick gewichen. Zwei Wochen waren es gewesen und sie waren ihm vorgekommen wie eine Ewigkeit. Es war merkwürdig, denn es war keine Sekunde mehr vergangen, aber er hatte keine Zeit weiter darüber nachzudenken. Es war vielleicht eine unbehelligte Spitze, aber Setsuna verzog abermals missmutig den Mund. Dieses Mal jedoch nicht gespielt, sondern ernst. “Hast du dieses Mal auch so lange weiter gemacht, bis etwas kaputt geht?“ Dieses Mal war er ihr wirklich böse, denn obige Gedanken kamen ihm wieder in den Sinn. Bevor er jedoch etwas weiteres sagte, biss er sich auf die Unterlippe und atmete tief durch. “Du solltest lieber auf Akari hören und dich schonen. Dein Körper ist alles andere als in Ordnung.“ Ein Blick auf die Türkishaarige folgte, die Madoka eine kurze Zeit später wohl die Funktionen der Anschlüsse erklären würde. Er war froh, dass sie da war und sich auch professionell verhielt, denn so war Madoka in guten Händen. Und er war dankbar, dass er sich kurze Zeit später entfernen konnte. Sicher, er war froh, dass es Madoka gut ging und vollkommen erleichtert, aber wenn sie schon gleich wieder von Training redete... es war zum Haare raufen und er hoffte, er hatte nicht zu finster geklungen, denn das hatte er auch vermeiden wollen. Eigentlich.
“Ich sehe, was ich tun kann.“ Etwas deftiges nicht. Keine Bratwurst oder Hähnchen, Dangos, wie auch immer. Eine leichte Suppe vielleicht oder einfaches Gebäck. “Es ist jedenfalls schön, dass du wieder unter uns weilst.“ Seine Stimme war nicht mehr ganz so schneidend, aber überglücklich war sie auch nicht – wenn sie das überhaupt konnte. Nochmal einen kurzen Blick auf die beiden Frauen werfend, verließ Setsuna das Zimmer und machte sich daran, etwas aufzutreiben. Er merkte gar nicht, dass er sich im Gegensatz zu vorhin schnell wieder in sich selbst zurückgezogen hatte, wo er sich sicherer fühlte. Aber so war das mit ihm.
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Fudo Akari
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BeitragThema: Re: Krankenhaus II   So Jun 22, 2014 2:43 pm

Setsuna’s Aussage war belustigend, er erhielt zur Antwort ein freundliches Lächeln und ein angedeutetes Nicken – natürlich war es auch auf Besucherseite nicht einfach die richtige Perspektive einzunehmen, was war angemessen, was war normal? Übermäßige Sorge oder Herunterspielen der Tatsachen? Ein Angehöriger stand zumeist jedes mal vor dieser Frage, wenn er das Patientenzimmer einer geliebten Person betrat und obgleich sie es nie zeigten, versteckten sich auch Ärzte und Schwestern hinter ihrer Professionalität, mussten sie doch so tun als ob ihr Leid geringer wäre als jenes der Angehörigen, obgleich sie sich intensiver mit der erkrankten Person beschäftigten – Besuchszeiten waren zumeist nur ein kleines Fenster des Einblicks. Natürlich gab es da noch den emotionalen Schutz den ihr Beruf ihr feilbot, hier im Krankenhaus konnte man auch einfach nur dem Geld folgen und Arbeit erledigen, doch dann fehlte zumeist das Engagement, welches zufriedene Patienten im Nachhinein schätzten. Ob Setsuna eine Art Schutzschicht besaß, oder diese teilweise Emotionslosigkeit wirklich seinem natürlichem Wesen entsprach konnte Akari immer noch schlecht einschätzen, sie war keine Psychologin und trotzdem war es eindeutig ein Hinweis objektiv zu beobachten, dass er sich gegenüber einer geliebten Person oder Wildfremden kaum unterschiedlich verhielt – von der offensichtlichen Zuneigung Madoka gegenüber abgesehen, immerhin war da eine nicht zu leugnende Umarmung gewesen - bewusst hatte er sie begrüßt und unterbewusst umarmt? Ach sie war zu schlecht auf dem Gebiet des Geistes, dabei könnte ihr persönlich ebenfalls ein Fachrichtungswechsel gut tun, denn das Angebot Madoka zu untersuchen war eher platonisch gemeint gewesen, denn vermutlich konnte Akari ein Shinsatsu no Jutsu nicht lange genug aufrechterhalten um effektiv alle nötigen Informationen zu erfahren und um wirklich ehrlich zu sein scheute sie sich auch davor öffentlich zu scheitern, dafür waren Übungspuppen doch sicher gut genug – umgedreht könnte sie mit etwas mehr Übung diese Hürde bereits überwunden haben. Ihre eigene Untersicherheit spielte hier natürlich absolut keine Rolle und darum tat sie sich entsprechend schwer sich selbst gegenüber diesen Bluff einzugestehen – als zöge sie derzeit mit ihrem Kittel eine andere Persönlichkeit an, doch irgendwann würden Ärztin und Jinjuriki wieder dieselbe Akari sein.  Sie enthielt sich eines weiteren Kommentars bezüglich der Ruhephase, oder der Tatsache das eine Sedierung nicht erforderlich wäre, keines der gewechselten Worte oder Gesten deutete daraufhin, dass ihr weiterer Input verlangt war. Dann gab es einen Moment wo Akari kurz davor stand seine Geste zu spiegeln, die Augenbraue fragend/zweifelnd zu erheben und sich zu wundern was ihn dazu veranlasste tatsächlich verärgert zu sein – hatte sie ihm fast nicht zugetraut solch Emotionalität, diese Art von Führsorglichkeit.
Essen war ein gutes Stichwort, erinnerte sie an ein zuvor verzehrtes Stück Erdbeertorte, als ob Madoka-chan es nötig hätte eine Zuckermombe einzuschieben, solche Belohnungen konnten auch ruhig nach dem Krankenhausaufenthalt stattfinden, wo der Gedanke an Zucker nicht an Diabetes gekoppelt war. “Gesunder Appetit ist immer ein gutes Zeichen, doch dein Verdauungssystem hat 2 Wochen gefastet, aber ich bin davon überzeugt du wirst die beste Auswahl an Schonkost erhalten die es gibt,“ irgendetwas sagte ihr, dass Setsuna garantiert nicht mit einem Schokoladenkuchen wiederkehren würde.

Einen Moment später, das Patientenzimmer war inzwischen merklich leerer, machte sie sich daran die witzige Theorie mit der Steckdose zu widerlegen. “Die Dialysen waren notwendig weil deine Nieren aufgrund der Infektion und des Komas schlechter gearbeitet haben, aber jetzt wo du wach bist sollte es in die Richtung keine Probleme mehr geben.“ Dann zeigte Akari auf einen ihrer Anschlüsse und kurz darauf auf einen Infusionsständer. “Wie du siehst ist das andere Ende keine Steckdose oder Wandanschluss. Diese Infusion war dazu da dich mit Nährstoffen und Flüssigkeit zu versorgen. Der nächste Schlauch hat alle Medikamente transportiert um die Infektion zu besiegen und dein Immunsystem zu stärken, sprich deine heilende Lunge zu unterstützen. Dann hast du wie gesagt noch den Zugang für die Dialyse, der kann aber sicher bald entfernt werden. Mehr oder weniger die andere Hälfte der Anschlüsse führt in verschiedene Überwachungsgerätschaften, die du aber alle hier zurücklässt, wenn du auf Station kommst und das Zimmer wechselst, dass könnte durchaus noch heute sein, vorausgesetzt es geht dir wirklich gut.“ Kleinere Pause, Schwenk zum zweiten Thema.  “Eines der Medikamente welches du ständig erhalten hast war krampflösend und hatte nicht direkt etwas mit der Infektion oder der Lungensache zu tun, allerdings mit der Dosierung deiner Schmerzmedikation. Du musst wohl noch ein paar Fragen zum Thema Drogen- und Alkoholkonsum beantworten.“ Zwiespalt. Einerseits war dies eine ganz normale medizinische Frage, andererseits in den Ohren eines Patienten teilweise beleidigend, doch wie sollte man so was auch höflich und zuvorkommen kommunizieren? Alkohol war nun einmal eine gesellschaftlich akzeptierte Droge, wohlgemerkt außerhalb des Krankenhauses und sollte Madoka noch irgendetwas härteres konsumieren, dann war es ohnehin besser alles in einem Rutsch zu erfahren.
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BeitragThema: Re: Krankenhaus II   Mo Jun 23, 2014 3:01 pm

Es war wirklich schwierig einzuschätzen, was mit dem eigenen Körper geschah, wenn man wirklich komatös war und sich nur an die Zeit des Unfalls und Aufwachens erinnerte. Das war wie eine zwischengeschaltete Nacht, aber nicht wie zwei geraubte Wochen des normalen Lebens. Ihr Kuchiyose war längst wieder in seinem Reich, ihre Familie hatte versucht den Alltag zu durchstehen, während sie hier zwei Wochen nichts getan hatte. Außer zu kränkeln. Sorgen zu bereiten. Operiert zu werden. Erreger irgendeiner Infektion in sich zu tragen. Sie sollte sich schonen. Ihre Mutter war daran verendet. Der Gedanke an sich versetzte Madoka einen bösen, emotionalen Stich. Das konnte nicht sein, dass sie an Selbigem litt. Nicht jetzt. Nicht sie. Sie wollte nicht an diese tote Frau denken, die ihr immer gesagt hatte, dass sie ihr Haar so kurz lassen sollte, wie sie es nun trug. Die zweifarbigen Augen sahen Setsuna sensibel nach. Es war einer der wenigen Ankerpunkte, die sie ablenkten. Umso verwunderlicher, dass er meinte, dass es schön war sie wieder hier zu wissen. Darüber war er froh? Er? Aber dann war er schon verschwunden, um ihrer Bitte nachzukommen. Brav hockte die 18-Jährige nun in ihrem Bett. Akari klärte sie dann über die Schläuche auf, die sie skeptisch betrachtete. Hoffentlich kam sie heute wirklich noch auf die normale Station. Das war ja schrecklich an so vielen Apparaten zu hängen. Als könnte man nicht selbst leben. Na gut, das konnte sie erst jetzt wieder, wo sie wirklich außerhalb der Lebensgefahr war. Und ihr Blut im wahrsten Sinne des Wortes rein gewaschen.
Eigentlich verstand Madoka, was Akari ihr erklärte, doch fehlte ihr noch etwas die Konzentration, um es zu verinnerlichen, weswegen sie nur bestätigend murmelte oder einfach nickte. "Okay, danke. Dann ist es wirklich keine Steckdose." Sie bewegte noch kurz testend den rechten Unterarm, aber blickte dann wieder zu der Türkishaarigen, die auf Medikamente zu sprechen kam. Dann auf Alkohol und Drogen. Madoka verzog das Gesicht. Sie runzelte die Stirn und verengte verwirrt die Augen. Musste das sein? Für einen Moment dachte sie, dass sie lieber nicht aufgewacht wäre. Aber sie zog sich dann doch den Bogen mit den Fragen heran, ehe sie mündlich zu stammeln begann. Die Augen huschten bemüht über das Papier. Der Stift, der am Klemmbrett war, ruhte noch in seiner Position. Ihr Zögern konnte man ihr deutlich ansehen. Akari hatte einen wunden Punkt getroffen. Einen, den Madoka schon verleugnete, seit sie 12 Jahre alt war. Also, Lüge oder Wahrheit? Schaden oder Heilsamkeit? "Ich... will Euch nicht zu nahe treten", begann sie leise, sah dann auf und hatte immer noch einen emotionalen Ausdruck im Antlitz. "Aber ich werde das ... nicht ausfüllen. Tut mir leid." Sie schob das Brett ans Bettende und legte sich ins Kissen, das Kopfende war hochgeklappt. Mit einem zitternden Seufzen sperrte Madoka das Bild ihrer Mutter aus ihrem Kopf. "Ich- nehme keine Drogen. Das ist die Wahrheit. Doch was ich trinke, ist meine Sache. Ich kann nur versuchen Euch zu versichern, dass ich mich möglichst an Wasser halte, solange ich genesen soll."
Madoka konnte Akari dabei nicht einmal ansehen. Sie hatte den Kopf im Kissen zur gegenüberliegenden Wand gedreht und hoffte, dass das Thema damit erledigt war. Die Sucht, die sie ausmachte, ging keinen etwas an. Nur ihren Vater. Der ihr das Zeug kaufte. Während er selbst an seinen Zigaretten hing. Wie auf's Stichwort klopfte es dabei auch an der Tür. Allerdings hörte man keine Kinderstimmen. Es war weder Nagisa noch Manami. Der schwere Geruch von Nikotin zog in den Raum, als dieser von dem Besuch betreten wurde. Fahle Erscheinung, gebückte Haltung, Falten, seichtes Haar. Madoka sah zur Tür. "Papa?", fragte sie verwundert und stützte sich auf einen Ellbogen. Als wäre Akari gar nicht da, ging Madokas Vater zu seiner Tochter und blieb vor ihr stehen. Ryuichi hatte keine Zigarette im Mund. Wahrscheinlich hatte eine der Ärztinnen ihn auf dem Flur wieder gebeten, diese zu löschen. Man sah, dass er wirklich ein Lächeln auf den Lippen trug. Er war gerührt. Etwas, was er sonst nie zeigte. Wo er sonst taub für war. Nur ein Schatten. Doch er freute sich. "Meine Süße", flüsterte er, kniete sich ans Bett und drückte die 18-Jährige an seine Schulter. Kaum zum Sprechen fähig bekam sie große Augen, doch erwiderte die Umarmung kurz darauf. Was war mit ihm los? Hatte ihre Schwester wirklich gesagt, was wahr war? Dass ihr Vater sich Sorgen gemacht hatte, wo er sonst nur im Dunst seiner Zigarren Zuhause versiechte? An der Anzeige eines Gerätes sah man, dass Madokas Puls schneller wurde. Nicht gefährlich, aber doch um etwa zehn Schläge. "Ich hätte es dir sagen sollen, es tut mir so leid." Nach diesem verwirrenden Satz ließ er Madoka los, streichelte nochmal ihre Wange und hatte wirklich Tränen im Augenwinkel. Dabei sah er zu Akari. "Sie dürfen es auch wissen. Es ist wichtig." Nun stand der gealterte Vater auf, zog sich einen Hocker heran und setzte sich darauf. Er drückte die Ellbogen auf die Knie, beugte sich vor und hatte die Hände ineinander gefaltet. Sein Kind hatte ein schlechtes Bauchgefühl dabei.
"Was ist es denn?" Ryuichi schluckte bedrückt und unterdrückte wirklich seine Emotionen. "Das ist alles meine Schuld. Was dir passiert ist. I-Ich ... habe dich fast sterben lassen. Wärst du gestorben, wäre ich dein Mörder." Madoka wurde bleich, nahm vom Bettrand Abstand und fragte entgeistert: "Was redest du da?!" "Deine Wohnung, Schatz. Der Grund, warum du so krank geworden bist. Du hast dich nie darum gekümmert, was dort alles haust. In deiner Wohnung befindet sich der Bakterienherd für deine Infektion. Und ich wusste es. Schon ... seit du dort eingezogen warst." Das überschlug sich alles. In ihrer Umgebung, wo sie sich zurückzog und ihren Schatten freien Lauf ließ, hatte ihr vermeintlicher Tod mit ihr zusammen gelebt? Mehr als ein Jahr? "W-Woher weißt du das?" "Die Wohnung stand Jahre leer. Es gab Gründe dafür, aber der Vermieter hat sie verschwiegen, damit er Klienten bekommt. Die Kosten für Sanierungen wären ihm sonst über den Kopf gestiegen. Damals ... als deine Mutter wusste, dass du ein Ninja werden würdest, wollte sie eine Wohnung für dich suchen und für deinen Aufstieg reservieren. Das war, als sie mit Manami schwanger war. I-Ich habe sie alleine in diese Wohnung gehen lassen. Damals hat sie sich infiziert. Die Verträge hat sie allerdings noch abgeschlossen. Später gehörte dir die Wohnung. Niemand hat sich darum gekümmert, weil ich niemanden dort hineingelassen habe. Du bist eingezogen. Du hast dich auch infiziert. Und ich- habe dich dort leben lassen."
Madoka konnte nicht wirklich fassen, was sie da gerade hörte. Ihr Vater hatte sie in eine Wohnung ziehen lassen, die verseucht von irgendwelchen Viren war, ohne es ihr zu sagen oder etwas zu unternehmen? Über ein Jahr lang? Sprachlos lag sie im Bett, bis sie ins Kissen zurücksank und flach zu atmen begann. Die Konfrontation mit den Tatsachen und dem Tod ihrer Mutter war nun zu viel. Sie war ja schon von ihrem Vater enttäuscht und sie hatten sich entfremdet, aber nie hätte sie erwartet, dass er so fahrlässig mit ihr umgehen würde. "Was soll das?", flüsterte sie und merkte wie ihre Stimme brach. Ihre Mutter war tot, sie dem Tod von der Schippe gesprungen und ihr Vater lebte vor sich hin, als hätte er keine Verantwortung gegenüber irgendwas. Plötzlich hörte man die 18-Jährige nur so laut brüllen, dass alle im Umkreis von 20 Metern zusammenzuckten. "RAUS HIER! VERSCHWINDE!" Ryuichi sah sein Kind geschockt an, doch wusste, dass die Reaktion nur allzu verständlich war. Er stand zitternd und sich in gekrümmt auf, verließ das Zimmer und machte sich auf den Weg in die öffentlichen Räume. Ob er unterwegs vielleicht an Setsuna vorbei lief, konnte er jetzt noch nicht ahnen.
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BeitragThema: Re: Krankenhaus II   Di Jun 24, 2014 8:49 pm

Hühnerbrühe. Gemüsebrüche. Zwieback. Alles. Setsuna legte den Kopf schief und verschränkte den Arm vor der Brust, während der andere sich mit dem Ellbogen auf diesen stützte und jeweiliger Daumen und Zeigefinger an seinem Kinn lagen. Die Augenlider hatte er leicht verengt und zog fast schon eine Schnute. Nein, er schmollte nicht, auch wenn es so aussah. Vielmehr überlegte er sich, was er Madoka mitbringen sollte und vor allem, was sie in sich behielt und was nicht. Der Magen musste sich schonen, war nichts mehr gewöhnt. Mit Zwieback hatte er selbst stets gute Erfahrung gemacht, wohingegen eine Gemüsebrühe ebenfalls gut war und stärkend. Etwas warmes war vielleicht genau das richtige für die Grünhaarige, deren Haare schilffarben waren und nicht direkt grün – wie er zu denken und zu sagen pflegte. Er erinnerte sich an ihren überraschten Gesichtsausdruck, verdrängte es jedoch sogleich wieder, da es vollkommen irrelevant war. Stattdessen entschied er sich letzten Endes für Suppe und Zwieback, eine nicht allzu schwere Kost für Kranke. Sie würde etwas Warmes haben und etwas Trockenes. Gerade richtig für einen Magen, der sich wieder an das Essen gewöhnen musste. Wenn Madoka mit Kuchen rechnete, hatte sie vollkommen falsch gedacht. Er würde ihr mit Sicherheit keine deftige Ramensuppe, ein Schnitzel oder sonst etwas vorsetzen. Ohnehin fand er dieses Krankenhaus befremdlich, was vermutlich auch daran lag, dass er schon genug Zeit in seinem Leben hier verbracht hatte. Ergo ein paar Tage, beziehungsweise ein bis zwei Wochen in seiner Kindheit. Und nach den Chûninexamen natürlich, wo er zusammengeklappt war. Immer noch konnte er es nicht leiden, aber war das wirklich so unverständlich? Takeo hatte sich häufiger darüber lustig gemacht, doch für Setsuna gab es keine familiären Gute-Besserungs-Besuche. Nicht einmal letztere Wünsche, wenn man einmal von seinem idiotischen Vater absah. Seufzend nahm er schließlich das Essen auf einem Tablett und begab sich wieder in die Gänge, aufmerksam darauf achtend, dass er nirgendwo anstieß oder dergleichen. Und während er so an wartenden Angehörigen vorbeikam, fragte er sich, wieso es so komisch war, wenn er sich freute. Es war nicht so, dass er überhaupt nichts fühlte. Schmerzen fühlte ein Mensch. Genauso war es gut, Freunde nach langer Zeit wieder aufwachen zu sehen. Freunde? Er musste sich korrigieren. Personen, die man gut leiden konnte. Setsuna sagte sich immer selbst, er hatte keine Freunde. All diese Leute hier wären froh um gute Nachrichten – konnte man ihm das wirklich so schlecht zutrauen? Dabei war es keineswegs geheuchelt gewesen.
Ein lauter Ruf erreichte ihn vom Gang hinweg, in dem Madokas Zimmer lag. Genau genommen kam er aus Madokas Zimmer und Setsuna, der diese junge Frau schon fast sein Leben lang kannte und Sensor war, konnte nicht nur an ihrer Stimme das Zerwürfnis erahnen, welches die Ausfahrende ereilt hatte und in diesen Gemütszustand sinken ließ. Sie war aufgebracht. Seine Augen verengten sich zu Schlitzen, als er jene Person wahrnahm, welche ohne jeden Zweifel eine Mitbeteiligung daran hatte. Nun gut, es war wirklich kein gutes Timing, wenn er das ausgesprochene Besuchsverbot bedachte, aber Setsuna war kein Jammerlappen – selbst, wenn es hinter seinem Rücken das ein oder andere Mal gesagt wurde, da er sich stets von Kämpfen weghielt. Körperlichen Kämpfen, verstand sich. Dennoch.... Setsuna merkte die Veränderung in der Miene von Madokas Vater. Zum ersten Mal glaubte er tiefe Kränkung und Sorge, sowie ein Bewusstsein hier hinein interpretieren zu können. Man musste nicht klug sein, um eins und eins zu zwei zusammenzählen zu können. Was auch immer vorgefallen war, Madoka hatte ihn herausgeschickt und das war ihr gutes Recht gewesen. Trotzdem hatte der Jôcho es schon längst aufgegeben, dass Vater oder Tochter jemals ihren lasterhaften Lebensstil einsehen würden. Oder gar aufgeben. Alkohol. Rauchen. Alkohol. Rauchen. Es löste wahrlich viele Probleme. Er biss sich auf die Unterlippe, hatte eine Bemerkung parat, als sie sich einander immer weiter näherten. Vor diesem Mann hatte er keinen Respekt. Nicht, wenn man sich nie um die Tochter kümmerte. “Hat sie endlich den richtigen Schritt getan?“, fragte er kalt, als er an ihm vorbeilief, sich allerdings nicht einmal umdrehte. Nein, er sagte es einfach nur. Eiskalt. Nicht kümmernd, ob es verletzte oder nicht – nicht, dass er es erahnt hätte. Nur wenige Schritte trennten ihn von der Tür des Krankenzimmers, während Setsuna dem Mann weiterhin den Rücken zukehrte und nicht mehr auf ihn achtete – zu gering war die Wertschätzung. In der Tür blieb er schließlich stehen, kräuselte jedoch umgehend die Augenbrauen, als er Madoka sah. Er konnte nicht umhin festzustellen, dass sich etwas jäh verkrampfte. “...Madoka? Ich... habe dein Essen...“ Seine Stimme klang leicht monoton, aber er versuchte ernsthaft zu ergründen, was genau ihr Vater ihr gesagt haben mochte. Worte hingen nicht in der Luft und so klug er auch mochte, er könnte sie nicht herbei zaubern und daraus lesen. Lediglich sah er, dass jene Worte fast spitzen Steinen gleich gekommen waren. Ehe er jedoch sein Tablett zu Madoka brachte, erahnte er, dass es in einer solchen Situation meist unpassend war.... Essen anzubieten? Er runzelte ausnahmsweise über sich selbst die Stirn und sah dann zu Akari, wobei er fragend eine Augenbraue hob und sich offensichtlich für eine Erklärung interessierte.
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